Die Wilsdruffer Vorstadt

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    • Die DNN berichten heute über die Bauprojekte der Columbus-Immobilien am Schützenplatz.
      So werden gerade am Schießhaus 2 und in der Feigengasse 1-7, die extra neu angelegt werden musste, 25 Wohnungen und zwei Stadthäuser errichtet. Fertigstellungstermin ist der Herbst dieses Jahres.
      Seit 2004 versucht die Columbus, beginnend auf dem Grundstück Schützenplatz 1, das bis dahin vollkommen verwilderte Gelände zu entwickeln. Bis 2015 will man nach eigenen Angaben weitere 20 Mio. Euro in den Standort investieren und damit ca. 50 Wohnungen zwischen 80 und 300 qm Größe errichten. Als nächstes Projekt steht ein weiteres Wohnhaus am Schützenplatz 17 an.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Wohnblöcke der USD

      Laut SZ-Bericht vom Wochenende haben Bewohner der Freiberger Straße eine Landtags-Petition gegen die geplante Bebauung der USD eingereicht. Grund der Aktion ist natürlich nicht das Erscheinungsbild der noch in Planung befindlichen Wohnhäuser, sondern vielmehr der Wegfall von Grünflächen. Außerdem wird die mangelnde Einbindung und Information der Bewohner beklagt.
      Natürlich kann man den Protest gegen die Überbauung wenig pflegter Abstandsflächen mitten in der Innenstadt zumindest als skurril bezeichnen. Die Innenstadt braucht eine weitere Verdichtung und Nutzungsintensivierung! Allerdings betrachte ich die vorgesehende Bebauungsstruktur in dieser Hinsicht nicht wirklich als zielführend. Das Vor- und Zurückweichen der Blöcke manifestiert an dieser Stelle die Perforation des Straßenraumes und führt zu einer unnötigen Verdichtung der Blockinnenbereiche. Dadurch nimmt nicht nur die nutzbare Gartenfläche ab, sondern es kommt zusätzlich zu einer Verlärmung der Hofbereiche.
      Eine stringente straßenbegleitende Bebauung würde eben nicht nur den Stadtraum besser fassen und damit vielleicht eine stärkere Urbanität generieren, sondern auch eine Lärm-Barriere gegen den MIV und Straßenbahnverkehr bilden und den Bewohnern gleichhzeitig ein Höchstmaß an ruhiger Gartenfläche bieten. Aber die Stadtplanung wird sich schon etwas dabei gedacht haben!
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    • bilderbuch schrieb:

      Grund der Aktion ist natürlich nicht das Erscheinungsbild der noch in Planung befindlichen Wohnhäuser, sondern vielmehr der Wegfall von Grünflächen.

      Standard. Schade, dass die Dresdner Modernistenherrschaft wieder keinen argumentativ überzeugenden Gegenwind fürchten muss.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Auf folgender Web-Seite findet man interessante neue Visualisierungen zum USD-Projekt in der Freiberger Straße. Der Verkaufsstand des ersten Bauabschnittes ist wahrlich beeindruckend und demonstriert, dass Wohnraum in der Innenstadt stark nachgefragt wird. Zumindest das ist doch ein gutes Signal für die zentralen Brachflächen im Packhofviertel, am Herzogin Garten, Postplatz und Ferdinandplatz.

      Freiberger Str. 2

      Das einzige erhaltene gründerzeitliche Wohnhaus an der Freiberger Straße (Alfred-Althus-Straße 2) wird übrigens durch den letzten stadtauswärtigen Neubau verdeckt. Hier hätte ich mir einen kleinen intimen Stadtplatz mit Bäumen gewünscht. Schade!

      Besagtes Wohnhaus:

      de.wikipedia.org/wiki/Datei:Al…a%C3%9Fe_2-2b_Dresden.JPG
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • bilderbuch schrieb:

      Das einzige erhaltene gründerzeitliche Wohnhaus an der Freiberger Straße wird übrigens durch den letzten stadtauswärtigen Neubau verdeckt.

