Dresden - die Wilsdruffer Vorstadt

  • Ich halte einige hier vertretene Standpunkte für völlig unrealistisch und "unserer Sache" bereits schädlich. Natürlich nur als weit weg sitzender Beobachter. Aber wenn man sich das Stadtreparatur- und-wiederaufbaugeschen so ansieht, erscheint es mE mow unsinnig, just in der wahrscheinlich sowohl am großflächigsten und stärksten zerstörten Stadt Europas so maßlos übertriebene Ansprüche und Anforderungen zu stellen. Novize Mahler hat doch zweifellos recht: diese Straßen existieren einfach nicht mehr, sie sind strukturell ausgelöscht, und eine (ohnehin vereinzelt bleibende) historisierende Bebauung würde so gut wie überhaupt nichts mehr nützen. Die DDer Äußere Altstadt und die Inneren vorstädte können nie mehr das werden, was man hier so gerne als "europäische Stadt" bezeichnet. Viel wichtiger als geschmäcklerisches Herumgejammere ist doch wirklich, dass hier schön langsam so etwas wie die Voraussetzungen für ein städtisches Zentrum geschaffen werden, auf dass der NM-Bereich sein Inseldasein verlieren und seine Funktion als Stadtzentrum erfüllen wird.So gesehen ist es eben ein Fortschritt, wenn hier überhaupt gebaut wird. Diese riesige innerstädtische Fläche noch weitere Jahrzehnte (halb)leer zu lassen würde nur eine Verankerung der Auslöschung Dresdens in einem bereits dies als selbstverständlich auffassenden Bewusstsein bewirken.NM und Zwinger als Touristenzone in einem ungegliederten Agglomerat von Vorstädten, die eine Vakuum umgeben. Es ist unsinnig, mit der Bebauung dieser Bereiche auf "bessere" Zeiten zu warten. Man muss sich halt damit abfinden, dass DD seinen inneren Gründerzeitgürtel für immer verloren hat. Da gibt es doch wahrlich schlimmere Stadtbildverluste, Frankfurt, Nürnberg. Hildesheim, Braunschweig... Ich meine, damit müsste man wahrlich leben können, wenn man die dt Städtelandschaft als Ganzes vor Augen hat. Noch dazu, wo in DD zusammenhängende Gründerzeitviertel ohnehin erhalten sind.
    Im NM-Bereich und der Inneren Neustadt bleibt genug zu tun, und hier bleibt genug zu fordern (den Altmarktbereich hat man ohnehin beinahe kampflos aufgegeben, dies offenbar durch die damalige Fixierung der GHND auf den NM. Auch Protest-Ressourcen sollte man nicht vergeuden, schon gar nicht in Bereichen, in denen man sich lächerlich zu machen droht. Gewisse Textbausteine klingen zwar ganz gut, werden aber irgendwann auch einmal ihre Wirkung verlieren.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ehe wir recht wortklauberisch die Beiträge einzelner Mitglieder sezieren, sollten wir uns lieber wieder auf den Boden der Tatsachen begeben!
    Und Fakt ist nunmal, dass wir für den Bereich des Schützenplatzes einen demokratisch legitimierten Bebauungsplan besitzen und somit auch Baurecht besteht. Ein Investor kann also eine Baugenehmigung einreichen und infolge eines positiven Bescheides sein Vorhaben in Angriff nehmen. Die Möglichkeit mit einer Bebauung auf das Anbrechen besserer Tage zu warten, scheidet somit logischerweise aus.
    Abgesehen davon ist dem Entwickler die Wahl des Architekturstiles freigestellt (hier hat man meines Wissens anhand des Baugesetzbuches auch keine Eingriffsmöglichkeiten). Er muss also, sofern kein Wettebwerb zwingend vorgeschrieben ist, sehen, was für eine Immobilie er besonders günstig am Markt platzieren kann. Die Columbus hat sich - wir wissen es alle - für Wohnungen in "modernster Architektur" entschieden. Aber der Markt ist mobil und entsprechend werden in Zukunft bestimmt auch innerstädtische Objekte in klassischer Formensprache verstärkt nachgefragt werden!


