Stuttgart

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    • Abriss Hotel Silber

      Projekt am Karlsplatz: OB will Denkpause
      Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 29.12.2010
      Da-Vinci-Neubau / Rathauschef Wolfgang Schuster ist dafür, die Debatte erst nach der Landtagswahl fortzusetzen.


      Von Thomas Borgmann


      http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2761353_0_9223_-projekt-am-karlsplatz-ob-will-denkpause.html\r
      www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... pause.html

      "Wie berichtet, hat jedoch die Parteibasis der Grünen ihre Ratsfraktion auf einer Mitgliederversammlung mit knapper Mehrheit dazu aufgefordert, den Abriss des Hotels Silber unter allen Umständen zu verhindern.[/b] Diese Forderung wird seit Monaten auch von der Initiative Gedenkort Hotel Silber öffentlich erhoben; hinter dieser Initiative stehen mittlerweile 22 verschiedene Vereine und Gruppierungen. Die Sorge des Oberbürgermeisters: wenn der Druck auf die Grünenfraktion weiter anwächst, könnte die Neuordnung am Karlsplatz gänzlich kippen. Das aber möchte der Rathauschef unbedingt verhindern: "Das Projekt ist richtig und sinnvoll."

      Wie geht es weiter? Ursprünglich war geplant, die Anfang Dezember eingeleitete Denkpause am Karlsplatz Mitte Januar zu beenden und im Technikausschuss des Gemeinderats weiterzudiskutieren. Außerdem sollte sich der Städtebauausschuss des Gemeinderats am 8. Februar mit diesem Thema befassen. Daraus wird nun nichts - wann aber die Debatte konkret fortgesetzt wird, ist gegenwärtig offen.


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      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

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    • Re: Stuttgart - Projekte & mehr

      Das Stuttgarter Ufo: Spaciger Dachaufbau in Stuttgart
      Er scheint hier nur kurz gelandet zu sein, dieser spektakuläre Dachaufbau mitten in Stuttgart. Das futuristische Doppelstockgebäude steht auf einem Gründerzeithaus und bietet einen fantastischen Panoramablick über die Stadt. Gebaut hat es ein Architekt zur Eigennutzung.

      http://www.manager-magazin.de/lifestyle/wohnen/0,2828,736377,00.html\r
      www.manager-magazin.de/lifestyle ... 77,00.html

      Zitate daraus:

      "Futuristisch: In Stuttgart nennt man den Dachaufbau respektvoll "Ufo" "
      oder
      "In der Immenhoferstraße mitten in Stuttgart thront auf einem Gründerzeithaus ein Aufbau, den die Nachbarn bewundernd "Ufo" nennen".


      Interesant auch:

      "Da muss aber noch ein Geländer dran", monierte das Bauamt bei der Abnahme. Reine Formalität - ein Treppengeländer ist zwar Vorschrift, sein Weglassen aber nicht mal eine Ordnungswidrigkeit."

      "Das Bauamt bestand partout und so lange auf einem konventionellen Dach, bis sich Bürgermeister Matthias Hahn einschaltete. Heute sind - na klar - alle stolz und gratulieren Danner für seine visionäre, mutige und markante Aufstockung."


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    • Re: Stuttgart - Projekte & mehr

      In Stuttgart nennt man den Dachaufbau respektvoll "Ufo"


