• Ich freue mich, dass endlich jemand auf meine "10-Punkte-Problematik" eingeht.

    Du würdest aber die Punkte 2 - 10 streichen, staune ich. Könntest Du begründen, warum, was ist falsch an Punkt 2, oder 3, 4 usw.? Mich würden konkrete Argumente interessieren, keine Allgemeinplätze. Erst dann kommt man doch zu einer interessanten und vielleicht auch fruchtbaren Diskussion, wenn entsprechende Anhaltspunkte und Inhalte vorhanden sind.

    Wie soll denn Deiner Meinung nach ein Betrag zwischen 15 und 30 Millionen Euro für ein Gebäude, das abgerissen werden soll, aufgebracht werden? Dafür spendet doch keiner! Wer hat denn die Verhandlungskompetenz, auch unter rechtlichen Gesichtspunkten? Ich weiß nicht, ob Du schon im Forum mal eine Abbildung gesehen hast, die die Größe des Bremer Carrees zeigt. Das ist wirklich ein ganz dicker, hässlicher Klotz, den ich gerne aus der Bremer Innenstadt sprengen würde. Also ganz kurz gefragt: Wie kriegt man diesen dicken Brummer, dessen Anblick mir jedes Mal über Stunden schlechte Laune bereitet, weg?

  • Deine Punkte sind nicht falsch. Aus der Sicht eines Projektentwicklers hast Du vollkommen recht.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Bremer Carree (ich kenne allerdings nur Fotos aus dem Netz) wie eine Premiumimmobilie aussieht. Genauso Premium wie der "Augustinerhof" in Nürnberg.

    Wäre toll, wenn das mal jemand fotografieren könnte, um welches Areal es sich überhaupt handelt (was weg gehört).

    Ich habe nur meine Zweifel ob man die Sicht eines Projektentwicklers haben sollte.

    Vielleicht muss man da so visionär denken wie ein englischer Landschaftsgärtner aus dem 19. Jhd. Bis die Bäume alle groß wurden, sind die Erschaffer schon längst gestorben. Oder vor paar Jahren bin ich mal mit einem Mann (Waldbesitzer) durch einen wunderschönen Buchenwald gelaufen. Er sagte mir, dass diese Bäume mal Opa angepflanzt hat.

    Manche Dinge brauchen Zeit. Wenn wir schon nichts hinbekommen, dann wenigstens Visionen.

    Wie soll denn Deiner Meinung nach ein Betrag zwischen 15 und 30 Millionen Euro für ein Gebäude, das abgerissen werden soll, aufgebracht werden? Dafür spendet doch keiner!

    Gibt es denn keinen Reeder vom Bremer Hafen, der sich nicht in einem Turm verewigen möchte?

    Vielleicht ist auch bundesweit eine Sammlung möglich? Aus Bremen hört man oft so viel Schlechtes. Das wären doch mal positive Nachrichten.

    Als damals für die Frauenkirche Geld gesammelt wurde, da gab es auch ein Stand im weit entfernten Bad Kreuznach.

    Demnächst trifft sich der Vorstand und paar Vereinsmitglieder in Fulda - Strategiemeeting. Vielleicht ergeben sich dann noch bessere Argumente, genau für solche Projekte sich zu engagieren.

    Beauty matters!

  • Gibt es denn keinen Reeder vom Bremer Hafen, der sich nicht in einem Turm verewigen möchte?

    Vielleicht ist auch bundesweit eine Sammlung möglich? Aus Bremen hört man oft so viel Schlechtes. Das wären doch mal positive Nachrichten.

    Als damals für die Frauenkirche Geld gesammelt wurde, da gab es auch ein Stand im weit entfernten Bad Kreuznach.

    Demnächst trifft sich der Vorstand und paar Vereinsmitglieder in Fulda - Strategiemeeting. Vielleicht ergeben sich dann noch bessere Argumente, genau für solche Projekte sich zu engagieren.

    Dass ich die Sicht eines Projektentwicklers habe, weise ich von mir, Franka. Immer diese Missverständnisse. Ich habe die Sicht eines Rekonstruktionsanhängers, der sich mit den wirtschaftlichen Bedingungen auseinandersetzt und zu dem Schluss kommt: Das ist aus genau diesen wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht zu schaffen. Was soll die Zeitverschwendung. Wenden wir uns also lieber realistischeren Projekten zu in der Richtung, die Tegula schon angesprochen hat.

    Nach dem Lesen Deines Textes hatte ich den Eindruck, so ganz verstanden hattest Du das nicht, als Du ausführtest: Gibt es denn keinen Reeder vom Bremer Hafen, der sich nicht in einem Turm verewigen möchte?

    Soweit sind wir doch noch gar nicht. Es geht erst mal um das Bestandsgebäude, das weg muss, bevor ein Turm entsteht. Deshalb schrieb ich ja auch:

    Wie soll denn Deiner Meinung nach ein Betrag zwischen 15 und 30 Millionen Euro für ein Gebäude, das abgerissen werden soll, aufgebracht werden? Dafür spendet doch keiner!

