Demmin

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    • Ich bin vor 'nem halben Jahr auf der Fahrt an die Ostsee mal durchgekommen. Bis auf drei oder vier (anscheinend rekonstruierte) Häuser besteht die Innenstadt allerdings nur aus den handelsüblichen Plattenbauten.

      Übrigens eine der furchtbarsten Geschichten der ersten Nachkriegstage. In Lexika usw. heißt es gelegentlich, die Stadt sei im Zweiten Weltkrieges zerstört worden, was aber schlichte (DDR-)Geschichtsfälschung ist: die Stadt wurde nachdem sie kapituliert hatte von der Roten Armee völlig zerstört, 900 bis 1000 Bewohner der Stadt wurden dabei von sowjetischen Soldaten ermordet oder begingen aus Angst vor Folter und Vergewaltigung Selbstmord - ein Massaker, das die Dimensionen von Lidice oder Oradour noch übertraf. Allerdings gibt es im Gegensatz zu den vorgenannten in diesem Fall keinerlei offizielles Gedenken. In der DDR wurden die Ereignisse von Demmin totgeschwiegen; nun ja, und unsere offizielle Bundesrepublik hat ja auch so ihre Schwierigkeiten mit so was.

      Über den Anlaß der Zerstörung der Stadt habe ich verschiedene Geschichten gehört; möglicherweise waren einige russische Soldaten von einzelnen Bewohnern der Stadt angegriffen worden oder so was ähnliches; genaueres konnte ich darüber aber nicht herausfinden.
    • Nichts neues gibt es wohl vom 1840 erbauten und 1997 abgebrannten Podewilschen Herrenhaus in Demmin. Es wird wohl dem weiteren Verfall überlassen und dann wohl irgendwann abgerissen werden. Die letzte Meldung, die ich dazu gefunden habe stammt von 08.08.2012 s. Nordkurier.de "Geerbt, gesichert und vergessen": nordkurier.de/cmlink/nordkurie…rt-und-vergessen-1.469160
      Im Herzen von Europa Frankfurt am Main
    • Da bis jetzt so gut wie nichts im Demmin-Strang los war, machen wir doch einen kleinen Rundgang um den Markt

      Größter Pluspunkt Demmins ist das 1997 in einem Jahr rekonstruierte Rathaus:







      Historische Aufnahme des alten Rathauses:


      gelungener Brunnen-Neubau:


      Nordseite


      Zwei interessante Neuschöpfungen (keine Rekos):




      Und das war´s dann schon auf der Nordseite, des Rest besteht aus einfallsloser Blockbebauung:




      Die Westseite ist zu einem Drittel nicht bebaut, dann folgen zwei erhaltene Altbauten:








      Am Ende eine angepasste Platte, und dazwischen naja...


      Die Ostseite beginnt mit einem schmucklosen Altbau:




      Die lange frei liegende Lücke zur Stadtkirche wurde im letzten Jahr sehr enttäuschend bebaut:


      Am Ende der Ostseite nicht wirklich gelungene 90er Architektur


      Die Südseite ist unbebaut, hier gab es 2015 eine Installation der alten Häuserzeile mittel einer Schauwand, vielleicht besteht auf dieser Seite noch etwas Hoffnung


      Unter dem Markt ist eine Tiefgarage, das ist soweit noch ok...


      ..aber unverzeihlich sind die mitten auf dem Markt gebauten beiden Eingänge
      Plus Outre
    • Lupi schrieb:

      Da bis jetzt so gut wie nichts im Demmin-Strang los war, machen wir doch einen kleinen Rundgang um den Markt
      Zwei interessante Neuschöpfungen (keine Rekos):


      Das ist wirklich ein sehr gelungener Neubau. Ich sah ihn auf Deinen Fotos erst von Weite und fragte mich, ob das ein Altbau, eventuell ein altes Warenhaus ist. Also, danke für dieses Foto. :daumenoben:
    • Durchaus, obwohl mir die Spiegelglasverkleidung nicht so gefällt.

      Dagegen ist die Neubebauung vor der Kirche übelster Schrott, gestalterisch außerordentlich notdürftig.

      Bild: Lupi

      Demmin hatte historisch ja wohl keine außergewöhnlichen Häuser am Marktplatz, aber diese Neubauten...


      Das schlichte klassizistische Haus in der Achse Bartholomäikirche - Rathaus wurde ja wohl skandalöserweise abgerissen für die schlimmen Kisten >Bild

      :!: Sehr gute Bildersammlung von Alt-Demmin.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Heimdall schrieb:

      Lupi schrieb:

      Da bis jetzt so gut wie nichts im Demmin-Strang los war, machen wir doch einen kleinen Rundgang um den Markt
      Zwei interessante Neuschöpfungen (keine Rekos):

      Das ist wirklich ein sehr gelungener Neubau. Ich sah ihn auf Deinen Fotos erst von Weite und fragte mich, ob das ein Altbau, eventuell ein altes Warenhaus ist. Also, danke für dieses Foto. :daumenoben:
      Doch leider wird nach meinem Empfinden durch das Spiegelglas ziemlich viel Potential verschenkt. Das und bessere hochwertigere Fenster und es wäre viel gewonnen. Die Aufteilung des großen Fensters könnte auch überdacht werden.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Da hast Du recht, "Kaoru". Man kann noch nachbessern.
      Nachgebessert kann auch bei dem schlichten gelben Gründerzeitler neben der unpassenden modernistischen Neubebauung. Es sollte mit wenig Aufwand verbunden sein, ihn bei der nächsten anstehenden Fassadenerneuerung zu restuckieren. "Mantikors" historisches Bild zeigt ja den Zustand vor der Entstuckung.
    • Vielen Dank für die Belebung dieses Themas! Mit der Stadt Demmin verbindet mich sowohl meine Familiengeschichte als auch ein Teil meines Immobiliengeschäftes.

      Der klassizistische Bau vor der Kirche war schon seit einigen Jahren weg und steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Neubau dort mW. Der Neubau ist von der evangelischen Kirche durchgeführt worden. Sowas ist leider schon typisch für die Kirchen. Wenig Respekt gegenüber den eigenen Gotteshäusern und dem Stadtbild.

      Den neuklassischen Bau am Markt finde ich auch klasse. Die Reminiszenz an gründerzeitliche Kaufhäuser ist sehr gelungen meines Erachtens. Es gibt noch einige weitere gut angepasste Neubauten in Demmin, teilweise auch aus den Neunzigern. Man hat sich in den letzten drei Jahrzehnten schon viel Mühe gegeben, aus dem mageren, sowjet- und DDR-zerstörten Stadtbild noch etwas rauszuholen. Ein Projekt wie in Anklam würde definitiv mal gut tun. Mich stören insbesondere die heftigen Blöcke Richtung Fluss Peene und entlang der Hauptachse der Altstadt.

      Am Stadthafen hätte Demmin viel touristisches Potenzial. schließlich fließen hier mit Tollense, Trebel und Peene auch drei Flüsse zusammen. Und die Peene führt in die Ostsee und ist bereits ein sehr beliebtes Bootsrevier. Wer mal dort ist, dem empfehle ich einen Besuch des Hanse-Viertels am Stadthafen. Dort wird das Leben der einfachen Leute aus der Hansezeit nachgebildet, durchaus sehr erlebenswert.