Berlin - Alexanderplatz und ehem. Königsstadt

  • Babber50


    Anfang der dreißiger Jahre wurden für den Bau des Alexanderhauses das Aschinger Haus, die Bavaria Diele und das Königstädtische Theater das auf dem Grundstück des Alexanderhauses lag abgerissen. Die Berolina wurde in diesem Zusammenhang vor das Alexanderhaus gesetzt, ungefähr dort wo jetzt die Weltzeituhr steht.


    der Bauplatz für das Alexanderhaus, im Bild das Berolinahaus rechts suchte schon neue Mieter



    Das Aschingerhaus, an der Ecke zur Alexanderstraße



    die umgesetzte Berolina vor dem Alexanderhaus



    Bauarbeiten für die U-Bahn , das mittige Gebäude wurde für den Bau des Alexanderhauses abgerissen, unmittelbar links stand das Polizeipräsidium

    die " rote Burg "

  • 1929 ??

    Hier stehen noch einige Reste - das Aschinger an der vorderen Ecke noch in Betrieb ?

    Das Alexanderhaus im Bau...


  • Natürlich ein schwerer Eingriff in die Stadtsilhouette bzw in die wichtigste Sichtachse auf Fernsehturm und Marienkirche. Für mich nicht einschätzbar.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Snork

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  • 300 Millionen Euro Investitionssumme geteilt durch 377 Wohnungen macht im Durchschnitt (also zwischen Penthouse-Loft und Mikro-Apartment) knapp 800.000 Euro, die erwirtschaftet werden müssen. Ausgeblendet sind bei dieser Rechnung allerdings die drei unteren Geschäfts-/Bürogeschosse. So oder so, es wird kein günstiges Wohnen dort werden. Aber gut, zentrale Lage, und für solventere Investoren muss es eben auch entsprechende Immobilien geben.

  • Ui und die haben noch nicht einmal mit dem Bauen begonnen...das geht sich mit 300 Mio nicht aus! Ich habe mir für einen DG Ausbau gerade zwei Angebote eingeholt...zwischen 7.500 €/m² und 8.000 €/m²...vor Corona habe ich noch um 3.500 €/m² ein DG fertiggebaut! Zum Einen sind die Baustoffe knapper geworden und zum Anderen bringt die EZB Billionen im Umlauf. Das Geld ist so billig wie noch nie und verliert von Tag zu Tag an Wert.


    Heimdall, um 800.000 € würde ich an Deiner Stelle rasch zusschlagen. Wenn die Geldentwertung so weitergeht, dann entsprechen die 800.000 € in 10 Jahren dem heutigen Gegenwert von 80.000 €!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • 300 Mio und dann nicht einmal ein wunderbarer Schlossbau, aber banaler Bauten ohne jeden Schmuck.......Unglaublich viel Geld für gar kein Gewinn.

  • Unglaublich viel Geld für gar kein Gewinn.

    Vielleicht kein Gewinn für das Stadtbild. Für den Investor aber sicherlich ein finanzieller Gewinn. Sonst würde er es nicht machen.

  • Direkt neben dem Panorama-Haus ist ein Neubau geplant, der auch dazu beitragen soll der Karl-Liebknecht-Straße auf der südlichen Seite eine Kante zu geben.


    Statt eines ursprünglich geplanten Hotels soll es nun ein Bürohaus werden.


    Tsp

  • ^"Die Presse als Organisator"... Eine distanzierende Erklärtafel wäre aber das mindeste, wenn man das optisch interessante, aber inhaltlich fragwürdige Kunstwerk wieder zeigt.

  • ^Vielleicht zieht man einfach ein LED-Netz drüber, und bei Nacht werden dort Auszüge aus dem Grundgesetz in rosa Leuchtschrift gezeigt :thumbsup:

  • Es ist schön, dass dieser Fries wieder zu sehen ist. Willi Neubert war ein bedeutender Künstler. Einige seiner baugebundenen Arbeiten sind nach 1990 verloren gegangen.