    Mir ist vollkommen klar, dass wirtschaftliche Fragestellungen für die meisten nicht besonders sexy sind. Das ist ein trockenes Thema, langweilig, schwierig und wenig begeisterungsfähig. Dann lieber schöne Bilder bis zum St. Nimmerleinstag, erschaffen sie doch eine Welt, die alle hier im Forum wollen. Nur leider kommt man an die diesen ökonomischen Fragestellungen nicht vorbei. Wenn die nicht gelöst werden, wird es auch kein Projekt geben.

    Also, liebe Franka, wie stellst Du Dir die Finanzierung des Abrisses eines der hässlichsten Klötze in der Bremer Innenstadt vor? Wo soll das Geld dafür herkommen?

  • Beitrag zum von Centralbahnhof angesprochenen Bewußstseinswandel in der Gesellschaft

    „Wo bitte finde ich das zweite äußere Holstentor ?“

    Fragen Sie dies im Jahre 2023 als auswärtiger Gast einen Lübecker, so wird dieser sich zunächst etwas ungläubig vergewissern, ob Sie auch wirklich nicht bloß das weltbekannte ‚einfache’ Holstentor meinen. Beharren Sie dann aber auf dem ‚zweiten Äußeren’, so wird Sie der Gefragte ob der für einen Fremden recht ungewöhnlichen historischen Ortskenntnis zunächst anerkennend mustern und sodann antworten: „Das zweite äußere Holstentor“ finden Sie an der Ecke Possehlstraße / Holstentorplatz.

    Hätten Sie dieselbe Frage hingegen vor zwanzig Jahren gestellt, wäre man Ihnen sehr wahrscheinlich nur mit hilflosem Schulterzucken begegnet: „Wie bitte, ein zweites äußeres Holstentor ? Was soll das denn sein ? Ich bin Lübecker, aber davon habe ich noch nie etwas gehört !“

    Wie läßt sich der Wandel des Aussagegehalts der Antworten erklären ?

    Nun, das Gebäude, welches wir heute als ‚das’ Holstentor schlechthin kennen, war früher einmal Teil eines umfangreichen Stadtzugangs aus vier hintereinander gestaffelten Toranlagen. Das heute noch stehende Gebäude war damals als das ‚Mittlere Holstentor’ bekannt. Das ihm stadtseitig vorgelagerte ‚Innere Holstentor’ wurde 1828, das ihm landseitig direkt vorgelagerte ‚äußere Holstentor’ 1853 abgebrochen. Das dem Letzteren landseitig vorgelagerte und hier in Rede stehende ‚zweite äußere Holstentor’ war sogar schon im Jahre 1808 beseitigt worden. Alle drei Gebäude verschwanden nach ihrer jeweiligen Niederlegung recht schnell aus dem kollektiven Gedächtnis der Bürger und wurden schlicht dem Vergessen anheim gegeben.

    Die ‚Renaissance’ setzte dann auf folgende Art ein: Das zweite äußere Holstentor erlebte – wie eine ganze Reihe anderer verschwundener historischer Bauten der Hansestadt – in der von der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e.V. im Zeitraum von 1998 bis 2004 geförderten Werkstatt ‚Zeitpunkte’ seine Wiederauferstehung als Modell, welches seither in einer aus Nitro-Stahl gefertigten Vitrine am genannten Ort steht. Dadurch konnte das Bauwerk langsam wieder in das Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise zurückkehren. Und heute ist es schlicht nicht mehr wegzudenken !

    (Eigenes Foto vom 04.09.2022)

    Hier noch der 'Link' zum Internetauftritt der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck e.V.:

    Zeitpunkte

    Eine sicherlich erfreuliche Entwicklung. Aber was hat das Ganze auf dem Themenstrang über St. Ansgarii in Bremen zu suchen, werden Sie fragen ?

    Nun, Alt-St.Ansgarii ist ebenso aus dem kollektiven Bewußstein der Mehrheit der Bremer verschwunden, wie das zweite äußere Holstentor seinerzeit aus dem der Lübecker. Die sogenannte ‚Ansgar-Säule’, die nach dem Abbruch der Ruine 1959 von der BEK (der Bremischen Evangelischen Kirche) als Erinnerungszeichen an das Gotteshaus konzipiert worden war, hat – da total unanschaulich - in dieser Funktion vollkommen versagt. In der Regel ernten Sie daher ungläubiges Staunen, wenn Sie Passanten auf die alte Kirche ansprechen. Teilweise kommt es zu so skurrilen Nachfragen wie der folgenden: „Hier soll eine Kirche gestanden haben ? Aber der Platz zwischen Bremer Carreé und Gewerbehaus [sic !] ist doch viel zu klein dafür. Die Kirche kann dann ja wohl nur die Größe einer Kapelle besessen haben.“

    Hier ist wahre Aufklärungsarbeit nötig, um den Menschen überhaupt erst einmal deutlich zu machen, wie die baulichen Verhältnisse am Ort einst waren, was sie verloren haben und dadurch ihren Appetit darauf zu wecken die verlorene Schönheit wiederzugewinnen.