    Hier mal was Konstruktives: Ich schlage vor, die Leuchttafel "Dresden grüßt seine Gäste" vom Hochhaus Freiberger Straße an den Neubau Schützenplatz zu migrieren.


    Und was ist daran bitteschön konstruktiv? Welchen Sinn macht ein Versetzen der Leuchtreklame?

  • diese Straßen existieren einfach nicht mehr, sie sind strukturell ausgelöscht, und eine (ohnehin vereinzelt bleibende) historisierende Bebauung würde so gut wie überhaupt nichts mehr nützen.

    Deine Schlussfolgerung teile ich nicht. Offensichtlich gibt es dazu verschiedene Denkansätze. Inwiefern der meine "unsererer Sache schädlich" sein soll, erschließt sich mir nicht.



    Quote

    geschmäcklerisches Herumgejammere

    Von wem?



    Quote

    So gesehen ist es eben ein Fortschritt, wenn hier überhaupt gebaut wird.

    Ich habe bereits ausgeführt, dass und warum ich das anders sehe.



    Quote

    Diese riesige innerstädtische Fläche noch weitere Jahrzehnte (halb)leer zu lassen würde nur eine Verankerung der Auslöschung Dresdens in einem bereits dies als selbstverständlich auffassenden Bewusstsein bewirken.

    Was mir lieber wäre als an dessen Stelle ein austauschbares Modernistenetwas zu bekommen, das sich dann wiederum in einem dies als selbstverständlich auffassenden Bewusstsein verankert. Ein fragmentiertes Dresden ist immerhin noch ein fragmentiertes Dresden, nicht wahr?



    Quote

    Es ist unsinnig, mit der Bebauung dieser Bereiche auf "bessere" Zeiten zu warten.

    Warum?



    Quote

    Man muss sich halt damit abfinden, dass DD seinen inneren Gründerzeitgürtel für immer verloren hat.

    Dass man sich damit abfindet, ändert nichts an den möglichen Optionen für einen adäquateren Wiederaufbau dieser Areale als es seit gut zwei Jahrzehnten der Fall ist.



    Quote

    Da gibt es doch wahrlich schlimmere Stadtbildverluste

    Je nach Prioritätensetzung, wenngleich ich das in diesem Fall ähnlich sehe. Aber hier geht's doch um die Dresdner Stadtbaupolitik und nicht um das zerstörte Hildesheim.



    Quote

    Bereiche, in denen man sich lächerlich zu machen droht

    sind für mich Ansporn. Ich halte eher die undifferenzierte Gründerzeitbelächelung für lächerlich. :cool:



    Quote

    Gewisse Textbausteine klingen zwar ganz gut, werden aber irgendwann auch einmal ihre Wirkung verlieren.

    Das könnte natürlich auch auf Deine zutreffen. Schade, dass Du überlegte Argumente als "Textbausteine" abwertest.



    Aber wir werden uns in diesem Jahrhundert sowieso nicht mehr einig. :lachen: Ist ja auch nicht so wichtig...

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

    Edited once, last by youngwoerth ().

  • Quote

    diese Straßen existieren einfach nicht mehr, sie sind strukturell
    ausgelöscht, und eine (ohnehin vereinzelt bleibende) historisierende
    Bebauung würde so gut wie überhaupt nichts mehr nützen

    Das würde ich nicht so sehen - Schützengasse, Am Schiesshaus und Grüne Straße existieren schon noch und sind auch noch deutlich erkennbar entlang des alten Straßenverlaufs vorhanden und teilweise sogar noch bebaut. Man könnte also die bestehenden Strukturen durch Lückenschlüsse vervollständigen...


