Reichstagsgebäude, Platz der Republik, Spreebogen

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    • architekturmuseum.ub.tu-berlin…sid=366796109&z=79&done=0

      Hier sind einige sehr interessante Innenansichten bei...ach welch gesamtkunstwerk ist verloren gegangen D: (auf der website finden sich auch viele interessante alternativpläne, uA auch die sehr interessanten Erweiterungspläne aus den 20ern...Bauhaus vom feinsten, allerdings wesentlich besser als das was heute das regierungsviertel ausmacht
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Nun, mir ist das Ganze (war das Ganze) immer noch zu viel des Guten, aber Geschmacksache. Mir missfällt vorallem diese martialische Deutschprotzerei an alle Ecken und Enden. Wieviel eleganter und weltoffener wirkt da beispielsweise das Wiener Parlament.
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      Wurde das RT-Gebäude beim ersten Wiederaufbau entkernt oder warum ist garnichts mehr erhalten? Selbst im Dresdner Rathaus gibts noch mehr historisches.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Ich habe bereits vor beiden Parlamentshäusern gestanden : dem verstümmelten Berliner RT und dem prachtvollen Wiener Parlament. Keine Frage : das Wiener Gebäude wirkt lichter, einladender, vornehmer - dennoch nicht zurückweisend. Die Auffahrt mit Brunnenanlage ist edel.

      Der neue Berliner Reichstag an einem simplen Rasenplatz, Bismarck - Denkmal und die noch besseren Brunnenanlagen an anderem Ort oder gänzlich verschwunden. Wer nicht in die RT - Kuppel möchte eilt rasch vorüber.

      Da ist das architektonische Erlebnis am Parlament in Wien eine ganz anderes : Schönheit, Gediegenheit, Ausgewogenheit.
      Möglich das es sich dabei um ein Stilproblem handeln könnte.
      Die deutsche Neorenaissance am RT wirkt insgesamt gedrungener, in sich geschlossener. Manchmal weht noch Düsternis des Mittelalters herüber.
      Repräsentativität ist ihr aber keineswegs abzusprechen. Etwas weniger Deutschtümelei am RT ? - ja, OK - ist aber sicher dem damaligen Zeitgeschmack geschuldet.
    • Hm, was ist denn am Reichstagsgebäude so "deutsch"? Natürlich sind die Motive eher deutsch. Der Spruch "Dem Deutschen Volke", die Germania (die ja eh weg ist) und die Wappen am Haupteingang (die ich eigentlich ziemlich cool finde). Aber an anderen Parlamentsgebäuden hat man dann eben solche, die auf das jeweilige andere Land ausgelegt sind. Diese Personifikationen von Landwirtschaft, Industrie, Stadt, Land, Fluss usw. findet man ja überall auf der Welt zuhauf an allerlei öffentlichen Bauten und Denkmälern.

      Laut Wiki zeigt das zentale Giebelfeld die öster. Kronländer und zu Athenes Füßen liegen auch die Flüsse Altösterreichs. Also auch nationale Symbole. Und bescheiden ist die Dame mit ihrer goldenen Rüstung ja nun auch nicht grad. Ich finde das österr. allerdings auch besser, bin ich doch eh eher ein Freund des (Neo-)Klassizismus. Man war in manchen Punkten vielleicht einfach raffinierter. Es hat eben das Glück, statt mit grauem Sandstein mit - wie so viele Bauten in diesem Stil - weißem Marmor verkleidet zu sein. Sicher wirkt das anders, heller, leichter...Die Lage an der Ringstraße und nicht auf weiter Flur lassen es auch anders wirken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Benni ()

    • Benni schrieb:

      Hm, was ist denn am Reichstagsgebäude so "deutsch"?

      Die Architektur sicherlich nicht unbedingt, da wäre der Stil des Hamburger Rathauses oder was mittelalterlich/gotisches sicherlichlich "deutscher" gewesen Ich meine diese Archaik im allgemeinen, an allen Statuen dieser grimmige, entschlossene, freudlose Gesichtsausdruck. Habt ihr ein entspanntes Gesicht oder gar ein Lächeln gesehen? Ich mag solche Plastik nicht, die förmlich die anderen Nationen zuzurufen scheint "kommt nur, wir haben keine Angst vor euch!" Das meinte ich mit deutsch-kraftmeierisch. Dieser monumental-archaische Stil ist typisch wilhelminisch.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Das Wiener Rathaus oder das Reichenberger Rathaus in Nordböhmen sind meiner Meinung nach typisch deutsch. Auch das Amtshaus des 13. Bezirks in Wien ist typisch deutsch - genau genommen nürnbergerisch. das Neue Rathaus in Görlitz ist doch auch deutsche Neorenaissance, wenn ich mir das gerade vor Augen halte. Das Rathaus in Wernigerode finde ich auch sehr deutsch.
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit!"

      Ein Wald ohne die vielfältigen Stimmen der Vögel, das ist ein toter Wald. Eine Demokratie ohne die vielfältigen Stimmen von Elite und Bürgertum, das ist eine zutiefst gefährdete Demokratie!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exilwiener ()

    • Das Görlitzer Neue Rathaus greift öfter verwendete Motive des Renaissance - Stadtbaumeisters Wendel Roskopf auf. Prächtig für sich sprengt es dennoch in diesem Bereich alle Maßstäbe.