      Das letzte Stück Regionaltypik ist den Verantwortlichen eben nichts wert. Eisenhüttenstadt ist zeitgemäßer.
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    • Naja, jingel, SOVIEL Regionalspezifik ist da wieder auch nicht zu sehen - diese Bude könnte wirklich ÜBERALL stehen, ohne dass hier jemand ein Stück verpflanztes Dresden erblicken würde.
      Für mich ist es paradoxerweise genau umgekehrt: ich assoziiere gerade die Plattenbauten mit Dresden. Denn so etwas gibt es eben nur in der ehem. DDR. Nicht dass ich ein großer Fän davon bin, nicht, dass aus dieser Aussage irgendwelche Qualitätskriterien angesprochen wären. Aber es zeigt, dass man mit Verweisen auf die REGIONALSPEZIFIK nicht immer weiterkommt, und ganz sicher nicht im Zusammenhang mit historistischer Massenware. Eher wäre hier mit der guten alten "europäischen Stadt" zu argumentieren (was immer das auch ist).
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Immer dieselbe Leier. Nur weil Du an diesem Bauwerk nichts Dresdenspezifisches entdecken kannst, heißt das noch lange nicht, das das auch tatsächlich so ist. In Freiburg würde dieser Gründerzeitler nicht ins Bild passen. In Hamburg-Eppendorf ebensowenig. So schwer kann's doch nicht sein, das zu erkennen?!

      Plattenbauten gibt es nur in der DDR? Selbst wenn das so wäre, wären diese eben DDR-spezifisch und hätten nichts mit den lokalen Dresdner Bautraditionen zu tun.


      Edit: Natürlich gibt es ähnlichartige Gründerzeitler auch in anderen Städten. Die Frage ist: Sind diese vorherrschend für Stadt und Region? Für Freiburg wäre besagter Gründler nicht typisch, vielmehr die Variante "Roter Buntsandstein und gußeiserne Balkone". In Eisenach, Erfurt, Jena wiederum der rustikale Backstein-Fachwerkhistorismus und in Dresden die sächsische Variante in lieblicher Ausprägung, Elbsandstein included. Mit Semper/Nicolai gibt es dort zudem eine eigene Schule. Zeige mir jeweils einen typischen Straßenzug aus genannten Städten - ich denke fast, sie zuordnen zu können. :smile:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von youngwoerth ()

    • ich assoziiere gerade die Plattenbauten mit Dresden. Denn so etwas gibt es eben nur in der ehem. DDR.
      Also, Plattenbauten sind garantiert nicht ortstypisch, die gibt es wohl weltweit, natürlich im ehemaligen "Sozialismus" häufiger als in den westlichen Ländern (und z. B. in Bratislava noch wesentlich mehr als in Dresden).

      Aber selbst in Stuttgart gibt es solche Gebäude, beispielsweise in Stuttgart-Rohr mit deutlich sichtbaren Plattenfugen und sogar klassischen Waschbeton-Platten, von Asemwald – Wikipedia ganz zu schweigen...
    • Abgesehen davon, dass es mit der Semper-Nicolai-Schule spätestens seit 1890 vorbei war, ist besagter Bau - da muss ich ursus uneingeschränkt recht geben, wirklich von minderer Qualität.
      Mir ging es beim Zeigen des Bildes darum, in Zusammenhang mit den USD-Visualisierungen auf den wenig gelungenen städtebaulichen Entwurf einzugehen. Am östlichen Ende belässt man an der Freiberger Straße einen kleinen Platz, erhält desweiteren im Verlauf des Zuges durch das ständige Zurückweichen der Bebauung eine gewisse, hier vollkommen unnötige Auflockerung, und verstellt dann im Westteil ausgerechnet eine Platzsituation, die durch eine gewachsene Kleinteiligkeit so etwas wie Charme hätte ausbilden können. Diese Lösung ist absolut unbefriedigend und sorgt durch die Herstellung unschöner Sackgassen Angsträume, die jegliche Stadtplanung vermissen lassen.
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    • Nicht immer dieselbe Leier. Ich geb gern zu, dass von dir einmal hier eingestellte Gründerzeitstraßen in DD-Neustadt etwas spezifisch-dresdnerisches haben und unbedingt unter Denkmalschutz gehören.
      Aber nicht böse zu sein: dieses Haus in der Wilsdruffer Vorstadt kann in Brünn, Graz, Wien-Ottakring, Waldenburg/Schl oder Mukatschewo stehen. wobei es für Letzteres eventuell zu großstädtisch wäre.