      Na ja, der Weltraum, die Loslösung von allem Überlieferten, beherrscht zwar seit Anfang der Moderne die feuchten Phantasien der zugehörigen Kulturschickeria. Indes wirken die meisten Produkte (auch dieses) noch weniger nach Ufo, denn nach Schifffahrt. Da hat es eben nicht richtig zur Luxusyacht in Monaco gereicht, also muß Stuttgart dran glauben, samt Reling für den Hobbykapitän. Das aufdringlich-pflegeschwere Weiß im Inneren (wahrscheinlich kinderloser Haushalt) indes beflügelte wirklich auch häufig den SF-Film, der sterile Zukunftswelten beschreiben will, z.B. "Star Wars" oder "Die Insel" von Michael Bay. Das Ganze ist natürlich gewollte Disharmonie. Schließlich hätte er sein Wohnobjekt ja gerne auch auf ein 70er-Jahre-Hochhaus setzen können, wo es womöglich wirklich eine Verbesserung dargestellt hätte. Aber man hat ja Politiker mit Geschmack, die gerne helfend unter die Arme greifen, wenn es um Stadtbildverschandelung geht. Insofern plädiere ich für den Aufbau von Krüppelwalmdächern, Fachwerkaufbauten und Kuppeln auf weißen Kuben. :D
    • Re: Stuttgart - Projekte & mehr

      Hier eine schneidend, scharfe Rede zur Wiedergewinnnung eines menschlichen Städtebaus und die treffend vernichtende Abrechnung mit den Investorenorientierten, seelenlosen Architekturauswüchsen derzeitiger Stadterweiterungen von Joe Bauer, Kolumnist bei den Stuttgarter Nachrichten, gesprochen auf der letzten Montagsdemo, am 31.01..
      Sehr sehenswertes Video, das Ihr Euch reinziehen solltest, da es unserer Argumentationslinie für die Würdigung der architektonischen Werte der alten europäischen Stadt voll entgegen kommt! :D
      Es tut sich was im städtebaulichen Bewußtsein in Stuttgart!!!

      110131_mo_demo: Kopfbahnhof 21 - Die bessere Lösung

      runterscrollen, letztes Video auf der Seite!
    • http://img717.imageshack.us/img717/6850/p1450276.jpg]http://img717.imageshack.us/img717/6850/p1450276.jpg
      Quelle: DAF

      Kein Hochsicherheitsknast und auch kein Relikt 60er Jahre Architektur. DAS ist die aktuelle Ausgeburt einer Motelfassade an Stuttgarts Lautenschlagerstraße.
      :applaus:


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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von zeitlos ()

    • Joe Bauer in der Stadt: Showroom Stuttgart - Nachrichten - Schwarzwälder Bote
      "... Dieser Gedanke ist den Planern des neuen Stuttgart lästig, weil sie bei ihren Blindflügen die Zeichen einer städtischen Identität ignorieren.
      Langzeitgäste dieser Stadt aber, etwa Leute an den Hochschulen oder an der Kunstakademie, vermissen den Platz, an dem man etwas findet - nämlich sich und die anderen - in diesem verwurstelten Stuttgart-Kessel. Höfe werden nicht automatisch Höfe, weil man sie in jeder deutschen Stadt in Bauprojekte integriert. Ihren Namen verdienen sie erst, wenn man sie mit Leben füllt. Und etwas ändern werden nicht neue Gastro-Immobilien. Was man vermisst, ist der Wirt mit Charisma, das Kellner-Ensemble mit Bühnenpräsenz. Diese Stadt verliert sich selbst, wenn die Politiker sie als Showroom der Immobilienbranche missbrauchen."


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    • Heute ist in den Stuttgarter Nachrichten ein ganzseitiger Artikel (Seite 19) zum neuen Innenministerium im Schloßgarten enthalten, in der Online-Ausgabe habe ich den Artikel noch nicht gefunden.

      Es handelt sich dabei um einen 200 m langen Betonklotz in grau-schwarz, der an Einfallslosigkeit nicht mehr zu unterbieten sein dürfte (fotografiere ich mal bei Gelegenheit), und für den in einer Geheimaktion nach üblicher Stuttgarter Art drei (zugegebenermaßen ziemlich belanglose) denkmalgeschützte Häuser abgerissen wurden. Interessanterweise geht es im Bericht aber gar nicht um Architektur, sondern um Feinstaub und Luftqualität :unsure:

      Übrigens ist das ganze in Sichtweite des Stuttgart 21-Protestdorfs. Seltsamerweise hat dagegen aber niemand demonstriert, obwohl dieser riesige Klotz einen schweren Eingriff in den Schloßpark darstellt.
      "O meu amor tem um jeito manso que é só seu Que rouba os meus sentidos, viola os meus ouvidos Com tantos segredos lindos e indecentes" (C. Buarque)
    • Webmaster schrieb:

      Übrigens ist das ganze in Sichtweite des Stuttgart 21-Protestdorfs. Seltsamerweise hat dagegen aber niemand demonstriert, obwohl dieser riesige Klotz einen schweren Eingriff in den Schloßpark darstellt.

      Gut, dass Du es ansprichst. Genau darum halte ich vom S21-Protest auch nichts. Diese Extremdemo geht m.E. komplett an den eigentlichen Stuttgarter Brennpunkten vorbei. Bei solchen mediengepushten Themen kommen die Leute ja immer in Scharen, sei es Atomkraft, Castortransport oder eben Stuttgarter Bahnprojekt. Die Massen sind bei den Protesten direkt durch die tote Nachkriegswüste marschiert und hatten, im Grunde nicht minder verblendet als unsere Modernistenschaft, ausschließlich ihren Bahnhof im Sinn. Kaum ein Mensch würde in Stuttgart gegen die jahrzehntelange Vergewaltigung der Heimat auf die Straße gehen - genau wie das eigentliche Übel von S21, nämlich die geplante Modernistenüberbauung des Gleisfeldes, bei den Protesten so gut wie Null thematisiert worden ist. Auch bei der Schlichtung ging es lediglich darum, dass alles möglichst "familiengerecht und energiesparend" wird, von stuttgarttypischer Architektur natürlich kein Wort. Wahrscheinlich haben die Demonstranten da noch nie was von gehört und halten inzwischen ihre elenden Kästen für regionaltypisch. Wir sind und bleiben mit unserem differenzierten Zugang zu Architektur und Städtebau eine absolute Minderheit - und genau darum wird sich in diesem Jahrhundert auch nichts am festgefahrenen System ändern.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Die Demonstranten setzen sich jedenfalls auch dafür ein, daß ein denkmalgeschützter Bahnhof erhalten bleibt, ich finde das schon sehr beachtlich. Oft hört man dabei die Verweise auf Fehler der Vergangenheit wie den Abriss des Kronprinzenpalais und den Hinweis, daß in Stuttgart schon zu viel verloren ging, als daß man es sich leisten könnte, auch noch den historischen Hauptbahnhof zu zerstören. Auch der Bau eines seelenlosen modernistischen Quartiers wird abgelehnt. Es ist also durchaus so, daß die städtebaulichen Entscheidungen von den Gegnern von S21 thematisiert werden. So alleine sind wir mit dem differenzierten Zugang doch nicht. Das Nein zu S21 bedeutet Ja zum Erhalt historischer Architektur. Vielen Stuttgartern ist dies ein Anliegen, ich weiß das aus Leserkommentaren in den örtlichen Zeitungen.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • @ Also Youngwoerth, das stimmt mitnichten, was Du da schreibst. Als zeitweise regelmäßiger Demobesucher und über das Internet mit der Bürgerbewegung in Stuttgart verbunden, muß ich sagen, daß alle die von Dir angesprochenen Themen auch im S21 Protest thematisiert worden sind und noch viele weitere darüberhinaus. Es gibt eine Menge Infomaterial und schriften dazu. Darin kommen auch andere städtebauliche Brennpunkte vor, wie die geplante Breuninger Erweiterung am Karlsplatz, wie die geplanten Shoppingmalls von ECE, die bereits gebaute Bibliothek auf dem Güterbahnhofgelände. In zahlreichen Ansprachen auf den Demos wurde die Nachkriegsbaupolitik Stuttgarts angeprangert und S21 infolge dieser politischen Haltung eingeordnet. Viele dieser Reden sind auf den einschlägigen Seiten in den Archiven nachzuhören. Es gibt die Bewegung Architekten K21 , die auf ihre Weise Themen ansprechen. Jetzt freilich geht alles um die Volksabstimmung am 27.11.!!!
      Wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre!
      Manchmal habe ich den Eindruck, daß man in desem Forum genauso ideologisch verblendet ist, wie man es den Modernisten vorwirft, nur um sich selbst zu bestätigen und dann selbst Bürgerbewegungen gegenüber, die einen Hoffnungsschimmer darstellen. Wenn es diese Bewegung in Dresden gäbe, ihr wärt drum froh, hmmm!? stickpoke:)