    Das markanteste am Haus des Berliner Verlages ist der schmale Treppenturm mit der im Kreis angebrachten Schriftgestaltung "BERLINER VERLAG". Das wirkte auch aus der Ferne. Direkt am Pressecafé war ich vor 1990 nie (wenn ich mich recht erinnere). Städtebaulich waren die überbreiten Straßen mit dem vielen Verkehr problematisch, sodass es mich vom eigentlichen Alexanderplatz, wo ich oft war, nie dorthin zog. Zudem waren die großen Häuser dort zu grau und monoton. Es beeindruckte, lockte aber nicht an. Wenn wir einen Tagesausflug nach Berlin machten, dann stiegen wir meist am Alexanderplatz aus der S-Bahn und gingen dann in Richtung Westen: Marienkirche, Fernsehturm, Rotes Rathaus. Westlich der Spandauer Straße boten sich dann verschiedene Ziele an. Das nördliche, östliche und südliche Umfeld des Alexanderplatzes wirkte doch wenig einladend. Zu groß, zu kalt.


    Mein Lieblingsgebäude im näheren Umfeld des Alexanderplatzes war und ist übrigens die Marienkirche.


    Memhardstraße, Ecke Karl-Liebknecht-Straße. Das Haus des Berliner Verlages, im Vordergrund das Pressecafé mit dem Wandbild von Willi Neubert (1969-1973) (Foto: Gerd Danigel, 1987, CC-BY-SA-4.0)


    Wenn ich solche historischen Fotos sehe wie das oben von 1987, dann höre ich in meinem Innern die charakteristische Stimme eines Fernsehsprechers, der vom Sieg der Arbeiterklasse und vom Aufbau des Sozialismus kündet. Es gab da so einen speziellen Stil, in dem über die Hauptstadt der DDR berichtet wurde. Ich hätte seinerzeit niemals Journalismus studiert, denn in diesem Tätigkeitsbereich hatte man fast keinen Spielraum. Da ging es vor allem um Propaganda. Die Sprache der Presse war schablonenhaft, vorgefertigt wie die Teile eines Plattenbaus. In Reportagen, vorzugsweise "aus der Produktion", traf man oft auf einen Stil, der etwas bemüht wirkte.


    Jugendliche lasen die FDJ-Zeitung "Junge Welt", soweit wie es notwendig war, um in der Schule die richtigen Antworten geben zu können. Im Fernsehen guckten wir viel Westfernsehen. Allerdings mussten wir auch die "Aktuelle Kamera" sehen, um zu wissen, was die offizielle DDR-Linie war. 1988 wurde dann auf einmal der "Sputnik" populär - ein Magazin mit Beiträgen aus sowjetischen Journalen in deutscher Übersetzung. Der "Sputnik" wurde von sowjetischen Journalisten gemacht und war dank Glasnost und Perestrojka plötzlich für eine breitere Leserschaft in der DDR interessant. Zeitweilig war er dann bei uns verboten. Mit der Entmachtung der SED wandelte sich der Journalismus in der DDR schlagartig. Nun las man in den Zeitungen sogar Tabuthemen wie die Verbrechen des Stalinismus in der Sowjetunion. Schwere Kost und völlig neu, und manch gläubiger Kommunist verstand die Welt nicht mehr.


    Es gab in der DDR aber auch Modezeitschriften und Illustrierte und Ratgebersendungen im Fernsehen (legendär "Du und dein Garten" mit Erika Krause). Journalisten waren nicht nur im politischen Bereich tätig. In den Themenfeldern, wo sie etwas mehr Spielraum hatten, haben sie auch ganz gute Sachen gemacht. Im Berliner Verlag erschien die "Wochenpost". Die habe ich gern gelesen. Das war eine interessante Wochenzeitung. Außerdem erschien im Berliner Verlag die "Neue Berliner Illustrierte" (nbi), die nicht so schlecht war, und die populäre Fernsehzeitschrift "FF dabei".

  • Ich war sehr skeptisch, auf der anderen Seite ist der Alexanderplatz jetzt nicht mehr so zugig. Dort in die Höhe zu bauen, scheint mit schon sinnvoll., und die Monsterruinen wie das Haus der Statistik sind an dem Orte doch eher befremdlich.