Dresden - die Wilsdruffer Vorstadt

  • Diesen Monat wird der neue Konzertsaal der Hochschule für Musik eingeweiht. Habe mir den Bau gestern mal genauer angeschaut. Äußerlich wirkt er wie von einem anderen Stern. Schade, dass sich die wenigen historischen Bauten direkt gegenüber nun noch bedrängter fühlen müssen:



    Wegen der ungünstigen Lichtverhältnisse konnte ich keine Innenaufnahmen machen. Nur soviel kann ich versichern: die Qualität des Innenausbaus lässt sehr zu wünschen übrig. Neben sehr viel Sichbeton kann man auch z. B. in der Bibliothek im Kellergeschoss dekonstruktivistische Schrägen bewundern. Sehr billig wirken die Treppenhäuser. Schlecht verarbeitetes weiß gestrichenes gestanztes Blech lockert die Betonoptik etwas auf.


    Link: http://www.hfmdd.de/index.php?id=850

  • Abgesehen davon, dass ich den Bau in dieser Gestalt an der Stelle ungeeignet finde-- es ist doch alles schon einmal da gewesen: Siehe Musikhochschule Köln und Hannover aus den frühen 70ern!

  • mhm...schade zu hören, dass dieses Gebäude, wenn schon nicht durch sein Äußeres doch wenigstens durch sein Inneres überzeugen kann. Ach ist das ein Armutszeugnis für unsere heutige Zeit...einzig die Nutzung begrüße ich sehr....


    Gruß DV

  • Die Baugrube hatte ich auch schon vor einigen Wochen gesehen. Allein die Internetrecherche erbrachte keine Informationen bezüglich des Projektes. Die nun von dir gefundenen Pläne lassen zwar keine hochkarätige Architektur erwarten, sind aber insgesamt solide und durchaus altstadtverträglich. So gesehen ist das Bauprojekt positiv zu bewerten und bildet einen weiteren Baustein hin zur Komplettierung des sogenannten Musikviertels, dem es leider doch sehr an Lebendigkeit fehlt.
    Bisher hatte sich hier vornehmlich die Columbus engagiert, die mit ihrer kompromisslos modernen Architektur doch ein etwas günstigeres Klima erschaffen konnte, als es die postmodernen Versuche der frühen 90'er vermochten. Mal sehen was in den nächsten Jahren aus der Gegend wird!


    Aktuelle Projekte

  • Zum wiederholten Male bietet die SZ dem kaum greifbaren "Phantom"-Verein Zeitgenossen eine Plattform, uns mit ihren seligmachenden Ergüssen zu beglücken.


    Zum Verein:


    Quote

    Zeitgenossen ist ein Verein, in dem Architekten, Stadtplaner und Bürger einen fundierten, kulturvollen Dialog führen wollen. Die Zeitgenossen wollen dabei auf die Potentiale und Qualitäten der Dresdner Baukultur aufmerksam machen und sich zu aktuellen Stadtraum- und Architekturthemen äußern.


    In dem kurzen Aufsatz von Matthias Horst geht es um den Konzertsaal der Hochschule für Musik, der 2006 bis 2008 nach Plänen des Stuttgarter Büros Hammeskrause errichtet wurde, und aus dem ich folgend zwei Abschnitte vorstellen möchte.


    Quote

    Der Konzertsaal der Hochschule für Musk "Carl Maria von Weber" wirkt wie eine moderne Skulptur. Die verschieden angeordneten Platten scheinen zur Musik zu tanzen, sie lassen schon von außen ahnen, was sich im Inneren abspielt. Der Komplex ist hochgradig funktional, hier wird Musik erlebbar gemacht. Das ist ein ehrlicher und offener Bau, ganz anders als die alten Gebäude, bei denen man sich hinter dicke Mauern zurückzieht.