      Es stimmt: DAS Land der Plattenbauten schlechthin war die CSSR. Aber die Platten dort sehen anders aus (und wurden zudem kaum in ältere Ensembles oder Stadtteile integriert. Ein Zerstörungs- und Wiederaufbauproblem gab es dort nicht so, auch nicht so große Stadtzentren, die man nicht erhalten konnte). Ich kann aber gut CSSR-Platten von DDR-Platten unterscheiden.
      So gesehen sind für mich die Dresdner Platten regionalspezifischer.
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    • Ich möchte noch anmerken, dass der gezeigte Gründerzeit'ler in der Alfred-Althus-Straße keinesfalls typisch für das Viertel war. Er scheint ja mit seiner Erbauungszeit nach 1900, ganz im Gegensatz zu der zwischen 1875 und 1890 bebauten Wettiner Straße, recht spät entstanden zu sein. Ansonsten waren große Teile der Wilsdruffer Vorstadt noch durch Bauten aus der frühen Neuzeit geprägt, die eine vollkommene Überformung durch den Historismus nicht zuließen. So wurden, abgesehen von diversen Durchbrüchen, nur vereinzelt Altbauten ersetzt, wodurch das Straßenbild weitgehend heterogen blieb.
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    • bilderbuch schrieb:

      da muss ich ursus uneingeschränkt recht geben

      Was zu erwarten war.

      Im Übrigen habe ich mit keinem Wort behauptet, dass dieser Bau sonderlich qualitätvoll wäre, allerdings hat er für mich durchaus Merkmale der Region - im Gegensatz zu dem, was die USD nun bauen will. Den von Dir angedachten Platzraum hätte ich mir an dieser Stelle auch gewünscht.

      Den Unterschied zwischen DDR-Platten und polnischen / tschechischen erkenne ich auch, ebenso natürlich die Differenz zu West-Platten. :smile:
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    • Immerhin hat es ein rot gedecktes steiles Dach, Baluster, Dreiecksgiebel, Löwenköpfe, Fensterrahmungen, ein Sockelgeschoss. Und ganz oben meine ich die sächsischen Farben im Wappen erkennen zu können. Finde ich immer noch (im großräumigen Sinne) regionaler, besser zum Kulturkreis passend als eine Flachdachplatte. Doch, wie man auch immer diesen Streit entscheiden möchte, wird vermutlich niemand hier bestreiten, dass das Gebäude zumindest vom ästhetischen Standpunkt und jenem der städtebaulichen Sinnlichkeit einer Betonplatte vorzuziehen ist.
    • Willkommen im Forum, Robsondd!

      Könntest du uns vielleicht noch sagen, worin deiner Meinung nach der Rückschritt im konkreten Fall besteht? Immerhin wird hier eine innerstädtische Brachfläche mit einem Wohnhaus bebaut.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Oh Mann, das sieht man in diesem Falle aber doch... Der Bau ist scheußlichster 70er Jahre-Rotz. :kotz:

      Das könnte man auch anders machen heutzutage...
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)
    • bilderbuch schrieb:

      Könntest du uns vielleicht noch sagen, worin deiner Meinung nach der Rückschritt im konkreten Fall besteht? Immerhin wird hier eine innerstädtische Brachfläche mit einem Wohnhaus bebaut.

