Lauingen (Donau) (Galerie)

  • Lauingen zählt zu meinen absoluten Lieblingsstädten.


    Ein Städtchen mit etwa 10500 Einwohnern im nördlichen Schwaben, an der Donau gelegen, das altertümliche Stadtbild mit vielen einige Hundert Jahre alten Stein- und (zumeist verputzen) Fachwerkhäusern an das nicht allzu weit entfernte Nördlingen erinnernd. Leider sind nicht wenige Häuser im Altstadtbereich vom fortschreitenden Verfall gezeichnet, insofern erinnert Lauingen auch stark an Memmingen. Donau aufwärts reihen sich in jeweils wenigen km Abstand voneinander Gundelfingen, Günzburg und Leipheim, auch Ulm/Neu-Ulm sind recht nah. Donau abwärts folgt die Kreisstadt Dillingen, dann Höchstädt/Donau und Donauwörth.

    Der relativ große Altstadtbereich von Lauingen, insbesondere die Hauptachse, die Herzog-Georg-Straße, sind gewöhnlich ziemlich menschenleer, was v.a. daran liegt, dass die Geschäfte das Zentrum weitgehend verlassen haben und in die Gewerbegebiete am Stadtrand und im heute unmittelbar angrenzenden Dillingen gewandert sind, eine vielerorts zu beobachtende bedenkliche und hausgemachte Entwicklung (die es eigentlich gilt wieder umzukehren).


    Die nachfolgenden eigenen Aufnahmen sind z.t. aktuell von Ende August diesen Jahres, z.t. stammen sie vom Juni 2009. Beginnen möchte ich vom Bahnhof kommend im NW der Altstadt in der Brüderstraße, danach folgen Rathaus und Schimmelturm an der marktplatzartigen Ausweitung der Herzog-Georg-Straße.


    Der eindrucksvolle, heute noch bestens erhaltene Stadtgrundriss auf einem Merian-Stich von 1665, Blickrichtung SW, am oberen Rand Schloss und Stadtpfarrkirche:

    http://commons.wikimedia.org/w…avariae_(Merian)_b_11.jpg
    This image is in the public domain because its copyright has expired



    Luftansichten aus dem Bildindex (Bildarchiv Foto Marburg):






    Offizielle Seite der Stadt:
    http://www.lauingen.de/


    Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lauingen_(Donau)

  • Teil 1 Brüderstraße


    M001

    Nordseite der Brüderstraße mit der ehem. Klosterkirche der Augustiner-Eremiten, St. Thomas von Villanova (bei den beiden letzten Besuchen jeweils zu), Klostergründung um 1295, heutige Kirche 1716-18 und nach Brand Wiederaufbau ab 1790.
    Siehe auch (mit Innenaufnahme der Kirche): http://www.lauingen.de/1490_DEU_HTML.php


    M002


    Nordseite bis zur Herzog-Georg-Straße:
    M003

    Brüderstraße 4 und 2 mit vorkragenden Obergeschossen


    M004

    Brüderstraße 11, das ehem. Bruckhaus, dann Gasthaus zur Sonne, E. 15. / A. 16. Jh., angeblich am Platz der Ökonomie eines fränkischen Königshofes erbaut


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    Brüderstraße 11, Detail

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    Brüderstraße 11, Detail St. Florian


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    Brüderstraße 7

  • Teil 2 Herzog-Georg-Straße 17, Rathaus


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    Klassizistisches Rathaus (Herzog-Georg-Str. 17) auf der Ostseite des zentralen Platzes an einer Ausweitung der Herzog-Georg-Straße. Der gotische Vorgänger, 1782 abgebrochen, stand noch direkt an der Straße. Schlossartiger, nobler Neubau 1783-90 nach Plänen von Lorenzo Quaglio, Bauausführung durch den Stadtmaurermeister Johann Georg Launer.


    Siehe auch (mit Aufnahme des Festsaales):
    Stadt Lauingen (Donau)


    | Freizeit / Touristik | Sehenswürdigkeiten | Rathaus


    M009

    Erdgeschoss, Eingangshalle


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    Treppenhaus


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    Albertus-Magnus-Denkmal vor der Rathausfassade:
    M015


    Lauingen, die Stadt Alberts des Großen:


