• Im Leben muss man oft verdammt viel schlucken und sich zusammenreißen, vieles auch einfach aussitzen und dann geht es auch wieder weiter. Schwamm drüber und neu beginnen.

    Danke für deinen herzlichen Trost. Ich weiß das zu schätzen.

    Nur leider geben deine Worte nicht das zurück, was hier Stück für Stück eingerissen wird: GLAUBWÜRDIGKEIT.

    Das Projekt Wiederaufbau St. Ansgarii bleibt somit das, was es für viele hier in der Stadt immer war: UTOPIE.

    Dir zuliebe verzichte ich hier ebenfalls auf passende Emojis.

  • Verehrter Pagentorn,


    „Alles Große beginnt im Kleinen“, sagte Laotse.

    Das große Werk des Wiederaufbaus von St. Ansgarii begann mit diesem kleinen Pappmodell. Der Turm und die dreigliedrige Südwand der Kirche stehen schon. Noch fehlen die Teile, die nach und nach zusammengefügt wurden, bis das Modell des altehrwürdigen Ansgarikirchhofs in schlichter Pappe seine Auferstehung vor Augen führte.

    „Nicht von Pappe“, die Wirkung im Ganzen, und für den Laien gut verständlich, begreifbar. Natürlich bauen die heutigen Architekten keine Pappmodelle im Stil der Schreiberbögen, wo kämen die auch hin, ihre trübselige Klotzarchitektur so kitschig zu modellieren. Kubische, anonyme Modelle in Kunststoff, Plexiglas oder Vollholz, ohne alle originalgetreue Darstellung , ohne Liebe zum Detail, sind en vogue. Und so sehen die gebauten Resultate dann auch aus.

    Daran darf sich der Kommentator findorffer liebend gerne erbauen, und sich schon darauf freuen, was ihm die Architekten in Zukunft in Bremen bescheren: lieblose, kalte und tote Bauten aus der Retorte der Computer, die auch die Modelle fertigen.


    Axel Spellenberg

  • Ich glaube, dass sich keiner an lieblose, kalte Bauten erbaut. Ganz bestimmt auch nicht Findorffer.

    Natürlich gibt es unterschiedliche Ansätze. Realistische und unrealistische.. Ich spiele auch mit Pappe und Sand. Vielleicht gestalte ich eine Reihe mit dem Titel "Neu-Nürnberg". Was bleibt einen sonst übrig?

    Die feinen Aquarelle von Spellenberg gefallen mir sehr. Bitte mehr davon!!! Und weniger Streit. Vielleicht kann man parallel erstmal existieren.

    Beauty matters!

  • Ich spiele auch mit Pappe und Sand.

    Da, wo du wirkst und lebst mögen spielerische Bauten aus Pappe und Sand Sinn ergeben und ihren Zweck erfüllen.

    Nur: Das Bremer Schietwädda verwandelt hübsche Pappburgen schnell in hässliche Matschklumpen. Und Bremer Stürme trocknen filigrane Sandgebilde schnell aus und treiben sie wie eine Wanderdüne aus der Stadt.

    Willst du hier eine wahnwitzige Idee verwirklichen, brauchst du solideres Material.

    Aber vor allem brauchst du für die Verwirklichung deiner Idee solide Protagonisten, die GLAUBWÜRDIGKEIT ausstrahlen und vermitteln.

  • Ich stecke in dem Thema St. Ansgarii Kirche nicht besonders tief drin. Ich bewundere aber euren Einsatz und denke, dass die architektonischen Vorteile einer Rekonstruktion hier allumfassend erläutert wurden. Dennoch stell ich mir folgende Fragen.

    - Wer soll die Kirche nutzen? Gibt es eine aussreichend große Zielgruppe?

    - Wieviel würde eine Rekonstruktion kosten?

  • Da, wo du wirkst und lebst mögen spielerische Bauten aus Pappe und Sand Sinn ergeben und ihren Zweck erfüllen.

    Da wo ich wohne gibt es eine Menge Leute, die übrig gebliebene Fachwerkhäuser zu Schmuckstücke verwandeln. Was Sanierungen betrifft sind wir sehr gut aufgestellt.

    Aber Rekonstruktionen, oder schöne Neuinterpretationen sind in heutiger Zeit bei uns nicht möglich. Keine Chance.

    Was nicht bedeutet, dass man nicht kreativ sein darf. Träumen darf man doch noch :wink: Und auch zeigen.

    Ich glaube ihr verfolgt unterschiedliche Strategien. Ich kenne das. Wir fragen uns im Verein ständig was die richtige Strategie nun sei.

    Was wäre denn Deine Wunschvorstellung?

    Beauty matters!

  • Dennoch stell ich mir folgende Fragen.

    - Wer soll die Kirche nutzen? Gibt es eine aussreichend große Zielgruppe?

    - Wieviel würde eine Rekonstruktion kosten?