    Der Wettiner Platz in Richtung Grüne Straße fängt doch mit einigen Gründerzeitgebäuden ganz vielversprechend an, an der Schützengasse gibt es das Umweltzentrum (Umweltzentrum Dresden – Wikipedia) und die Schankwirtschaft (Zum Schiehaus Dresden) in schönen historischen Gebäuden. Noch dazu liegt das ganze prinzipiell sehr attraktiv an der Herzogin Garten... da müßte es doch möglich sein, etwas anspruchsvolleres und passenderes als diesen 70er-Jahre Betonklotz zu gestalten?


    Ich habe keine Ahnung, welche Möglichkeiten das Baurecht in Sachsen bietet, aber als in meiner Heimatstadt in Bayern in den 80er Jahren die grundlegende Sanierung (inkl. Abrisse) der Innenstadt anstand, wurde halt eine genaue Bebauungsordnung geschaffen, die dafür sorgte, daß grob unpassende Gebäude wie in den 60er und 70er Jahren (völlig unmaßstäbliche Betonklötze) künftig vermieden wurden.


    Entsprechend präsentieren sich die neu gebauten Gebäude alle mit Putzfassaden und "richtigen" Dächern (wobei durchaus auch mal etwas experimentellere Architektur genehmigt wurde) - daran mußten sich alle privaten Investoren halten, und die freien Flächen wurden auch alle sehr schnell verkauft und bebaut. Das wäre doch in Dresden sicherlich auch möglich, zumal in dieser Lage?

  • wurde halt eine genaue Bebauungsordnung geschaffen, die dafür sorgte, daß grob unpassende Gebäude wie in den 60er und 70er Jahren (völlig unmaßstäbliche Betonklötze) künftig vermieden wurden.


    Die fehlende Regulierung ist exakt das Kernproblem in Dresden. Selbst für den Neumarkt weigert man sich ja beharrlich, der Gestaltungssatzung einen rechtsverbindlichen Status zu verleihen. Ist auch nicht verwunderlich, denn so lässt sich modernistische Kontrastarchitektur am besten umsetzen, was wiederum im Sinne des Stadtplanungsamts ist. Eine absolut konträre Situation zum Vorkriegsdresden, das für seine weitsichtigen Bauregulationen bekannt war.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Quote

    Das würde ich nicht so sehen - Schützengasse, Am Schiesshaus und Grüne Straße existieren schon noch und sind auch noch deutlich erkennbar entlang des alten Straßenverlaufs vorhanden und teilweise sogar noch bebaut. Man könnte also die bestehenden Strukturen durch Lückenschlüsse vervollständigen...


    Naja. Sicherlich. Schöner kann man's immer machen. Aber was wäre dann Großartiges gewonnen? Ein paar echte Gründerzeitler in einem Meer von Anpassungshybriden? Wäre das der Weisheit letzter Schluss?


    youngwoerth

    Quote

    "

    "
    Warum?


    Sag mal, liest du dir eigentlich durch, was andere schreiben, bevor du solch stereotype Gegenfragen stellst?


    Quote

    sind für mich Ansporn. Ich halte eher die undifferenzierte Gründerzeitbelächelung für lächerlich.


    Niemand betreibt undifferenzierte Gründerzeitbelächlung, schon gar nicht in diesem Forum. Da würde man nämlich sofort ausgeschlossen werden.Heilige Kühe sind nun mal Heilige Kühe. Aber da wir schon dabei sind:


    Quote

    Ein fragmentiertes Dresden ist immerhin noch ein fragmentiertes Dresden, nicht wahr?


    Dieser Standpunkt ist ein wenig fragwürdig, grad in Bezug auf Gründerzeitliches.
    Man darf nämlich nicht vergessen, dass es diese zerstörte Bebauung nun schon länger nicht mehr gibt, als es sie jemals gegeben hat. Den Zustand von 1890 bis 1945 als unabänderlichen Inbegriff von "Dresden" zu postulieren, geht mE nicht an.


