Alexanderplatz, Fernsehturm & ehem. Königsstadt

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    • Der Abgang von Stimmann ist wirklich bitter. Umso mehr wiegt der Verlust, weil wir die gelungenen Planungen von Stimmann noch kennen und mit den jetzigen Albernheiten vergleichen können.

      Gibt es eigentlich ein geplantes Ende der Amtszeit von Frau Lüscher?
      Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen! George Orwell







    • @East_Clintwood Was ist denn eigentlich deine Meinung zum Fernsehturm und zu den Hochhäusern am Alexanderplatz? Ich bin eben zufällig auf diese alte Ansicht gestoßen, die den Ort des hier angesprochenen heutigen Marx-Engels Forum rechts im Bild neben der Marienkirche zeigt. Vorne rechts ist der Apothekerflügel des Stadtschlosses:



      Heute sieht die Situation bekanntermaßen so aus:



      Jetzt habe ich beides mal rudimentär zusammengefügt (keine Angst, das Bild ist extern gehostet):



      Die Marienkirche wird in dieser früher eigentlich sehr schönen Sichtachse durch ein Hochhaus am Alexanderplatz erdrückt, das prachtvolle Historismus-Ensemble wird durch den Fernsehturm klein gemacht.

      Mir ist das schon in Frankfurt aufgefallen, Gründerzeitler, gerade Eckbauten mit Kuppeln und Türmen wollen ja eigentlich besonders repräsentativ und prachtvoll wirken. Ein detaillierter Kirchturm, der sie noch überragt, schmälert das Ergebnis nicht, aber ein modernes Hochhaus oder so ein Fernsehturm schaffen es irgendwie, solche Gebäude klein zu machen und gedrängt und winzig erscheinen zu lassen. Durch die verschobenen Dimensionen wirkt der Gründerzeitler plötzlich unwichtig und durch seine prachtvolle Fassade, als wolle er gegen das übermächtige Hochhaus auftrumpfen, was dann fast schon lächerlich wirkt. Eine mittelalterliche Stadt mit engen Gassen wirkt zu Füßen solcher Gebäude dann schließlich auch winzig und verloren.

      Also, was würde ein Masterplan Historische Mitte Berlin eurer Meinung nach zum Fernsehturm sagen? Da lassen, abreißen, oder abbauen und woanders wieder hinstellen?
      Der Fernsehturm ist schließlich so etwas wie das Wahrzeichen von Berlin geworden, steht aber nun mal direkt im historischen Zentrum.
    • Das Schloß darf kein Pygmäe bleiben !

      Der Fernsehturm ist eines dieser 'egoistischen' Gebäude, die einen atemberaubenden Ausblick gewähren, aber selber nicht schön anzusehen sind. Seine Berechtigung findet er somit nicht aus sich selber heraus, sondern aus dem was das Umfeld bietet. Ein Gebäude das nur Qualität hat, solange es selber nicht im Blickfeld ist, ist - für meine Begriffe - ein architektonisches 'Nullum'.
      Die von Centralbahnhof sehr zu zurecht beschriebene verzwergende Wirkung auf Marienkirche und die beide Flankenbauten der Kaiser-Wilhelm-Straße trift ebenso auf das Schloß zu. Der Turm macht aus dem Schloß einen baulichen Pygmäen. Dies darf nicht von Dauer sein !
      Wenn der Turm aber tatsächlich ein so unverzichtbares Wahrzeichen von Berlin geworden sein sollte, könnte man ihn ja in die Müggelberge versetzten. Der Fernblick von dort auf die Innenstadt wäre um nichts weniger imposant als der jetzige.
      Und eine solche Versetzung wäre zudem etwas, was Berlin kräftig vermarkten könnte, schließlich gab es etwas Derartiges bisher noch nie.
    • Tja, den Fernsehturm kriegst du nicht mehr weg, auch bei Betrachtung des Schlosses wirkt dieser miefige DDR-Betonkoloss unschön hinein. Aber wenn wir zum Beispiel das Nikolaiviertel und die kleinteilige Bebauung dort nehmen, sieht man, dass es dennoch geht und jede historische Bebauung auf diesem Gebiet ein Gewinn ist. Ich persönlich würde tatsächlich sagen: abreißen. Nur wäre das so kompliziert umzusetzen, dass ein „Masterplan Historische Mitte“ nunmal drum herum gebaut werden müsste. Gibt in Potsdam ja ein ähnliches Problem mit dem Hotel Mercure. Das Falscheste wäre jedoch, dass man nun das Altstadtquartier diesem städteplanerischen Fehler optisch anpassen und seine deplatzierte Dominanz damit noch adeln würde. Ignorieren ist die beste Lösung, [Gekürzt].

      Moderation (Fusajiro): Man kann seine Ablehnung auch ohne eine Reihe von Abwertungen und beleidigenden Worten ausdrücken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von East_Clintwood ()

    • Erschreckend ist die Gewalt in der Sprache.
      Es muss alles vernichtet, ausradiert und gesprengt werden, was einem nicht passt.
      Dass damit wieder auf den Emotionen und Gefühlen von Menschen getrampelt wird, stört nicht besonders.
      Hauptsache die eigene provinzielle Sichtweise wird Wirklichkeit.

      Besser wäre es, nachzufragen und Vorschläge zu machen, wie ungünstige Zustände verbessert werden können und dabei alle miteinzubeziehen. Und sich vielleicht erst einmal zu erkundigen, welche Bezüge zu bestimmten Gebäuden, Parkanlagen usw. bei den Einheimischen bestehen.
    • Entschuldigung, aber man muss ja nun nicht alles abreißen, was nach 1945 an herausragenden Gebäuden errichtet wurde. Allein dass der Fernsehturm auf fast allen Silhouetten von Berlin abgebildet ist, spricht doch für die Qualität des Gebäudes. Ähnlich auch die Gedächtniskiche, wie sie jetzt ist. Ich mag sie beide sehr gern so und würde den Verlust bedauern.

      Es gibt genug hässliche moderne Häuser, die zu Recht nirgendwo abgebildet werden und die man viel eher abreißen müsste.