    Nun Sir Moc,

    das sind die entscheidenden Fragestellungen, die jedes Rekonstruktionsprojekt begleiten sollten! Aber was würdest du sagen, wenn Du aufgrund Deiner realitätsgerechten Fragen dann den Vorwurf erhälts, Du würdest nicht an das Projekt glauben bzw. man wirft Dir Defätismus vor. Da würdest du doch bestimmt auch sagen: HÄÄÄÄH, wie bitte? Verteidigst Du Dich, machst Du Dich dann noch mehr "verdächtig".

    Ich hatte mir mal vor ca. 3, 4 Jahren, nicht ohne Aufwand, die Mühe gemacht, diese Fragestellungen in 10 Thesen zusammenzufassen. Vielleicht war es meinen schlechten Computerkenntnissen geschuldet, dass sie plötzlich verschwunden waren, ich habe sie jedenfalls nicht wiedergefunden. Vielleicht lag es aber auch daran, dass von Seiten zweier Vereinsmitglieder, zusammen mit einem Moderator, daran gearbeitet wurde, sie zusammen mit anderen Beiträgen - u. a. ein munteres Streitgespräch (kein Streit) meinerseits mit Tegula über den Verein - aus dem Forum zu entfernen.

    Ich stelle jetzt diese 10 Thesen noch mal hier ein - Stand 2019 (?) - glaube ich. Diese 10 Thesen befassen sich mit der Hauptfrage, wie das Ansgariiprojekt unter ökonomischen Gesichtspunkten umsetzbar ist. Die Fragen sind hierarchisch geordnet, will sagen, wer die Ansgarikirche rekonstruieren will, muss erst für die unter 1. angesprochene Problematik eine Lösung finden, dann erst kann man den nächsten Schritt zu 2. dann 3. usw. gehen. Hier also die 10 Problembereiche, die Reaktionen von bekannter Seite hatte ich Dir schon geschildert, ohne Respekt vor meiner "Zeitverschwendung":

    10 Probleme


    Bevor es überhaupt zu einer Rekonstruktion des Ansgariiturms, der Ansgariikirche oder beiden kommen kann, müssen erst mal eine ganze Reihe von realen Problemen bewältigt werden.
    Problem Nr. 1: Die Eigentumsverhältnisse

    Nach meinem Wissensstand gehört das Bremer Carree zurzeit zwei Personen. Eigentümer des östlichen Teils zum Marktplatz hin ist Kurt Zech, der westliche Teil gehört dem Hamburger Erck Rickmers. Diese Eigentumsverhältnisse werfen als Erstes die Frage auf: Wollen die beiden erwähnten Personen (oder einer) ihre Anteile überhaupt verkaufen oder sind sie der Meinung, dass es besser für sie ist, das Bremer Carree zu behalten.


    Problem Nr. 2: Der Kaufpreis


    Ich hatte in der letzten Woche zu einem Immobilienmakler Kontakt aufgenommen und ihn um eine Einschätzung des gegenwärtigen Kaufpreises des Bremer Carrees gebeten. Aufgrund des durch die Coronakrise erzeugten Wertverlustes von Immobilien in der Bremer Innenstadt in Höhe von bis zu 25 % ist es nicht einfach, hier einen exakten Kaufpreis zu benennen, aber er meinte, man könnte heute ungefähr 30 - 40 Millionen Euro für das Carree ansetzen.


    Problem Nr. 3: Wer wird der neue Eigentümer


    Wir sprechen hier also von ca. 30 Millionen Euro, pro Hälfte wären das dann 15 Millionen Euro. Unterstellen wir mal, die Westhälfte würde vom Eigentümer verkauft werden wollen, dann stellt sich erst mal die Frage: An wen. Verkauft wird an den, der am meisten bietet. Von einer Herzensangelegenheit "Rekonstruktion" seitens des Eigentümers können wir nicht ausgehen. Unterstellen wir weiter, dass ein dem Ansgariiprojekt positiv gegenüberstehender Investor die Gebäudehälfte von Rickmers kauft, heißt das noch lange nicht, dass dieser sein Eigentum zur Verfügung stellt. Denn das würde ja bedeuten, dass er auf 15 Millionen Euro mal ebenso, aus reiner Begeisterung, verzichten würde. Also bleibt noch als neuer Eigentümer der idealistische Verein "Anschari". Da kommen wir schon zum nächsten Problem.


    Problem Nr. 4: Wo kommt das Geld her
    Ich halte es für unmöglich, dass ein Verein in Bremen 15 Millionen Euro (dies ist die fiktive Summe, von der ich hier erst mal ausgehe, damit man irgendwie vorankommt) aufbringen kann. Plus Nebenkosten. Wohlgemerkt: Wir haben hier nicht das international beachtete Berliner Schlossprojekt oder die Frauenkirche in Dresden. Sondern: Bremer Verhältnisse. Die Spendenbereitschaft für ein Gebäude, was dem Erdboden gleichgemacht werden soll, halte ich, anders als beim Aufbau des Turms, für äußerst gering.