    Unsere Aufklärungsarbeit würde durch eine dauerhaft auf dem Ansgarikirchhof installierte Nitro-Stahl Vitrine, die das von Axel Spellenberg gefertigte Modell (bzw. eine größere Ausführung desselben) aufnehmen könnte, massiv erleichtert werden. Bremen sollte insofern von Lübeck lernen !

    P.S. : Auch solvente einheimische und auswärtige Mäzene würden an solch einem Modell vorbei kommen und dort vielleicht einen ersten Anstoß bekommen, darüber nachzudenken, sich finanziell einzubringen…

  • Also, liebe Franka, wie stellst Du Dir die Finanzierung des Abrisses eines der hässlichsten Klötze in der Bremer Innenstadt vor? Wo soll das Geld dafür herkommen?

    Also Punkt sechs stell ich mir überhaupt noch nicht vor.

    Ich habe die Sicht eines Rekonstruktionsanhängers, der sich mit den wirtschaftlichen Bedingungen auseinandersetzt und zu dem Schluss kommt: Das ist aus genau diesen wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht zu schaffen. Was soll die Zeitverschwendung. Wenden wir uns also lieber realistischeren Projekten zu

    Ist es wirklich Zeitverschwendung? Vielleicht braucht es noch Aufklärungsarbeit, dass es noch mehr ins Bewusstsein dringt. Was nicht heißt, dass man sich auch realistischen Projekten zuwendet! Lieber Findorffer, gründe doch einen Ortsverband! Bremen braucht einen Ortsverband. Wenn Du Dich bei den anderen nicht zu Hause fühlst. Tegula hat da völlig recht.

    Wie soll denn Deiner Meinung nach ein Betrag zwischen 15 und 30 Millionen Euro für ein Gebäude, das abgerissen werden soll, aufgebracht werden? Dafür spendet doch keiner!

    Vielleicht wird der Brummer auch irgendwann marode. Und dann hätte man schon tolle Pläne für etwas Neues in der Schublade, vielleicht gibt es auch einen reichen Bremer Patrizier, der dann darauf anspringt (wenn die St. Ansgarii bereits in das Bremer Bewusstsein gesickert ist).

    Stand der Dinge, wüsste ich auch nicht wie man 30 Millionen auftreiben sollte. Da bin ich auch nicht vom Fach. Ich denke mal, es ist erstmal wichtig ins Gespräch zu kommen und diesmal zu bleiben.

    Dann lieber schöne Bilder bis zum St. Nimmerleinstag

    Unterstützt Euch doch gegenseitig. Jeder hat unterschiedliche Ansätze sich einzubringen. Die Visionäre, die Traumtänzer, aber auch der kühle BWler. Ich z.B. würde gerne Podiumsdiskussionen ins Leben rufen, Initiativentreffen organisieren, utopische Stadträume entwerfen. Der andere möchte Gebäude retten, wiederum ein anderer möchte sich konkreten realistischen Rekonstruktionsprojekten zuwenden (Nenn mir mal ein Realistisches..). Philon z.B möchte den Dingen auf den Grund gehen. Der andere unterstützt mit IT- Know-How. Die einen vertreten die Ansicht, viele viele Ortsverbände zu gründen, um eine Wende herbeizuführen. Die anderen vertreten die Ansicht, dass erst in den Hochschulen eine Wende eintreten muss, um etwas im Land zu ändern. Und wenn jemand auf die Idee kommt, Glasvitrinen von Ansgarii aufstellen möchte, dann ist es doch eine gute Sache. Und was Finanzierungsangelegenheiten angeht und ja, das ist unsexy, kann man sich auch helfen lassen, wenn es soweit ist.

    Beauty matters!

  • Kosten für Einrichtung und Unterhalt der Schaufenster-Vitrine "Ansgarikirchhof der Zukunft"

    Uns ist selbstverständlich vollkommen bewusst, daß selbst so eine Vitrine schon kein leichtes Unterfangen sein wird.

    So wäre auch sie natürlich mit erheblichen finanziellen Verpflichtungen verbunden:

    1. Kosten für die Erstellung des größeren Modells

    Aus strapazierfähigem und v.a. hitzebeständigem Material. Letzteres ist erforderlich, da es sich im Innenraum der Vitrine in der warmen Jahreszeit recht stark aufheizen dürfte.

    2. Kosten für das Gehäuse der Vitrine

    Der Rahmen und die Glasflächen der Vitrine müßten aus Materialien bestehen, die Einbruchsversuchen so lange standhalten, bis die Polizei vor Ort eintrifft (die Lehre vom ‚Grünen Gewölbe’). Außerdem müßten beide mit einer Beschichtung versehen sein, die Graffiti nicht haften bzw. dieses leicht und spurenlos beseitigen läßt. Zudem müßte sie Kratzereien auf Metall und Glas unmöglich machen.

