• Ob es im Rahmen der Neubebauung zu einer optischen Verbesserung kommen wird, wage ich zu bezweifeln. Es wird ohnehin wieder einer der typischen Schuhkartonbauten herauskommen (natürlich mit Flachdach, Satteldächer scheint man ja heute nicht mehr zu kennen), von dem es nachher heißt, er füge sich "harmonisch in das historische Umfeld ein".

  • Ob es im Rahmen der Neubebauung zu einer optischen Verbesserung kommen wird, wage ich zu bezweifeln. Es wird ohnehin wieder einer der typischen Schuhkartonbauten herauskommen (natürlich mit Flachdach, Satteldächer scheint man ja heute nicht mehr zu kennen), von dem es nachher heißt, er füge sich "harmonisch in das historische Umfeld ein".

    Nun, das Haus ist mittlerweile fertiggestellt. Und die Prophezeiungen von Ravensberger treffen ziemlich genau zu. - Hier einige Links zu Bildern des Neubaus.


    http://www.fokus-development.c…%B6xter.jpg?itok=_RRG9pUk


    http://www.westfalen-blatt.de/…net_image_630_420f_wn.jpg


    http://www.radiohochstift.de/f…Huxori2015_01387921ab.jpg


    Für den Neubau findet man, naturgemäß, nur lobende Worte. Zum Beispiel vom Bürgermeister.


    Quote

    (...) Er sprach von einem „Meilenstein“ für Höxter, von einem „neuen Gesicht“
    und einem „neuen Design“ der guten Stube der Stadt und einem „Magneten“
    über die Stadtgrenzen in die Region hinaus, der wichtig für die Zukunft
    und Entwicklung der Stadt sei. Von dem Kaufhaus, das optisch Tradition
    mit Moderne „in hervorragender Weise“ miteinander verbinde, werde der
    gesamte Einzelhandel der Stadt profitieren. (...)

    Und natürlich wird auch erwähnt, wie altstadttauglich der Bau ist.


    Quote

    (...) Mit der mehrfarbigen Giebelstruktur – die Fassade wurde speziell für den
    Markt 1 entworfen und deutet einzelne Häuser an – passe sich das
    Gebäude der Höxteraner Altstadt an und greife die kleinteilige Bebauung
    auf. (...)

    :gehtsnoch:


    Quote

    (...) Und die neue Fassade, sagte Willmes mit Blick entlang der farbigen
    Giebel, werde auch in zehn Jahren noch so aussehen – weder vergraut noch
    von einer grünen Patina bezogen. (...)

    Was sind denn lächerliche 10 Jahre bei einer Immobilie?! In 15 Jahren fängt dann der Zerfall an, oder was?


    Insgesamt sehe ich das Haus nur als eine minimale Verbesserung an.



    Zitatquelle

  • werde auch in zehn Jahren noch so aussehen – weder vergraut noch
    von einer grünen Patina bezogen.


    Man fragt sich hier doch, ob der Investor sich über dass was er sagt Gedanken gemacht hat oder ob die Freude so groß war, das sich alles bei der Eröffnung Anwesenden sich in einem Rausch befunden haben. Den Eindruck kann man bei dem Inhalt des verlinkten Artikel ja geradezu gewinnen (vielleicht liegt es an dem auch erwähnten sprichwörtlich euphorischen Wesen der beteiligten Ostwestfalen und Siegerländer).


    Das Fassaden von Zeit zu Zeit neu gestrichen werden müssen, bedürfte eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Eventuell haben wir aber auch Glück und :



    In 15 Jahren fängt dann der Zerfall an, oder was?

    Das bedeutet: Schandfleck - Abriss und Neubau , der dann von Architekten entworfen wird die Fachwerk nicht nur auf Giebel und bunt reduzieren und ein wirklich in die Altstadt Höxters passendes Gebäude errichten.

