Lutherstadt Wittenberg

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    • Lutherstadt Wittenberg

      Das historische Melanchthonhaus aus dem Jahr 1536/1537 wird derzeit saniert und umgebaut.

      Bildquelle: Wikipedia/Benutzer Cethegus
      Weitere Informationen zur Baugeschichte: baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1999107131338

      So weit so gut - aber zu vermelden und zu berücksichtigen ist, dass das rechte Nachbarhaus, Collegienstraße 61 aus dem 18. Jahrhundert, weichen musste.

      Dieses Bild von aus der Galerie zeigt den Straßenzug der Collegienstraße im Jahr 2007:

      MunichFrank schrieb:


      Auch in diesem Bericht ist das Haus noch zu sehen:
      Dem Reformator ein Haus (MZ, Januar 2011)

      Hier ein aktueller Bericht vom Abstützen des Torhauses des Melanchthonhauses, einer aufwendigen Maßnahme, welche aufgrund des Abrisses notwendig wurde:
      Ohne Stützen läuft nichts (MZ, Mai 2011)

      Und zu allem Überdruss wird ein unregelmäßig kubischer Neubau errichtet, welcher äußerlich gar nichts von der ehemaligen Bebauung oder der Nachbarbebauung aufnimmt. Es ist m. E. eher ein gestalterisch kümmerlicher Versuch einer städtebaulich zurückhaltenden Egozentrik der Architekten Dietzsch & Weber aus Halle.

      In diesen Berichten sind Darstellungen des Neubaus enthalten, welcher bereits 2012 fertiggestellt werden soll:
      Philipp Melanchthon bekommt ein Doppelhaus
      Höchste Priorität für das Melanchthonhaus
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Ich versteh so einen Denkmalschutz nicht. In jedem zivilisierten Land wäre so eine Altstadt ein Flächendenkmal, an der nichts, zumindest keine Fassade verändert werden dürfte, und an der sich schon gar kein durchschnittlich begabter Architekt austoben dürfte. Wirklich erbärmlich. Besser keine "Sanierung" als eine solche.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Meiner Meinung nach ist es gar nicht einmal so schlimm! Der jetzige Straßenzug wirkt mit oder ohne Neubau schon nicht sonderlich stimmig. Insofern dürfte der weitere Kontrapunkt nicht schaden.
      Allerdings ist es immer wieder interessant, welch böse Überraschungen derart alte Immobilien bieten können. Vor zehn Jahren zumindest wirkte das Melanchthon-Haus wunderbar saniert und für weitere Jahrezehnte gesichert.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Der aufmerksame Beobachter wird feststelen, dass der Begriff „nicht zu erhalten“ einzig von dogmatischen Architekten sowie Investoren und Politikern gebraucht wird. Kein Denkmalpfleger oder Ingenieur wird ihn jemals in den Mund nehmen, denn alles ist zu erhalten, es ist nur eine Frage des Aufwandes. Gerne wird dann mit vermeintlichem Fachchinesisch wie Hausschwamm etc. um sich geworfen, um zu suggerieren, dass alles ganz schrecklich sei.

      Das hier ist geradezu ein Bilderbuchbeispiel dafür, wie man aus reiner Überzeugung, in einem ansonsten herausragend erhaltenen Stadtkern einen Kontrast schaffen zu müssen, ein modern-unpassendes Gebäude errichtet. Dass der Entwurf gelinde gesagt großer Mist ist, ist eigentlich nur noch zweitrangig.
    • Ojemine, wenn man so etwas sieht, dann verschreckt man doch eher interessierte Besucher! Die "moderne" Architektur ist leider wie ein Krebsgeschwür. Am Liebsten setzt sich dieses in gesundes Stadtgewebe. Einziger Trost, dass dieses Geschwür sich in 30 Jahren selbst erledigt hat und dann - hoffentlich - nicht durch ein neues ersetzt, sondern endlich wieder hochwertig bebaut wird.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Merkel, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Einkaufszentrum auf dem Arsenalplatz

      Wittenberg erhält ein Einkaufszentrum auf dem Arsenalplatz. Der Arsenalplatz entstand durch Kriegszerstörungen im Jahr 1760 während des Siebenjährigen Kriegs. Die Fläche wurde erst wieder gegen Ende des 19. Jahrhunderts bebaut und seitdem militärisch genutzt.

      Jüngste archäologische Grabungen in diesem Bereich haben Bedeutendes zu Tage gebracht: Unterhalb der Reste der ehemaligen Franziskanerklosterkirche wurde das Grab von Kurfürst Rudolf II. (gestorben 1370) von Sachsen-Wittenberg aus dem Geschlecht der Askanier entdeckt (siehe: archaeologie-online.de/magazin…tadt-wittenberg-entdeckt/). Darüber hinaus wurden die Keller des ehemaligen Hauses von Hans Lufft, Luthers Bibeldrucker, und von Matthäus Aurigallus, dem Martin Luther die Unterstützung bei der Übersetzung hebräischer Bibeltexte verdankte, freigelegt. Diese Keller sollen erhalten bleiben (siehe: mz-web.de/servlet/ContentServe…Artikel&aid=1300342766586).

