Osnabrück - Gertrudenberg und Sonnenhügel (Galerie)

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    • Osnabrück - Gertrudenberg und Sonnenhügel (Galerie)

      Guten Tag, ich bin neu hier im Forum und möchte meine Heimatstadt Osnabrück etwas bekannter machen.
      Hierzu habe ich mich gestern mal auf den Weg gemacht und ein paar Fotos des Stadtteils in dem ich aufgewachsen bin geschossen.
      Es sollen noch weitere Fotos folgen, doch leider war meine Zeit sehr begrenzt:

      Das im 12. Jahrhundert gegründete und 1803 aufgelöste Benediktinerinnenkloster auf dem Gertrudenberg:








      Blick vom Kloster in Richtung Innenstadt


      Die alte Klostermauer




      Heutzutage befindet sich das Kloster auf dem Gelände des ehemaligen Landeskrankenhauses, welches 1868 als "Provinzialständische Irrenanstalt" gegründet wurde.
      Hier ein paar Bilder der alten Gebäude:

















      Auf der anderen Staßenseite befindet sich die ehemalige Hebammenlehranstalt




      Sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe werde ich versuchen noch weitere Fotos des Stadtteils hochzuladen
    • Danke für die Bilder aus OS, ich habe dort bis vor knapp 10 Jahren gewohnt und kenne die Anlage auf dem Gertrudenberg natürlich, ohne sie allerdings in meiner Osnabrücker Zeit ganz groß hinterfragt zu haben. Für mich hat es dort etwas von einer Kaserne, gab es mal eine deratige Nutzung? Immerhin gibt es ja offenbar einige sehr alte Elemente dort, die ich mir irgendwann noch mal anschauen muss.

      An Weser's Beitrag sehe ich zum wiederholten Mal, dass der Wiederaufbau OS hier im Forum durchweg (sehr) positiv bewertet wird. Der Bereich vom Dom bis zum Heger Tor ist geschlossenen sehenswert, darüber hinaus gibt es (in der Innenstadt) einige schöne Einzelbauwerke, aber sonst mehr Schatten als Licht, z.B. ist der komplette Bereich von Bahnhof bis zum Neumarkt schlicht desaströs. Unterm Strich ist die heutige Situation mit der in HB gut vergleichbar.
    • Mir hat OS auch recht gut gefallen. Was Gils Lob des Wiederaufbaus betrifft, so bin ich nicht ganz sicher, ob die akzeptablen Seiten der Stadt nicht auf den partiell relativ geringen Zerstörungsgrad zurückzuführen sind. So sind die FWH, von denen es ja noch einige gibt, ganz sicher keine Wiederaufbauleistung.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • Weser wrote:

      @Ursus

      Soweit ich weiss, die Zerstoerunggrad in O sehr hoch war. Laut Wiki, 65 Prozent in allgemeinen, 97(!) Prozent in der Altstadt. Wenn ich nicht irre mich,
      war der Marktplatz fast total zerstoert.


      Das ist wieder das alte Rätsel der Angaben zum Zerstörungsgrad.
      Ich kenne Osnabrück zwar (noch) nicht, aber aus Lufbildern und Fotos zu schließen würde ich auch nicht von einem Zerstörungsgrad von 97 % in der Altstadt ausgehen. Vor allem der nördliche Teil wirkt doch relativ unbeschädigt.

      Das besagte Rätsel könnte allerdings seine - zumindest teilweise - Auflösung darin haben, dass die Angaben zum Zerstörungsgrad sich i.d.R. auf den vernichteten Wohnraum und nicht auf die Gebäudesubstanz beziehen. Dementsprechend könnte es sein, dass in Osnabrück einfach viele Häuser "nur" ausgebrannt waren und dann nach dem Krieg mit den noch bestehenden Außenmauern wiederhergestellt wurden. In der Schadensstatistik wären diese Häuser dann gleichwohl als totalzerstört geführt worden, da sie zunächst nicht bewohnbar waren.
    • Vielen Dank an alle für die positive Reaktion auf meine Fotos!
      Um noch einmal auf die Kriegsschäden und den Wiederaufbau zurückzukommen:
      Soweit ich weiß waren viele Gebäude in der Umgebung des Marktplatzes tatsächlich "nur" ausgebrannt, wodurch die Wiederherstellung wohl relativ einfach war. Anders sieht das in der Umgebung des Bahnhofs aus, wo eine großflächige Zerstörung stattgefunden hat. Dementsprechend sieht es dort auch heute aus sad:)