    Ganz abgesehen davon, dass man gar nicht mehr als ein fragmentiertes Dresden erwarten darf. Über ein "fragmentiertes" (dh nicht als Totalverlust anzusehendes) Nürnberg etwa würde ich mich sehr freuen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Sag mal, liest du dir eigentlich durch, was andere schreiben


    Das frage ich mich bei Dir ja auch manchmal. Anhand meiner Antwort, die sehr viele Aspekte Deines Beitrags aufgegriffen hat, sollte es naheliegend sein, dass ich diesen relativ konzentriert gelesen habe. Eine überzeugende Begründung für diese konkrete Äußerung ist mir nicht aufgefallen, sonst hätte ich nicht nachgehakt. Den Vorwurf des Stereotypen halte ich für unbegründet.


    Quote

    Niemand betreibt undifferenzierte Gründerzeitbelächlung


    Wäre mir neu.


    Quote


    Den Zustand von 1890 bis 1945 als unabänderlichen Inbegriff von "Dresden" zu postulieren, geht mE nicht an.


    Dresden wurde kriegszerstört und ich befürworte eine Orientierung am unmittelbaren Vorkriegszustand. Diesen radikalen Eingriff in die städtebauliche Geschichte Dresdens gilt es m.E., schrittweise rückgängig zu machen, gerade weil danach fast ausschließlich regionalfremd gebaut worden ist. Natürlich nur bis zu einem realistischen Grad und gerne inklusive origineller Neuschöpfungen. Ich wüsste nicht, warum ich das vorgründerzeitliche Dresden als Maßstab zu Rate ziehen sollte, falls Du darauf anspielst. Dresden war ein Gesamtkunstwerk und ich denke nicht, dass Erich Kästner die gründerzeitlichen Erweiterungen ausgeschlossen hatte, als er vom bezaubernden Akkord sprach.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Entscheidungen können immer in eine oder eine andere Richtung getroffen werden. Manchmal lassen es die (Macht-)Verhältnisse nicht zu, dass bestimmte Optionen zum Zuge kommen. Deshalb aber muss man sich nicht mit irgendwelchen angeblich unabänderlichen Gegebenheiten abfinden. Insofern stimme ich hier "youngwoerth" zu. Lieber bestimmte Areale erst einmal brach lassen, ein bischen begrünen und herrichten. Schrebergärten werden vielleicht recht bald auch wieder stärker nachgefragt. Die gezeigten Betonburgen jedenfalls sind kein adäquater Lückenfüller, um eine positive Urbanität zu erzeugen.

  • Quote

    Insofern stimme ich hier "youngwoerth" zu. Lieber bestimmte Areale erst einmal brach lassen, ein bischen begrünen und herrichten.


    Sehe ich genau so. Lieber warten und gut, als sofort und katastrophal.


    Quote

    Das würde ich nicht so sehen - Schützengasse, Am Schiesshaus und Grüne Straße existieren schon noch und sind auch noch deutlich erkennbar entlang des alten Straßenverlaufs vorhanden und teilweise sogar noch bebaut. Man könnte also die bestehenden Strukturen durch Lückenschlüsse vervollständigen...


    Genau darauf weise ich ja erstens auch ständig hin, wie wichtig gerade im Bereich westlich der City die Vernetzung zwischen der erhaltenen Bausubstanz mit dem im Wiederaufbau begriffenen Zentrum ist. Dies geht m.E. nur mit adaptiver i.e. Europäischer anstatt disruptiver Architektur. Zerreissende Architektur wie die neue Musikhalle sind komplett inakzeptabel. Wobei ich bemerken muss dass ich diesen Neubau als Solitär sogar sehr gut fände, aber nicht wenn er in eine historische Gasse gezwängt wird.


