Gengenbach

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    • Gengenbach

      Bürgerinitiative zum Schutz der Altstadt Gengenbach
      Bürgerinitiative zum Schutz der Gengenbacher Altstadt - Startseite

      Die Notwendigkeit einer BI in Gengenbach dürfte ein weiterer Indikator dafür sein, wie sehr der Modernismus zunehmend Altstadtsatzungen untergräbt und sich auch in bisher besonders geschützte Stadtensembles vorfrisst. Warum Neubauten im Ensemble eines der bedeutendsten Stadtbildern Baden-Württembergs wie am Beispiel Löwenbergareal ersichtlich ausfallen müssen, darauf gibt es keine vernünftigen Antworten.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Geplanter Abbruch des Hotels Salmen

      Nach dem Verkauf des Gebäudes an eine Wohnbaugesellschaft scheint der Abbruch des altehrwürdigen Hotels zu drohen:

      bo.de/Lokales/Offenburg/Salmen-rueckt-in-den-Fokus

      Der »Salmen« ist wohl die älteste der Gengenbacher Schildwirtschaften,
      die an den kunsthandwerklichen Aushangschildern erkennbar waren. Der
      »Salmen« mit dem Gangfisch oder Salm nahm dieses Wappentier in seinem
      Schild auf. In den meisten Fällen befand sich in der Nachbarschaft der
      Schildwirtschaften eine Schmiede oder Wagnerei. Beim »Salmen« war es die
      Schmiede Lipps. Ein Ensemble für Reisende: Herberge, Bewirtung,
      Instandsetzung der Pferdegespanne. Der erste der 22 Eigentümer wurde
      1510 beurkundet, 1976 die Gastwirtschaft aufgegeben, der »Salmen« ist
      heute ein Hotel, dazu gibt es eine Arztpraxis. Die rechte Haushälfte war
      von der Post belegt, die vor einigen Jahren auszog.

      Das Gebäude wurde 1786 abgerissen, kurz darauf folgte der Neubau mit
      Brauerei. Baumeister war kein Geringerer als Victor Kretz, Ratsmitglied
      der Freien Reichsstadt Gengenbach. 1784 wurde das prächtige Rathaus
      fertiggestellt, dieses imposante Gebäude entstand nach seinen Plänen im
      Übergangsstil von Rokoko zum Klassizismus. Weitere typische Gebäude aus
      jener Epoche sind das heutige Schuhhaus Armbruster sowie das Dach des
      Kaufhauses am Marktplatz, die deutlich die Handschrift von Kretz zeigen,
      typisch mit Mansarddach, das er aus dem Elsass einführte.


      Dennoch droht nun der Abbruch:
      Dem Objekt fehlt es an Originalität«, sagte Wolfgang Kaiser vom Referat
      Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Freiburg. »Denkmalpflege schützt
      die Bausubstanz, nicht das Erscheinungsbild«, so Kollegin Gitta
      Reinhardt-Fehrenbach, das Gros des Gebäudes sei »sehr verändert«, was
      noch da sei, wie Keller, Treppe und Dachstuhl, reiche nicht aus. Bis
      1964 sei der »Salmen« noch auf der Denkmalschutzliste gestanden, 1981
      nach baulichen Veränderungen im Gebäude und Überprüfung des damaligen
      Denkmalpflegers indes gestrichen worden. 2009 sollte
      Reinhardt-Fehrenbach dies überprüfen und bestätigte den Sachverhalt,
      auch weil die dortige Heimatgeschichte in diesem Gebäude heute an nichts
      mehr festzumachen sei.


      Hier ein weiterer Artikel:

      bo.de/Lokales/Offenburg/Der-Salmen-steht-vor-Abriss

      Es befindet sich außerhalb der historischen Altstadt an der Leutkirchstraße.

      Die Wohnbaugesellschaft plant dort eine Mehrfamilienwohnanlage mit 2, 3 und 4 Zimmer-Eigentumswohnungen,
      geschmackvoller Ausstattung, Aufzug und Tiefgarage:

      stuckert.de/stuckert-wohnbau/n…/leutkirchstrasse-13.html
    • Ravensberger schrieb:

      ....
      Dennoch droht nun der Abbruch:
      Dem Objekt fehlt es an Originalität«, sagte Wolfgang Kaiser vom Referat
      Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Freiburg. »Denkmalpflege schützt
      die Bausubstanz, nicht das Erscheinungsbild«, so Kollegin Gitta
      Reinhardt-Fehrenbach, das Gros des Gebäudes sei »sehr verändert«, was
      noch da sei, wie Keller, Treppe und Dachstuhl, reiche nicht aus. Bis
      1964 sei der »Salmen« noch auf der Denkmalschutzliste gestanden, 1981
      nach baulichen Veränderungen im Gebäude und Überprüfung des damaligen
      Denkmalpflegers indes gestrichen worden. 2009 sollte
      Reinhardt-Fehrenbach dies überprüfen und bestätigte den Sachverhalt,
      auch weil die dortige Heimatgeschichte in diesem Gebäude heute an nichts
      mehr festzumachen sei.


      Wundert uns dieser Materialfetisch der Denkmal-"schutz"-behörde? Nein, dass ein solcher prägender Bau in einem solch guten Zustand abgerissen werden soll, wundert uns leider nicht. Die Charta von Venedig gehört endlich dorthin wo sie eigentlich immer schon hingehört hat, auf den Altmüll.
    • Ergänzungen Abbruch Gasthaus Salmen

    • Mein Fazit:
      Der bemühte Neubau mit seiner absurden Fenstergliederung und "Versprossung", wenngleich eine optische Seltenheit, da besser als das was sonst an Investorenarchitektur nach Abbrüchen folgt, kann nicht über den Verlust des traditionsreichen Gasthauses mit seinem Mansarddach hinwegtrösten.


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    • Also den Neubau finde ich gar nicht so übel: die Fensterumrahnung mit regional (anmutenden) roten Sandsteinfarbe! Auch das Satteldach ist positiv zu bewerten. Nur das schöne barocke Portal vom Vorgängerbau hatte man retten können und in den Neubau eingefügt. Schade.
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    • Nicht so übel? Also dieses Haus ist eine Beleidigung für den Platz auf dem es steht. Diese total verschobenen Proportionen. "Stilvoll", wie diese plumpe Investorenarchitektur zu Marketingzwecken betitelt wird, ist
      sie aber ganz sicher nicht. Vielmehr zeugt sie von genau dem Gegenteil: absolut stillos.
      Man beachte die die Dachgauben (oder wie man diese aufgeblasenen Dinger zur Nutzraum- nein zur Profitmaximierung nennen soll).
      Über diese völlig verkorkste Pseudoversprossung an den Fenstern brauchen wir nicht zu sprechen. Manche Fenster mit Dekofensterläden, manche ohne, bei allen Fensterläden aber merkt man auf den ersten Blick aufgrund des proportionalen Missverhältnisses, dass diese nicht zum schließen gedacht sind, da die Fenster zu breit sind für die Fensterläden. Vollends absurd wird das natürlich dann, wenn sich an den "Fensterläden-Fenstern" die Rollläden schließen (wie auf dem Investorenfoto ganz rechts. Überhaupt diese seltsamen Fensterformate! Links steigt die verzinkte Industrieschornstein-Blechröhre empor, wie überhaupt auch Dachrinnen und Wasserablauf aus Zink sind statt wie beim Vorgänger aus Kupfer. Und was hat eigentlich der Vorgarten mitten in der Innenstadt verloren???
      Was für eine Ausfallstraße gerade noch erträglich ist, ist mitten in der Innenstadt eine schallende Ohrfeige für jeden Betrachter.
      Um Himmels Willen lassen wir uns doch bitte bitte nicht von so einem "Potjomkinschen Haus" blenden, für das ein Barockhaus abgerissen worden ist(!). Da hat der Investor versucht, mit ein paar Versatzstücken traditionelle Architektur vorzutäuschen und der Gemeinderat war wahrscheinlich auch noch froh darum. Diese Häuser sind noch mehr Gift für Ortsbilder als Brutalobauten, suggerieren sie doch, dass man historsche Bauten einfach ersetzen kann und es nicht so schlimm ist. Die nächsten folgen bestimmt, nur das man das mit guten Gewissen durchgehen lassen wird.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • @thommystyle™

