Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Dämmwahn in Deutschland

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    • Deshalb muss es ja mit Brandschutzmitteln behandelt werden und ist ab einer bestimmten Gebäudehöhe nicht mehr erlaubt. Zudem sind Brandschutzriegel aus Steinwolle empfohlen. Das würde bei Holz ähnlich sein. Negativ wirkt sich die schlechte Schalldämmung von Holz gegenüber Styropor oder Stein- bzw.Glaswolle aus. Erfahrungen mit Holzspänen sind mir nicht bekannt.
    • Onkel Henry wrote:

      Holz ist natürlich nicht schalldämmend - im Gegenteil, es verstärkt den Schall. Aber ich glaube in diesem Thema ging es eher um Wärmedämmung ....wenn ich nicht irre cheers:)
      Als Auswahlkriterium spielt aber der Schallschutz durchaus keine untergeordnete Rolle. Holz sieht natürlich besser aus. Siehe Erstbau des Dessauer UBA. Der Erweiterungsbau lässt aber schon wegen der Solarcollectoren kein (sichtbares) Holz zu. Das Aussehen ist dem entsprechend. Und es passt beinahe zur Bauhausstadt.
      umweltbundesamt.de/neuer-erwei…-hauptsitz-dessau-rosslau
    • Interessantes Thema. Ich bin zwar nicht vom Fach, aber das lohnt sich durchaus mal vertieft zu werden. Styropor ist dank Flammschutzmittel als schwer entflammbar eingestuft. Das bedeutet dass man es z.B. mit einem Feuerzeug nicht einfach anbrennen kann und sich schon gar nicht wie Papier einfach abbrennen lässt. Die Industrie betont immer wieder, dass Styropor, dass einer Flamme ausgesetzt ist, abtropft und sich so vom Brandherd zurückzieht. Deswegen kann man es mit einem handelsüblichen Taschenfeuerzeug nicht anzünden. Völlig anders ist die Problematik natürlich bei einem waschechten Hausbrand, da haben die Feuerwehren ihre Probleme mit dem "abtropfen" der Fassadenflächen.
      Wahr ist leider auch, dass Styropor sehr schnell und leicht auf Flammen reagiert, das gepriesene "Abtropfverhalten" schafft so Hohlräume und damit Kanäle für Luftzug usw. und kann deswegen sogar brandbeschleunigend wirken. Die Bilder vom Greenfell-Tower sind unvergessen.

      Holz dagegen, insbesondere massives Bauholz ist tatsächlich schwer entflammbar. Wer je versucht hat einen Holzbalken, Latten oder Bretter in Brand zu stecken wird gemerkt haben dass das ohne Brandbeschleuniger oder anderer, begünstigender Umstände nicht wirklich klappt. Holz ist allerdings soweit ich weiß als "brennbar" eingestuft und darf daher ohne Weiteres nicht so verwendet werden.

      In beiden Fällen gilt wohl, dass es einen Brand braucht, damit sich die jeweiligen Materialien negativ auswirken können. Mir persönlich ist allerdings Holz lieber, da es selbst brennend noch eine gewisse Zeit formstabil bleibt und sich nicht sofort verflüssigt und so zusätzliche Gefahren auslöst. Außerdem sind Naturprodukte immer zu bevorzugen, Styropor enthält teils erbgutschädigende Zusätze. Mich wundert es dass sich manche Leute sowas an die Zimmerdecke kleben.
    • Das Haus Kleine Rittergasse 4 - 8 in Frankfurt-Sachsenhausen. Ca. zehn Jahre alt. Ziemlich unpassend in Alt-Sachsenhausen. Vielleicht gerade deshalb selbstverständlich ausgewählt von der Architekturkammer für den "Tag der Architektur 2010". Es residiert die Gastronomiekette "Hooters" darin.

      So sieht die Fassade nach der recht kurzen Zeit mittlerweile aus:



    • Das nenn ich mal Bausünde. Diese Dämmstofffassaden machen die aktuelle Minimalismus-Schießschartenarchitektur erst richtig abstoßend. Wenn man in so einer Umgebung wohnt wundert es mich nicht wenn man drei mal im Jahr in die Toskana fliegen muss um sich zu vergewissern dass die Welt auch schön sein kann. Der ökologische Effekt ist dann bereits verpufft.
    • Elbegeist wrote:

      Man sieht deutlich, dass die Bereiche senkrecht unter den Fensterbrettern sauber blieben.
      Mehrheitlich ja, aber nicht überall.

      Zur Luftqualität:
      Die Zeiten der Braunkohleablagerungen sind lange vorbei. Gleichwohl ist Frankfurt natürlich ein Ballungszentrum mit täglich etwa 370.000 Berufspendlern, das folglich andere Luftmesswerte als Deine Heimatstadt Dessau aufweist.