    Dieser Abschnitt wirkt in seiner infantilen Naivität hochkomisch und lässt jegliches Einfühlungsvermögen vermissen. Bei diesem leicht dekonstruktivistischen Gebäude mit seiner schweren Masse von einem tanzenden Baukörper zu sprechen fällt zumindest schwer. Was sich im Inneren des Baus abspielt, ist meiner Meinung nach nur durch die großflächig verglasten Bereiche ersichtlich, die mehr und mehr mit Vorhängen und Regalen verbarrikadiert werden. Ob dadurch Musik erlebbar gemacht wird, kann als Frage durchaus offen bleiben.
    Gegenüber diesen harmlosen Vorbemerkungen wirkt der letzte Satz des Abschnittes geradezu erschreckend. Hier werden die Kampfbegriffe der Klassischen Moderne bemüht, die die letzten 50 Jahre der kunsthistorischen Aufarbeitung des Historismus vergessen machen. Ehrlichkeit und Offenheit stehen den dicken feuchten Mauern luft- und lichtloser Altbauten gegenüber. Es ist grotesk!


    Quote

    Der große Komplex mit einem Bruttorauminhalt von 25600 Kubikmetern passt sich gut in die Bebauung der Schützengasse ein. Allerdings fehlt noch das Pendant auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Da kann man nur auf weitere Bauherrn hoffen.


    Obwohl noch ein Pendant vis-á-vis zu fehlen scheint, passt sich der Bau sehr gut in die Gassenstruktur der Vorstadt ein?
    Mit diesen Sätzen will man wohl vergessen machen, dass sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht nur Brachland befindet, sondern auch die letzten Reste der vorstädtischen Bebaaung der Wilsdruffer Vorstadt. Diese besteht aus dem Dreiseithof des Umweltzentrums e.V. und den niedrigen einstöckigen Häusern im Anschluss, deren Bausubstanz zumindest aus dem 18. Jahrhundert stammt.
    Die für den Stadtteil wertvolle ensemblebildende Bebauung wird durch den schweren weißen Baukörper, der die Herkunft des Architekturbüros zu verraten scheint, schier erdrückt und damit empfindlich gestört. Man mag sich nicht vorstellen, was diese Bebauung nach sich ziehen wird!


    Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, ich halte den Erweiterungsbau der Musikhochschule nicht für das Schlechteste. Allerdings sollte doch die Frage erlaubt sein, ob sich die "Zeitgenossen" mit derartigen Essays einen Gefallen tun, zeugen sie doch von einer wenig fundierten Auseinandersetzung mit der Materie und einer mangelnden Bereitschaft zur Selbstreflexion. Mit derartigen Aufsätzen wird man eines sicherlich nicht erreichen, nämlich einen kulturvollen Dialog!


    Hochschule fr Musik "Carl Maria von Weber" Dresden - Anbau von Brenner & Partner - 2006 - 08

  • Quote from "Christoph"

    Heute bin ich an der Schützengasse vorbei gekommen. Dort wird derzeit die Baugrube für ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Die Planungen machen auf mich einen positiven Eindruck:


    http://pressemitteilungen.file…schutzengasse-dresden.jpg


    Warum gibt es nicht mehr Neubauprojekte von dieser Art!?



    Stimme zu! :-). Sieht nicht schlecht aus. Könnte zwar noch etwas verbessert werden der Entwurf, aber im Vergleich zu den "modernen" Bauten die man in Dresden gewohnt ist, ist dies hier ja beinah hervorragend.


    Weisst du zufällig wo genau die Baugrube ist, Christoph? Die Schützengasse ist ja lang, ist das direkt das Südende Ecke Wilsdruffer?

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Natürlich möchte ich euch die aktuell am Schützenplatz laufenden umfangreichen Baumaßnahmen nicht vorenthalten. So sind jetzt die Gerüste am ambitionierten Apartment-Haus der Planpartner-Architekten gefallen, das durch einige Anleihen am gewichtigen Volkshaus von 1930 zwar gerade in das Ensemble passt, letztlich aber leider nicht gänzlich überzeugt. Auf den umliegenden Brachflächen gibt es allerdings noch ein ausgedehntes Versuchsfeld!



    Fassadenmaterial und Geschossigkeit passen zum Volkshaus. Leider aber wirkt die mit viel zu großen unregelmäßigen Öffnungen versehene Wandscheibe viel zu flächig. Hier hatten die frühen Planungen, auch wenn da die Fassade eher einem Raster glich, etwas mehr versprochen.



    Im Zusammenhang fallen die zu großen meist horizontalen Fassadeneinschnitte schwer ins Gewicht. Außerdem hätte man dem Bau mit etwas auffälliger lackierten Lamellenläden (flaschengrün, rostrot) einen größeren Gefallen getan.