    Schließlich wäre eine Innenbeleuchtung sinnvoll, um auch abendliche und nächtliche Stadtbummler anzuziehen, wodurch aber ständig Stromkosten entstehen würden.

    3. Standmiete

    Für den Fall, daß man von den städtischen Bau- und Ordnungsbehörden eine Genehmigung für eine zeitlich unbefristete Aufstellung auf dem Kirchhof erlangen sollte (dies wird mit lange und zähe Verhandlungen verbunden sein), dürften die Mietkosten in dieser städtischen 1- A Lage nicht unerheblich sein.

    4. Kosten für temporäre Verlegung innerhalb des Kirchhofs

    Die Vitrine sollte idealerweise auf der Mitte der Fläche zwischen Gewerbehaus und Bremer Carreé stehen. Diese Platzmitte wird aber im Verlauf des Jahres mehrfach von einer Initiative der platzanliegenden Einzelhändler mit Veranstaltungen bespielt (bis hin zur Eisbahn während der Adventszeit). Es müßte daher für die Vitrine zwei sichere Verankerungen geben: Einmal in der Platzmitte und einmal am ‚Ausweichstandort’ am Rande des Platzes (oder auf dem sog. Hanseatenhof, der umbenannten ehemals nordöstlichen Hälfte des Kirchhofs.

    Für all das lediglich 150.000,00 bis 200.000,00 € (und zwar nur für das erste Jahr) anzusetzen, ist sicherlich eine eher konservative Schätzung…

    Diese genannten Zahlen :--) :augenkrummblau: sind mittlerweile Makulatur :peinlich: !

    (Sie waren - trotz der einzukalkulierenden Auswirkungen der Inflation - wohl denn doch eindeutig zu hoch angesetzt !)

  • Risiko in mehrfacher Hinsicht

    Ja, in der Tat eine hohe Summe. Vielleicht habe ich etwas zu hoch gegriffen.

    Aber dennoch, es sind schon zahlreich Posten, die zu bedenken sind,

    z.B.:

    Der Stundenlohn an den / die Modellbauer für die Übertragung des Modells von Axel Spellenberg in einen größeren Maßstab dürfte nicht gering zu veranschlagen sein, da diese Arbeit aufgrund der Vielzahl der zu übertragenden Details sehr zeitintensiv zu werden verspricht. Ein paar Zehntausender für diese aufwändige künstlerische Arbeit sind daher mit Sicherheit drin !

    Wetterfeste Außenvitrinen sind – als Stangenware – ab etwas über € 8.0000 zu bekommen. Maßanfertigungen insbesondere mit einbruchssicherem Glas dürften deutlich teurer sein.

    Gemäß Abschnitt 212.01 der Gebührendordnung für die Sondernutzung nach dem Bremischen Landesstraßengesetz in der Stadtgemeinde Bremen werden für eine Außen-Vitrine in einer I A Lage der Altstadt – wozu der Ansgarikichhof definitiv zählt - pro angefangenem Quadratmeter und Monat durchschnittlich € 50,00 berechnet. Bei einer Vitrine mit zwei Metern Seitenlänge und somit vier Quadratmetern Flächenbedarf wären das Gebühren von € 2.400 pro Jahr. Ob der Ausweichstandort nur zur Zeit der Nutzung zu zahlen wäre, müsste geklärt werden. Die Verfahrenskosten für die Genehmigung kommen zudem noch oben drauf.

    Der Anschluß an das Stromnetzt (für die abendliche Innenbeleuchtung) könnte mit Erdarbeiten (Verlegung von Kabelschächten) verbunden sein, deren Beantragung und Umsetzung nicht billig sein dürfte.

    Kostenintensiv ist auch die sichere Verankerung der Vitrine. Verteuernd kommt hinzu, daß dieselbe dennoch transportabel zu sein hat (für den Umzug zum Ausweichstandort), was eine technische Herausforderung darstellt, die erneut teuer sein dürfte.

    Eine Einbruchssicherung durch eine mit der Polizei verbundene Alarmanlage geht ebenso ins Geld.

    Schließlich sind Versicherungspolicen für den Beschädigungs- und Verlustfall sowie für Haftpflichtschäden zu finanzieren.

    Man sollte sich deshalb einmal in Lübeck erkundigen, was dort die einschlägigen Vitrinen insgesamt gekostet haben und welche Summen deren jährlicher Unterhalt seit der Aufstellung verschlingt.

    Leider ist mir durch die Lektüre des brillanten - und jedem Rekonstruktionsfreund als 'vademecum' wärmsten zu empfehlenden - Büchleins 'linke räume' von Dr. Claus Wolfschlag klar geworden, wie schwer es jenseits der Kostenfrage sein wird, den vom Zeitgeist geprägten Entscheidungsträgern, die Zustimmung zu einer derartigen Vitrine abzuringen. Und selbst wenn dies dennoch gelingen sollte, wird die Vitrine ständig der Gefahr ausgesetzt sein, von Vandalen, die selbigen Zeitgeist als Legitimationsgrundlage heranziehen können. schwer beschädigt zu werden...