      Jedoch werden Markt 16 sowie Jüdenstraße 1 und 2 für die Verwirklichung des Einkaufszentrum-Projekts abgerissen (genaue Daten zu diesen Objekten habe ich leider nicht), da ein Zugang zum künftigen Einkaufszentrum vom Markt aus erfolgen soll. Die Nachfolgefassaden dürften eine satte Bausünde produzieren. An Historisierung sei nicht gedacht. "Der Bau soll sich einfügen und zugleich Zeitgeist widerspiegeln," verkündet Jochen Kirchner seitens der Stadt (siehe: mz-web.de/servlet/ContentServe…Artikel&aid=1289550885776).

      magdeburger-kurier.de/allgemei…entrum-am-arsenalplatz-33
      fl-architekten.de/Seiten/Wettbewerbeseite-Arsenal.html
      zeit.de/kultur/2011-06/leserar…kaufszentrum-ausgrabungen
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Gegen soviel Barbarei und politische Dämlichkeit hilft nur: Aberkennung des UNESCO-Status.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Hier ist ein Bericht über den Abrissbereich am Markt16/Jüdenstraße 1 & 2
      Alte Nachbarn - mz-web.de

      Es müsste sich um die drei mittig zu sehenden Häuser handeln.

      Das Ganze ist eine Schande. Warum kann das Einkaufszentrum denn nicht im Hofbereich gebaut werden, ohne die davorliegende Häuserzeile abzureißen?

      Hier noch ein älterer Bericht von Februar 2011:
      Alles neu macht Ende Mai - mz-web.de
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • In der Tat sehr bedauerlich, dass die drei Häuser Markt 16/ Jüdenstr. 1+2 abgerissen werden. Entgegen dem Anschein sind das natürlich keine Gründerzeithäuser, sondern Gebäude mit uraltem Kern. Eines hat ein schönes klassizistisches Portal, das wohl mal zur Seite gerückt sein muss bei späteren Ladeneinbauten. Ich weiss von dem Projekt schon länger und habe mal einige Fotos von diesen Gebäuden gemacht.
      Die Tatsache, dass noch immer keine Darstellungen der Neubauten in der Abbruchlücke veröffentlich wurden, lässt auf besonders einfache und wenig einfühlsame Investorenarchitektur schließen. Die Architekten sind glaube ich Wei ss + V o l k m a nn.
      An den Rückseiten zum Arsenalplatz waren schon viele Lücken, z.T. aber auch noch gründerzeitliche Substanz in kleinem Umfang.
      Die Zeitungsartikel sind wieder sehr haarstreubend - für die Leute sind das Bruchbuden. Es gibt keine Leserkommentare dazu - scheinbar finden die Ossis vor Ort das alles super. Hätte man 1990 mit den gleichen Maßstäben gemessen, wäre die ganze Stadt abgerissen worden.
      Vielleicht bringt es noch was, die Stadt und die Unesco anzuschreiben... man könnte fordern, die Fassaden zu erhalten oder genau nachzubilden.
    • Die Tatsache, dass noch immer keine Darstellungen der Neubauten in der
      Abbruchlücke veröffentlich wurden, lässt auf besonders einfache und
      wenig einfühlsame Investorenarchitektur schließen. Die Architekten sind
      glaube ich Wei ss + V o l k m a nn.
      Im Text von Georg Friedrich sieht man doch ein Bild. Folgender Link:

      magdeburger-kurier.de/wp-conte…/2011/05/arsenalplatz.jpg

      Die Nachfolgefassaden dürften eine satte Bausünde produzieren.
      Für mich sieht das aus wie eine überdimensionale ALDI Filiale.
    • Der hier schon mal kurz diskutierte Neubau neben dem Melanchtonhaus, ist fertiggestellt.Link

      Kritik gibt es immer noch und scheinbar nicht zu knapp. Der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer nutzt die Gelegenheit gleich mehrere Projekte anzuprangern und holt im Lokalteil der Mitteldeutschen Zeitung zu einem "Rundumschlag" aus, wie es OB Naumann nennt. Er äußert aber ebenfalls leichte Kritik.

      Andreas Montag, seines Zeichens Redakteur bei der MZ, findet Schorlemmers Kommentar gar nicht dufte und hängt sich in seiner Antwort eher unbedarft an Formulierungen auf anstatt zur Sache zu schreiben.
    • Ganz so schlimm finde ich den Neubau nicht mal. Ich könnte also damit leben. Aber ich bin eben aus dem Westen auch weit hässlicheres und kontrastierenderes "gewohnt".

      Saxonia schrieb:

      Andreas Montag, seines Zeichens Redakteur bei der MZ, findet Schorlemmers Kommentar gar nicht dufte und hängt sich in seiner Antwort eher unbedarft an Formulierungen auf anstatt zur Sache zu schreiben.


