• Hmm die Platzgestaltung wirkt leider ein bisschen lieblos und steril und wird der Bedeutung des Platzes nicht wirklich gerecht, könnte auch die Gestaltung einer x-beliebigen Fußgängerzone sein. Ich hätte mir zB. die alten Kandelaber zurück gewünscht. Wann sind die eigentlich verschwunden? Generell hätte man mehr aus dem Wenzelsplatz rausholen können, (wobei die Sanierung und nächtliche Beleuchtung des Nationalmuseums schon eine deutliche Aufwertung darstellt).

    Übrigens hatte der Wenzelsplatz bevor die Straßenbahn kam eine vierreihige Baumallee wie Unter den Linden, dazu deutlich wuchtigere Kandelaber als die späteren, allerdings hätte ich sie nicht in der Mittelachse platziert:

    https://www.praguecityline.cz/wp-content/gallery/vaclavske-namesti/vaclavske-namesti-historicke003.jpg

    Wusste ich gar nicht, zeigt aber, dass man ihn auch damals eher als Boulevard denn als Platz wahrgenommen hat. Kann man sich eigentlich den noch früheren Wenzelsplatz bzw Rossmarkt vom Charakter her ein bisschen wie den Altenburger Markt vorstellen nur in riesig? oder eher mit Straßenmärkten wie Prinzipalmarkt/Landshuter Altstadt vergleichbar? Teltsch ist wohl zu dreieckig für ein ähnliches Raumgefühl...?

  • Am Wenzelsplatz wurde das barocke Palais Savarin für über 20 Mio. € umfassend saniert. Der hintere Bereich mit Anbauten aus versch. Jahrzehnten wurde komplett entrümpelt und wird nun durch ein Londoner Architekturbüro neu gestaltet.


    Quote

    Zweimal komplett durch den Block zieht sich das Projekt und schafft Querverbindungen von der Passage Na Příkopě zur gegenüberliegenden Straße Jindřišská und von der Straße Panská zum Wenzelsplatz. Dem Projektentwickler gelang dabei eine Art Tauschhandel mit den Denkmalbehörden. Im Gegenzug für die historisch gerechte Wiederherstellung aller Bauten an den Blockaußenseiten sowie des Stallgebäudes im Hof gab man Heatherwick im Blockinneren (wo sich zuletzt unter anderem ein Biergarten befand) nahezu freie Hand, wie Crestyl-CEO Simon Johnson durchblicken lässt.


    Treppenwucher hinter Mucha - Heatherwick Studio planen Nachverdichtung in der Prager Altstadt



    Palác Savarin průčelí
    Crestyl, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Na, obwohl die Hinterhofbebauung modern ausfällt, scheint sie zumindest teilweise schon recht außergewöhnlich und virtuos zu sein. Die ineinander laufenden Treppenrampen sind ein Hingucker und die kathedralenartige Halle mit den Emporen und dem offenen Dachstuhl ist sogar sensationell.

    Das Palais ist natürlich zum Niederknien!

    "Napoleon ist tot - aber Beethoven lebt."

    Bruno Walter

  • Am Wenzelsplatz wurde das barocke Palais Savarin

    Nein, das ist am Graben (Na Příkopě). Und der ganze Komplex befindet sich in der Neustadt. Die Altstadt endet an der gegenüberliegenden Seite des Grabens.

    Mantikor hatte bereits am 29. September über das Projekt berichtet.

    Die älteren Prager kennen das Palais unter dem Namen Sylva-Taroucca. Es war lange Zeit ein kleines Schmuddelkind mit Spielcasino und MacDonalds. Den Namen "Savarin" soll man französisch aussprechen. Er stammt von einem Café, das dort einst domizilierte. Jetzt sieht das Palais richtig schick aus. Einziehen wird hier das zweite Mucha-Museum. Mucha geht bei den Touris gut. Mucha und Kafka.

    Man hatte bislang wenig Veranlassung, den Hofbereich zu erkunden. Früher konnte man dort auch nicht weit durchgehen. Wenn sich das nun bis zur Jindřišská ziehen soll, dann wird der Komplex wirklich riesig.

  • Das 1974 im Stil des Brutalismus eröffnete Intercontinental Hotel (heute Fairmont) wurde in den letzten fünf Jahren generalsaniert und begrüsst seit kurzem wieder Hotelgäste.


    Quote

    So erneuerten sie beinahe alle der charakteristischen Keramikstreifen, die Bildhauer Zbyněk Sekal für die Fassade entwickelte. Zum angekündigten Gesamtkunstwerk wird das Gebäude aber vor allem durch sein Inneres, das Filsak zu Bauzeiten durch zahllose Künstler ausgestalten ließ. Viele der Werke wurden nun restauriert. Ein Highlight ist sicher die von Filsaks Partner Jan Šrámek entworfene Kassettendecke im Konferenzsaal, die René Roubíčeks mit eindrucksvollen Kronleuchtern ausstattete. TaK taten es Filsak gleich und holten mehr als 20 zeitgenössische Kunststudios ins Boot. Speziell das Erdgeschoss wollen die Architekten als kuratierten Kunstraum sowohl für Gäste als auch die Öffentlichkeit verstanden wissen.


    Fünf-Sterne-Brutalismus - Hotelsanierung in Prag von TaK Architects

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Kann man sich eigentlich den noch früheren Wenzelsplatz bzw Rossmarkt vom Charakter her ein bisschen wie den Altenburger Markt vorstellen nur in riesig? oder eher mit Straßenmärkten wie Prinzipalmarkt/Landshuter Altstadt vergleichbar? Teltsch ist wohl zu dreieckig für ein ähnliches Raumgefühl...?

