Bremen - St. Ansgarii

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • St. Ansgarii und der Dresdner ‚Weiße Hirsch’

      Seit den Tagen der grandiosen Wiederauferstehung der Dresdner Frauenkirche, während der das von Eberhard Burger betreute, erneute Emporwachsen der Steinernen Glocke George Bährs auch in Bremen mit staunender Freude begleitet wurde, sind die hiesigen Reko-Freunde auf der Suche nach einem geeigneten Bindeglied in die sächsische Landeshauptstadt, um sich – jenseits der alljährlichen virtuosen Auftritte von Prof. Ludwig Güttler im Konzerthaus ‚Glocke’ – noch enger an dieses leuchtende Vorbild ‚andocken’ zu können.

      Nun, das Bindeglied scheint gefunden worden zu sein und zwar in der Person des Arztes Dr. Heinrich Lahmann (1860 - 1905). Dieser war nicht nur Gründer des 1888 im Dresdner Vorort Weißer Hirsch gelegenen ‚Physiatrischen Sanatoriums’, einer bald schon international berühmten Heilstätte, in der später Prominente wie Heinrich George oder Heinz Rühmann verkehrten. Nein, dieser - nach seinem all zu frühen Tode auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch beigesetzte - innovative Mediziner war darüber hinaus auch noch ein gebürtiger Bremer ! Gemeinsam mit seinem Bruder, dem späteren Mäzen der Bremer Kunsthalle, Johann Friedrich Lahmann – dieser stiftete der Kunsthalle seine wertvolle Gemäldesammlung – wuchs er im Hause seines Vaters in der Bremer Altstadt auf, in welchem Lahmann sen. eine Tauwerk-Fabrik betrieb. Dieses Haus war auch Heinrich Lahmanns Geburtsort. Es befand sich an der Langenstraße – auf der gleichen Straßenseite wie das Essighaus, allerdings wesentlich weiter westlich als dieses – und trug die Hausnummer 37. Es bildete das östliche Eckhaus an der Einmündung der Starkenstraße in die Langenstraße. Blickte man von der Starkenstraße durch die Straße ‚Kurze Wallfahrt’ (in dieser ging die Starkenstraße später übrigens auf) nach Norden, so konnte man den Turm von St. Ansgarii sehen. Da die Langenstraße Nr. 37 im Ansgarii-Kirchspiel lag, wird Heinrich Lahmann auch in St. Ansgarii getauft und konfirmiert worden sein.

      Es ist schon bemerkenswert, von diesem Arzt zu hören, der seine Kindheit mit dem Blick auf den Ansgarii-Turm verlebte und sein Leben mit dem Blick auf die Steinerne Glocke George Bährs als mit bremischer Klangfärbung sprechender Arzt in Dresden beschloß…

      Abbildung 01:
      Dr. Heinrich Lahmann.



      Abbildung 02:
      Die Medaillon-Plakette zum Gedächtnis an Dr. Lahmann, am Eingang zum Lahmann-Park im Weißen Hirsch.



      Abbildung 03:
      Das Wohnhaus von Heinrich Lahmann im Weißen Hirschen, die sog. Villa 'Heinrichs-Hof'. Bild von Christian Gebhardt.



      Abbildung 04:
      Die Lage von Heinrich Lahmanns Geburtshaus in der Bremer Altstadt, südlich von St. Ansgarii.



      Abbildung 05:
      Das Geburtshaus. Die Bildunterschrift stammt von Dr. Lahmanns eigener Hand.



      Abbildung 06:
      Der Turmhelm von St. Ansgarii über dem Geburtshaus.









    • St. Ansgarii vom Essighaus aus gesehen

      Ein melancholisch stimmendes Bild, welches nach dem 102. Luftangriff auf Bremen, am 5.September 1942, entstanden ist. Es wurde offensichtlich von einem Fenster in den oberen Geschossen des Essighauses aus aufgenommen. Das Foto stimmt nicht nur wegen des im Bildmittelgrund zu sehenden Trümmerfeldes melancholisch, sondern insbesondere auch deswegen, weil zum Zeitpunkt der Aufnahme, zwei der heutigen größten Reko-Desiderate in Bremen - Essighaus und St. Ansgarii - größtenteils noch kerngesund waren. Wären sie es doch über die gesamte länge des Krieges geblieben ! (Das Bild stammt aus der Online-Kriegsschadens-Dokumentation des Staatsarchivs Bremen).


    • 3. Oktober und St. Ansgarii

      An Feiertagen wie dem heutigen, an denen man historischer Ereignisse gedenkt, pflegt man auf die seither verstrichene Zeit zu blicken und sich am Erreichten zu erfreuen. Gleichzeitig nimmt man aber auch die Zukunft ins Visier. Wegen des besseren Überblicks ist es dabei nicht von Nachteil, wenn man dazu eine höhere Warte aufsucht. Hier blickt man von einer solchen, nämlich dem Obergeschoß der Bremer Baumwollbörse, auf die Stadt. Man hat dabei einen eher selten gezeigten Ausschnitt der Stadtsilhouette im Focus. St. Martini, St. Ansgarii und der Turm des Norddeutschen Lloyd bilden dabei die Dominanten.

      Am heutigen Tage gedenken wir der Wiedervereinigung im Jahre 1990, die die territorialen Wunden, die das 20. Jahrhundert unserem Lande geschlagen hat, abmilderte. Der Blick auf den Turm der ‚ollen Schaarskaken’ beweist aber gleichzeitig, daß viele Blessuren und Entstellungen, die das so unheilvolle genannte Säkulum mit sich brachte, erst noch überwunden werden müssen.

      Insofern ist der 3. Oktober ein Tag der Freude aber auch des Ansporns !

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    • So, jetzt habe ich noch zwei Zeitungsausschnitte gefunden. Aufgrund der Datenfülle des Strangs "Ansgariikirche" kann ich leider nicht überblicken, ob ähnliche oder gleiche Fotos bereits von anderen Foristen eingestellt worden sind.

      Hinter der Bogenbrücke die Ansgariikirche, der Turm des Verwaltungsgebäudes des Norddeutsch Lloyd, rechts daneben an der Weser die Reisbörse, auch vom Architekten des Lloydgebäudes - Poppe - erbaut, rechts im Vordergrund die Weserburg. Vor einiger Zeit war im Weser-Kurier zu lesen, dass nach dem Krieg der stadtteilprägende Wiederaufbau der Bogenbrücke unterlassen wurde und man sich - was sonst -für einen modernen Brückenbau entschieden hatte. Dafür ging man davon aus, dass die Gebäude direkt an der Weser alle rekonstruiert werden. Aber das entfiel später auch, es wurden moderne Bauten hingestellt. Endeffekt - was sonst - sowohl die Brücke als auch die Gebäude wurden in modernem Stil gebaut.

      Diese "kleine Kirchengeschichte" entdeckte ich auch noch in einem alten Zeitungsausschnitt. Vermutlich wurde das alles aber auch schon hier vermittel. Auf dem Bild sieht man noch sehr gut den Erhaltungszustand des Kirchenschiffs im östlichen Teil: ein aufrecht stehender Giebel. Und es ist zu lesen, dass ohne vorherige Benachrichtigung des Denkmalschützers Teile der Ruine einfach abgetragen worden sind - aus "Sicherheitsgründen".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von findorffer ()