    „Albertus Magnus, der große Gelehrte des Mittelalters ist der berühmteste Sohn der Stadt. Er wurde um 1200 in Lauingen geboren. 1225 trat er in den Dominikanerorden ein, 1260 erhielt er in Regensburg den Bischofsstab. Albertus Magnus gilt als erster Gelehrter, der die Philosophie des Aristoteles mit der christlichen Lehre verband. Sein Schüler Thomas von Aquin setzte diese Arbeit fort. 1280 verstarb Albertus der Große in Köln. 1931 wurde er heilig gesprochen.“
    Stadt Lauingen (Donau)


    | Stadt / Portrait | Geschichte

  • Teil 3 Herzog-Georg-Straße, Platz vor dem Rathaus, West- und Nordseite


    Die Westseite des Platzes vom Rathaus aus gesehen:
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    die Häuser Herzog-Georg-Straße 70 bis 75


    M018

    rechts Herzog-Georg-Straße Nr. 73


    M019

    Herzog-Georg-Straße 72, im Kern 16. Jh., mit reichem Zierfachwerk


    M020

    Herzog-Georg-Straße 72, links die Nr. 71 mit Ende 19. Jh. umgestalteter Fassade


    M021

    Blickrichtung N, von links die Häuser Herzog-Georg-Straße 74, 75, 76 und 16, letzteres nach 1970 errichtet, die Stadtapotheke (Nr. 76) an der Ecke zur Brüderstraße im Kern 16. Jh., Fassadengestaltung 1848, dahinter der Turm der Augustinerkirche


    M022

    Blick vom zentralen Platz vor dem Rathaus die Herzog-Georg-Straße entlang nach N / NO zur Andreaskirche


    Zum Vergleich:

    Bildarchiv Foto Marburg

  • Teil 3 Herzog-Georg-Straße, Platz vor dem Rathaus, Südseite


    M023 Juni 2009

    Südseite mit dem Hof- oder Schimmelturm (Herzog-Georg-Straße 18, von manch einem auch irrtümlich Schimmelreiterturm genannt)


    M024 August 2011


    M025

    an den Schimmelturm angrenzend das Gebäude Imhofstraße 1 und 2, die ehem. Verkaufshalle der Bäcker und Gemüsehändler, sog. Schupfe, Fassade klassizistisch erneuert, erinnert ein wenig an das Memminger Steuerhaus


    M026

    Imhofstraße 6, 5, 4, 3, 1 und 2, links angeschnitten das Rathaus

  • Teil 4 Imhofstraße


    Ein kurzer Straßenzug, von der Herzog-Georg-Straße südlich des Rathauses zur Donaustraße führend (aufgrund des zurückgesetzten Rathauses seit Ende des 18. Jh. noch kürzer und die westliche Südseite gleichzeitig Südseite des Platzes vor dem Rathaus).


    M027


    M028

    Imhofstraße 4 und 3, zwei verputzte Fachwerkhäuser, 16./17. Jh.


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    klassisches Lauingen-Motiv


    M030

    Imhofstraße nach W, links die Nr. 7, in der Bildmitte Imhofstraße 6, das ehem. Augsburger Haus, seit 1830 Gasthaus 3 Mohren, 1554 erbaut, unter den Fuggern durch Gilg Vältin Anfang 17. Jh. verändert, eines der höchsten Bürgerhäuser der Stadt


    M030a

    auch jüngst renoviert: Imhofstraße 10

  • Schöne Bilder einer alten Stadt! Finds nur etwas schade, dass im Vergleich zu früher heute kaum mehr Fensterläden und Blumenkästen vorhanden sind. Das würde das Stadtbild erheblich aufwerten.

  • Das mit den Blumenkästen wunderte mich letzte Woche auch sehr, noch dazu in Schwaben. Aber man muß ja schon froh sein um jedes Haus in der Altstadt daß überhaupt noch bewohnt ist. Wenn auch der bisher gezeigte Bereich um das Rathaus zu den gepflegten und lebendigeren zählt.

  • Teil 5 Schimmelturm


    M031


    Auch Hofturm genannt, 1457-78 erbaut, 1571 erhöht, Wandbemalung zuletzt 1960/61 erneuert, jüngste Restaurierung 2010/11
    Erinnert ein wenig an den Augsburger Perlachturm. Sonst gibt es kaum vergleichbares in schwäbischen und bayerischen Landen.


    M032 Juni 2009


    M033 August 2011


    M034 Juni 2009


    M035 August 2011


    M042

    Tafel im Inneren des Turmes


    M036


    als nächstes geht es auf den Schimmelturm...

  • M037


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    Tafeln im Inneren des Turmes, u.a. zum großen Schimmel:


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    M043


    als nächstes folgt der umfassende Ausblick aufs Städtle und das Land herum

  • Dieser letztklassige Neubau am Platz schmerzt fürchterlich. Wie kann man so eine schöne Stadt dermaßen verhunzen?

