Stuttgart - Palais am Reitweg

  • Ich höre schon wieder einige herumkritisieren


    Mann, Königsbau, jetzt komm doch mal drüber weg …


    Das Stuttgarter Beispiel ist um Längen besser, als Dein Berliner Liebling. Da war ein richtiger Architekt dran und nicht (mutmaßlich) Sohnemann mit SketchUp 4.0.



  • Quelle: Eigenes Bildmaterial


    Ein Schwachpunkt, der mir obschon der für Stuttgart revolutionären Leistung ins Auge sticht, ist auch hier die unbeholfen wirkende Fensterversprossung.


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

  • Bleibt in Stuttgart leider ein Einzelfall. Dabei gäbe es hunderte Ecken, die so eine Bebauung bräuchten.

    In dubio pro reko

  • "Bleibt" klingt wie unausweichlich, definitiv. Ist der Sturm der Entrüstung seitens der elitären Stuttgarter Modernisten dermaßen, dass weitere Projekte dieser Art keine Chance haben werden?


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

  • Ja, ich weiß es klingt so resigniert. Aber in Bezug auf Stuttgart fehlt mir derzeit die Hoffnung, dass so ein Beispiel Schule macht. Was derzeit z.B. wieder in der Tübinger Straße hochgezogen wird ist einfach nur grausam.

    In dubio pro reko

  • Da kann man nur hoffen, dass der Markt das richtet. Wo das Bedürfnis nach solchen Bauten seitens der Kundschaft besteht, wird auch so gebaut werden.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Das Foto von dem Neubau hat auf fb schon fast 800 Likes bekommen, ich denke das spricht für sich. Es gab natürlich auch Gegenstimmen, aber das waren - es genügte ein Blick auf die jeweiligen Profile- eigentlich nur Architekturstudenten (shame on you), Moderne-Jünger und Gentrifizierungsgegner, mit zumeist schwachen Argumenten ("so kann man doch 2015 nicht mehr wohnen", "pseudohistorischer Kitsch", das Übliche halt).

    In dubio pro reko

    Edited 8 times, last by Königsbau ().

  • Endlich wieder ein richtig schöner Bau......ganz wie das früher "standard" war: klassisch ohne zu vielen (kitschigen) Details :applaus:
    Nun dann nach Berlin und Dresden om dieses Rezept zu wiederholen wo nach m. Meinung zu vielen Bauten ohne Steildächer gebaut werden.


    Berlin ist indessen Weltmeister in Flachdach Bauten...... :daumenunten: ..(war Anfang 20. Jahrhundert doch wesentlich umgekehrt). :zungeorange:

  • Das Palais am Reitweg markiert sicher eine erfreuliche Entwicklung, aber es ist mit wie mit so vielen 'historisierenden' Neubauten: Viel guter Wille, aber das Ergebnis überzeugt doch nicht ganz. Der Erker springt zu unmotiviert nach vorne, die Konsolen wirken wie eine bloße Applikation, man ahnt die Betonplatte, die das Ganze trägt. Um 1880 hätte man das viel organischer hinbekommen. Dann ist es ein Bruch, die Loggien direkt neben den Erker zu stellen; vor hundert Jahren hätte man erst einmal eine normale Wandfläche dazwischengeschaltet. Die Rundungen der Balkone erinnern auch an Architektur der 1920er Jahre, sie vollziehen also auch in stilistischer Hinsicht einen Bruch zum Erker. Wenn wir Bauten wählen, dann solche, die sich wirklich in die Architektursprache der Zeit hineinversetzen.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)