    Gleich rechts neben dem Planpartner-Bau dürfen sich nun Klinkenbusch und Kunze probieren!



    Die "Visualiserung" verspricht anspruchsloseste Massenware, die keinerlei Auseinandersetzung mit dem Bestand vermuten lässt. Es geht also noch schlimmer!


    Bilder sind von mir.

  • ^^^
    Unglaublich schlecht. Ehrlich, wem gefällt denn sowas?


    Zu dem Haus in der Bautzner Str: Nebenan ist doch Pfunds Molkerei, nichtoder? Blasphemie!

  • Die Wilsdruffer Vorstadt, zwischen Elbe, Bahnbögen, Freiberger Straße und Postplatz gelegen, sollte meiner Meinung nach langsam in einem eigenen Strang thematisiert werden!
    Nicht nur liegt der Stadtteil im Zentrum und dazu recht promimemt, sondern er hat, zumindest für Dresdner Verhältnisse, noch einiges an Altbausubstanz bewahren können. Dazu kommt eine langsam aber stetig stattfindende bauliche Entwicklung, die für die nächsten Jahre viel erwarten lässt. Neben Schützenplatz und Schützengasse, die nach und nach mit teils hochwertigen Wohnhäusern bebaut werden, wären hier das städtische Zukunftsprojekt Kultur-Kraftwerk-Mitte am Wettiner Platz und die immer wieder ins Gespräch gebrachte Fläche des Herzogin Garten zu nennen.
    Daneben rückt jetzt wieder das sogenannte Packhofviertel zwischen Ostraallee und Devrientstraße in den Fokus der Immobilienentwicklung. Hier soll bis 2016 auf 29.000qm ein kleines multifunktionales Stadtviertel entstehen. Die Kosten werden auf 170 bis 200 Mio. Euro geschätzt.


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Kunsthalle am SZ-Hochhaus geplant

  • Einige Eindrücke aus der Wilsdruffer Vorstadt:


    Das Kraftwerk Mitte, ab Ende des 19. Jahrhunderts sukzessive errichtet, stellt ein besonderes Industriedenkmal der Stadt Dresden dar, da das Ensemble einen Architekturquerschnitt vom Historismus bis zur Neuen Sachlichkeit bietet. Nach der Stilllegung der Anlage zu Beginn der 90'er Jahre gab es viele hochfliegende Pläne, die allerdings nie umgesetzt wurden. Zur Zeit befinden sich auf dem Kraftwerksgelände das Dresdner Energiemuseum und ein Club.
    Zudem plant die Stadt die Entwicklung des ehemaligen Kraftwerks zu einem Kulturstandort von Rang. Hier sollen die Operette und das Theater Junge Generation vereinigt werden und eine zeitgemäße Spielstätten erhalten. Zahlreiche Unternehmen aus der sogenannten Kreativbranche haben die Planungen zum Anlass genommen, sich die Synergieeffekte einer solchen Ansiedlung zu Nutze zu machen und drängen ebenfalls auf das Gelände. Allerdings fehlt es noch immer an verbindlichen Zusagen der Stadt, die, wieder einmal ohne richtiges Stadtoberhaupt, visionslos dahindümpelt.



    Gasse zwischen West- und Lichtwerk



    Man beachte das feine gut erhaltene Fassadenrelief, das nur eine schonende Aufarbeitung benötigt.


    Heiz-Kraftwerk Wettiner Platz Dresden von Paul Wolf - 1926-28, Abriss Kesselhaus: 2006


    Kraftwerk Mitte als neuer Kulturstandort


    Am Wettiner Platz befindet sich schon ein wichtiger Kulturstandort, nämlich die Musikhochschule Carl Maria von Weber, die u.a. im Altbau des ehemaligen Wettingymnasiums untergebracht ist. In den letzten Jahren fand eine Erweiterung statt, wobei es zur Errichtung eines Komzertsaales kam, der nicht unumstritten ist.



    Konzertsaal (links) und Verbindungsbau zum alten Trakt.


    Hochschule fr Musik "Carl Maria von Weber" Dresden - Anbau von Brenner & Partner - 2006 - 08


    Vis-á-vis kann man noch einen Rest der alten Vorstadtbebauung bewundern, die, mittlerweile liebevoll saniert, u.a. vom Dresdner Umweltzentrum genutzt wird.