    Problem Nr. 5: Was geschieht mit den Mietern


    Wer auch immer neuer Eigentümer wird, er muss die Mieter aus der Gebäudehälfte rausbringen, um den Abriss einleiten zu können. Es könnten aber langjährige Verträge bestehen, die langjährige Gerichtsverfahren nach sich ziehen - und Ablösesummen. Das kann also dauern und wird wohl zusätzlich sehr viel Geld und Zeit kosten: für Anwälte, Entschädigungen...


    Problem Nr. 6: Der Abriss
    Außer den Hauskaufnebenkosten entstehen bei einem Abriss Abrisskosten. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die sind, nehme mal die Summe von 5 Millionen Euro als Orientierungspunkt und reduziere diese um die Hälfte. Arbeitshypothese: 2,5 Millionen Euro entstehen für den Abriss der westlichen Haushälfte. Hier sind Absprachen mit den 2. Eigentümer von Nöten, der Abriss muss beantragt und danach müssen die Anschlüsse zum Nachbargrundstück verkleidet werden. Fragestellungen nach den Versorgungsleitungen müssen befriedigend gelöst werden. Alles zusätzliche Kostenfaktoren.


    Problem Nr. 7: Nach dem Abriss

    Nach dem Abriss muss ein Bauantrag für den Ansgariiturm gestellt werden. Die Sache muss durch die Deputation, durch die Stadtbürgerschaft und durch den Senat. Nehmen wir mal an, die politischen Parteien in der Bürgerschaft sind in der Mehrheit gegen eine Rekonstruktion des Ansgariiturms. Dann war´s das und der neue Eigentümer verfügt über ein leere, aber weiterhin kostenpflichtiges Grundstüce.

    Bestimmt wird es Abgeordnete geben, die Rekonstruktionen ablehnen, andere wiederum wollen eine zeitgenössische Interpretation des Turms (Vorbild: moderner Industrieschornstein), wiederum andere wollen nicht mal das, sondern einen zeitgenössisch orientierten Neubau. Die Wirtschaftsfraktion in der Bürgerschaft will dann vielleicht einen Neubau mit Verkaufsfläche im Erdgeschoss (da würde man sich dann dem früheren Zustand annähern), da Bremen als Großstadt zu wenig Fläche anbieten kann und deshalb in Konkurrenz zu anderen Großstädten zurückfallen.


    Problem Nr. 8: Erneutes Geld auftreiben - in Millionenhöhe


    Aber gehen wir jetzt mal davon aus, alles läuft glatt mit der Politik. Der Wiederaufbau des Turms wird Kosten in Millionenhöhe verursachen. Von Zieten hat hier ja schon mal Zahlen reingeschmissen: 28 Millionen Euro, irgendwann tauchte die Zahl 54 oder 58 Millionen auf, glaube ich, also irgendwas dazwischen. Woher nehmen? Spenden? Es sind ja schon viele Spendenmillionen - unterstellt - für den Kauf des halben Gebäudes, für die Hauserwerbnebenkosten, für den Abriss und so manches mehr geflossen.
    Als ein weiterer Kostenfaktor ist die Gründung des Turms zu nennen, damit nicht wieder, wenn bei einem erneuten Krieg dem Turm eine Bombe vor die Füße fällt, dieser instabil wird. Zum Vergleich: Architekt Poppe hatte dem in der Nähe liegenden Lloydturm bezüglich der Statik große Aufmerksamkeit gewidmet und zusätzlich zu einer ordentlichen Gründung noch keilförmige Betonverstärkungen in den Geestboden getrieben. Hinzu kam: die unteren drei Etagen verfügten über ein Eisenskelett. Der Lloydturm bekam zwar Bomben ab, blieb aber stabil. Aber so eine stabilisierende Gründung wird ins Geld gehen, das nicht vorhanden ist.


    Problem Nr. 9: Das Hauhaltsnotlageland Bremen


    Es ist durchaus möglich, dass es Zeitgenossen gibt, die mit dem Gedanken spielen, das Bundesland Bremen oder die Stadt Bremen könnte finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe leisten. Wer sich auch nur bei diesem Gedanken ertappt, sollte sich gleich selbst bestrafen. Wenn es etwas gibt, das mit Sicherheit nicht eintreten wird, dann die Tatsache, dass Bremen Geld zuschießt. Wer Bremer Gelder in einen Finanzierungsplan mit einschließt, hat gleich verloren.


    Problem Nr. 10: Die positiv Gestimmten


    Für die positiv Gestimmten sind Problembeschreibungen reine Horrorveranstaltungen. Aber mit Eskapismus kommt man nicht weiter. Wir können das Fell des Bären nicht verteilen, wenn nicht vorher die geschilderten Probleme behoben werden.
    Vergleiche mit Frankfurt, Dresden und Berlin halte ich nicht für passend, da dort andere Bedingungen herrschten und diese nur vom Ergebnis her Vorbildcharakter haben. Die Grundstücke dort gehörten der Stadt/dem Bund bzw. Berlin. In Bremen dagegen gehört das Grundstück Privatpersonen. Es darf nicht sein, dass Personen, die Problempunkte ansprechen, Miesepeterigkeit unterstellt wird oder noch besser, dass ihnen vorgeworfen wird, sie würden das Projekt kaputt machen wollen.