    So eine Vitrine ist somit nicht nur ein finanzielles Risiko !

    Aber , der guten Sache wegen sollte man es eingehen !!!

  • Vorläufige Alternativen zur Vitrine

    Für den Anfang wäre - alternativ zur fest installierten Vitrine - auch an die Anmietung einer Schaufensterfläche eines der am Ansgarikirchhof gelegenen Geschäfte zu denken; oder zur Zeit der Bürgerparktombola die Nutzung einer der zahlreichen Tombolabuden auf dem Kirchhof. Vielleicht zeigt sich der Bürgerparkverein ja zugänglich...

    .

    Hanseatenhof (ehem. östliche Hälfte des Kirchhofs; links im Bild ist die Ostseite des Bremer Carreé's zu sehen) mit Tombolabuden (Losverkaufsbuden und Ausstellungsbuden für die zu gewinnenden Preise).

    So ein zweitüriges Segment einer Werbebude wäre schon ein guter Anfang, würde aber eben nur temporär für die Zeit der Tombola im Spätwinter und Vorfrühling zur Verfügung stehen.

    Fraglich wäre auch, ob die Buden einbruchsicher sind. Zudem könnten das Modell und die ggfs. dazu gehängten Kopien von Aquarellen durch die benachbarten Auslagen in anderen Budensegmenten in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden.

  • Vorbeifahrt am Ansgarikirchhof

    Anbei der Link zu einem aus diesem Jahr (2023) stammendem Video einer - recht rasanten - Fahrradfahrt quer durch das Herz Bremens vom Brill (wo seinerzeit hinter dem Hauptsitz der Sparkasse die Libeskind -Türme gerade noch verhindert werden konnten) bis zur Einmündung der Lüneburger in die St.-Jürgen-Straße (an der Grenze vom Steintor zum Hulsbergviertel) , wo jüngst die Fassade eines Gründerzeitlers ein neues 'Hinterhaus' bekommen hat (siehe Dokumentation dazu im Themenstrang 'Bremen - Östliche Vorstadt').

    Besonders Hinweisen möchte ich auf den Vergleich der Wirkung des kirchlosen Ansgarikirchhofs (min. 00:25) mit dem des kirchbestandenen Liebfrauenkirchhofs (min. 01:35 ). Zudem sind (um min 02:53) die beiden Maison'schen Herolde an der Ostseite des alten Rathauses (verkleinerte Ausgaben der Reiterfiguren vom Ostportal des Reichstagsgebäudes) zu sehen, zu deren Sanierung ja der Vorgängerverein von Anschari e.V. unter dem unvergessenen Klaus upper Borg in den Jahren 2003 bis 2007 maßgeblich beigetragen hatte.

    (Die Musik ist allerdings überhaupt nicht nach meinem Geschmack; da hätte etwas traditionelleres besser gepaßt. Daher würde ich den Ton auf leise stellen und z.B. das erste der Brandenburgischen Konzerte von JSB darunter legen. Dies passt von der Dynmik her gut zu dem Film und hebt auch die Stimmung beim Betrachten mancher der tristen Nachkriegsfassaden ... )

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  • Mobile - und vor allem kostengünstigere - Alternative zur fest installierten Vitrine

    Leser der obigen Beiträge mögen der etwas entgeisterten Frage von Franka, ob der geschätzten Höhe der Kosten für eine fest installierte Vitrine unausgesprochen beigepflichtet haben. Wir selber tun das auch und haben deshalb nochmal nach weiteren Alternativen zu der doch recht aufwändigen Variante gesucht.

    Fündig wurden wir bei einer Firma, die historisch anmutende, mobile Litfaßsäulen herstellt. Diese sind 3,40 m hoch . Dach , Sockel und Zylinder bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Säule ist witterungsbeständig und beleuchtbar. Zwei transparente Schiebtüren aus Plexiglas umschließen den Zylinder. Die Säule bietet 6,67 m² nutzbare Werbefläche. Dort könnten wir sowohl Fotos des Kirchhof Modells , als auch solche von den Turmrissen anbringen, verbunden mit Aquarellen, historischen Bildern und Textinformationen.

    Die formschöne farbige Litfaßsäule wäre auch ein Hingucker. Mobil würde sie sicherlich weniger Standgebühren kosten als eine fest eingebaute Vitrine. Bei Belegung der Stellfläche auf dem Ansgarikirchhof durch andere Nutzer könnte die mobile Litfaßsäule einfach an einen anderen Standort verschoben und wieder arretiert werden.

    Kosten für die Litfaßsäule : Lediglich um die € 4.000.

    Und den Informations- und Werbestand in der wärmeren Jahreszeit stellen wir uns folgendermaßen vor:


    Falt-Pavillon

    Leicht aufbaubar und transportierbar, die Rückwand aus Polyesterplane beidseitig bedruckbar, ideal für wechselnde Standorte und Wetterlagen.

    Klapptisch

    Haubenvitrine

    Würfelförmige Acrylglas-Haube auf einem Sockel für das Kirchhof-Modell.