      Unbedarft finde ich an diesem Kommentar gar nichts. Das ist vielmehr die übliche Soße aus NS-Vergangenheitsbewältigung und Multi-Kulti-Sprüchen, die vor allem Medienvertreter wie Propaganda-Sprechpuppen täglich absondern müssen, zudem möglichst kryptisch und suggestiv formuliert.

      Beispiele:

      Denn es ist schon bemerkenswert, wenn ein Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels nicht nur zum Unfrieden aufruft...

      Kritik gilt als Anstiften zum "Unfrieden". Ruhe gilt als erste Bürgerpflicht. Hier zeigt Montag noch das verinnerlichte Autoritätsdenken seiner DDR-Sozialisation. Er studierte ja immerhin während der DDR am Literaturinstitut "Johannes R. Becher" in Leipzig, was man sicherlich nicht durfte, wenn man nicht linientreu war. An dieser Verinnerlichung und Anschlussfähigkeit an die westdeutsche Denke ändert sich auch nichts, wenn man heute mal verbale Floskeln von der "ostdeutschen Diktatur" einstreut.

      ... sondern an etwas Amorphes, Gestaltloses, aber aus einem diffusen Gefühl des Zurückgesetzt-Seins traditionell auch zu Gewalt Neigendes appelliert: an ein "gesundes Volksempfinden" und die Ausgrenzung des Fremden.

      Das Volk, das also in der Vergangenheit aus Minderwertigkeitskomplexen zur Gewalt griff (eine klare Anspielung an die NS-Zeit), macht sich demnach nun wieder auf, das Fremde (oder die Fremden) auszugrenzen.

      In welcher Gesellschaft, mit welchen Gedanken - und mit welchen Bauten, mit welcher Kunst wollen wir leben? Und in welche Zukunft sollen unsere Kinder und Kindeskinder entlassen werden? Soll es ein geschichts- und gesichtsloses, aber urgemütliches Auenland sein, in dem der deutsche Michel als kleiner Hobbit seine verlorene Unschuld wieder findet? Ein Disneyland aus Renaissance, Barock und 19. Jahrhundert - so, als wäre uns die jüngere Vergangenheit nie passiert?

      Weil uns die "jüngere Vergangenheit passiert" ist (womit wieder die NS-Zeit gemeint sein dürfte), verbietet es sich heute für den "deutschen Michel" seine Schuld abzustreifen, indem er ein "Disneyland" aus historischer Architektur bewahrt.

      Und zuletzt muss er noch "Pussy Riot" und den NS-Widerständler Erich Mühsam auffahren, um für "das Neue" und gegen das "Reaktionäre" Stimmung zu machen. Darunter geht es nicht. Nein, daran ist nichts unbedarft. Das ist ein ideologischer Kommentar durch und durch.
    • Zitat von Volker: Mein Gott ist dieser Neubau HÄSSLICH, wie ein Bunker sieht das
      Ding aus. Wie kann man sowas bloß in eine Altstadt stellen?



      Ja, das kommt dabei heraus, wenn Architekten bei ihrem Entwerfen an erster Stelle die Maxime verfolgen, künftigen Generationen zu zeigen, "dass es uns auch gegeben hat" (siehe Blog-Beitrag vom 27. Sept. vorigen Jahres). Bauherren, Politiker und alle Entscheider lassen sich von ihnen an der Nase herumführen mit dem windigen Argument, solch provokantes Bauen sei "modern" und zeitgemäß und daher eben unzweifelhaft richtig. Bürger, die dagegen aufbegehren, geraten sofort in den Ruch der Inkompetenz und Rückwärtsgewandtheit, und das Ego der Planverfasser strahlt vor der Folie solcher Bürgerproteste nur umso heller. Dieser geistige Mechanismus im deutschen Baubetrieb wird uns noch lange erhalten bleiben, wenn nicht endlich Architekten zum Zuge kommen, die kraft ihrer Genialität nachweisen, dass es auch anders geht, und die die stumpfsinnige Alternative "modern - rückwärtsgewandt" aushebeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Philoikódomos ()

    • Wittenberger Schloss

      Hat jemand eine Ahnung, ob das Wittenberger Schloss auch eine Schönheits-Kur für die Fassaden bekommen soll? Immerhin ist der Bau immernoch äußerlich im Zustand einer preußischen Kaserne (seit dem frühen 19. Jh. war das Schloss lange eine Kaserne), also sehr hässlich! Auch ein Spitzdach wäre deutlich optisch deutlich ansprechender! :crying:

      Siehe:
      schloesserrundschau.de/anhalt/…tenberg/wittenberg001.jpg
      schloesserrundschau.de/anhalt/…tenberg/wittenberg004.jpg
    • Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 werden in der Schloßkirche auch die Glasfenster wiederhergestellt. Diese zeigten Ursprüngliche Wappen von deutschen Städten, die sich als erstes der Reformation zuwanden. Anfang der 60er Jahre wurden die Wappen von Städten im Osten und aus dem Westen entfernt sowie die übrigen aus der damaligen DDR neu verteilt.

      Beitrag des MDR

      mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/index.html