      Ich bin kein Geologe. Hier kannst Du die aktuellen Messwerte anschauen:
      1. Frankfurt: luft.jetzt/frankfurt-main
      2. Dessau: luft.jetzt/dessau

      Doch sei versichert, dass keinesfalls jede Fassade in Frankfurt derart aussieht. Und das nach zehn Jahren.

      Und Süd-Ost ist eigentlich nicht die typische Wetterseite in Frankfurt. Das Wetter und der Wind kommen meist von Westen.
    • Der Algen genügt es ja wenn es einfach regelmäßig feucht ist. Die überstehen ja direkte Sonneneinstrahlung auch. Der Effekt ist vergleichbar mit dem, was man an einzeln stehenden Gartenmauern, Pfosten usw. findet, wenn sich über die Jahre in den porösen Oberflächen erst Schmutz sammelt und dann, bei ausreichender Feuchtigkeit auch Algen bilden. Hersteller der Fassaden betonen auch, dass das kein technischer Mangel sei. Sprich man muss es einfach als Normal hinnehmen und sich damit abfinden. Witzig in einer Gesellschaft, in der man oft nichtmal einen Lackkratzer am Auto duldet.
    • Heimdall wrote:

      Elbegeist wrote:

      Man sieht deutlich, dass die Bereiche senkrecht unter den Fensterbrettern sauber blieben.

      Und Süd-Ost ist eigentlich nicht die typische Wetterseite in Frankfurt. Das Wetter und der Wind kommen meist von Westen.
      Auch bei uns ist die Hauptwetter- und Windrichtung west. Algenbildung haben wir vorzugsweise an Nordseiten. Die unterhalb der Fensterbretter sichtbaren helleren Stellen gibt es auch hier an verschiedenen Gebäuden an Südseiten, aber die Verschmutzung tritt nicht so breit, sondern nur ein paar Dezimeter rechts und links der Brett-Kanten in Erscheinung. Hier scheint zusätzlich der auf den Fensterbrettern angesammelte Staub heruntergespült zu werden. Aber in den Fotos sieht man auch, wie sich dunkle Verfärbungen in die breiten helleren Streifen hinein ziehen. Es sieht danach aus, dass sich mehrere Einflüsse überlagern. Eine Ferndiagnose ist deshalb unmöglich.
    • Der gegenteilige Effekt ist auch über Fenstern zu sehen, die lange auf Kipp stehen. Da ist die Fassade weitgehend sauber, aber die feuchte Luft aus den Kippfenster lässt darüber schwarze Schlieren entstehen. Die Ursache ist also eigentlich immer Feuchtigkeit, die aus der Luft kondensiert oder vom Regen kommt. Wo die herkommt ist bei einer Außenfassade auch egal, denn man dann die Ursache i.d.R. ohnehin nicht abstellen.
    • Ich habe eben einen Artikel in der Kölnischen Rundschau gelesen, wo ich direkt an die Diskussion hier denken musste:

      https://www.rundschau-online.de/region/einsatz-in-der-nacht-brennendes-styropor-setzt-duerener-wohnung-in-brand-33236794

      In Düren ist am Gehweg gelagertes Styropor, was zum Dämmen genutzt werden sollte, aus ungeklärter Ursache in Brand geraten und hat durch die große Hitzeentwicklung ein nahes Wohnhaus ebenfalls in Brand gesetzt.

      Was auch immer das für Zeug war, vielleicht war es ja besser, dass es auf dem Gehweg und nicht erst auf der Fassade abgebrannt ist...
    • Centralbahnhof wrote:

      Ich habe eben einen Artikel in der Kölnischen Rundschau gelesen, wo ich direkt an die Diskussion hier denken musste:

      rundschau-online.de/region/ein…wohnung-in-brand-33236794

      In Düren ist am Gehweg gelagertes Styropor, was zum Dämmen genutzt werden sollte, aus ungeklärter Ursache in Brand geraten und hat durch die große Hitzeentwicklung ein nahes Wohnhaus ebenfalls in Brand gesetzt.

      Was auch immer das für Zeug war, vielleicht war es ja besser, dass es auf dem Gehweg und nicht erst auf der Fassade abgebrannt ist...
      Wenn da kein Blitz einschlug, kann es wohl nur Brandstiftung gewesen sein. Und das ist natürlich nicht der Normalfall. Bisher waren die Isolierdicken ja auch relativ gering, so dass sich ein Brand nur langsam ausbreiten konnte. Aber bei Dicken von 28 cm (UBA) gäbe es ein großes Feuer. Wenn man mit dem Dämmwahn so weiter macht, wird wahrscheinlich ein Herausfräsen von Fenstern und Zimmern aus einem riesigen Dämmblock bald preiswerter werden.