      Ja zum Kopfbahnhof: Kopfbahnhof 21 - Die bessere Lösung

      Landesbündnis Ja zum Ausstieg - JA zum Ausstieg

      parkschuetzer.de/assets/downlo…/21-sva-november-2011.pdf

      ArchitektInnen für K21: JA zum Ausstieg!

      Info-Offensive für Kopfbahnhof 21 (K21) | Stuttgart 21 geht uns alle an!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Dirk schrieb:

      Viele der Demonstranten setzen sich jedenfalls dafür ein, daß ein denkmalgeschützter Bahnhof erhalten bleibt

      Die setzen sich doch vor allem dafür ein, dass keine Milliarden für ein visionäres Großprojekt ausgegeben werden. Im Grunde vergleichbar mit der Kostenkritik am Berliner Stadtschloss. Dinge, die viel (Steuer-)Geld kosten und von den Medien gehyped werden, rufen doch eigentlich immer massig Antis auf den Plan. Überdies bleibt der (in meinen Augen nicht sonderlich hübsche) Bahnhof ja erhalten, es geht lediglich um die Seitenflügel. Der medial unterstützte Aufstand ist in Anbetracht der innerstädtischen Abrissorgien und elenden Nachkriesgwüsten, nach denen kein Hahn kräht, m.E. typisch für unsere (einfach denkende) Gesellschaft.


      Auch der Bau eines seelenlosen modernistischen Quartiers wird abgelehnt.
      Es ist also durchaus so, daß die städtebaulichen Entscheidungen von den
      Gegnern von S21 thematisiert werden.


      Da habe ich nicht viel von mitbekommen und ich habe die Angelegenheit durchaus interessiert verfolgt. Am meisten hat mich dieser Bericht vom Schlichtungsergebnis aufgeregt, wo es bzgl. des neuen Quartiers wirklich um jeden Furz ging, nur nicht um die Architektur. Die Leserbriefe habe ich in Freiburg natürlich nicht gesehen - schön, wenn es wenigstens da um unsere Themen ging.

      So alleine sind wir mit dem differenzierten Zugang doch nicht.


      Ich behaupte: Doch, das sind wir. :wink: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die große Masse eher nicht für Architektur interessiert - und schon gar nicht für solch differenzierte und spezialisierten Ansätze, wie wir sie hier in unserem Minderheitenforum diskutieren.
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    • SchortschiBähr schrieb:

      Manchmal habe ich den Eindruck, daß man in desem Forum genauso ideologisch verblendet ist, wie man es den Modernisten vorwirft, nur um sich selbst zu bestätigen und dann selbst Bürgerbewegungen gegenüber, die einen Hoffnungsschimmer darstellen. Wenn es diese Bewegung in Dresden gäbe, ihr wärt drum froh, hmmm!?

      Ein wenig mehr Sachlichkeit wäre schön, auch wenn Dir die Angelegenheit am Herzen liegt.