    An der Schützengasse wirkt der Kontrast zwischen Vorstadthäusern und Konzertsaal extrem brutal!


    Ein anderes wichtiges Element der Wilsdruffer Vorstadt ist die sogenannte Neue Terrasse, die aus Kulkas Landtag, dem Hotel im ehemaligen Erlwein-Speicher um dem ICC von Storch Ehlers und Partner besteht. Über die Architektur kann man sicherlich streiten, wobei ich sagen muss, dass die Qualität von Sanierungen und Neubauten absolut überzeugt!



    Das Kongresszentrum wurde von 2001 bis 2004 errichtet. Aufgrund seines Raumprogramms ist es funktional allerdings nicht unumstritten.



    Die frei zugängliche langsam ansteigende Terrasse bietet einen tollen Ausblick auf die "Altstadt". Im Mittelgrund erkennt man den Plenarsaal von Kulkas Landtag.


    Zwischen Kongresszentrum und Landtag befindet sich der von 1913 bis 1914 in Stahlbeton-Skelett-Bauweise errichtete ehemalige Stadtspeicher von Hans Erlwein. Nachdem er nach der Wiedervereinigung eigentlich das Domizil der sächsischen Staatsbibiothek werden sollte, wurde er von 2004 bis 2006 zum Hotel umgebaut. Beeindruckend ist nicht zuletzt das Atrium geworden, von dem ich zur Zeit leider kein Bild zu haben scheine.



    Blick von der Neustadt.


    Bilder sind von mir.

  • Sächsische Zeitung vom 09. Juni 2011

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Ich finde die Idee auch genial! :daumenoben:


    Gerade hier, außerhalb des historischen Bereiches stört mich spektakuläre moderne Architektur nicht im geringsten, hier zerstört sie kein Ensemble. Selbst der höhere Bau erreicht ja nur die Höhe des Erlweisspeichers. Und Dresden braucht längst - um weiterhin mit München mithalten zu können - neben den Alten- und Neuen Meistern auch die Gallerie der modernen Meister.


    Vielleicht gelingt es der GHND ja, hier einen Kompromiss auszuhandeln, nach dem Motto: Wir unterstützen hier bewusst moderne Architektur, wenn am Neu- und Neustädter Markt - wo sie so fehl am Platz ist - auf weitere Brüche verzichtet wird.

  • Gerade hier, außerhalb des historischen Bereiches stört mich spektakuläre moderne Architektur nicht im geringsten, hier zerstört sie kein Ensemble.


    Da war auch noch ein kleines Bildchen dabei: http://www.sz-online.de/bilder/2011_06/gr_2784462_1.jpg


    Untertitel: So könnte die Stadtsilhouette mit dem Hotel-Neubau an der
    Marienbrücke aussehen. Renommierte Architekten sollen eine
    hervorragende Architektur entwickeln, die sich ins Stadtbild einfügt.
    Ansicht: Arge Ostra-Development

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  • Nu ja. Kunsthallen und deren Nichtbau haben in Dresden Tradition siehe Stella. Mal gucken wann diesem Projekt die Luft ausgeht oder ob es tatsächlich realisiert wird. Schön für Dresden wäre es allemal. Rein nach Baugefühl beurteilt, reiht sich dieses Projekt in den Musicaltheaterneubau am Ferdinandplatz, dem Historischen Dresdner Stadtmodell in der Schweinehalle sowie sowie eben jener Stellakunsthalle und der "Hafencity" im Dresdner Pieschener Kartoffelhafen ein. Hohe Wellen schlagen und kein Tiefgang. :whistling:

  • Rein nach Baugefühl beurteilt, reiht sich dieses Projekt in den Musicaltheaterneubau am Ferdinandplatz, dem Historischen Dresdner Stadtmodell in der Schweinehalle sowie sowie eben jener Stellakunsthalle und der "Hafencity" im Dresdner Pieschener Kartoffelhafen ein. Hohe Wellen schlagen und kein Tiefgang. :whistling:

    Diese These halte ich für durchaus gewagt! Hier geht es nämlich nicht um ein monofunktionales Tourismusprojekt, sondern es existiert ein mehr oder weniger ausgefeiltes Konzept, das mehrere Funktionen miteinander vereint und nicht vollkommen weltfremd auf den Aufbau eines Musicaltourismus mittels eines Stückes setzt, das mit Dresden ähnlich viel zu tun hat wie Dürer mit Murmansk.
    Der Investor scheint vergleichsweise seriös, kommt er doch nicht etwa nur mit Namen und Ideen, sondern er hat auch schon einige Grobpläne mitgebracht. Insofern bin ich recht euphorisch. Soll doch die Moderne in Dresden einmal zeigen was sie kann. Eine weitere Altmarktgalerie brauchen wir jedenfalls nicht.

  • Soll doch die Moderne in Dresden einmal zeigen was sie kann. Eine weitere Altmarktgalerie brauchen wir jedenfalls nicht.


    Ich kann nichts konkret zu diesem Projekt sagen, da ich seine Realisierbarkeit und städtebauliche Auswirkung nicht beurteilen kann. Aber zu oben angeführtem Zitat möchte ich kurz anmerken, daß es (vermutlich ungewollt) suggeriert, die Moderne könne nicht zeigen, was sie kann. Dies entspricht aber mitnichten doch der gesellschaftlichen Realität. In großer Mehrzahl sind die derzeitigen Baumaßnahmen solche vom Geist der Moderne inspirierte. Auch die Altmarktgalerie ist weder eine Rekonstruktion noch ein historisierender oder traditionalistischer Bau, sondern ein Bau der Moderne. Die Moderne hat sich nicht nur bei den Bundesbauten, Botschaften und Ländervertretungen in Berlin ausgelebt, beim "Frankfurthochvier"-Projekt in Frankfurt, bei der Hafencity in Hamburg, bald beim neuen Hauptbahnhof in München usw.usf. Vielleicht hat Dresden noch Nachholbedarf in Sachen Moderne (was man angesichts vieler Plattenblocks, der Prager Straße, des Wiener Platzes, des UfA-Kristallpalasts, des Umbaus des Militärhistorischen Museums usw. zumindest auch ein wenig anzweifeln darf), vielleicht möchte Dresden Frankfurt oder Hamburg oder Berlin ein wenig ähnlicher werden. Das kann ich aus der Ferne schlecht beurteilen. Indes, die Moderne hat sehr viele Orte, in denen sie zeigen kann, was sie kann. Und das seit Jahrzehnten. Meist allerdings überzeugt das Ergebnis nicht so richtig, zumindest doch nach Einschätzung vieler Bürger.

  • vielleicht möchte Dresden Frankfurt oder Hamburg oder Berlin ein wenig ähnlicher werden.

    Quote

    „Wir können uns als Stadt glücklich schätzen, dass wir in dieser Liga angekommen sind.“

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  • Aber zu oben angeführtem Zitat möchte ich kurz anmerken, daß es (vermutlich ungewollt) suggeriert, die Moderne könne nicht zeigen, was sie kann. Dies entspricht aber mitnichten doch der gesellschaftlichen Realität. In großer Mehrzahl sind die derzeitigen Baumaßnahmen solche vom Geist der Moderne inspirierte. Auch die Altmarktgalerie ist weder eine Rekonstruktion noch ein historisierender oder traditionalistischer Bau, sondern ein Bau der Moderne


    Ich leide nicht an Realitätsverweigerung!
    Allerdings ist es eine traurige Tatsache, und das wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass die Erzeugnisse modernistischer Architektur in Dresden, speziell auch nach der "Wende", auf ganzer Linie enttäuscht haben. Insofern sollen sich die Architekten meiner Meinung nach auf diesem Stück Stadt einmal zwanglos austoben dürfen und dann zeigen, ob ihre Bauwerke wirklich den "seelenlosen Kulissen" am Neumarkt überlegen sind und ob sie die "strengen Regularien" der Bauverwaltung wirklich derart einschränken, dass sie ständig versagen müssen.
    Ich jedenfalls bin auf die Ergebnisse ehrlich gespannt und hoffe, dass Dresden aus diesem "Experiment" in jeder Hinsicht ein Mehrwert erwachsen möge. So richtig daran glauben kann ich aber leider nicht.