    Die Kosten beliefen sich dabei im Einzelnen:

    Faltpavillon mit beidseitig bedruckte Rückplane ca. 700 €

    Klapptisch ca. 200 €

    Haubenvitrine ca. 650 €


    Litfaßsäule ca. 4.000 €

    Somit:

    Gesamtkosten ca. 5.550 €

  • Ich habe heute mehrere Bilder vom Bremer Carree gemacht, die vermitteln, um was für einen großen Klotz es sich hier handelt. Die Abmessungen betragen ca. 65 Meter in der Länge und 45 Meter in der Breite. Wer an diesem Ort etwas bauen will, muss vorher einige Probleme lösen. Das Hauptproblem lautet::wie bekommt man das Gebäude oder Teile davon weg.

    Diese Fragestellung beinhaltet eine Änderung der Eigentumsverhältnisse durch einen für den Eigentümer angemessenen Kaufpreis in Millionenhöhe.

    Dazu benötigt man einen Eigentümer, der verkaufen möchte, es betrifft aber darüber hinaus aber auch die Frage nach dem neuen Eigentümer: Wer oder welche Organisation übernimmt die Eigentümerschaft und verfügt über entsprechende Bonität und schließlich das wichtigste: Wie lassen sich die Millionen für den Kauf des Bremer Carrees aufbringen.

    Die Lösung dieser Fragen steht am Anfang. Erst dann kann man die nächsten Schritte gehen. Lassen sich die beschriebenen Probleme nicht lösen - bleibt das Bremer Carree also weiter so, wie es heute aussieht, stehen, kann man auch nicht das große Ziel weiterverfolgen.

    Und wie sieht das Bremer Carree heute aus:

    Von Westen

    Von Nord-Ost


    Wer fühlt sich in der Lage, die Frage zu beantworten,

    wie man das Gebäude aus dem Stadtraum tilgt,

    die heutigen Eigentümer überzeugt, ihren Anteil zu verkaufen

    und dazu die nötigen Millionen in zweistelliger Höhe auftreibt?

  • Der Stundenlohn an den / die Modellbauer für die Übertragung des Modells von Axel Spellenberg in einen größeren Maßstab dürfte nicht gering zu veranschlagen sein, da diese Arbeit aufgrund der Vielzahl der zu übertragenden Details sehr zeitintensiv zu werden verspricht. Ein paar Zehntausender für diese aufwändige künstlerische Arbeit sind daher mit Sicherheit drin !

    Das macht ein 3D-Drucker heute für deutlich überschaubare Summen.

    Der Anschluß an das Stromnetzt (für die abendliche Innenbeleuchtung) könnte mit Erdarbeiten (Verlegung von Kabelschächten) verbunden sein, deren Beantragung und Umsetzung nicht billig sein dürfte.

    Da gehen auch Batterien?!

    Eine Einbruchssicherung durch eine mit der Polizei verbundene Alarmanlage geht ebenso ins Geld.

    Siehe oben. Einfach neues Modell im 3D-Drucker oder eben ggf. ein kleineres Modell?

  • Für all das lediglich 150.000,00 bis 200.000,00 € (und zwar nur für das erste Jahr) anzusetzen, ist sicherlich eine eher konservative Schätzung…

    Ich möchte da ungern in den gleichen Wunden herumbohren wie bereits vor Jahren, aber wenn eine solche Maßnahme - die sicherlich für das Projekt nützlich und förderlich ist - mit solchen Kosten verbunden ist, dann würde ich doch vorschlagen, sich zunächst auf die wichtigen Maßnahmen zu konzentrieren, die ebenso effizient sind und einen Bruchteil an Kosten verursachen.

    Ich stell hier mal eine parallele Rechnung an:

    • Website zur Präsentation des Vereins und seiner Ziele: 1000 bis 3000 €, laufende Kosten pro Jahr: 500 €
    • Einfache Printmedien für entsprechende Aktionen und Veranstalten: 1000 bis 2000 €
    • Social-Media-Auftritte: kostenlos, insofern es da im Verein entsprechende Kompetenzen gibt.

    Das hätte zunächst für mich oberste Priorität, bevor man sich Aktionen zuwendet, die im sechsteiligen Kostenbereich liegen. Zunächst die unentbehrlichen Grundlagen, bevor man von den ganz großen Würfen träumt. Ich glaube, solange der Verein hier keine eindeutige Prioritätenliste aufstellt, wird man sich immer wieder verzetteln.

    Kunsthistoriker, Historiker, Webdesigner und Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing

    Mein Bezug zu Stadtbild Deutschland: Habe die Website des Vereins erstellt und war zeitweise als Webmaster für Forum und Website verantwortlich. Meine Artikel zu den Themen des Vereins: Rekonstruktion / Denkmalschutz / Architektur / Kulturreisen

  • Selbstredend werden der Internetauftritt, die Erstellung von Faltblättern und Werbebroschüren sowie die Anbindung an die Plattformen in den sozialen Medien Hand in Hand mit dem geplanten Werbestand auf dem Kirchhof gehen, zumal es ja auch deutliche Synergien zwischen den Formaten gibt.

