Fassadendämmung versus Stadtbildpflege

  • Die nennen das noch "Sanierung". Schlechter als diese Umwandlung eines Altbaus mit Potenzial in eine 08/15-Kiste kann man kaum "sanieren".


    :daumenunten:

  • Sowas präsentieren die noch stolz auf ihrer Webseite. Schämen muss man sich doch für sowas.

    Besonders charmant finde ich übrigens den Überlauf der obersten Balkon-Buchte. Da tropft es dem Nachbarn schön auf den Nischel. Da brauch ich weder "3D CAD BIM Modell" noch "IFC4 Schnittstelle" oder "AVA Software" um das zu sehen.

  • Besonders charmant finde ich übrigens den Überlauf der obersten Balkon-Buchte. Da tropft es dem Nachbarn schön auf den Nischel.

    Das ist nur ein Notüberlauf. Loggien werden heutzutage im Hausinnern entwässert.

  • Hätt ich jetzt auch für ne 08/15 Betonkiste gehalten %-)

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Leipzig - Waldstraßenviertel - Hinrichsenstraße 31



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    Die Hinrichsenstraße 31 im Leipziger Waldstraßenviertel ist zwar ein Neubau, der Projektentwickler hat aber klare ZIELE - Bauen in schöner Umgebung:



    Ziel ist es, modern und zeitgemäß errichteten Wohnraum in gewachsenen Strukturen zu erstellen. Moderne Architekturformen stehen im Dialog mit Bestehendem.

  • Die Hinrichsenstraße 31 im Leipziger Waldstraßenviertel ist zwar ein Neubau, der Projektentwickler hat aber klare ZIELE - Bauen in schöner Umgebung:

    Klar, wär ja langweilig wenn die Umgebung auch noch schön bliebe...:kopfwand:

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Diese schreckliche dunkelgraue Fassadenfarbe hat scheinbar nur den einen Zweck, die Schimmel- und Algenbildung auf der Wärmedämmung zu kaschieren.


    In einem Nachbarort fing die weiß gestrichene Fassade eines Neubaus innerhalb weniger Monate an grün zu werden. Sie wurde daraufhin einfach dunkelgrau gepinselt. Die Flecken wurden so einfach überdeckt.

  • Erstaunlich, dass die Verantwortlichen auf diese Schummelei auch noch stolz sind. Aber in Leipzig und Magdeburg sind Altbauwohnungen vermutlich auch allgegenwärtig und nicht gerade Mangelware. Man findet dann wohl problemlos Menschen die bereit sind, in diesen Experimenten zu wohnen.

  • Ich bin heute über dieses Bild in der Hamburger Morgenpost gestolpert.


    Bei der Explosion eines Drogenlabors in einer Privatwohnung wurde die Außenwand eines typischen Hamburger 20er Jahres Mietblocks beschädigt. Das Gebäude ist mit einem WDVS versehen, das durch die Riemchen absolut professionell getarnt ist. Die Riemchen wirken hier keinesfalls unnatürlich glatt wie so oft.


    Ich muss zugeben, dass ich hier die Wärmedämmung ohne die Explosion nicht erkannt hätte.


    Quelle: MoPo.


    explosion-wohnung.jpg

  • Stroh statt Styropor? Klimaschonendes Bauen


    Ein altes Baumaterial ist wieder auf dem Vormarsch: Stroh. Noch ist das Bauen mit den duftenden, gelben Halmen zwar Pionieren überlassen - doch in Zeiten des Klimawandels wächst das Bewusstsein für die Chancen des Naturdämmstoffs.

    Gewohnheiten zu durchbrechen, ist nicht einfach. Das wissen auch die Benediktiner-Mönche aus Plankstetten, dem "grünen Kloster" in der Oberpfalz. Frater Richard ist der Öko-Landwirt des klostereigenen Gutes. Er und sein Bruder, Frater Andreas, sind beide im Dorf unterhalb des Klosters aufgewachsen. Beide Mönche sind beseelt von der Idee eines schöpfungsnahen, nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen. Ihr bislang größter Coup: Der seit gut einem Jahr entstehende Neubau just hinter dem denkmalgeschützten Klostergemäuer. Das größte Stroh-Holzhaus Süddeutschlands entsteht hier, unterstützt von dem Interreg-Projekt UP STRAW der Europäischen Union. Die Baubranche sucht nach neuen Antworten auf die Klimakrise. Sie trägt einen entscheidenden Anteil am Ressourcen- und Energieverbrauch bei. Das Naturmaterial Stroh bindet schon beim Wachsen Kohlenstoff. Nach der Ernte kann es mit minimaler Energie zum Baustoff umgewandelt werden und erfüllt – ohne chemische Brandschutzmittel – hohe Brandschutzanforderungen. Das alles wissen die Strohpioniere vom Kloster Plankstetten. Doch eine Herausforderung jagt die nächste, denn der dreistöckige Bau ist komplex und vieles ist neu. Wird das Wetter halten? Wie kommen die gigantischen vorgefertigten Stroh-Holzwände zur Baustelle? Stroh: ein bestechend einfacher, sinnlicher Baustoff! Doch hat er das Zeug, ein Bau- und Dämmstoff der Zukunft zu werden?

    https://www.br.de/mediathek/vi…:5f9be648458b32001aaa12ba


    Eine recht interessante Dokumentation aus meiner Heimat: Im Kloster Plankstetten hat man einen neuen Kindergarten als Strohhaus gebaut.

    Es werden auch ein Strohdämmstoff und ein nachhaltiger Dämmputz (besonders interessant für Denkmalsanierung) vorgestellt. Sicherlich ist das ganze vom "Klimaschutz"-Zeitgeist getrieben, dennoch auch für Freunde des natürlichen und nachhaltigen Bauens, des regionalen Bauens und des Denkamlschutzes sehr interessant.

    Die Architektur des Strohhauses am Kloster ist leider modernistisch-konventionell, somit bezieht sich dich Nachhaltigkeit allein auf einen Teil der Baumaterialien und nicht auf die Optik, allerdings ist es sehr wohl möglich auch klassische Oberflächen zu schaffen wie dieser "Stroh-Turm" im Langtauferer Tal in Südtirol beweist: https://www.atelierschmidt.ch/strohhaus-fliri, der zwar auch keine klassische Architektur aufweist, aber verputzt ist und ein traditionell verlegtes Holzschindeldach hat und mit seinem fast schon archaischen Gepräge als Regionalarchitektur auch gut in die Landschaft passt.

  • Stroh wurde schon seit Unzeiten als Bau und Dämmaterial verwendet. Eben so wie Holz.


    Zu DDR Zeiten gab es sogenannte "Sauerkohlplatten" , dies war ein Zement -Strohgemisch und besaß recht gute Dämmeigenschaften - es mußte allerdings verputzt werden.


    Warum heute das recht umweltschädliche Styropor verwendet wird, ist logisch nicht nach zu vollziehen.


    Hier mutmaße ich mal eine Lobby der chemieverarbeitenden Industrie, welche auch überflüssigerweise tonnenweise Plastikverpackungen herstellt.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer