Berlin - Alexanderplatz und ehem. Königsstadt

  • Hier ist noch ein Bild vom Bildindex mit den Behrensbauten


    Zuvor sah es auf jeden Fall besser aus. In den 30ern hat man übrigens auch den kleinen Park auf dem Alexanderplatz entfernt.

  • Es ist schon ein Witz, daß der Alexanderplatz 17 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer dieses kommunistische Gesicht aus DDR-Zeiten besitzt. Da sind mir, ehrlich gesagt, die 10 geplanten Hochhäuser schon viel lieber. Die geben Berlin den Flair einer Weltstadt und versperren den fürchterlichen Blick zu den Plattenbauten.

  • Ich bin auch absolut der Meinung, das da wo sowieso keine Chance auf Rekos besteht sollte man wenigstens klotzen. Von mir aus kann alles Nord-östlich vom Alex mit Hochhäusern zugepflastert werden.

    Am Ufer der Sonne wo die wesen vom sehen träumen ist in Echtzeit überall Nacht

  • Wenn die HHs ansprechend gestaltet sind (also nicht nur 100 Etagen glattes Glas), kann man sie von mir aus dort bauen. Kann nur besser werden und rekonstruiert wird so oder so nichts mehr...Was aber aus Alex und Belle-Alliance-Platz geworden ist, ist wirklich erschreckend.

  • Das Thema wird im DAF ausführlich besprochen, empfehle dir dort mal reinzugucken. 8)

    Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)

  • ja leider.. wenn die sich sogar schon beim berliner stadtschloss zu anstellen, dann wird eine rekor am alex erst recht nix.. vielleicht dauert es noch 10 jahre und man ändert irgendwann die richtung und fängt mit rekors an?!

  • Also ich war am Wochenende mal wieder in Berlin und habe mich etwas gewundert.
    Bei google earth sieht man am alex (südrand) noch begrünung. ich schätze rasen ist es.
    als ich da war, war davon auch nix mehr zu sehen. haben die jetzt alles mit platten zugepflastert??

  • Die Fotos sind uralt.
    Z.B. steht vor dem Reichstag noch die Nachbildung des Olympia-Stadions in der Auf- oder Abbauphase aus 2006.

  • Quote from "snitch"

    die Riegel sind von Behrens nicht von Mies. Van der Rohe hat sich zwar an der ausschreibung beteiligt aber sein Entwurf war so extrvagant das er den letzten Platz belegt hat .. oder den vorletzen. Seitdem hatte Van der Rohe am Alex eigentlich nix mehr zu schaffen.


    Mir gefallen die eigentlich ganz gut.


    Hehe, dazu hab ich meine eigene Geschichte:


    1992 war ich in Berlin, lief über den Alex und dachte mir "Igitt, nichts Altes mehr da, nur noch DDR-Dreck, ein Kasten schlimmer als der andere..".:übelkeit: Nur vor zwei Gebäuden blieb ich eine Weile stehen und kam zu dem Urteil "die gehen eigentlich noch, für DDR-Verhältnisse sehen die gar nicht so schlecht aus".


    Ein paar Jahre sah ich im Fernsehen den Schwarz-Weiß-Film "Berlin Alexanderplatz" (mit Heinrich George) aus dem Jahr 1930, und mir klappte die Kinnlade runter, als ich dort die beiden "gar nicht so schlechten DDR-Bauten" sah. :schockiert: Es waren - na was? - die beiden Behrens-Bauten!


    Und die (meine persönliche) Moral von der Geschicht': Die 20er waren gar nicht so schlecht. So richtig bergab ging es architektonisch erst nach 1945. Heute bin ich auch dafür, Bauten aus den 20ern zu erhalten, auch wenn ich die Architektur aus der Kaiserzeit abwärts schöner finde, 20er hat auch was. 8)

  • tja, der gleiche disaster ist der Ernst reuter platz im Westen!!! zu gross, zu viel Beton, unpersoenlich, kalt, ein ""nichts wie weg da""platz

  • Der Ernst-Reuter ist architektonisch nicht viel weniger hässlich. Aber ich finde ihn immer noch sehr viel einladender und urbaner, als der Alex. Er ist keine riesige Fläche, die ins Endlose führt, sondern mit dem Kreisverkehr, der ausgenutzten Platzfläche, der doch relativ dichten Bebauung und der besseren Einbindung in die Umgegung/fließenderer Übergang...Aber zurück zum Thema :).

  • So, jetzt ist der Hines-Bau (Alexanderplatz/Grunerstraße) wohl bald fertig für den Saturn-Umzug von nebenan.


    Bei Nacht besehen ist das ja noch ganz erträglich, ich dachte zuerst immer, dass die Fassade nur aus Glas besteht und hinter den Steinplatten auch noch Scheiben zum Vorschein gebracht würden.
    Bei Tag traue ich mich aber bislang noch nicht, mir und euch ein Bild zu machen. :zwinkern:




    http://www.stadtentwicklung.be…sierung/hines/index.shtml

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Bei Nacht geht es doch noch. Zwar auch wieder alles viel zu eckig, aber wenigstens hat man sich mit der Farbe der Platten an die Umgebung angepasst.
    Dann kann ja der Abriss rund um das Park Inn beginnen, wenn Saturn und der Rest da raus ist. Am Alex soll man jetzt ruhig mal protzen. Zwei Hochhäuser würden noch gut neben das Park Inn passen. Ein bisschen Grün würde dem Alex aber auch nicht schaden. Wenn auch nur ein paar Bäume mit Sitzmöglichkeiten dabei.
    Das Park Inn sollte auf jedenfall erhalten bleiben. Gehört mittlweile wie der Fernsehturm zum Alex dazu!

  • Ein paar recht aktuelle fotografische Eindrücke aus dem betreffenden Gebiet.


    Der abrissreife Riegel am Beginn der Otto-Braun-Straße fasziniert mich mittlerweile schon ein wenig in seiner Hässlickeit.


    Die Gegenrichtung mit Alex-Tunnel, Haus des Lehrers, Alexa-EKZ und Amts-/Landgericht usw.


    Sozialistische Reliefkunst am Haus des Reisens mit dem Titel "Der Mensch überwindet Zeit und Raum"; für die allermeisten galt dem zum Trotze wohl nur ersteres.


    Der Hotel(!)-Neubau stadtauswärts hinter dem Haus des Reisens ist in vollem Gange.



    "Alexander Parkside" soll's heißen, wenn auch der Volkspark F'hain ca. 500 m entfernt und nicht gerade zu Füßen liegt.
    Hier Ansichten, wie's mal aussehen soll.


    Ehem. Polizeipräsidium(Ost) in der Keibelstraße, jetzt nur noch Sitz der Polizeidirektion 3, Abschnitt 32.

    Überwiegend wird das alte Karstadt-Gebäude jetzt von der Senatsverwaltung für Bildung etc. genutzt.


    Ach ja:
    Bereits seit längerem eröffnet, das Königsstadt-Carrée mit 21 Stockwerken und das anschließende Etap-Hotel mit 10 Stockwerken, Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße.

    (Bild von Dez. 2010)

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    (Immanuel Kant)

  • aus: Berlin - Impressionen

    Quote from youngwoerth

    Der neue Bodenbelag auf dem Alexanderplatz ist dermaßen lieblos und trist, da war die DDR-Gestaltung doch um Welten besser!


    Quote

    Vor allem das neue Pflaster auf dem Alexanderplatz war anfangs ein echter Hingucker: 50.000 Steinplatten aus hellem Granit gaben dem Platz einen Hauch mediterraner Lässigkeit.
    Jetzt ist das Pflaster regelmäßig übersät von Tausenden schwarz eingefärbter, fest getretener, klebriger Kaugummis, auch der ein oder andere Fett- oder Ketchupfleck ist deutlich sichtbar. Das edle Baumaterial erweist sich als Luxusware mit kleinen, aber kostspieligen Schönheitsfehlern.
    [...]
    Seit März 2007 ist Senatsbaudirektorin Lüscher im Amt. Wer Schuld an der Auswahl des empfindlichen Baumaterials trägt, findet sie nicht wichtig, sie setzt auf einen Mentalitätswandel der Nutzer.
    "Ich glaube aber auch, dass immer wieder hochwertige Materialien, die eine gewisse Ausstrahlung, die eine gewisse Eleganz haben, dass die, wenn sie angenommen werden von der Bevölkerung, eigentlich auch geschont werden. Vielleicht hat man an diesem Ort auch darauf gezählt, dass dieser Platz, wenn er dann mal fertig gebaut ist, eine Ausstrahlung hat, die nicht so eine ruppige Benutzung zulassen.
    Heute ist es noch Baustelle. Und heute spürt man das überhaupt nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass vielleicht in zehn, 15 Jahren dieser Ort ganz anders angenommen wird und die Bevölkerung auch etwas mehr Sorge trägt."

    :daumenoben:ablachen:)
    Deutschlandradio Kultur - Länderreport (Januar 2009)


    Interrock - Berlin, Alexanderplatz


    Lack gegen Bratwurstfett und Kaugummis | Archiv - Berliner Zeitung

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    (Immanuel Kant)

  • Ich habe den Eindruck, dass sich der Alexanderplatz gemacht hat. Der war immer sehr zugig, inzwischen ist er aber sehr gemütlich geworden. Pflasterung, nun ja, das kennt man ja schon. Erst schick weiss, dann die Kaugummis.


    Was allerdings fehlt auf dem Alexanderplatz, das ist die Berolina. Es gibt auch einen Förderverein zur Wiedererrichtung des 7,5 m hohen Standbilds seit 10 Jahren, der aber bislang nicht so viel auf die Beine gestellt hat.


    Kurt Tucholsky reimte 1920 Berolina auf Geldverdiener:


    Quote

    Geh ich durch die Straßen um die Berolina,
    seh ich die Visagen dicker Geldverdiener,


    Geld könnte man gebrauchen, nur daran scheitert's wohl bislang.