  • Immerhin wurde mit dem Projekt "Markt 1" auch der gesamte Marktplatz umgebaut. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, mir das Ergebnis in natura anzusehen, werde dies aber eventuell im Februar nachholen. Gerne kann ich dann auch Fotos machen und hier präsentieren.


    Weiter ist positiv anzumerken, dass mit dem Projekt eine Diskussion zur allgemeinen Aufwertung der Innenstadt entstanden ist. Laut einem Bericht der Neuen Westfälischen soll die Fokus Development AG - verantwortlich für "Markt 1" - die gegenüberliegende (und von Waschbeton-Fassaden geprägte) Marktplatz-Seite ebenfalls abreißen und neu bebauen (siehe: http://www.nw.de/lokal/kreis_h…-am-Markt-in-Hoexter.html).


    Dies sind allerdings nicht die einzigen Nachrichten aus dem kleinen Weser-Städtchen Höxter:
    Zwecks Neubau eines Asylanten-Heims ist geplant, die Kaserne an der Lütmarser Straße abzureßen, da ein Erhalt wirtschaftlich wohl nicht sinnvoll erscheint.

    Wie konkret diese Pläne sind, kann ich leider nicht sagen.


    Edit:

    Quote

    Man fragt sich hier doch, ob der Investor sich über dass was er sagt Gedanken gemacht hat oder ob die Freude so groß war, das sich alles bei der Eröffnung Anwesenden sich in einem Rausch befunden haben. Den Eindruck kann man bei dem Inhalt des verlinkten Artikel ja geradezu gewinnen (vielleicht liegt es an dem auch erwähnten sprichwörtlich euphorischen Wesen der beteiligten Ostwestfalen und Siegerländer).


    Grund der Freude wird sein, dass Höxters "gute Stube" in den letzten Jahren - insbesondere durch die Insolvenz Herties - sehr gelitten hat. Dass das Gebäude überhaupt noch erfolgreich vermarktet werden konnte, war für viele Höxteraner lange Zeit undenkbar.

  • Die Alte Dechanei von 1564-1571


    Bild von Markus aus dem Jahr 2003:


    Zehn Jahre später:

    Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Bodo Kubrak', gemeinfrei


    ca. 1900 - einige Jahre vor der Umgestaltung.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich bin zwiegespalten bei solchen Projekten. Einerseits helfen sie sicher, die Nutzung zu verbessern und in diesem Fall auch Wissen zu vermitteln, anderseits, wie soll man jemals noch den genius loci erfahren, wenn um einen herum alles "mulitmedial aufbereitet" ist oder moderne Glaswände Räume abtrennen?


    Sicherlich ist das ganze reversibel. Aber wenn das einmal drin ist kommt es nicht wieder heraus, sondern wird allenfalls irgendwann ersetzt oder ergänzt...


    Das gilt nicht nur für Kloster Corvey, sondern mittlerweile für so viele Bauwerke. Egal wie reversibel und denkmalgerecht so etwas ausgeführt wird (was stets immer besonders betont wird, aber im Normalfall auch größtmöglichen Kontrast bedeutet), es beschädigt immer irgendwie die historische Integrität des Raumes.

  • Die Stadt Höxter befindet sich in einem spürbaren Wandel, scheinbar angetrieben durch die Ernennung des Westwerks des Kloster Corvey zum UNESCO-Welterbe und die Planungen zur Landesgartenschau 2023. Dies äußert sich in zahlreichen Sanierungsarbeiten, welche mir beim Besuch des historichen Stadtkerns am vergangegenn Osterwochenende ins Auge gefallen sind. Insbesondere in der Corbiestraße, als Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und dem Schloss Corvey, wurden viele Altstädthäuser mustergültig saniert. Beispielhaft ist hierfür der Erbmarschallhof: Sprossenfenster statt große Glasflächen – Erbmarschallhof Corbiestraße in Höxter wird saniert


    Der Erbmarschallhof, erbaut im Jahr 1791 als Residenz des Corvey Erbmarschalls, wurde in sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückversetzt. Im verlinkten Artikel sind Bilder zu der Transformation abgebildet.