      Stimmt bilderbuch, ich vergaß. Stuipde Baumasse in den brachliegenden Stadtraum geworfen - das reicht im heutigen Dresden ja schon. Entschuldige, aber das kann doch wirklich nur ein Witz sein?!? :wie:

      Oder geht es dir nur darum eine ausreichende Begründung für die missliebige Meinung "Robsondd"s zu diesem Projekt zu erlangen?
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DarkVision ()

    • dass da eine Brachfläche verschwindet ist einer der wenigen positiven Aspekte bei diesem Projekt. Ein weiterer ist, dass innenstadtnaher Wohnraum entsteht (, wobei sicher nicht der günstigste). Aber die Art wie es geschieht ist, wie gesagt meiner Meinung nach, fragwürdig. Das Gebäude wirkt in den Visualisierungen auf mich zur Straßenseite hin sehr verschlossen, liegt wohl an dem breiten fensterlosen Abschnitt im zweiten viertel des Baus (von links, in Abb. 1). Mit den versetzten Fensterreihen, die dann noch dazu kommen, wirkt es auf mich sehr unkreativ. Wie es dann fertig aussieht wird sich dann ja zeigen.
    • bilderbuch schrieb:


      Könntest du uns vielleicht noch sagen, worin deiner Meinung nach der Rückschritt im konkreten Fall besteht? Immerhin wird hier eine innerstädtische Brachfläche mit einem Wohnhaus bebaut.


      Entschuldigung? "Immerhin"? Das klingt ja fast so, als sei das Bebauen einer Brache Grund zur Freude, egal was darauf gebaut werden wird? Das ist aber eine sehr, sehr seltsame Frage, Bilderbuch. Jede grüne Wiese ist besser, als eine weitere Fehlplanung. Von scheusslichen Klötzen hat Dresden genug.

      Zu RobsonDD:

      Hallo und Willkommen im Forum! Ich möchte mich Dir gerne anschließen, und sehe das genau so wie Du. Dieses Projekt ist, genau wie fast alles angeblich "Moderne" des Stadtplanungsamtes eine einzige Katastrophe und eine Beleidigung fürs Auge. Diese ekelhaften Schizophrenie-Fenster haben mit Modernität nichts zu tun, denn dann müssten sie Ausdruck des Zeitgeistes sein. Ein solcher Zeitgeist ist nirgendwo zu erkennen. Diese angebliche "Mode" ist keine, sondern subjektiver Geschmack einer Minderheit von Architekten, die starrsinnig und unbelehrbar diesen destruktiven Unsinn weiterbauen.

      Grade im Bereich Schützenplatz/Wettiner Platz wäre die Chance, ein Stück Europäische Stadt wiederherzustellen, hier ist nämlich noch etwas unzerstörte (und dadurch in meinen Augen hochgradig wertvolle) Bausubstanz vorhanden. Und genau die wird, anstatt durch formensprachliche Adaption vernetzt, erneut durch eine "Brüche und Wunden"-Architektur gewaltsam auseinandergerissen. Manchmal denke ich, man sollte aufhören sich mit Dresden zu beschäftigen - weder meine Briefe an das unfähige Stadtplanungsamt noch das Beklagen hier im Forum haben bisher etwas verändert.

      Der Neumarkt wird ein einzigartiges Schmuckstück, gemeinsam mit Theaterplatz, Zwinger und Schloss wird hier ein geschlossenes, homogenes historisches Zentrum einer der schönsten Europäischen Städte wieder erlebbar. So schön und traumhaft das klingt, das Drumherum, und das alle wissen wir, wird unglaublich scheusslich sein.
      Wie würden Sie ein schönes Haus definieren? - Kollhoff : Ein schönes Haus ist ein schönes Haus. Es nimmt im Äußeren nicht nur Rücksicht auf die Umgebung, sondern ist dem Gemeinwesen verpflichtet, indem es dank seiner Konventionalität zur räumlichen und atmosphärischen Eigenart des Quartiers beiträgt.

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