• Welch ein letzter Absatz des Artikels!

    Quote

    Die Rodungsarbeiten an der Goethestraße 9 haben inzwischen begonnen. Demnächst wird das denkmalgeschützte Haus abgerissen. Sechs Flachdachkuben sollen dafür entstehen.


    Und das, obwohl angeblich das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege den Abbruch ablehnt? Ich verstehe das nicht. huh:)


    Neue Presse Coburg | Altstadtfreunde fordern Sanierung

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Abriss ohne Zustimmung des Amtes für Denkmalpflege? Das kann teuer werden. Die Altstadtfreunde sollten klagen wenn das tatsächlich so von statten geht. Ob sich die Stadt bei der "desolaten" Haushaltslage eine vermeidbare Geldstrafe leisten kann ist fraglich.

  • Sie sollten das Haus fachgerecht sanieren und stehen lassen. Und dann können sie auf den Rest des Grundstücks ja ein paar Flachdachkuben hinstecken. Mal sehen, was mindestens längerfristig das bessere Geschäft ist.

  • Eine Aussage dazu, warum das Haus trotz bestehendem Denkmalschutz ohne Zusage desselben abgerissen werden "darf" fehlt leider wieder.

  • Wenn auch der Zeitpunkt für ein "wie weiter" mit den betroffenen Gebäuden natürlich noch viel zu früh ist, kann man dennoch nur hoffen, daß die Coburger Bürger es schaffen, ihre Stimme zugunsten der Bewahrung des bisherigen Bildes zu erheben und sich nicht von städtischen Entscheidungsträgern oder der Architektenschaft dahingehend manipulieren lassen, dieses frustrierende Ereignis als geschichtliche Zäsur zu betrachten mit dem Hintergrund, eine modernistische Neubebauung dieses Quartiers durchzusetzen. Man kann wirklich nur hoffen, daß die Gebäude zu halten sind und ein Wiederaufbau möglich ist. Die kontinuierlichen Verluste durch Brände, die wir allein in den letzten Jahren erleben mußten, sind eine arge Belastung. Hoffentlich bleibt Coburg vor weiteren Ereignissen dieser Art verschont.

  • (...)
    Ansonsten zu "Weingeist": Der eine Hausgiebel ist ja offenbar bereits abgetragen, wie auf den Fotos zu sehen ist. Es ist also zu hoffen, dass nicht auch das Erscheinungsbild der Fassaden dahingehend geändert wird, dass man nun tabula rasa macht. Das heißt, statt Barockgiebel nun beispielsweise ein großes Atelier-Fenster, um das Dachgeschoss gewinnbringend auszubauen. Dieses Risiko sehe ich durchaus.
    Moderationshinweis (Aedificium): Beitrag gekürzt

  • Das von Weingeist in Beitrag Nr. 14 beschriebene Szenario erinnert mich, ohne jemandem eine böse Absicht unterstellen zu wollen, an das, was in den 80-er und 90-er Jahren in Spanien praktiziert wurde. Damals wurden ganze Wälder abgefackelt, um Bauland zu schaffen. Daraufhin wurde ein Gesetz erlassen, das den Eigentümer zur Wiederaufforstung verpflichtet. Somit kann sich keiner mehr durch einen Brand einen materiellen Vorteil verschaffen.


    Leider hat man schon in Konstanz gesehen, dass Beschädigung bzw. Zerstörung historischer Bausubstanz sehr gerne zum Anlass genommen wird, um sich lästige Denkmalschutzauflagen vom Hals zu schaffen. Da bekommen einige Hauseigentümer dann doch vom Bauamt die lang ersehnte Modernisierung genehmigt, die ihnen vorher mit Hinweis auf den Denkmalschutz verweigert wurde.


    Sicher hat weder in Konstanz noch in Coburg einer der Hauseigentümer die Brände verursacht. Aber leider kann sich rein rechtlich gesehen ein Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes durch einen Hausbrand einen materiellen Vorteil verschaffen. Darüber sollte sich der Gesetzgeber einmal Gedanken machen.

  • Quote

    ..."Nach erster Einschätzung von Stadtsprecher Michael Selzer sind zwei der acht betroffenen Gebäude "sicher unbewohnbar", es bestehe aber keine Einsturzgefahr."...


    Na, hoffen wir mal das Beste. Unbewohnbar sind sie sicher, weil das Dach fehlt und die Feuerwehr alles gründlich mit Wasser getränkt hat.
    Doch mit Trockenlegung und neuem Dach sollte es doch gut sein.


    Quelle: Feature: "Ein Feuer in dem Ausmaß hatten wir noch nicht" - Nachrichten Newsticker - News3 (DAPD) - WELT ONLINE

  • Die eher optimistisch stimmenden Fotos und die Tatsache, dass keines der Häuser einsturzgefährdet sein soll, lassen die Aussage des Bürgermeisters doch etwas fragwürdig für mich erscheinen. Stehen da etwa schon die von der Politik unterstützten Architekten in den Startlöchern, um der Coburger Altstadt endlich ein paar dringend notwendige moderne Kontraste und Brüche zu verpassen?

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Nach einem Bericht der Coburger Neuen Presse vom Samstag 02.06. wollen alle Besitzer ihre Häuser wieder aufbauen (obwohl Abriss und Neubau laut Zeitungsbericht in manchen Fällen die "billigere" Lösung wäre).

  • Ja eben. Erst einmal abwarten. Ein positives Zeichen ist sicher, daß die Fassaden noch stehen. In Konstanz wollten die Leute kurz nach dem Feuer auch alles wieder genauso aufbauen. Was man aber heute so hört, ist alles andere als beruhigend. - Der Aufbau in Coburg sollte nun sehr schnell gehen, damit kein Stararchitekt Zeit hat die Besitzer umzustimmen.

  • Quote

    Der bestätigt, "dass kein Baudenkmal abgebrochen werden muss"

    Das ist doch eine sehr gute Nachricht, die alle Befürchtungen erst einmal zerschlägt und weitgehend mit den von den Fotos gewonnenen Eindrücken übereinstimmt. Umso voreiliger erscheint die pessimistische Aussage des Bürgermeisters.

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Umso voreiliger erscheint die pessimistische Aussage des Bürgermeisters.


    Das riecht doch gleich nach ECE und Co....
    "Is eh hin, kann nicht gerettet werden, ... ach übrigens: Coburg hat noch keine City-Galerie?

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Der Titel hat mir einen Schrecken eingejagt. Ich dachte an einen Kalender, in dem alle geplanten Abrisse für 2013 vorgestellt sind. Ähnlich dem Müllkalender für die Abfuhrtage der gelben, grauen, blauen und braunen Tonne. :tongue:


    Aber so ist es auch schon schlimm genug.


    Was ist eigentlich aus den angebrannten Häusern von Seite 1 & 2 des Threads geworden? Hat man sie inzwischen wieder aufgebaut?