    Ich habe hier jetzt einige Problempunkte aufgeführt. Werden diese nicht gelöst - und zwar hierarchisch von oben beginnend - brauchen wir uns keine weiteren Gedanken über die Rekonstruktion machen. Ich halte die angesprochenen Probleme allerdings für so gravierend und nicht lösbar, dass wir uns vom Ansgariiprojekt verabschieden müssen und der realistischen Umsetzung eines anderen Projekts zuwenden sollten. Ansgarii ist aufgrund der Eigentumsverhältnisse, die ich hier eingangs versucht habe darzustellen, einfach nicht bezahlbar.

  • So wie Du die Sachlage beschreibst, klingt es für die nächsten Jahre unlösbar. Dann könnte jeder seine Wege gehen ohne Groll und Zwist.

    Die einen möchten sich in konkrete Projekte stürzen und die anderen entwerfen Konzepte für ein anderes spirituelles Zeitalter. Beides hat seine Berechtigung.

    Beauty matters!

  • Die einen möchten sich in konkrete Projekte stürzen und die anderen entwerfen Konzepte für ein anderes spirituelles Zeitalter. Beides hat seine Berechtigung.

    Leider ist das eine ohne das andere nicht zielführend. Da hat man mal so viele kreative und kompetente Köpfe aus verschiedenen Sachbereichen am Start, aber anstatt dass man die Synergien nutzt, zerlegt man sich gegenseitig. Schade für Bremen, schade für Ansgarii.

    Ich glaube, dass man mit einer geeinten und starken Stimme eines aktiven und in der Öffentlichkeit präsenten Vereins oder eines Ortsverbandes von Stadtbild Deutschland da durchaus mehr erreichen könnte. Insbesondere glaube ich, dass es mit dem Essighaus besser gelaufen wäre. Ich bin in der Vergangenheit schon mehrfach darauf angesprochen worden, ob ich da nicht unterstützend tätig werden könnte, aber darüber hinaus ist nichts zu Stande gekommen. Da ich selbst fast 100 km von Bremen lebe, kann ich mich da sicher nicht aktiv vor Ort beteiligen, aber meine Bereitschaft zu Unterstützung und Hilfestellung in Fragen des gesamten Webauftritts kann ich hier gerne bekräftigen, wenn man sich denn in Bremen mal eines Tages zusammengerauft und zukunftsfähige Strukturen entwickelt hat.

    Kunsthistoriker | Webdesigner | Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing

    Meine Kulturthemen

  • Der 'Advocatus Diaboli' und sein Postulat

    Inwieweit die oben genannten zehn Punkte im Einzelnen tatsächlich stichhaltig und überzeugend sind, mag hier erst einmal dahinstehen. Wichtig ist, daß sie in konziser Form die Argumente zusammenfassen, die uns seit langem bekannt sind , da sie von der Gegenseite immer wieder vorgebracht werden. Es ist insofern das unbestrittene Verdienst finndorfers hier die Rolle des 'Advocatus Diaboli' übernommen zu haben, welcher mit seiner Gegenrede dazu beiträgt, die eigene Argumentation noch überzeugender zu strukturieren und noch besser gegen Angriffe aus allen Richtungen zu wappnen. Dies dient dem Fortkommen des Projektes. Insofern: Vielen Dank !

    In diesem Zusammenhang habe ich meine stichpunktartigen Notizen bzgl. des Gesprächs herausgesucht , welches Jakku Scum und meine Wenigkeit am 01.12.2017 im Hause der Bremischen Bürgerschaft mit dem kulturpolitischen Sprecher einer der großen Fraktionen geführt haben . Ich stelle diese nachfolgend - bis auf den Namen des Politikers, den ich anonymisiert habe - unverändert ein.

    Dazu vorab nur dies : Es ist schon erstaunlich, welche Akzentuierung der Politiker bei der 'Reihenfolge' der zu rekonstruierenden Bauteile von Anschari vornimmt...

    Gesprächsnotizen zur Unterredung mit dem kulturpolitischen Sprecher (kS) der XY-Fraktion am 01.12.2017 in der Bremischen Bürgerschaft

    • Erst mit Turm beginnen (kS: nur Turm)
    • 1 bis 2 private Mäzene aus Bremen und umzu für das Projekt gewinnen
    • z.B. Familien Jacobs und Schapiro
    • Thomas Albers (ein gewiefter Sponsorenfinder) für das Projekt gewinnnen
    • Denkbarer Nutzer der Turmgeschosse: Focke Museum, denn der Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks in Schwachhausen (dort dann Wohnbebauung) könnte in den Wiederaufbau des Turms fließen
    • Vorkaufsrecht des Staates für das Bremer Carree und dessen Grundstück begründen
    • Projekt könnte zwanzig Jahre dauern (oder erst in zwanzig Jahren anlaufen ?)
    • Die Finanzierung muß sich immer gegenrechnen lassen
    • 1 bis 2 öffentliche Unterstützer gewinnen, die das Projekt vor der Allgemeinheit befürworten
    • Projekt aus der Parteipolitik heraushalten, sonst ist es ‚verbrannt’, wenn sich z.B. die XY-Partei vorzeitig dafür ausspricht
    • Symposion im nächsten Jahr
      • Appell an die Bremer, ihre privaten Fotoalben nach Bilder vom Turm zu durchforsten und zur Verfügung zu stellen
      • Zeitzeugen gewinnen
      • Facebookauftritt
      • Frage zur Diskussion: Nur Turm oder vielleicht doch das gesamte Gebäude
      • Tagungsort: Handwerksammer
      • Güttler oder/ und Boddien zur Teilnahme gewinnen
      • Crowdfunding
    • Halbgeschoß oder Untergeschoß mit Mall
    • Schaufenster Innenstadt des Focke-Museums

