• Nun, der modernistische Südflügel des Rathauses existiert ja bereits. Es handelt sich also um einen Umbau und letztlich sogar eine kleine Verbesserung. Entwurf Nr.2 ist noch am besten. Er sieht ein wenig nach dem Stuttgarter Rathaus aus. Mehr ist da momentan nicht drin. Kassel eben... sleep:)

  • Der Verweis auf das Stuttgarter Rathaus ist passend. Der Beleg dafür, dass sich der Modernismus in seiner Einfallslosigkeit seit 70 Jahren nur selbst zitiert und seine Akteure dieselben Fehler immer wieder aufs neue begehen. Gefangen in der Zeitschleife und dem ideologischen Korsett.

  • Die reformierte ehemals hugenottische Karlskirche wird nächstes Jahr zum ersten Mal seit ihrem vereinfachtem Wiederaufbau v.a. im Innern grundlegend saniert wobei aber der 50er Jahre Charakter erhalten bleiben soll.


    Für 1,4 Millionen Euro: Karlskirche in Kassel wird saniert und bleibt 2018 geschlossen




    Ansicht der Karlskirche 1938 (Quelle Bildindex).

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Die Arbeiten am Marställer Platz Nummer 1 sind doch schon weiter fortgeschritten, als ich dachte/wusste. Ein neuer Giebel und ein neues Dach sind bereits eingebaut. Im Sommer 2018 soll diese tolle Baumaßnahme abgeschlossen sein. :applaus:


    So soll es dann aussehen:


    https://www.hna.de/bilder/2018…baeude-gwg-2JlKieQqa7.jpg


    Hier ist der dazu passende Zeitungsbericht:


    https://www.hna.de/kassel/mitt…aeller-platz-9595055.html


    Nur weiter so Kassel!!

  • Das 1953 von Paul Bode errichtete, älteste Hochhaus Kassels in der Sophienstraße 1 soll wegen Baufälligkeit und der damit verbundenen Unwirtschaftlichkeit abgerissen werden. Doch so einfach wird es nicht:


    Quote

    Den Nachweis der Unwirtschaftlichkeit bestreitet die Stadt aber. „Um eine Abbrucherlaubnis zu erteilen, müsste der Eigentümer darlegen und beweisen, dass es wirtschaftlich unzumutbar ist, das Gebäude zu erhalten. Ein solcher Nachweis liegt der Stadt Kassel bislang nicht vor“, heißt es aus dem Ressort von Stadtbaurat Christof Nolda. Und was macht die KVK, wenn es keine Genehmigung gibt? „Dann müssen wir neu überlegen“, erklärt Petek. Man richte sich ohnehin auf ein längeres Verfahren ein.


    Dem ältesten Hochhaus Kassels droht der Abriss - es steht jedoch unter Denkmalschutz



    Hochhaus Sophienstrasse Kassel [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], by Dietmar Walberg (Photo own work), from Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • In der Kasseler Südstadt, in unmittelbarer Nähe zum Stadion von Hessen Kassel, wird in der Frankfurter Str. 153 ein Gründerzeitgebäude von 1906 saniert, welches den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hat.


    Ehemalige Barracuda Bar: Altbau in Kasseler Südstadt wird aufgehübscht



    Wohn- und Geschäftshaus Frankfurter Straße 153 in Kassel [CC0], by XenonX3, from Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Kassel ist wohl die einzige Stadt, die ein Altstadtfest ohne noch existierende Altstadt feiert.

    Das habe ich mir in den Jahren, in denen ich in Kassel gewohnt habe, auch immer gedacht.


    Und so schön das wiederhergestellte Haus auch ist: in Kassel (einer Stadt, die einmal wie in die Landschaft hineingemalt aussah) ist einfach nichts mehr zu retten.