  • Unverzagt !

    Im Jahr 1980 war es für keinen vernünftig und realistisch denkenden Menschen denkbar, dass 1989 die Mauer fallen würde. Damals war die DDR-Macht noch gefestigt, jeder Widerstand wurde im Keim erstickt. Und dennoch gab es einen Kreis von Widerständlern, die sich regelmäßig zu Gebeten in der Leipziger Nikolaikirche trafen.

    Der Kreis der Aufrechten bröckelte jedoch und war dabei, sich aufzulösen, zu groß waren die Zweifel an den Hoffnungen zu einer Änderung der politischen Verhältnisse in der DDR. Doch eine kleine Schar Unverzagter hielt durch und setzte die Gebete trotz der Aussichtslosigkeit der gemeinsamen Ziele fort, woraus schließlich die Montagsdemonstrationen und der Mauerfall resultierten. Diese winzige Schar hoffnungsloser Beter und Träumer war die Keimzelle des Widerstands von 1989, dem Fall der Mauer, des Endes der DDR und der Beginn der Wiedervereinigung.

    Wir können nur von diesen wenigen Menschen lernen - nicht die große Masse, das große Geld, die Macht verändern die Welt, sondern die kleine Schar, das Wenige und Geringe, die Gebete und der Glaube an Gott. David fällte Goliath, nicht umgekehrt. Um den Goliath Eigentümer Bremer Carée zu fällen, bedarf es - im Vergleich zur DDR - nur geringster, geradezu lächerlich anmutender Mittel.

    Dies sei eine ‚Ermutigung’ im Sinne von Rolf Biermann. Seien wir deshalb unverzagt, lichten Sinnes und wohlgemut!

  • Der große Brummer ist tot - es lebe der große Brummer !

    In einem der jüngsten Beiträge hier im Themenstrang wurde das Bremer Carreé - nachdem es meistens als 'grober Klotz' bezeichnet wird - als 'großer Brummer' betitelt . Dies erinnerte mich an die berühmte Redewendung, die man in Monarchien nach dem Ableben des alten Souveräns zu hören pflegt (z.B. so geschehen im letzten September): "Der König ist tot - es lebe der König !"

    Wenn das Bremer Carreé dereinst gefallen sein und Alt-St. Ansgarii erstmals wieder ihre Stimme - in schöner Harmonie mit dem vollzähligen Plenum des Doms und dem der anderen Altstadtkirchen - über Bremen erschallen lassen wird, dann können wir den Ausruf, den die obige Titelzeile beinhaltet deklamieren, denn die Hauptglocke von Anschari hieß im Volksmund : 'Großer Brummer'.

    Zur Erinnerung:

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  • Was für Pagentorn die Ansgariikirche, das ist für mich das Lloydgebäude. Kein anderes Gebäude wünsche ich mir mehr zurück als dieses, am Liebsten zusammen mit der Ansgariikirche. Aber es ist nur mein Wunsch, nicht mehr. Ich habe nach dem Zauber des Anfangs die Gegebenheiten vor Ort analysiert, habe die Kosten geschätzt und bin dann zur Erkenntnis gekommen, das Lloydgebäude, so sehr ich es mir wünsche, lässt sic,h hauptsächlich aus monetären Gründen, nicht mehr zurückholen. Sich weiter damit zu beschäftigen, ist Zeitverschwendung, die Zeit lässt sich besser für andere Dinge verwenden.

    Es hat in Bremen einen AfD-Mann gegeben, der hat das Lloydgebäude zurückgefordert, hat sich für eine Rekonstruktion stark gemacht. Aber was heißt das schon? Es heißt lediglich: AfD-Mann setzt sich für eine Rekonstruktion ein. Mehr nicht. Und wenn sich alle Abgeordneten der Bremer Bürgerschaft dafür einsetzen würden, heißt das nur, dass sich alle Abgeordneten der Bürgerschaft dafür einsetzen.

    Der Kaufhauskoloss der da jetzt steht, einst das größte Warenhaus des Hortenkonzerns in Deutschland, das ist die normative Kraft des Faktischen. Ebenso wie die Kosten für den Abriss und den Wiederaufbau, die sich wohl in Richtung Berliner Schloss bewegen würden. Ich habe diese Realität geschluckt, weil ich die Energie besser für andere Dinge verwenden kann.

    Gäbe es nun einen Verein, der sich für die Rekonstruktion des Lloydgebäudes einsetzt - ich würde das mit Interesse verfolgen, ist es doch unter städtebaulichen Gesichtspunkten mein größter Wunsch. Aber mitmachen würde ich da nicht, weil es bei den Vereinsmitgliedern nur - wie bei mir - Wunschdenken ist und man damit nicht weiterkommt. Die Gelder für so ein Projekt sind nicht zusammen zu bekommen, es lässt sich nicht realisieren.

    Und käme dann jemand, der mir sagt, aber Du musst auch ganz fest daran glauben, so würde ich lächeln.