    So sinnlos und ohne jegliche Hoffnung auf Erfolg scheint unser Projekt somit doch wohl gar nicht zu sein, oder ?

    Daß es seit 2017 erst noch fünf Jahre durch die Klippen der Institutionalisierung und konkreten Zielfindung sowie durch ' Corona' gesteuert werden mußte , bevor es jetzt so richtig losgehen kann, ist zwar bedauerlich und auch ärgerlich, aber eben nachträglich leider nicht mehr zu ändern.

    Entscheidend ist doch wohl, dass wir jetzt - zur Jahresmitte 2023 - nicht nur einen handlungsfähigen Verein, sondern auch ein sehr anschauliches, transportables Werbemittel haben, welches in der Zusammenschau mit Axel Spellenbergs ausdrucksstarken Aquarellen, den unvoreingenommen Betrachter von der Tatsache überzeugend kann, daß die Umsetzung der Pläne von 'Anschari' die Situation am Ansgarikirchhof fundamental zum Besseren wenden würde. Übrigens suchen wir die 'unvoreingenommenen Betrachter' nicht nur in Bremen, sondern auch außerhalb; sogar weit, weit außerhalb, denn so unbedeutend - und im Vergleich zur Frauenkirche oder dem Berliner Schloss vermeintlich weit hintanstehend - ist Anschari nämlich gar nicht. Dieses Gotteshaus stand bereits seit Jahrhunderten als Symbol für das 'Rom des Nordens' und strahlte sogar bis in die Neue Welt hinein, bevor George Bähr oder Andreas Schlüter mit ihren jeweiligen Bauten überhaupt nur angefangen hatten...

    Daher werden wir uns nicht vom Projekt Anschari verabschieden 'müssen' (wie es postuliert wurde), sondern dieses ganz im Gegenteil jetzt mit Nachdruck in die Öffentlichkeit tragen.

    Dazu reichen wir jedem, der mit tun möchte, gerne die Hand; egal was in den letzten Monaten und Jahren an Irritationen gewesen sein sollte. Schwamm drüber, wie Franka sagt, Schwamm drüber, in die Hände gespuckt und angepackt !

    Oder : Wie 'Anschar & Heini' sagen würden: So mook we dat !

    Als Beigabe ein weiteres Aquarell von Axel Spellenberg vom Ansgarikirchhof mit Blick nach Westen . Besonders sei auf den neuen 'von -Zütphen-Brunnen' hingewiesen, der - analog dem vor dem Gewerbehaus zu rekonstruierenden, von Carl Steinhäuser geschaffenen und die Erinnerung an den Heiligen Ansgar hochhaltenden Marmordenkmal - den dritten protestantischen Märtyrer der Weltgeschichte ehren soll.

  • 'Pater Brown' als Werbefachmann

    Wer kennt Sie nicht, die klassische Verfilmung der 'Pater-Brown' Erzählung aus der Feder von Gilbert Keith Chesterton ? Worüber uns diese Filmreihe jedoch in Unkenntnis läßt, ist die Antwort auf die Frage, ob der Pater (alias Heinz Rühmann) letztendlich - und trotz bestimmt weiterer Dienstversetzungen - doch noch seine Kirche gebaut hat.

    Diese Ungewißheit soll uns aber nicht daran hindern, uns an seinem legendären 'Kirch-Koffer' ein Beispiel zu nehmen und mit einem ähnlichen Futteral bestückt, unser Kirchhofsmodell durch die Lande zu tragen...

    ... sowie durch eine pfiffige Inszenierung damit Türen, Herzen und Brieftaschen zu öffnen !

    P.S.: Und - selbstredend extrem wichtig - weitere MULTIPLIKATOREN zu gewinnen !!!

  • Die einen möchten sich in konkrete Projekte stürzen und die anderen entwerfen Konzepte für ein anderes spirituelles Zeitalter. Beides hat seine Berechtigung.

