Meldungen aus Frankreich

  • Liebe Deutsche,


    hier ist ein Neubau, der Sie interessieren könnte. Hier haben wir eine durchgehende Erweiterung der Abbaye Sainte-Madeleine du Barroux, die kürzlich beendet wurde. In der traditionorientierten katholischen Gesellschaft in Frankreich, dieser Kloster ist (mit Fontgombault, Lagrasse, Chéméré, etc.) ziemlich wichtig. Heutzutage wächst fast jede Klostereinrichtung in Frankreich, die die alte Messe nutzt, was heftige politische Schwierigkeiten sowohl in Frankreich als auch in Rom verursacht hat. Dennoch neigen diese Menschen dazu, viel schönere Gebäude zu errichten als das, was man heute in Frankreich zu bauen pflegt, sei es weltlich oder kirchlich.













    Wie Sie sehen können, gibt es noch viel Gartenarbeit zu erledigen!


    Hir können Sie ein Video über das vollgebrachte Projekt schauen.


    https://www.barroux.org/images/stories/videos/vlc-output.mp4

    Die Erweiterungen waren ziemlich groß (und teuer) und haben eine ganze Weile gedauert: Sie können alle Nachrichte über die Bauarbeiten hier lesen und, wenn Sie wollen, Bilder von Anfang der Arbeit bis zum Ende in September dieses Jahres sehen.


    https://www.barroux.org/fr/travaux/

  • Lieber Atala,


    vielen Dank für diese wertvolle Information über diesen wunderschönen Neubau. Wir werden diese Bilder sicher gut für unsere Argumentation verwenden können. Herzliche Grüße nach Frankreich!

  • Die nächste Verschandelung geschieht in der Grande Nation: Die Kathedrale im westfranzösischen Angers erhält vor dem gotischen Eingangsportal ein zeitgenössisches , überflüssiges Portal. Manchmal ist einem wirklich zum Heulen angesichts des schieren Hasses gegenwärtiger "Architekten" auf unser Kulturerbe. Kann man dieser Entwicklung nicht Einhalt gebieten?



    Quote

    Hintergrund der Auslobung war 2009 die Entdeckung polychromer Farbschichten an den reich verzierten Archivolten des gotischen Westportals. Diese nur selten erhaltenen Farbpigmente an dem gotischen Figurenschmuck der Archivolten sollen durch den nun zu realisierenden Anbau öffentlich sichtbar gemacht und gleichsam vor der Witterung geschützt werden. Eine herausfordernde Bauaufgabe, denn es galt zusätzlich, einen ständigen Luftaustauschs für das Portal zu gewähren und den historischen Bestand möglichst unangestastet zu belassen.


    Wenn die Kathedrale zeitgenössisch wird - Kengo Kuma & Associates planen Portal in Angers



    Cathédrale St Maurice Angers 1

    Chabe01, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

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    Na ja, das Portal ist weder "überflüssig" noch hat das etwas mit dem "schieren Hass gegenwärtiger Architekten auf unser Kulturerbe" zu tun, sondern ganz im Gegenteil: Du hast es doch selbst zitiert: an dem gotischen Westportal ist noch die sehr selten erhaltene mittelalterliche Farbfassung erhalten. Man hat einen Weg gesucht, dies zu erhalten, indem man es vor der Witterung schützt und damit eben genau jenes Kulturerbe, von dem du sprichst, bewahrt.


    Es gab also einen Wettbewerb, die Architekten haben sich beworben und somit nur ihren Job gemacht. Ich finde den Siegerentwurf sogar ziemlich gut, da er sich an die gotischen Portalformen anlehnt und in der Frontansicht sogar optisch aus dem einen Portal derer 3 macht, wie das bei vielen anderen gotischen Kathedralen in Frankreich und anderswo auch der Fall ist.


    Klar wäre ganz ohne schöner, aber was will man machen? Bloß einen schnöden Wetterschutz davor zu setzen, um das Portal zu schützen, wäre sicher die schlechtere Lösung gewesen.


    So sieht es dort übrigens heute aus und in Bild Nr. 9 unter deinem Link ist die geplante (Haupt-) Ansicht zu sehen - m.E. sehr gefällig, fast besser als vorher.

  • Na ja, das Portal ist weder "überflüssig" noch hat das etwas mit dem "schieren Hass gegenwärtiger Architekten auf unser Kulturerbe" zu tun, sondern ganz im Gegenteil: Du hast es doch selbst zitiert: an dem gotischen Westportal ist noch die sehr selten erhaltene mittelalterliche Farbfassung erhalten. Man hat einen Weg gesucht, dies zu erhalten, indem man es vor der Witterung schützt und damit eben genau jenes Kulturerbe, von dem du sprichst, bewahrt.

    Das ist ganz richtig. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Nachrichten entweder bewusst falsch interpretiert oder erst gar nicht richtig gelesen werden.


    Solche Schutzbauten gibt es übrigens, seitdem die Disziplin des Denkmalschutzes existiert. Ad hoc fällt mit da der Vorbau vor der Goldenen Pforte am Freiberger Dom ein, der 1903 errichtet wurde: http://www.freiberger-dom-app.de/langhaus-1/goldene-pforte

  • Unabhängig davon, dass zumindest mal zwei der anderen abgegebenen Entwürfe den Respekt vor der gotischen Fassade doch stark vermissen lassen, halte ich den nun favorisierten Entwurf auch für recht gelungen. Auch die Entscheidung, den Vorbau zugunsten besserer Proportionen größer zu gestalten als technisch notwendig, halte ich für gut.

    Mich stört allerdings, dass man mal wieder die Traufkante bewusst nicht mit einem Profil versehen hat. Die Folge ist, dass die Fassade innerhalb weniger Jahre verdreckt sein wird. Wie es besser geht, kann man direkt dahinter an den gotischen Türmen sehen.