Berlin - Palast der Republik

  • Quote from "van Dyk"

    koennen wir nicht irgend etwas bedenken damit die leute fuer UNS auf die Strasse gehen??? :?:

    jeder kann etwas tun; ich habe mir vor Jahren einen Stempel anfertigen lassen:
    "Deutschland braucht das Berliner Stadtschloß", der kommt auf jede Postsendung; man kann Boddiens Schloßzeitung verteilen, auf jede erdenkliche Weise für das Schloß Werbung machen.
    Besonders seit der Weihe der Frauenkirche ist das viel leichter geworden.

  • Wow... Daniel Brühl, Jessica Schwarz, Nora Tschirner.... alle für den Ballast? Hab eigentlich immer viel von denen gehalten... :augenrollen:

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ja, was da in Jessica Schwarz oder Daniel Brühl vorgeht, stimmt mich auch nachdenklich. Aber hat nicht z.B. Hollywood eine recht starke Scientology-Strömung? Kann auch niemand nachvollziehen - Schauspieler sind vielleicht doch ab und an etwas "strange"... :schreckgrau: :streitengelb: ... das muss man ihnen wohl zugestehen.

  • Mal 'ne andere Frage: Warum soll ein Schauspieler vom Palast/Schloss mehr Ahnung haben als die Nachbarn meiner Oma (die haben keine)?

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Naja, man gibt sich wohl immer wieder der Illusion hin, Schauspieler sind sich über ihre exponierte Stellung in der Öffentlichkeit bewusst und wägen die Worte deswegen eher ab, als Otto Normalverbraucher... Das dem nicht so ist, müsste man eigentlich langsam akzeptieren :grinsenlachen:

  • Das sind diese jungen trendigen Städter die angeblich für unsere Altersgruppe zwischen 20 und 30 stehen und für das - ich nenne es immer "polylux-Berlin" - stehen, immer ganz wahnsinnig unkonventionell, flippig, trashig, improvisierend, mit ungelenkigen Versuchen, dem einstigen Kulturreichtum etwas annähernd vergleichbares folgen zu lassen. Die Geschichte der Stadt kennen sie dafür nur aus Guido Knopp-Dokus oder Filmen wie Sonnenallee. Daß sich z.B. auf dem Gelände des Marx-Engels-Forums früher mal die Kernstadt befand...sag das denen mal. Wenn man sich nicht mit dem großartigen Stadtbild Berlins vor der Zerstörung befasst, tritt man wahrscheinlich für den Palast als Geschichtszeugnis ein, aber auch nur dann.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Warum sollen Schauspieler tiefgründigere An - und Einsichten pflegen, als der normale Bildzeitungsleser?
    Das Problem liegt bei den Medien, die jeden hergelaufenen Schauspieler oder Sportler dahingehend interviewen, wie denn nun der Bundeshaushalt saniert werden soll, ob wir die Atomkraftwerke stillegen und wann ihrer Meinung nach der Urknall stattgefunden hat.
    Medienhype, weiter nichts.
    Ich wette, daß diese Typen noch nicht einmal ein Bild des Stadtschlosses gesehen haben.
    Ein Soziologe hat einmal geschrieben, daß die meisten Menschen sich aufgrund ihrer beschränkten Wahrnehmungsgabe die Welt nur so vorstellen können, wie sie diese seit ihrer Geburt vorfinden und jede Veränderung als bedrohlich empfinden, egal, in welcher Hinsicht.
    Aufgrund der allgemeingültigen Vergangenheitsverachtung gilt noch jeder Retrogedanke als zusätzlich pervers (es sei denn, es handelt sich um die sogenannten "Goldenen 20ger" oder um vages Mittelalter - Fantasy.

  • Die golden Zwanziger waren garnicht so golden: inflation, hohe arbeitslosigkeit, strassen kaempfen zwischen Kommunisten und National Sozialisten: kurzgefasst: nichts war gold an dieser zeit!!
    vielleicht koennen die schauspieler zukuenftig auch die wetter vorhersage tun???? :?:

  • Quote from "van Dyk"

    Die golden Zwanziger waren garnicht so golden: inflation, hohe arbeitslosigkeit, strassen kaempfen zwischen Kommunisten und National Sozialisten: kurzgefasst: nichts war gold an dieser zeit!!
    vielleicht koennen die schauspieler zukuenftig auch die wetter vorhersage tun???? :?:


    Das sehe ich ja genauso, aber sie (die "goldenen 20ger") werden von bestimmten Kreisen hochstilisiert, vor allem die dekadenten Erscheinungen dieser Zeit, man denke nur an den Film "Aymee und Jaguar".

  • Bitte etwas näher am Thema bleiben.

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Nein, werden sie nicht, denn die Gegner der Schloßsprengungen in Potsdam und Berlin sind in der DDR sogar ins Zuchthaus gewander, wie der Architekt Christian Wendland aus Potsdam (lebt noch), der eine hervorragend Biographie über Georg Christian Unger verfaßt hat.

  • Quote from "Hermine"

    Nein, werden sie nicht, ...


    Merkwürdig, nicht? Der brutale Umgang mit jenen, die sich der Bauphilosophie der DDR entgegenstellten, ist weitestgehend unbekannt...

    Der Wind gedreht
    Albtraum verweht
    Zum Schluss jetzt das Glück
    Das Schloss kommt zurück!

  • Ja, das paßt nicht ins Zeitgeistprogramm.
    Hätte ich nicht das Buch von Herrn Wendland erworben, wüßte ich es auch nicht:
    Christian Wendland wurde 1938 in Berlin geboren. Nach dem Vordiplom an der TU Berlin 1961 wird er im selben Jahr - nach dem Bau der Mauer - in der DDR zu zwei Jahren Zuchthaus wegen seiner Opposition gegen die Sprengung des Potsdamer Stadtschlosses und den Flächenabbruch der Innenstadt verurteilt. Erst 1968 kann er das Architekturstudium in Dresden abschließen. 1974 beendet er als Fachingenieur ein Postgradualstudium für Gebäudeerhaltung. (Anmerkung: bewunderswert, wie er seinen Weg gegangen ist und sich nicht hat verbiegen lassen.)
    Sein dienstliches und ehrenamtliches Wirken ist besonders mit dem Holländischen Viertel, der Brandenburger Straße, den Hiller-Brandtschen Häusern, der Russischen Kolonie Alexandrowska und dem Fortunaportal verbunden. Seine Arbeit wurde durch verschiedene Auszeichnungen gewürdigt. Seit 1991 führt er ein Architekturbüro in Potsdam.