  • Verehrter Pagentorn,

    auch ich muss „lächeln“. Schrieb doch Findorffer vor fast genau 5 Jahren (am 23.05.2018) folgendes im Bremer Weser Kurier:

    „Wir sollten nach Frankfurter Vorbild auch ein Stück Stadtreparatur betreiben und die Ansgariikirche samt der sie früher umgebenden kleinteiligen Bebauung wiederherstellen. Wie in Frankfurt kann auch in Bremen eine starke Bürgerbewegung gegen die üblichen Bedenkenträger aus der Architektenschaft und dem Bauressort bestehen, für unsere Stadt wäre es ein „Tigersprung in die Zukunft.“

    Ist das nicht genau unsere Rede, Sinn, und auch folgende Worte?

    „So wie Frankfurt sein Technisches Rathaus entsorgt hat, sollte Bremen das Bremer Carée, einen schwarzen Glassarg entlang der Obernstraße auf dem Gelände der ehemaligen Ansgariikirche, entfernen. Eine Bausünde allemal, dazu noch das wohl mit Abstand hässlichste Gebäude der Bremer Innenstadt.“

    Warum dann diese 180°-Kehrtwende Findorffers und Hinwendung zum „normativ Faktischen“? Auch der Galeria-Kaufhof-Klotz ist hässlich, eine Bausünde, zudem längst nicht mehr Kaufhaus. Einen von ihm erwünschten „Wiederaufbau des Lloydgebäudes“ hatte ich für unseren Verein im Jahr 2019 unter die Lupe genommen und die Rekonstruktion planerisch untersucht. Die Kosten werden auch nicht annähernd die 700 Millionen Euro des Berliner Stadtschlosses erreichen. Ich schätze die baulichen Rekonstruktionskosten auf ca. 225 Millionen Euro, zuzüglich der Kosten für die Ausschmückung mit historischen Stuckarbeiten, Fliesen, Ornamenten, Bildwerken und der zentralen Freitreppe von ca. 75 Millionen Euro.

    Der Lage- und Grundrissplan zeigt den Grundriss des rekonstruierten Lloydgebäudes sowie daran anschließende, angedachte Neubauten im altbremischen Baustil mit straßenseitigen Steilgiebeln. Kleine- und Große Hundestraße und Pelzerstraße sind wiederhergestellt, dazu ist ein neuer Straßendurchbruch zur Obernstraße geschaffen. Das Parkhaus-Mitte ist abgebrochen, stattdessen sind Wohn- und Geschäftsgebäude mit Innenhöfen geplant. Das neue Quartier soll komplett autofrei werden.

    „Die viel diskutierte Erneuerung der Bremer Innenstadt könnte diese Anregung aus Frankfurt gut gebrauchen. Auch wir haben einen Bereich, in dem eine Wiederherstellung der seit Jahrhunderten gewachsenen Strukturen wünschenswert wäre, und zwar in dem schon oftmals als zweite Herzkammer der Innenstadt bezeichneten Ansgariiviertel.“

    Sehr richtig, lieber Findorffer. Und als der 2018 in Frankfurt geehrte Visionär des dortigen Wiederaufbaus weiß ich - heute nahe Bremen lebend und im Verein Anscharii e. V. mitwirkend - nur allzu gut, dass Visionen Realität werden können. Wenn man nur daran glaubt, und nicht resigniert aufgibt.

    Der Wiederaufbau der zweiten Herzkammer der Bremer Innenstadt wird so sicher kommen, wie der der Frankfurter Altstadt. Er wird eine enorme Schubkraft auf die Zukunft der Innenstadt und deren Veränderung auslösen, von der noch Generationen leben und reden werden.

    „Wir müssen die Welt verändern“, schrieb der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer im hohen Alter in einem gleichnamigen Büchlein. Das ist ihm und der weltweiten Architektenschaft der Moderne wahrhaft gelungen. Es waren Menschen wie wir, wenn auch deren Ziele nicht die unsrigen sind. Doch warum sollten es auch wir nicht schaffen, die Welt, und sei es nur in unserem Lebensumfeld, zu verändern?

    Axel Spellenberg

    Freischaffender Architekt

    Diplom-Ingenieur

    Worpswede

  • Ich denke dass sich in einer sozialdemokratisches regierten Stadt, deren geschichts- und traditionsvergessenem Denken die Ansgarii-Kirche und vor allem das majestätische Llyod-Gebäude zum Opfer fiel, wenig städtebaulich bewegen lässt. Die letzten Wahlen haben das erneut bewiesen. Die Stadt wurde über Jahrzehnte durch und durch heruntergewirtschaftet, ist im Grunde ein Failed State, während sich die linken Landesregierungen lieber stets um das Weiterverfolgen ihrer Utopien kümmern und dafür Millionen rauswerfen (z.B. um die Autos aus den Innenstadtbereichen zu verbannen und die bisherigen Fahrbahnen dann mit Sitzmöbeln auszustatten - die Berliner Friedrichstr. lässt grüßen).