    Wahrscheinlich mit nix vergleichbar. Die Ringplätze der Neustadt, Karlsplatz und Wenzelsplatz (Rossmarkt), sind wohl die riesigsten Stadtplätze überhaupt, sozusagen städtebaulicher Monumentalismus pur. Die Landshuter Altstadt ist zu unregelmäßig angelegt und dazu zu straßenförmig, wie generell die süddt. Straßenplätze. Selbst der langgezogenen Wenzelsplatz ändert seine Breite nur wenig und ähnelt darin eben nicht einer Straße.

    Hier ein paar Zahlen:

    Karlsplatz: 500x 160= 80.000 m²

    Wenzelsplatz: 682x 60-100=45.000m²

    Da bleibt selbst der Iglauer Ring auf der Strecke (ca 36.000m²)

    Teltsch ist überhaupt eher klein: die Zahlen schwanken von 8-12' m²,


    Straßenmärkte wie Landshut und Steyr kommen niemals auf diese Fläche, auch wenn die Plätze uU sogar einen höheren Hausbestand aufweisen. Landshut etwa mit einer Länge der Altstadt von 650 m kann mit dem Karlsplatz ohneweiters mithalten (die Platzumfänge sind ziemlich gleich). Geometrisch gilt halt: Flächenmaximierung bei vorgegebenen Umfang = Quadrat. Ideal: Budweis mit 133x 133 = 17.689. Und das bei einem Umfang von nur 532m, das ist nicht einmal die Hälfte von Landshut (wobei Landshut angeblich auch auf 20.000m² kommt . Steyr wird mit 18.000 m² angegeben, auch nicht schlecht, aber in allen Dimensionen dem Wenzelsplatz deutlich unterlegen (400x45, vgl Straubing: 600x 40). Kurzum: es gibt nichts Vergleichbares mit den Prager Neustadtplätzen. Einziger Trost für die Verlierer: Sie sind nicht besonders schön.

    Da hamr doch in Ö wahrlich schönere kleine Plätze:

    Österreich: Bruck an der Mur Hauptplatz: 200 x 110 m =22.000 m².

    Klagenfurt Neuer Platz: 210 x 115 m ≈ 24.500 m².

    Bécsújhely: 170x100=17.000

    Korneuburg: 14.000m²

    Linz: 13.200 m²

    Retz: 12.000 m²

    Hadersdorf/Kamp 180x80=14.400

    Was ist schon Größe? Altstädter Ring (historisch) nur 9.000 m² (lt KI, ich hätt mehr geschätzt).

  • Bécsújhely

    Denk doch bitte daran, dass wir hier für Leser schreiben! Für Leser, die zum überwiegenden Teil des Ungarischen nicht mächtig sind. Für Leser, die nicht damit rechnen, dass ein Österreicher eine österreichische Stadt mit ihrem ungarischen Namen benennt. Gemeint ist Wiener Neustadt. Ich erkenne das, weil ich vom Fach bin. Wir wenden uns hier aber an einen breiten Leserkreis und sind aufgefordert, uns verständlich auszudrücken.

    Altstädter Ring (historisch) nur 9.000 m² (lt KI, ich hätt mehr geschätzt).

    Wir brauchen hier keine Künstliche Intelligenz. Wir können ganz traditionell im Lexikon - nämlich in der deutschen oder tschechischen Wikipedia - nachschlagen und finden dort die Angabe 9.000 Quadratmeter.

    Der Altstädter Ring ist ein gemütliches Wohnzimmer von angenehmen Abmessungen.

    Wenzelsplatz: 682x 60-100=45.000m²

    Die Länge des Wenzelsplatzes wird allgemein mit 750 m angegeben, seine Breite mit 60 m. Die Breite des Wenzel bleibt über die ganze Länge annähernd gleich. Er wirkt wie eine breite Straße. Dem trägt auch die Vergabe der Orientierungsnummern Rechnung. Die Nummerierung beginnt am unteren Ende (Můstek). Die Häuser auf der linken "Straßenseite" haben ungerade Nummern, die auf der rechten haben gerade Hausnummern. Richtige Plätze werden in Prag dagegen im Uhrzeigersinn durchnummeriert. Ein schönes Beispiel ist der Altstädter Ring, wo die Nummerierung beim Haus Zum Goldenen Horn (U Zlatého rohu) beginnt, das an der Ecke zum Kleinen Ring (Malé náměstí) steht.

    Kann man sich eigentlich den noch früheren Wenzelsplatz bzw Rossmarkt vom Charakter her ein bisschen wie den Altenburger Markt vorstellen nur in riesig?

    Der Wenzelsplatz ist historisch gesehen ein Straßenmarkt. Bis ins 19. Jahrhundert war er wenig urban. Am oberen Ende stand das Rosstor. Die Häuser längs des Platzes wirkten eher provinziell. Erst seit dem späten 19. Jahrhundert entwickelte sich der Wenzelsplatz zum repräsentativen Geschäftszentrum der modernen Großstadt.

    Dass der Wenzelsplatz und der Karlsplatz von der Anlage her extrem große Straßenmärkte sind, mag auch daran liegen, dass Karl IV. bei der Gründung der Prager Neustadt 1348 deren Grenzen nach militärischen und ordnungspolitischen Gesichtspunkten festlegte. Innerhalb der Mauern gab es große ungenutzte Flächen und viel Platz für Märkte. Zuvor hatten sich auf dem Areal der Neustadt mehrere Siedlungen befunden. Die Prager Neustadt nahm ihren Ausgangspunkt nicht von einem zentralen Platz aus, sondern von der räumlichen Situation innerhalb der "Prager Agglomeration" (die wird in der Fachliteratur schon für das Mittelalter so genannt). Auf dem rechten Moldauufer wurden die an die Altstadt anschließenden Siedlungsstrukturen bis hin zum Vyšehrad neu geordnet.