Berlin - Schloss Charlottenburg & Stülerbauten

  • Es gehört zur traurigen Ironie der Geschichte, dass das Charlottenburger Schloss seine Rettung und Wiederaufbau vor allem der Sprengung des Stadtschlosses verdankt.

    Richtig!


    Aber auch diese(s) eine(s) darf niemals vergessen werden: Margarethe Kühn (1902-1995). Sie war es, auf die vor allem in den unendlich schweren Anfangsjahren der Wiederaufbau von Charlottenburg zurückging.

  • Genau hier liegt das Problem. Die Deckenbilder sehen nach Hippietraum aus, und stehen in sehr krassen / schlimmen Kontrast mit den Wänder die in der Regel sehr schön, verblüffend rekonstruiert wurden.

    Das sind harte Worte, die ich aber sehr gut nachvollziehen kann. Gerade die in der Literatur sogenannte "zeitgenössische Paraphrase" von Hann Trier an Stelle des früheren Deckenbilds von Antoine Pesne im Weißen Saal empfinde ich als ausgesprochen unangemessen und ästhetisch unangenehm. Angeblich fehlte damals für eine Rekonstruktion eine ausreichende Dokumentation durch Farbfotos.
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  • Natürlich wäre eine originalgetreue Rekonstruktion wünschenswert. Aber, sofern diese nicht möglich ist, so schlecht finde ich das heutige Deckengemälde nicht. Etwas zwischen Hippie- und New Age-Malerei, aber durch die zarten Pastelltöne durchaus passend zum barocken Erscheinungsbild.

  • Na, da kann man ja noch ganz andere Wagnisse in barocken Räumen bringen, z.B. hier:
    http://www0.f1online.de/preW/006791000/6791492.jpg
    Deckengemälde der Stiftskirche Engelhartszell an der Donau (etwas von Passau flußab!)
    Als ich dieses kubistische Deckengemälde in den 80iger Jahren erstmals sah, war ich hin und her gerissen, was ich davon halten sollte. Als Ersatzlösung für verlorene Deckenfresken mochte ich es akzeptieren und fand die Lösung innovativ. Aber heutzutage. Hm, besser rekonstruieren oder im Geiste des Barock malen!?


    Mehr Bilder: https://www.google.de/search?q…&biw=1366&bih=656#imgrc=_

  • so schlecht finde ich das heutige Deckengemälde nicht.

    Sehe ich auch so. Jedenfalls besser als das Deckengemälde im Treppenhaus des Neuen Flügels (finde leider kein Bild).
    Oder gar dasjenige im Orangerieflügel >>hier :--)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Brrr, das Deckengemälde in der Orangerie war mir gar nicht erinnerlich. Das gefällt mir garnicht, weil es so "ruinös" wirkt und viel zu dunkel. Wie auch das in Engelhardtszell - da hat man ja den Eindruck, die Decke fällt einem auf den Kopf.
    Das im weißen Saal hingegen geht so - naja, Gewölk halt, recht einfach, aber zumindest ist es farblich freundlich.
    Reko wäre selbstverständlich sehr viel besser, auch wenn man sich die Farben zusammenfantasieren müßte.

  • Mittlerweile ist die Gartenseite des Hauptbaus bis auf den Sockelbereich fertiggestellt.


    Ist es jetzt die Schlüter'sche Originalfigur? Nein, nur eine Nachschöpfung der 1950er.


    Einen (vorübergehenden) Hauch von Frühling gab es heute.


    Das Langhans'sche Belvedere.


    Ein kräftiges Kerlchen, dieser Kormoran.


    Die erhaltene Blickachse im Landschaftspark.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Am Alten Schloss ist jetzt alles fertig.


    Athene


    Theaterbau



    Kleine Orangerie


    Blick von Westen zum Zentralbau


    Große Orangerie


    Torhäuschen



    Blick zur Schloßstraße mit Prinz Albrecht.


    Und der Anblick von der Schloßstraße.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die eingezäunten Baustelleneinrichtungen auf der Südseite vor dem Neuen Flügel sind inzwischen wieder abgebaut worden, so dass der Blick wieder frei ist.

    Mal abwarten, ob die Fläche noch eine gewisse gärtnerische Gestaltung erhalten wird.



    König Friedrich II., Kopie nach Johann Gottfried Schadow.



    König Friedrich I., Kopie nach Andreas Schlüter.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Zwei Dinge sind mir aufgefallen bei den Bildern.


    1) Wieso wird auf der Tafel zum Denkmal des ersten Preußenkönigs Friedrich als Monatsname der österreichische Begriff Jänner für Januar verwendet?


    2) Besteht zwischen dem 18. Januar 1701 und der Kaiserkrönung 18. Januar 1871 in Versailles ein gewollter Zusammenhang?

  • A) laut dem Wikipedia-Artikel "Januar" ist die Namensform "Jänner" die ursprüngliche, die beginnend im 18. Jahrhundert durch die gelehrte Neuentlehnung "Januar" ersetzt wurde und sich mundartlich nur noch im Süden des deutschen Sprachraums, schriftlich ausschließlich in Österreich halten konnte. Wahrscheinlich war "Jänner" zum Zeitpunkt der Errichtung des Schlüterschen Denkmals in Preußen noch üblich.
    B) Das Deutsche Reich wurde an sich am 1. Januar 1871 gegründet; die Proklamation des Deutschen Kaisers fand ganz bewusst am 18. Januar in Versailles statt, getreu dem dictum "Von nun an geht Preußen in Deutschland auf".

  • Hm, die Lanze von der Minerva sollte man mal wieder rekonstruieren. Ich meine, vor 10-20 Jahren wäre die noch komplett gewesen.

  • Es ist häufig so, dass dünne Endglieder an Parkskulpturen fehlen. Die Figur der Minerva ist noch sehr gut lesbar. Die Lanzenspitze kann jeder im Geiste für sich rekonstruieren. Die Restauratoren werden da erst was machen, wenn größere Arbeiten anstehen. Die abgebrochene Spitze allein erzeugt keinen dringenden Handlungsbedarf.



    Berlin, Schlossgarten Charlottenburg, Minerva (Foto: Another Believer, Mai 2015, CC-BY-SA-4.0)

  • Rastrelli: Die Figur ist jedenfalls unvollständig ohne Lanzenspitze und gehört wieder komplettiert. So ein großer Staatsakt wird das ja wohl kaum sein, also kann man das doch mal machen per Gelegenheit.