      Der Neubau ist kein Freibrief für Abbrüche wie Du befürchtest oder eventuell suggerierst. Kritik am Abbruch und der Verlust des wertvollen barocken Gebäudes wurden hier und vor Ort mehrfach geäußert. Darin sind wir uns soweit einig, denke ich, und darüber müssen wir eigentlich nicht sprechen.
      Die Fensterthematik ist indes so wichtig, dass sie immer wieder, auch hier, angesprochen werden muss, insbesondere auch im Falle von Neubauten im historischen Kontext!
      Oder ist das deinerseits direkt/ indirekt womöglich ein Plädoyer für modernistische "Brutalobauten", welche, so derlei Situationen wie hier in Gengenbach entstehen, der "angemessener Ersatz" sein sollen? Ich habe fast den Eindruck und hoffe es dennoch nicht. Wenn ich Begrifflichkeiten wie "Potjomkinschen Haus" lese, horche ich auf, ist das doch die Sprache des Modernistenlagers...

      Trotz seiner Schwächen und vor dem Hintergrund des Abrisses ist das entstandene neue Gebäude tatsächlich das geringere Übel für das Stadtbild gegenüber jedem langweiligen Modernismus und Brutalobau.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von zeitlos ()

    • Nein, damit wollte ich sicherlich kein Plädoyer für Brutalobauten abgeben. Aber - und das liegt wahrscheinlich am geschulten Auge - liegen solche Bauten für mich qualitativ auf einer Ebene mit Brutalobauten. Brutalobauten negieren die Umgebung völlig und zeigen ihr offen den Stinkefinger. So ein Bau, wie der dort entstandene macht das wesentlich subtiler. Dieser Bau, behaupte ich, negiert ebenfalls die Umgebung und die Tradition in Materialwahl, Proportionen, der Tektonik und auch in der Lage. Wahrscheinlich ist das gar nicht absichtlich und der Architekt/Bauingenieur dachte, Wunder was er da entwirft. Es kaschiert halt nur äußerst notdürftig das es (zumindest architektonisch) Investorenschrott ist.
      Mag sein, dass der Begriff durch das Modernistenlager vorbelastet ist, aber meiner Meinung nach passt er hier sehr gut: das Haus versucht etwas darzustellen, was es nicht ist.

      Gerade für solche Bautypen gibt es übrigens aus den 20er und 30er Jahren hervorragende Beispiele, wie man es richtig machen könnte!

      Off-topic:
      Und dass solche Architektur durchaus geeignet ist, Stadträte zu beruhigen, und noch öfters mal den ein oder anderen Abriss Widerstandslos durchgehen zu lassen, ist denke ich nicht allzuweit hergeholt: anderes Bundesland, anderer Ort, vor kurzem ein Bericht über ein stattliches Sanatorium aus den 10/20er, Heimatstil, augenscheinlich ist das Haus zwar in Ordnung, der Besitzer will es aber nicht herrichten, Stadtrat zwiegespalten: soll man Abrissgenehmigung erteilen oder nicht? einige Stadträte sagten, der Besitzer könne sie bekommen wenn er das Haus möglichst so wieder aufbaut, wie es vorher dagestanden ist. Wie das dann ausgeht kann man sich natürlich jetzt schon vorstellen. Hinterher werden alle entgeistert davon sprechen, dass das so nie geplant gewesen sei und der Bauherr dieses und jenes versprochen hätte. Auf Bußgelder wird man wie meistens dann trotzdem großzügig verzichten und von einer "absoluten Ausnahme" sprechen.
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