    Zweitens, entscheidend darf nicht nur sein, ob noch erhalten Bausubstanz in einem Strassenzug vorhanden ist, sondern wie wichtig dieser Strassenzug für das Stadtgefüge ist. Beispiel: Strassen wie die Weisse Gasse oder die Münzgasse wurden ja vollständig abgeräumt, nicht ein einziger Centimeter alter Bausubstanz steht dort noch. Hier wurde Europäische, oder wie Woerth sagt, dresdentypische Architektur aus dem Nichts erschaffen. Das Ergebnis spricht für sich, keine Strassen der Dresdner City sind zum Ausgehen so beliebt wie Weisse Gasse oder Münzgasse. Und die Frage, ob es sich hier um Touristen oder Dresdner handelt, ist müßig, Dresden ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus der ganzen Welt, Amsterdam und Prag "leiden" unter dem gleichen Schicksal - es ist nun mal das "Los" einer attraktiven Stadt, geliebt zu werden. Es soll schlimmeres geben... :wink:


    Entscheidend sollte nicht nur die Frage sein, steht dort noch etwas, sondern wie wichtig ist diese Strasse, auch dann wenn sie vorrübergehend verschwunden ist. Rampische Strasse und die beiden erwähnten Gassen sind aus dem Nichts entstanden, sie sind wichtig, sie sind ein voller Erfolg. Mein Fazit: Wenn strukturell erforderlich, sollte ein Strassenzug bzw. Platz in totalzerstörten Städten auch aus dem Nichts wiedererstehen "dürfen", wobei zweitrangig ist, ob es original-Reko ist wie in der Rampischen Str. oder Adaption wie in der Weissen Gasse. Daraus ergibt sich aber logisch folgernd, dass dies in teilerhaltenen Strassen wie Schützengasse etc. um so mehr gelten muss.


    Leider berücksichtigt das Stadtplanungsamt weder die eine, noch die andere Notwendigkeit.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

    Edited 3 times, last by Petersburg ().

  • Dieser Tage haben massive Baumfällarbeiten die bauvorbereitenden Maßnahmen der USD-Immobilien für ihr Vorhaben in der Freiberger Straße eingeläutet. Und erwartungsgemäß erhebt sich abermals Widerstand, der Unterstützung durch die Grünen und NABU erfährt.
    So wünschenswert die Verdichtung der Innenstadt und demnach illusorisch eine Beibehaltung des breiten "Abstandsgrüns" zur Freiberger Straße auch ist, so recht hat man doch mit der Kritik an diesem konkreten Vorhaben. Statt erst einmal funktionslose Brachflächen etwa am Postplatz zu füllen, werden hier zu Gunsten der Sanierung dreier übler Plattenbauten Erholungsflächen für die nächsten Anwohner in einem Ausmaß und in einer Art und Weise zerstört, die aus städtebaulicher Sicht absolut fragwürig sein dürften. Insofern kann man auch hier der Dresdner Stadtplanung abermals ein verheerendes Zeugnis ausstellen.

  • In der Wilsdruffer Vorstadt wird weiterhin fleißig Wohnraum geschaffen.



    Direkt am barocken Schießhaus (links im Bild) entsteht ein neuer Wohnblock.



    Aus der Straße Am Schießhaus, die derzeit fit für die Zukunft gemacht wird, bietet sich dieser Blick. Links an die Brandwand anschließend werden weitere Wohnbauten entstehen. Der Hintergrund mit dem zarten Grün knospender Bäume wird hingegen hoffentlich recht bald vom neuen Ramada-Hotel im Herzogin Garten eingenommen werden.


    Bilder sind von mir.

  • Während die Stadt die Straßen Am Schießhaus sowie die Schützengasse und Teile des Schützenplatzes erneuert, wird weiterhin fleißig gebaut.



    Hier sehen wir rechts die Ostflanke des Schützenplatzes. Während direkt an den bestehenden Neubau anschließend ein weiteres sehr schmales Apartmenthaus errichtete werden soll, plant man direkt an der Ecke (der eigentlichen Ostseite des Platzes), zwischen Schützenplatz, Am Schießhaus und Feigengasse, den Bau eines massiven Wohnblockes, der hier auch schon einmal besprochen wurde.



