Fassadendämmung versus Stadtbildpflege

  • Besonders beeindruckend ist der extreme Verschmutzungsgrad der Lüftungsanlagen, deren kontinuierliche Sauberhaltung technisch unmöglich ist. Hermetisch abgedichtete Häuser mit Zwangslüftung sind der größte Irrweg in der Entwicklung.

  • Zufällig heute gesehen und vom Auto aus mit dem Handy fotografiert:



    Ein altes Fachwerkhaus wird erst mit Dämmwolle verpackt und anschließend mit Klinkern eingemauert.


    Tja... auch auf dem Land kann man mit seinem Haus machen was man möchte.

  • Nur... wie soll man dieses Leuten das wiederum verständlich machen???


    Einerseits gibt es da finanzielle Unterstützung vom Staat (Subventionen), andererseits hätten diese 'Häuslebauer' nicht verstanden, was ihnen mit der durchgeführten Methode 'blüht'...


    Aber man kann nun mal nicht jedes Haus oder jeden Menschen retten, auch wenn man guten Willens ist und es vielleicht möchte.

  • Man könnte ihm mal eine Seite aus dem Internet ausdrucken und in den Briefkasten werfen, wenn man wieder mal vorbeifährt. Dann weiß er wenigstens, woran er ist und was andere davon halten. Hat mal ein Nachbar von mir bei einem von der Straße gemacht, der den Bauschmuck seines Gründerzeitlers hat abschlagen lassen und dafür dicke Schaumstoffplatten rangeklebt hat. Das Haus hat das natürlich nicht mehr gerettet, denn dafür war es zu spät. Aber vielleicht kommen die Kinder, Enkel, Bekannten, denen er von solcher "Unverschämtheit" erzählt, ein wenig ins Nachdenken.

  • Ich muß es oft erleben daß gerade ältere Menschen die Mär von der Energieersparnis durch Styropor glauben. Nun frage ich mich aber allen Ernstes; Braucht es denn 25 ° im Zimmer? Braucht es 75 % Luftfeuchtigkeit im Raume?
    Ich finde 18 - 20 ° , wie es in herkömmlichen Altbauten zu finden ist, absolut ausreichend. Wer bei diesen Temperaturen friert, dem sei empfohlen sich einen Pullover oder eine Strickjacke überzuziehen, da braucht es kein umweltunverträgliches Styropor an den Außenwänden.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Unlängst auf einer Baustelle gehört: "Wer heute sein Haus noch dämmt, ist nämlich, dämlich".


    (Anm.: Einen Neubau muss man heute aufgrund der schlechten bauphysikalischen Eigenschaften von Beton leider einpacken...aber wer einen Altbau mit seinen hervorragenden Eigenschaften dämmt, der gehört wirklich eine...)


    Aber die Dämmstofflobby hat in D leider ganze Arbeit geleistet.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

    Edited once, last by Exilwiener ().

  • (Anm.: Eine Neubau muss man heute aufgrund der schlechten bauphysikalischen Eigenschaften von Beton leider einpacken

    Auch da brauchts nicht zwingend. Es gibt HWL Platten (auch Sauerkohlplatten genannt) dessen Dämmeigenschaften absolut ausreichend wären.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Da ergibt sich aber bei den heute geforderten utopischen Dämmdicken ein Gewichtsproblem: Am Null-Energie-UBA sind 28 Zentimeter vorgesehen.

  • Der Dämmwahn schlägt hier zu, in seiner hässlichsten, ersten Stufe: Entstuckung. Nürnberg, im Oktober 2019, Am Messehaus 20:


    Anstatt die hübsche Fassade auzuarbeiten wird sie von Handwerkern mit Presslufthammern abgeschlagen. Die Bilder haben mich erinnert an die Fernsehbilder von vor einigen Jahren, die zeigen wie IS-Terroristen die Antikenstätten verwüsteten.


    Leider kein Fake.

  • Nur fuer solche Barbaren soll eine Mietpreisbremse im Grundbuch hinein geschrieben werden! So dumm die Naturstein Fassade zu daemmen kann doch keine sein?! Wenn Ideologie Hirn ausknipst!

  • Schlimme Entwicklung, jedoch logisch.
    Der Hauseigentümer nutzt nur eine Lücke, die sich ihm bietet. Das Haus steht offensichtlich nicht unter Denkmalschutz und für eine energetische Sanierung kriegt er eine satte Förderung.
    Das werden wir jetzt häufiger sehen, leider!