    Franka,

    wer sich für ein Rekonstruktionsprojekt interessiert, muss immer mit Begeisterung beginnen. Wie schrieb Hermann Hesse in seinem Gedicht "Stufen": "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne". Begeisterung in dieser Phase ist unbedingt notwendig, ist ansteckend und kann andere mitziehen. Aber irgendwann ist der Anfang kein Anfang mehr, sondern es beginnt eine neue Phase, eine Phase mit der Fragestellung: Wie setzt man das Ganze um. Dazu bracht man: Realitätssinn, Rationalität, Pragmatismus. Begeisterung muss jetzt vor dem Zaun bleiben. Wie sagte der verstorbene Bremer Wirtschafs-Senator Josef Hattig einst: "Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts". Man muss sich also mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten auseinandersetzten. Wenn man das nicht macht, machen das nachher andere - mit großem Spott wird man vorgeführt. Wenn man in die Öffentlichkeit geht, muss ein wirtschaftliches Konzept STEHEN - FERTIG:

    Und dazu gehört die Auseinandersetzung mit unangenehmen Fragstellungen wie die, die ich in meinen 10 Thesen problematisiert habe. Ich habe nichts gegen faire Kritik, im Gegenteil, ich schätze diese Form der Auseinandersetzung auf Diskussionsebene. Aber bisher hat noch niemand meine 1. These falsifiziert. Jeder hier im Forum kann doch schreiben:

    Findorffer, Deine These, dass erst das Bremer Carree erworben und abgerissen werden werden muss, bevor man die Ansgariikirche wiederherstellt, dafür dann erst mal Millionen in zweistelliger Höhe aufgebracht werden müssen.....

    ist falsch. Richtig ist vielmehr............

    Wenn dann ein überzeugender Vorschlag kommt, wir darüber diskutieren können - wunderbar, wenn ich meine erste Problemthese endlich in den Müll kippen kann. Allein, es gibt keinen Gegenvorschlag - offensichtlich ist sie also richtig und wird von anderen geteilt. Wenn das so ist, bracht man aber ein überzeugendes Handlungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept, wie dieses Gebäude endlich aus dem Stadtraum getilgt werden kann. Immer nur: "Wir schaffen das"........sind leere Worthülsen. Wenn dies aber nicht gelingt, dann muss man sich von seinen Träumen verabschieden.

    Die Ansgariikirche ist das am schwersten durchsetzbare Rekonstruktionsvorhaben in Bremen. Aufgrund der Gegebenheiten ist es unmöglich. Andere, wie Tegula schon angedeutet hat, wären realistischer gewesen. Wenn man dann zu dem Schluss kommt, wir können das nicht, dann muss man sich auch von so einem zeitaufwändigen Projekt verabschieden und sich anderen, realistischeren Projekten zuwenden.

    Der 'Advocatus Diaboli' und sein Postulat

    Inwieweit die oben genannten zehn Punkte im Einzelnen tatsächlich stichhaltig und überzeugend sind, mag hier erst einmal dahinstehen. Wichtig ist, daß sie in konziser Form die Argumente zusammenfassen, die uns seit langem bekannt sind , da sie von der Gegenseite immer wieder vorgebracht werden. Es ist insofern das unbestrittene Verdienst finndorfers hier die Rolle des 'Advocatus Diaboli' übernommen zu haben, welcher mit seiner Gegenrede dazu beiträgt, die eigene Argumentation noch überzeugender zu strukturieren und noch besser gegen Angriffe aus allen Richtungen zu wappnen. Dies dient dem Fortkommen des Projektes. Insofern: Vielen Dank !

    Also, Pagentorn, nur um das hier richtig zu stellen: Ich bin kein Advocatus Diaboli und meine 10 Argumente haben nichts, aber wirklich nichts, mit der von Ihnen unterstellten "Gegenseite" zu tun, da ich dieser nicht angehöre. Es sind immer wieder diese falschen Unterstellungen mit ihrem Tunnelblick, die böses Blut erzeugen und auf falschen Wahrnehmungen basieren. Ich stelle hier ausschließlich, wie bereits schon oft erwähnt, die wirtschaftlichen Aspekte in den Vordergrund - als Gegenbewegung zu Ihrem Eskapismus und als Versuch, Lösungen zu finden. Nur darum geht es!!! Alles andere ist Unsinn.

    Zum Abschluss noch das ganze Gedicht von Hermann Hesse:

    Stufen

    von Hermann Hesse

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

    (...)

    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

    An keinem wie an einer Heimat hängen,

    (...)

    So schön dies Gedicht auch ist - es unterliegt dem Urheberrecht, wir müssen es daher auf Zitatformat kürzen.

    Mod./Snork

  • Hesse , Luther und Kafka

    Vielen Dank für das Einstellen des wunderbaren Gedichts von Hermann Hesse, welches ich sehr schätze, da man es auch als Aufruf lesen kann, sich stets - und jeden Morgen neu - für seine kontinuierlich verfolgten Ziele frisch und fröhlich zu motivieren; wie aussichtslos deren Realisierung manchmal auch erscheinen mag.