    Am Schießhaus wird gegenwärtig ein weiterer Wohnblock errichtet. Architekten sind, wie bei "Columbus" üblich, die "Planpartner".


    Hier kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen:


    http://picture.immobilienscout…74661375-0.pdf?1811861644



    Gegenüber dem barocken Schießhaus streben die Neubauten extrem in die Höhe und versprechen damit einen gewöhnungsbedürftigen Kontrast.


    Kontrastarm, dafür aber architektonisch vollkommen belanglos, nimmt sich der folgende Neubau der Käßner-Architekten in der Schützengasse aus. In Trauf- und Firsthöhe, sowie den Fensterformaten und der Geschossigkeit, passt er sich seinem klassizistischen Nachbarn wahrlich frappierend an. Wenig glücklich erscheint hingegen die Eckausbildung, die die blockhafte Kubatur des Baues konterkariert und die Fassung des Straßenzuges wenig glücklich erscheinen lässt.


    Aber seht selbst:



    Die Fassadenabwicklung wird durch Risalite und kastenförmige Erker stark gegliedert.



    Die offenen Loggien konterkarieren den klassisch blockhaften Eindruck des Baues und nehmen ihm seine sammelnde Ruhe. Besser wirkt hingegen die Verglasung des nördlichen Seitenrisalites.


    Weitere Informationen:


    Architekturbüro Käßner


    Bilder sind von mir.

  • Bilderbuch: Erstmal vielmals merci für die Bilder! Meinst du mit den Loggien die Dinger an der Ecke? Die finde ich in der Tat auch zu grob und mit zu wenig Feingefühl erstellt.


    Die Glas-Erker allerdings find ich auch akzeptabel, bin zwar sonst beileibe kein Freund von exzessischen Glasflächen, aber der Grund warum mir die Gebäude gefallen: Sie erinnern stark an die Töpferstrasse in Dresden, und die ist eigentlich, auch wenn nicht perfekt, recht gelungen und akzeptabel. Dort hat man ähnliche Glaserker, diese hier sind sogar etwas zurückhaltender, finde ich in Ordnung.


    Das ganze Projekt hat meinen Segen! Selbst mit den Kastenförmigen Eck-Loggien, die sind in der Tat ein Fehler, aber gut, das Projekt als Ganzes ist m.E. eher positiv. Dieses Columbus-Gebilde, mit diesen unmöglichen "Strichcode"-Fenstern (eine scheussliche Marotte die sich leider immmer mehr ausbreitet, weil man zwanghaft "modern" sein will um jeden Preis) finde ich hingegen eher zweifelhaft.


    Käßner hingegen scheint der einzige Dresdner Architekt zu sein, der etwas begriffen hat. Er hat Lob verdient.

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • In der Wilsdruffer Vorstadt wird weiterhin fleißig Wohnraum geschaffen.
    [...]

    Aus der Straße Am Schießhaus, die derzeit fit für die Zukunft gemacht wird, bietet sich dieser Blick. Links an die Brandwand anschließend werden weitere Wohnbauten entstehen. Der Hintergrund mit dem zarten Grün knospender Bäume wird hingegen hoffentlich recht bald vom neuen Ramada-Hotel im Herzogin Garten eingenommen werden.


    Bilder sind von mir.


    Da in diesem Jahr noch zwei weitere Wohnbauten direkt am Schützenplatz errichtet werden sollen, empfiehlt es sich weitere Planungen für 2013 anzustellen. Deshalb hat schon heute die Vermarktung eines an die hier zu sehende Baustelle angrenzenden Wohnblockes mit der Adresse "Am Schießhaus 4" begonnen. Entstehen sollen zehn Eigentumswohnungen im "Bauhaus-Stil".
    Aha...