      Ich werde mir Deine Links mal zu Gemüte führen.
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    • So unterschiedlich sind die Geschmäcker, ich finde, der Stuttgarter Hauptbahnhof ist einer der schönsten und beeindruckendsten in Deutschland, sogar ganz ohne Lokalpatriotismus. Auch eine Teilzerstörung ist Frevel an diesem großartigen Gebäude.

      hauptbahnhof-stuttgart.eu/stut…tbahnhof_rundgang_00.html
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      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Also so leid es mir tut, aber Deine Links bestätigen meine Einschätzung voll und ganz, SchortschiBähr. Es geht um wirklich alles - alleine die Punkte, die mir persönlich wichtig wären, kommen nicht zur Sprache (außer, ich hab was übersehen?). Das Themengebiet Architektur wird maximal am Rand gestreift und selbst bei dieser Architektenvereinigung konnte ich nichts zum Thema "regionaltypische Architektur zwecks Rückgewinnung von Identität für das flächenhaft kriegszerstörte Stuttgart" entdecken.

      Wenn es diese Bewegung in Dresden gäbe, ihr wärt drum froh, hmmm!?

      Es ist immer leicht, gegen etwas zu sein - besonders, wenn die Angelegenheit von den Medien groß inszeniert wird. In Dresden gibt es ebensowenig eine "Bewegung für eine neue Baukultur, die sich an den ortstypischen Bautraditionen orientiert", wie es in Stuttgart eine "Bewegung zur Rekonstruktion des Marktplatzes" gibt. Bei der Waldschlösschenbrücke hätte ich mir natürlich einen ähnlichen Aufschrei gewünscht, das ist korrekt.

      @Dirk: Fotogen isser, das muss ich einräumen. :cool: In real hat er mich bislang nicht begeistert...
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • Na ja, mir ist der Bahnhof ebenso wie das ganze Projekt eigentlich ziemlich gleichgültig - allenfalls die extremen Kosten stehen meines Erachtens in keinerlei Verhältnis zum Nutzen (wobei sich dieses Argument natürlich durch die Euro-"Rettungsmaßnahmen" relativiert, die sowieso zwangsläufig zu einer globalen Staatspleite führen werden). Wobei es aber generell sicherlich schon lange nicht mehr um objektive Argumente geht, sondern eher um Betroffenheitsrituale im Stile von "Wer Bäume tötet, der tötet auch Menschen", um mal einen Slogan aus dem Zeltdorf aufzugreifen.

      Außerdem eignet sich der Bahnhof eben genauso wie der Bau der Neuen Landesmesse am Flughafen wunderbar für die Mobilisierung der breiten Masse, weil jeder mit solchen Bauten etwas anfangen kann (und die Medien spielen natürlich auch mit, siehe auch den Bau der Neuen Landesmesse, als man in den Medien irgendwelche Wiesen zwischen Autobahn und Flughafen zu einem idyllischen Biotop hochstilisierte). Wenn in 5 Kilometern Entfernung von der Messe eine vergleichbare Fläche bebaut wird (z.B. in Ostfildern/Scharnhäuser Park), dann interessiert das natürlich niemanden...

      Was wurde denn bislang abgerissen? Ein bunkerartiger betongrauer Anbau, der von der Post genutzt wurde, und ein winziger und ziemlich heruntergekommener Seitenflügel... und im Wesentlichen bleibt dieser doch recht düstere und irgendwie (zumindest für mich) beklemmende Bahnhof doch erhalten.

      Wenn ich dann höre, welche Horrorszenarien für den Bau der Tunnel skizziert werden, dann frage ich mich schon, ob diese Leute nicht schon zig Mal mit der S-Bahn, Stadtbahn oder mit dem Auto durch einen der zahllosen Stuttgarter Tunnel gefahren sind.

      Aber wie gesagt, mir persönlich ist das Projekt eher egal. Ich denke aber, daß die Abstimmung zugunsten des Bahnhofs ausgehen wird, denn in meinem Bekanntenkreis in Karlsruhe oder Ulm ist eigentlich praktisch niemand dagegen...
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