  • Nichts mehr zu retten, na ja ... die Einbettung der Wilhelmshöhe in die Landschaft ist schon noch wunderbar, dazu auch noch einige feudalistische Rudimente in der Stadt...
    Aber warum gerade die "Altstadt" für ein Fest herhalten muss, ist wirklich ein wenig skurril. Klingt fast so wie ein Garnisonkirchenfest oder Stadtschlossfest in Potsdam anno sagen wir 1992...

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Na, vielleicht dient dieses Projekt ja als "Initialzündung", wenigstens für ein paar kleinere Reko-Projekte...


    Ah, es gibt also noch ein Altstadtfest, ohne Altstadt....Neu-Isenburg "gönnt" sich das auch jährlich ohne Altstadt ;(

  • In Anklam gibts auch ein Altstadtfest, wobei dort immerhin wieder etwas Altstadt entstanden ist am Markt in den letzten 5 Jahren ;)


    Jedenfalls sehr erfreulich, dass in der sonst durch modernistische Experimente geprägten "documenta-Stadt" Kassel offenbar einige doch erkannt haben, wie groß der Handlungsbedarf ist. Dass mehr Klassik im Stadtbild benötigt wird. Denn der Wettbewerb zwischen den Städten wird immer härter, und das gar nicht so ferne Frankfurt hat mit dem DomRömer-Projekt in Hessen ordentlich vorgelegt. Möge das Schule machen!


    Wo wäre denn in Kassel ein potenzielles Dom-Römer-Projekt denkbar oder wünschenswert? Gern auch im kleineren Maßstab zum Anfang (á la Ostzeile Römerberg). Irgendwo muss man ja anfangen. Wenn wir daran denken, welch wunderbare Fachwerkaltstadt Kassel einmal hatte.


    Wunderbare Luftbilder vom alten Kassel dazu: https://www.hna.de/kassel/bomb…ei-gesichter-814541.html#

  • Das Problem vieler Städte ist ja nicht nur die Abwesenheit historischer Bausubstanz. Ebenso übel sind die überdimensionierten Straßen, die jedes urbane Altstadtgefühl im Keim ersticken. Neben diesen breiten Verkehrsschneisen würden Fachwerkhäuser allein kein befriedigendes Ergebnis bringen. Ganz besonders negativ ist mir da Braunschweig in Erinnerung. Aber bei Kassel ist das auch nicht viel besser. Der Autoverkehr ist allgegenwärtig, zerschneidet die Städte und stellt verbliebene historische Bauten auf eine Insel. Das finde ich ganz schlimm. Es müssten viele Straßen verlegt, verengt, oder gleich stillgelegt werden. Danach kann man mit Häusern verdichten. Das passiert leider viel zu selten.

  • Die verfallene, denkmalgeschützte Trafostation im 50er Jahre Design Look am Lutherplatz ist gerettet und wird saniert.


    Quote

    Die Stadt habe ein „hohes Interesse“ an einer Reaktivierung und langfristigen Nutzung der Trafostation, bekräftigt ein Stadtsprecher. Der Bauaufsicht liege ein Bauantrag zur Sanierung und Umnutzung des Gebäudes vor. Mit der Denkmalpflege seien die geplanten Baumaßnahmen im Vorfeld abgestimmt worden. Zum Baustart könnten aber noch keine Angaben gemacht werden, denn dies entscheide der Verein.


    Sanierung statt Abriss: Trafo-Haus am Lutherplatz wird belebt



    Kassel Lutherplatz Trafohaus [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], by Reise Reise, from Wikimedia Commons


    Was war das einmal für ein gründerzeitliches Gesamtkunstwerk dieser Lutherplatz und heute ist es das Kasseler Pendant zum Kölner Ebertplatz.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Für den Neubau des Deutschen Tapetenmuseums wird der in Teilen unter Denkmalschutz stehende Bau des Hessischen Verwaltungsgerichts, einem angepassten 50er-Jahre-Bau abgerissen.
    Der Neubau soll immerhin an den Vorhängerbau, das kriegszerstörte Fürstenhaus erinnern. Und die Wohnung der Gebrüder Grimm soll rekonstruiert werden.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)