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Teil 6 Ausblick vom Schimmelturm


    Nord / West


    M044

    nordwestlicher Altstadtbereich mit Augustinerkirche, quer durchlaufend die Brüderstraße, vorne rechts die Herzog-Georg-Straße, am Eck die Stadtapotheke


    M045

    nördlicher Teil der Herzog-Georg-Straße Richtung Andreaskirche


    im vorigen Bild im Hintergrund links schwach erkennbar:
    M070

    Kloster Mödingen mit seiner herrlichen Klosterkirche (erster belegter Bau von Dominikus Zimmermann, bekannt auch durch das Heilige Grab)
    http://www.dillinger-franziska…dingen.de/ortmedingen.htm


    M046

    Brüderstraße, rückseitige Bebauung u.a. vom ehem. Bruckhaus, erkennbar am Staffelgiebel


    M047

    westlicher Altstadtbereich, vorne die Rückgebäude der Häuser Nr. 71, 72 und 73 an der Herzog-Georg-Straße, markant der Wasserturm (in Dillingen steht ein ähnlicher)


    M048

    Herzog-Georg-Straße 70, 71, 72, 73 und 74

  • M049

    Blickrichtung Westen


    In der dunstigen Ferne, kleines Rätsel: welcher Ort ist hier zu sehen?
    M069


    M050

    nördliche Herzog-Georg-Straße, im Hintergrund ein etwas erhöht in den Ausläufern der Schwäbischen Alb gelegener Ort, Bergheim (Gemeinde Mödingen) s.u.


    M068


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    nordöstliche Altstadt, Bereich Brunnenstraße


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  • Ausblick vom Schimmelturm


    Ost


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    platzartige Erweiterung der Herzog-Georg-Straße vor dem Rathaus, auf dem Platz das Albertus-Magnus-Denkmal



    Bildtafel im Turm mit den beiden Vorgängern der Sparkasse auf der Platznordseite


    M055

    Rathaus mit Storchennest, rechts die Imhofstraße, quer durchlaufend hinter dem Rathaus die Donaustraße, die Donau auch erkennbar sowie in der nahen dunstigen Ferne Dillingen (Donau), die beiden Stadtzentren gerade mal 5 km von einander entfernt


    M067

    Dillingen (Donau), die 4 hohen Türme von links nach rechts: Basilika St. Peter, Studienkirche, evang. Kirche und Schloss, vorm Schloss die interessante noch zu Lauingen gehörende Herrgottskapelle


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    quer durchlaufend die Donaustraße, darüber unterhalb das malerische Untere Brunnental


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    Dachgauben von Donaustraße 3a, b, c

  • M060

    Bebauung an der Imhofstraße (mit dem hohen Traufseitgebäude, das ehem. Augsburger Haus) und Geiselinastraße (rechts)


    M061

    jenseits der Donau die Wallfahrtskirche St. Leonhard am Ried (war leider auch zu...) mit dem vorgelagerten Mesnerhaus
    Stadt Lauingen (Donau)


    | Freizeit / Touristik | Sehenswürdigkeiten | Leonhardikirche
    vorne der Fachwerkgiebel vom ehem. Gasthaus Krone (Geiselinastraße 13)


    M062

    Spitalkirche, die weitgehend modernisierten Spitalgebäude, Bereich Schlossstrasse, Oberes Brunnental, rechts Mauerturm Gißübel

    M063

    Geiselinastraße, der Traufseitbau der Nr. 23 in der oberen Bildmitte jüngst ansprechend renoviert (sogar mit Fensterläden)


    M064

    Geiselinastraße, Rückseiten der teilweise heruntergekommenen Gebäude Nr. 3 / 4, 2 und 1,
    rechts oben das ehem. Hallgebäude


    M065

    Geiselinastraße 24, 25 und 26, jüngst renoviert, die Nr. 26 ehem. Schmiede (16./17. Jh.)


    M066

    südöstliche Altstadt mit Spitalkirche und Schloss (rechts im Hintergrund), der Blankziegelbau davor eine ehem. Fabrik in der Schrannenstraße

  • richtig, Haunsheim mit Schloss, die Kirche im Ort laut Dehio ein "hochbedeutender Ableger Augsburger Baukunst des frühen 17. Jhs. und als protestantischer Kultbau auf dem Lande einzigartig in Bayerisch-Schwaben". So toll fand ich die Kirche zwar nicht, aber an die Grabkreuze erinnere ich mich noch gut.

  • Wahnsinn, das waren noch zwei mittelalterliche Häuser. Ist in den 70er-Jahren eigentlich alles durchgegangen (obwohl es in Bayern, wie man am traurigen Beispiel der Landshuter Neustadt sieht, ja auch heute nicht besser ist).

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.