  • Damit ruinieren wir unseren Häuserbestand, anstatt ihn zu sanieren. Allerdings haben die Eigentümer auch vorher wenig Wertschätzung für die Immobilie übrig gehabt. Seit dem Krieg wurde die Fassade nicht saniert, sie war voller Bohrlöcher alter Befestigungen und Luftschutzmarkierungen. Auch im Eingangsbereich ist es aufs billigste gefliest. Es gibt halt viele Menschen die sich eine Immobilie zulegen um sie bestmöglichst auszuquetschen. Irgend wann ist die Bude halt komplett abgerockt und wird abgerissen. Nach Dämmung kommt immer der Abriss, ein Zurück gibts da nicht mehr.


    Aber richtig, unsere Politik dreht an den "Anreiz"-Rädchen immer mehr so, dass am besten alle Häuser abgerissen und supereffiziente neue gebaut werden.

  • Dürfte man eigentlich einen gedämmten Altbau, wenn man ihn so kauft, von dem Styropor befreien und „denkmalgerecht“ sanieren? Oder sind aufgrund der Förderung Strafen vorhanden, wenn man die Dämmung nach 3-4 Jahren herunterreißt?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Gute Frage, in der Theorie musst du die Fassade bei einem nicht denkmalgeschützten Haus immer dann dämmen, wenn du mehr als ich glaube 10 % der Fassadenfläche bearbeitest. Also wenn die Dämmung abgerissen wird müsstest du gleich wieder ne neue drauf machen. In der Praxis sind die Vorgaben der EneV aber sehr theoretisch, mit keinerlei Sanktionen oder behördlichen Kontrollmechanismen behaftet, also könntest du das wohl tun. Wer sollte sich dagegen schon beschweren? Die einzigen, die es zu überwinden gilt wären die anderen Hauseigentümer bzw. Mieter, die dann höhere Heizkosten fürchten könnten. Bei so einem MFH ist die Lage schon sehr komplex.


    Ein unschön gedämmtes historisches Eigenheim könnte man aber wohl schon kaufen, Dämmung runterreißen und wieder Stuck dran. Aber wer macht sowas? Der Abriss einer Dämmung kann wegen des Schaumstoffes bis zu 15.000 mehr kosten (ist im Bekanntenkreis so gewesen), und sanierungsbedürftige Originalsubstanz bekommt man ja durchaus noch. Die 15.000 gebe ich lieber für Fenster aus, oder den Stukkateur.

  • Schlimme Entwicklung, jedoch logisch.
    Der Hauseigentümer nutzt nur eine Lücke, die sich ihm bietet. Das Haus steht offensichtlich nicht unter Denkmalschutz und für eine energetische Sanierung kriegt er eine satte Förderung.

    Genau hier liegt das Problem - anstatt die Rekonstruktionen staatlich zu fördern , wird der Dämmwahn staatlich gefördert. Hausbesitzer sehen ihre Immobilien häufig nur als "Geldanlage" und wollen damit verdienen. Das daß Gebäude mit derartigen Maßnahmen nachhaltig ruiniert wird, interessiert einige Hauseigentümer offensichtlich nicht.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Also das ist kein dämmen mehr!
    Das ist schon barbarisch ist ja wie im finstersten Mittelalter, was trauriges mit Luft schlitz hingestellt.


    Wenn man ein einfaches haus, mit glatter Fassade dämmt ist das ok, der nächste schritt ist stuck entfernen schlimm aber reparabel.Hier wiederum hat man eine Naturstein Fassade die noch dazu in gutem zustand ist Kein verschleis nichts bröckelt, man müsste sie nur mal reinigen und die rechte seite wieder flicken. aber schaut es euch doch selbst an:
    https://www.google.com/maps/@4…SDycRA!2e0!7i13312!8i6656


    Die beste Dämmung, were bei diesem bau wohl ein austausch der Fenster gewesen, die sehen sehr alt aus. Tja past es später wenigstens zum nachkriegs Geschoss.Mal auf den Anstrich gespant. Bitte so ein Grässliches Orange, das würde die missere Perfekt machen, wie bei dieser Schönheit hier.
    https://www.google.com/maps/@4…ebiAZA!2e0!7i13312!8i6656


    Was würde ich geben so ein schönes haus zu besitzen, ich suche grade ein haus für mich und were schon froh wenn es Sandstedterin Fenster rahmen hätte und dann kippt einer ne Wagenladung Perle vor die Säue.

  • Problem ist auch einfach der fehlende Denkmalschutz. Und da kommen wir nämlich schon zum nächsten Problem: Nach welchen Kriterien wird Denkmalschutz festgelegt. Offensichtlich nur nach dem, was heute noch da ist. Aber sollte man nicht lieber schauen, ob das Haus in seiner ursprünglichen Form Denkmalcharakter hatte und wenn ja, es auch heute unter Denkmalschutz stellen und damit die Wiederherstellung des verlorengegangenen Denkmalwertes zur obersten Handlungsmaxime erheben?