      Das Leipziger Neue Rathaus und nicht zu vergessen die in München, Hannover, Berlin sind auch solch gewaltige, gleichwohl malerisch - prachtvolle Verwaltungskästen. Letzteres ist nicht abwertend gemeint . . .

      Dresden kann in diesem Reigen leider nicht mehr mitreden. Unser schönes, neobarockes Rathaus wurde 1945 und danach gründlich verstümmelt. Dafür haben wir aber eine größere Anzahl mehr oder weniger historistisch geprägter Rathäuser in anderen Stadtbezirken.
      Einige erfüllen die Anforderungen, die Der Herzog oben erfragt.
    • Pfälzer Bub schrieb:

      Benni schrieb:

      Hm, was ist denn am Reichstagsgebäude so "deutsch"?

      (...)Ich meine diese Archaik im allgemeinen, an allen Statuen dieser grimmige, entschlossene, freudlose Gesichtsausdruck. Habt ihr ein entspanntes Gesicht oder gar ein Lächeln gesehen? Ich mag solche Plastik nicht, die förmlich die anderen Nationen zuzurufen scheint "kommt nur, wir haben keine Angst vor euch!" Das meinte ich mit deutsch-kraftmeierisch. Dieser monumental-archaische Stil ist typisch wilhelminisch.


      Nichts gegen lachende Gesichter, aber ist die Staatsplastik anderer Nationen aus jener Zeit so viel lustiger? Zum Beispiel in Frankreich ( 1 / 2 ) , in England ( 1 / 2 / 3 ), in Ungarn oder den USA. Es gab aber auch öffentliche Plastik im Deutschland jener Jahre, die ganz entspannt ist, sogar lustig. Insofern sollte man eben nicht pauschalisieren. Gleichwohl, das kann man bewerten wie man möchte, gelten die Deutschen generell wohl als etwas introvertierter, inniger, in die Tiefe sinkender als viele andere Völker, insofern womöglich auch humorloser erscheinend. Hinzu kommt der protestantische Business-Geist. Insofern ist gegen ein bisschen mehr Freude nichts einzuwenden. Doch sollte das davor hüten, den Reichstag nun mit netten Spaßfiguren aufzuhübschen. Dazu ist nämlich derzeit die Lage zu ernst. :zwinkern:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heimdall ()

    • Naja, die beiden fröhlichen Beispiele sind ja wohl kaum vergleichbar. Es sind ja nur kleine Brunnen auf dem Marktplatz oder so und kein Skulpturenprogramm irgendwelcher großer Denkmäler oder Bauten, wie sie die grimmigen Beispiele zeigen. Sie stellen halt siegreich-stolze oder ekstatisch zum Kampf rufende Personen dar, und keine spielenden Kinder oder Tugenden oder den "wohltätigen Herrscher". Und Victoria war in dem Alter, in der sie das Denkmal zeigt auch nicht mehr die neueste und seit dem Tod Prinz Alberts ja auch kein Sonnenschein mehr. Scheint wohl einfach den Fotos dieser Zeit nachempfunden zu sein.

      Wie wärs denn mit der Goldelse oder der Quadriga? Sie sind zwar nicht die personifizierte Freude, aber man kann in ihren Mundwinkeln ein leichtes Lächeln erkennen; zumindest wirken sie lockerer, entspannt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Benni ()

    • Heimdall schrieb:

      Zum Beispiel in Frankreich ( 1 / 2 )

      Die gezeigte "Marseillaise" ist für mich eine der aggressivsten und abstoßendsten Plastiken dieser Zeit. Genau diese Art, die ich ablehne, wie den ganzen Arc De Triomphe. Passt aber gut zum Text. Da ist vom "Unreinem Blut", das "die Ackerfurchen tränken" möge und von "ausländischem Gesindel" das "gekommen ist "um unsere Frauen zu enthaupten und zu schänden" (sinngemäß) die Rede.
      Großbritannien: Dass Königin Viktoria zum Lachen in den Keller ging ist ja auch allgemein bekannt, warum sollte man sie lächelnd darstellen? :rolleyes:
      Der Friedensengel in München ist sehr schön:
      muenchener-rundschau.de/wp-con…2008/07/friedensengel.jpg
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Hatten wir das eigentlich schon mal hier im Forum? Der zweitplatzierte Kuppelentwurf des Architekten Santiago Calatrava - immerhin etwas näher am Original als die heutige Kuppel, aber m.E. auch nicht so richtig überzeugend. Hätte man die Kuppel in der Größe um etwa ein Viertel reduziert und das gläserne Geschrumsel auf dem Dach gestrichen, dann wäre das vielleicht was gewesen.
    • Gerade im Ticker gelesen:
      Berlin – Das geplante Besucher- und Informationszentrum des Bundestages vor dem Reichstagsgebäude soll rund 250 Millionen Euro kosten. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung veranschlagt eine „prognostizierte Gesamtsumme” von 215 Millionen Euro. Das meldet der „Berliner Kurier” unter Berufung auf die aktuellen Planungen des Bundes. Hinzu kämen Ausstellungskosten in Höhe von 25 Millionen Euro sowie 8 Millionen Euro für die Anbindung an das Reichstagsgebäude. Quelle: Bild

      Das sind ja Wahnsinnssummen. Sollte man für dieses Geld nicht lieber das Band des Bundes komplettieren und das Besucherzentrum dort unterbringen?
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