    An die Seite dieses Hesse-Gedichtes möchte ich nicht das vermeintliche Zitat des großen 'Wittenbergers' vom 'Apfelbäumchen (" Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen") stellen, da die Urheberschaft Luthers zweifelhaft ist, sondern eine Passage aus einem seiner berühmtesten und nachweislich von ihm stammenden Lieder:

    Und wenn die Welt voll Teufel wär
    und wollt uns gar verschlingen,
    so fürchten wir uns nicht so sehr,
    es soll uns doch gelingen.
    Der Fürst dieser Welt,
    wie sau’r er sich stellt,
    tut er uns doch nicht;
    das macht, er ist gericht’:
    ein Wörtlein kann ihn fällen.

    Eine schönere Ermutigung, sich durch die scheinbar unumstößliche Vorherrschaft des zum seelenlosen Selbstzweck gewordenen Profitdenkens (Teufel in seiner Spielart des 'Mammon') eben nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, sondern diesem selbstbewußt und optimistisch ein kräftiges 'DENNOCH' entgegen zu rufen, gibt es doch gar nicht !

    Und wie oft kann der 'Kollege Zufall' (hier beschrieben als "ein Wörtlein kann ihn fällen") die Situation ganz unverhofft und plötzlich zum Guten wenden...

    Im Übrigen darf ich an den Zeitgenossen Hesses, Franz Kafka, und seine Erzählung "Vor dem Gesetz" erinnern, deren Tenor j a besagt, daß es für Jeden und Jedes die Möglichkeit der Realisierung gibt, wenn man sich nur mit Nachdruck um die Sache bemüht und sich nicht von 'Türhütern' abschrecken läßt, sich bietende Chancen beherzt zu ergreifen !

  • Findorffers Punkte sind berechtigt.

    Diese Prüfung der Wirtschaftlichkeit könnte man auf ganz Deutschland ausweiten. In 99,99 % der Fälle wäre ein reduktionswürdiges Areal nicht frei.

    In Nürnberg hätte es vor 15 Jahren mit dem "Augustinerhof" eine Chance gegeben: Ein freies Gebiet im Herzen der Altstadt wurde versteigert. Die Gunst der Stunde nutzte leider der größte Baulöwe (Gerd Schmelzer).

    Jetzt da die Altstadtfreunde bereit für Rekos wären, ist der Zug bereits abgefahren. Obwohl sie wirklich sehr viel Geld haben.

    Was ich damit sagen will, es ist eigentlich unmöglich einen realistischen Plan für eine Rekonstruktion heutzutage aufzustellen. Und selbst wo es all die Probleme nicht gibt - Flughafen Berlin - wurde der wirtschaftliche Plan nicht eingehalten.

    Von daher würde ich die Punkte 2 bis 10 streichen. Nicht weil sie nicht berechtigt sind, Aber ich denke man sollte einfach "machen" und alles wird sich schon ergeben. Nur Punkt 1 sollte man nicht außer Acht lassen. Nämlich den Eigentümer fragen, ob sie einen Betrag nennen könnten, ab wieviel Geld sie ihren Besitz verkaufen würden. Natürlich nur zum Zwecke des Turmes und nicht für ein Parkhochhaus.

    Und dann könnte man zum Sammeln anfangen.

    Beauty matters!

  • Ich muss da Franka recht geben. Das hier beschriebene Problem mit Eigentumsverhältnissen und Kosten existiert ja nicht exklusiv für St. Ansgarii, sondern ist in jeder deutschen Stadt existent. Mit der Einstellung können wir einpacken gehen und das alles hier sein lassen. In Köln zum Beispiel fällt mir auch nicht eine einzige freie Fläche ein, wo man was rekonstruieren könnte, ohne vorher aufzukaufen und abzureißen.

    Was bleibt einem also übrig? Man muss das gesellschaftliche Klima beeinflussen, damit im Idealfall die eigene Position irgendwann Konsens ist. Das mag zwar auch utopisch klingen, aber meiner Meinung nach haben wir verdammt gute Argumente und die Mehrheit steht eigentlich jetzt schon auf unserer Seite. Man muss das ganze eben nur geschickter ausspielen und das wird unsere Aufgabe für die kommenden Jahre sein. Da mag zwar nicht konkret etwas bei rauskommen, aber es wird den Grundstein legen für zukünftige Rekonstruktionen. Am Ende ist die Sache ja doch relativ simpel: Ein Gebäude abreißen und ein anderes hinbauen. Wenn eine Gesellschaft das will, dann wird sie das auch hinbekommen.

    Ich finde hier die Geschichte um die Garnisonkirche bemerkenswert. Hier haben auch Leute angefangen, Geld zu sammeln, ohne dass man alles konkret geklärt hatte. Es schienen sich hundert Steine in den Weg zu legen und jedes Mal hieß es (auch hier im Forum) "Das war es, jetzt ist alles aus, lasst und anderen Dingen zuwenden". Selbst das gerade erwähnte Geld war irgendwann im Eimer. Und trotzdem steht jetzt ein Turm in Potsdam, der sich sehen lassen kann.

    Wenn man es nicht versucht, kann man es auch nicht schaffen.