    Hier die Lage:


    Immobilien, Wohnungen, Häuser


    Und eine Skizze:


    Immobilien, Wohnungen, Häuser

  • Gestern befand sich seit längerer Zeit einmal wieder ein Artikel zum sogenannten Kunstviertel in der SZ. Der Grund-Tenor war allerdings verhalten pessimistisch.
    Zwar hat der Initiator, Hanno Höyng, schon einige Investoren und Architekten akquiriert, die Grundstücksvehandlungen laufen aber nur recht schleppend. Das liegt zum Teil daran, dass sich die bisherigen Besitzer nach Jahren des Nichtstuns plötzlich vorstellen können, ihre Flächen selbst zu entwickeln. Aber das gehört zu einem gepflegten "Verkaufs-Poker" wohl dazu.
    Indessen hat Höyng für den Bau der Kunsthalle den Architekten Edwin Chan verplichtet. Der Bau soll 42. Mio. Euro kosten. Für das 32 m hohe Hotelgebäude steht er außerdem in Verhandlungen mit zwei potentiellen Hotelketten.
    Falls die Grundstückankäufe bis zum Frühjahr 2013 abgeschlossen sind, könnte der Bau noch im Jahr 2014 beginnen. Schauen wir mal...

  • Quote

    Im Zentrum entstehen neue Wohnungen


    Der Bauboom geht weiter. Die Firma USD errichtet an der Freiberger Straße neue Gebäude und saniert drei Hochhäuser.
    Bis 2015 soll sich an der Westseite des Postplatzes ein neues Bild bieten. Dann will der Dresdner Bauträger USD Immobilien ein rund 32 Millionen Euro teures Vorhaben umgesetzt haben. Saniert werden sollen die drei Hochhäuser Freiberger Straße 2, 4 und ...


    Schsische Zeitung [online] - Nachrichten Sachsen: Lokale News, Politik, Veranstaltungen, Wirtschaft

  • Die SZ liefert uns heute (21.09.2012) einen Überblick über die Bauvorhaben der Columbus rund um den Schützenplatz.


    - Das aktuelle Bauvorhaben Schießhaus 2 sowie die Stadthäuser in der Feigengasse sollen noch im November ihren Nutzern übergeben werden. Es entstehen 25 Wohnungen und 2 Ladeneinheiten.


    - Dieser Tage startete das Bauvorhaben Schützenplatz 10. Es sollen sechs Wohnungen mit je 100 qm Größe entstehen. Die Fertigstellung ist für Oktober 2013 avisiert.


    - Im November beginnt der Bau des Eckhauses Schützenplatz 2/Schießhaus 6. Es entstehen 17 Wohnungen mit einer Größe von 90 bis 300 Quadratmetern. Ende 2013 soll auch dieser Bau bezugsfertig sein.


    - Die außergewöhnlich hässliche Bauruine in der Schützengasse 13 wird auch weitergeführt. Hier soll der Firmensitz der Columbus entstehen. Die Fassade des Gebäudes wird "mit Gold verkleidet".


    - Im März 2013 startet das Bauvorhaben Schießhaus 4/Trabantengasse. Es sollen weitere 20 Wohnungen mit Größen zwischen 87 und 172 Quadratmetern entstehen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2014 geplant.


    Wer diese Aufzählung für recht ehrgeizig hält, sollte mit der Tatsache konfontiert werden, dass, abgesehen von dem im nächsten Jahr startenden Vorhaben, bereits alle Wohnungen verkauft sind. Die Käufer sollen übrigens zu einem Drittel aus dem Ausland stammen.
    Abgesehen von der dringend gebotenen Urbanisierung halte ich es für einen gewissen Konstruktionsfehler, dass die gesamte Fläche nur durch einen Investor entwickelt wird. Da sich dieser auf eine eindeutige Architektursprache festgelegt hat, wird die Gegend entsprechend wenig abwechslungsreich.