      In den nächsten Tagen versuche ich nochmal ein paar Bilder des Sonnenhügels zu machen, denn dort lassen sich noch ein paar andere schöne Straßenzüge finden.
    • Bezüglich OS habe ich nun Jörg Friedrich’s „Der Brand“ gut vor Augen. Er schreibt von einer extrem hohen Zerstörung, da OS ein beliebtes Ausweichziel sowie Ziel zurückfliegender Bomber war, Restbomben abzuladen. Dazu gab es einige Industrie und einen Bahnhof, in dessen Nähe noch heute Blindgänger geborgen werden. Die Altstadt von Osnabrück hatte eine ovale Form, deren Außenbefestigung heute durch eine breite Umgehungsstraße zu erkennen ist. Horizontal ziemlich genau in der Mitte wird die ehemalige Altstadt heute durch eine breite Straße durchzogen, an der das Schloss und der Busbahnhof liegen. Unter dieser breiten Straße stehen heute kaum Vorkriegs-Gebäude, was natürlich auf eine extrem hohe Zerstörung schließen lässt. Ich habe mal ein Bild der Südseite des Marktplatzes nach dem Krieg gesehen, es standen nur die marktseitigen Fassaden, die mit schrägen Balken gegen Umfallen geschützt waren. Heute sind die Häuser picobello, eine 1a-Aufbauleistung, die aber in vielen anderen Bereichen sicher nicht stattgefunden hat.

      Die heutige Altstadt östlich des Hegertors sollte übrigens für eine zeitgemäße Bebauung in den späten 60ern geschlossen abgerissen werden Es gab eine Abstimmung in den relevanten Gremien, die nur knapp pro Altstadt ausgefallen ist.

      Aber das ist hier letztlich nicht das Thema, OS hat viele schöne Seiten, ich würde mich freuen, hier mehr davon zu sehen.
    • So hier sind noch weitere Fotos aus dem Stadtteil Sonnenhügel :wink:

      1. noch einmal ein Foto des Eingangsbereichs des Äbtissinnenhauses des Klosters auf dem Gertrudenberg:


      2. Das 1708 erbaute Kitzighaus (fragt mich nicht warum es so heißt) auf dem Gelände des ehemaligen LKH:






      3. Die Wittkopstraße mit einigen Gründerzeitvillen:




























      Morgen werde ich wahrscheinlich die restlichen Fotos vom Sonnenhügel hochladen...
      Ich freue mich über Kommentare!
    • Die Zerstörung in Osnabrück im WK 2 und Wiederaufbau war sehr unterschiedlich. Weite Teile der Kernalstadt waren durch Brand und Sprengbomben stark beschädigt. Auch Stadtteile wie Schinkel waren stark zerstört. Der Wiederaufbau im westlichen Teil der Kernaltstadt (um den Dom, Hegertor) ist sicherlich halbwegs gelungen. Der Östlich und insbesondere mittlere Teil der Altstadt (Neumarkt, Bahnhof etc.) sicherlich nicht. Dies ist insbesondere auf das Konzept der autogerechten Stadt zurückzuführen. Hier wurden ausgebrannte Gebäude im großen Stil für eine völlige Veränderung des Strassenrasters abgerissen. Gut erkennbar auf folgenden Karten.

      SHELL Stadtkarte Nr.55 Osnabrück von 1935/36 - Landkartenarchiv.de

      Besonders mißlungen ist in Osnabrück das Gebüde der Stadtbiliothek am Marktplatz. Das einzig wirklich störende Gebäude. Kompletter Stilbruch. Sogenannte spanndene Kontraste wie es im Architektenneusprech heißt.
    • Erpel wrote:

      Bezüglich OS habe ich nun Jörg Friedrich’s „Der Brand“ gut vor Augen. Er schreibt von einer extrem hohen Zerstörung, da OS ein beliebtes Ausweichziel sowie Ziel zurückfliegender Bomber war, Restbomben abzuladen. Dazu gab es einige Industrie und einen Bahnhof, in dessen Nähe noch heute Blindgänger geborgen werden. Die Altstadt von Osnabrück hatte eine ovale Form, deren Außenbefestigung heute durch eine breite Umgehungsstraße zu erkennen ist. Horizontal ziemlich genau in der Mitte wird die ehemalige Altstadt heute durch eine breite Straße durchzogen, an der das Schloss und der Busbahnhof liegen. Unter dieser breiten Straße stehen heute kaum Vorkriegs-Gebäude, was natürlich auf eine extrem hohe Zerstörung schließen lässt. Ich habe mal ein Bild der Südseite des Marktplatzes nach dem Krieg gesehen, es standen nur die marktseitigen Fassaden, die mit schrägen Balken gegen Umfallen geschützt waren. Heute sind die Häuser picobello, eine 1a-Aufbauleistung, die aber in vielen anderen Bereichen sicher nicht stattgefunden hat.

      Die heutige Altstadt östlich des Hegertors sollte übrigens für eine zeitgemäße Bebauung in den späten 60ern geschlossen abgerissen werden Es gab eine Abstimmung in den relevanten Gremien, die nur knapp pro Altstadt ausgefallen ist.

      Aber das ist hier letztlich nicht das Thema, OS hat viele schöne Seiten, ich würde mich freuen, hier mehr davon zu sehen.
      Nun die ausgeprägte Zerstörung im Bereich um den Neumarkt und den Hauptbahnhof ist auch ein Ergebnis der Idee der autogerechten Stadt. Sehr gut erkennen kann man das wenn man Vorkriegsstadtkarten anschaut und mit der heutigen vergleicht.

      Anbei hist. Osna Stadtkarte Link

      Stadtplan:
      SHELL STADTKARTE Nr. 55 Osnabrck (1935/36)


      SHELL Stadtkarte Nr.55 Osnabrück von 1935/36 - Landkartenarchiv.de

      Es sind auch noch Zeichnungen und Beschreibungen von Sehnswürdigkeiten auf dieser Shell Karte zu sehen.
    • Ja, da hast du recht. Die Idee der sogenannten autogerechten Stadt lässt sich tatsächlich am Neumarkt besonders gut erkennen. Derzeit werden Pläne zur Umgestaltung des Neumarktes diskutiert und mit ziemlicher Sicherheit soll die Straße schmaler und die Anzahl der Spuren reduziert werden, was eine deutliche Verbesserung zum jetzigen Zustand darstellen würde.
      Wen es interessiert, auf der Seite Alte Bilder Fotos Ansichten aus Osnabrck || Osnabrck Gertrudenberg Altstadt Westerberg || Alte Werte - Neue Ideen lassen sich sehr viele alte Bilder aus Osnabrück finden.

      The post was edited 1 time, last by FLX ().

    • Hier ist ein Stadtplan vom Sonnenhügel, um mal zu zeigen wo wir uns überhaupt befinden. Von den meisten rot markierten Straßen und Gebäuden befinden sich schon Fotos in diesem Thread. Auf dem Hasefriedhof werde ich demnächst mal ein paar Fotos schießen:


      Das auf der Karte markierte Katharina-von-Bora-Haus (ein Altenheim) wird derzeit abgerissen. Danach soll (zum Glück nur dreistöckig) neugebaut werden:










    • Ach wie schön kann Zerstörung sein, die letzten Bilder beweisen es :thumbup:
      Wieder ein Krebsgeschwür weniger in der deutschen Architekturlandschaft!
      Bei mir zu Hause wüßt# ich auch was: Das bahnbilder.de/1024/tw-203-bad-duerkheim-bahnhof-473895.jpg
      pics.trambilder.de/rnv/rhb/IMG_0020.JPG

      an unserem sonst hübschen Bahnhofsplatz.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

      The post was edited 1 time, last by Pfälzer Bub ().

    • Naja, sobald man nur mal den Neumarkt überquert und der Johannisstraße Richtund Rosenplatz folgt, fallem einem sehr sehr viele weitere architektonische Fehlgriffe auf.
      aber hier gehte es jetzt weiter mit dem Sonnenhügel:
      Hasefriedhof (hat zwar nur bedingt etwas mit Architektur zu tun, ist aber vielleicht trotzdem ganz interessant):