    Über die konkrete Strategie kann man sicherlich streiten und ob man die Sache besser aus dieser oder jener Richtung angeht. Aber das ist doch kein Grund für einen derartigen öffentlichen Streit. Ich kann nur nochmals an euch appellieren, das Kriegsbeil zu begraben und an einem Strang zu ziehen.

    Es gibt so viele Dinge, die erledigt werden müssten. Ich sehe zum Beispiel eine Facebookgruppe, in der sich seit 2020 nichts mehr getan hat. Mir sind keine Facebookseiten oder Instagramkanäle bekannt mit dem Inhalt "Das alte Bremen". Man müsste mal ein 3D-Modell der Kirche anfertigen und in Fotomontagen darstellen. Man könnte sich über Bücher, Flyer oder Vortrags-/Diskussionsabende Gedanken machen.

    Sich hier im Forum dagegen irgendwelche alten Streitverläufe um die Ohren zu hauen, bringt dagegen überhaupt nichts. Es wäre wirklich super, wenn der Austausch hier wieder konstruktiver werden würde. Am Ende habt ihr doch alle das selbe Ziel, ein schöneres Bremen!

  • Was bleibt einem also übrig? Man muss das gesellschaftliche Klima beeinflussen, damit im Idealfall die eigene Position irgendwann Konsens ist [...] Wenn eine Gesellschaft das will, dann wird sie das auch hinbekommen.

    Das ist ganz genau der Punkt, aber darüber gibt es leider im Verein meinem Eindruck nach einen gewissen Dissens. Ich bin auch der Meinung, dass unsere ganze Arbeit Stückwerk bleiben muss, wenn wir es nicht schaffen, das gesellschaftliche Klima so zu beeinflussen, dass Rekonstruktionen einmal so selbstverständlich werden wie heute Denkmalschutz oder Klimaschutz. So, dass irgendwann jeder, der in einer Innenstadt ein Gebäude abreißt, um neu zu bauen, automatisch als Erstes an eine Rekonstruktion denkt.

    Dazu muss man aber langfristig angelegte Grundsatzdebatten führen. Es gibt allerdings einen nicht unbeträchtlichen Teil innerhalb des Vereins, der solche Grundsatzdebatten für unproduktiv oder sogar kontraproduktiv hält, weil man damit irgendjemanden verschrecken könnte oder möglicherweise als politisch unkorrekt erscheint. Das würde, so die Argumentation, konkrete Rekonstruktions- oder Erhaltungsprojekte wiederum behindern oder unmöglich machen. Der besagte Teil des Vereins will sich deshalb lieber auf konkrete Einzelprojekte (hier eine kleine Fassadenrekonstruktion; da die Erhaltung eines Gründerzeitlers etc.) beschränken und reagiert teilweise sogar regelrecht verschnupft auf Grundsatzdebatten im Forum.

  • Sich hier im Forum dagegen irgendwelche alten Streitverläufe um die Ohren zu hauen, bringt dagegen überhaupt nichts. Es wäre wirklich super, wenn der Austausch hier wieder konstruktiver werden würde.

    volle Zustimmung. Nur manchmal ist so ein reinigendes Gewitter ganz gut, dass alles mal auf den Tisch kommt.

    Die gegenseitige Kritik war sehr scharf, aber nicht unter der Gürtellinie.

    Ich sehe da gute Chancen, dass man sich irgendwann wieder annähernd. Zukünftig ohne Feinbild.

    Dazu muss man aber langfristig angelegte Grundsatzdebatten führen

    Ach da sagst Du was!

    Volle Zustimmung.

    Viele wollen so ein Forum wie das "Konkurrenzforum" DAF haben (Was ich nie als Konkurrenzforum betrachtet habe). Nur mit zusätzlichen Bildern von gelungenen Sanierungen. Und so schön Sanierungen sind, ich zieh bald selbst in ein saniertes Barockhaus, ändert es nicht an der Tatsache, dass eine überwältigende Masse von Neubauten entsetzlich hässlich gebaut werden. Da wirkt unser Engagement wie ein winzig kleiner Tropfen auf dem heißen Stein.

    Beauty matters!

  • [Es] ändert nicht[s] an der Tatsache, dass eine überwältigende Masse von Neubauten entsetzlich hässlich gebaut werden.

    Genau aus diesem Grund springt aber Philon s Aufruf zu kurz. Wenn es nur darum gehen soll Rekonstruktion zu normalisieren, so haben Wir vielleicht einige Altstädte gerettet, aber für die große Mehrheit an Bauten bringt das null. Man hat hier immer nur die tollen ehemaligen oder heute noch reichen Städte vor Augen und hier auch nur die urbansten Räume, natürlich gibt es da en masse tolle Vorbilder. Aber schon in Kleinstädten, jüngeren Städten oder Städten mit enorm starkem Wachstum wird das Eis ganz dünn. Dafür den Aufwand zu betreiben in der Gesellschaft ein Umdenken zu befördern ist dann etwas hochgehängt. Wenn aber das Ziel ist die Baukultur insgesamt zu verändern, so macht ein Einwirken auf die Gesellschaft viel mehr Sinn. Erst so kommt man überhaupt an das Gros der Neubauten heran.