• Vorab: Greiz ist natürlich ein schweres Pflaster, weil eine immer noch nicht gestoppte kontinuierliche Abnahme der Einwohnerzahl zu beklagen ist. (siehe hier) D.h., die Gemeinde hat einfach wenig Geld, da wenig an Steuereinnahmen in die Kassen fließt und meistens die Leistungsträger abwandern, während diejenigen zurückbleiben, die alt sind oder Sozialhilfe erhalten und nicht weg können.


    Ansonsten: Eventuell wäre es auch mal hilfreich, wenn Du Dich mit der Lokalpresse in Verbindung setzt. Die haben vielleicht Interesse an einem Artikel über die Probleme eines Hausbesitzers bei der Sanierung einer Greizer Immobilie. Wenn Du dabei sachlich bleibst und die schwierige Situation schilderst, könnte das vielleicht einen positiven Impuls geben. Die Stadt könnte sich nach der Entfachung einer öffentlichen Diskussion somit eventuell bemühen, in Zukunft effektiver und schneller Hilfestellung zu geben.

  • "Bis zum 31. Oktober 2020 müssen die Kommunen den Finanzbedarf für geplante Vorhaben mit einem sogenannten Jahresantrag gegenüber dem Land Thüringen anmelden"


    Hier geht es also um Fördermittel des Landes und nicht aus dem Budget der Kommune.


    Die öffentliche Diskussion zu Entfachen - ist ziemlich schwierig. Dran arbeiten wir nun hier.


    in den zwei Jahren, die ich in Greiz lebe, sind dutzend Häuser abgerissen worden. Alle diese Häuser waren um 1900 erbaut worden.

  • Leider will man in Greiz die Innenstadt mit einem hässlichen Einkaufscenter verschandeln! Dabei wird der historistische Marstall umbaut und die alten Reisen sollen abgerissen werden!

    Man will hier in Zeiten des online Handels in 5 Jahren eine hässliche Investruine kreieren, die zudem noch den übriggebliebenen Einzelhandel zerstört.


    Bitte dagegen unterschreiben und protestieren!


    https://marstall-greiz.de


    https://m.facebook.com/groups/1544713315779565/?refid=18&ref=m_notif&WCF_AMPERSAND¬if_t=group_comment&__tn__=C-R

  • Bisher verschont geblieben,aber jetzt wird auch die Innenstadt von Greiz von einem billigen architekturlosen 0815 EKZ heimgesucht.Auch im schönen Görlitz und Bautzen haben diese EKZ Monstren keinen halt gemacht.Und jetzt ist Greiz an der Reihe.Ich denke,von Innerstädtischen EKZ profitiert in erster Linie das Stadtsäckl.

    EKZ beleben ja die Innenstadt aber muss es immer eine solch hässliche und billige Gewerbegebiets Architektur sein?

    Das es architektonisch auch mal anders geht zeigt das EKZ St.Annengalerie in der Innenstadt von Brandenburg an der Havel.

  • Reik,EKZ sind immer deftig in ihrer Baumasse,müssen sie ja auch,um all das,was eben so zu einem EKZ dazugehört unterbringen zu können.Bei der Sank Annengalerie (auf dem Foto nicht sichtbar)die leicht traditionelle Fassade,die, wie ich finde,doch ganz gut gelungen ist.

  • Die Sank-Annen- Annengalerie ist aber doch ein deftiger Klotz in der Altstadt von Brandenburg.

    Altstadt ist relativ, und zwar nicht nur, weil es sich hier um die Neustadt handelt, sondern weil dieses Viertel Totalverlust im 2. WK war.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ursus Carpaticus,die Brandenburger Altstadt und Neustadt gehen Städtebaulich nahtlos ineinander über.Ich finde,von der Neustadt ist noch eine Menge historische Geschlossenheit vorhanden. Als Flächenmäßigen Totalverlust würde ich es daher so nicht sehen.Eher Punktueller Totalverlust. Aber es ging ja um die Fassade des EKZ,Sankt Annengalerie die wie ich finde ganz gut gelungen ist und sich dadurch von den meisten anderen Innerstädtischen EKZ architektonisch positiv abhebt.

  • Unsere überaus vorsichtige fast archäologische Ausgrabungen haben sich doch noch gelohnt.

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    Ohne es zu beschädigen haben wir am 21.08.2021 mitten auf dem Grundstück zuerst ein paar Steine, dann aber einen runden Umriss frei gelegt. Anschließend haben wir etwa zwei Meter in die Tiefe per Hand gegraben. Den Fund und meine Vermutungen meldete ich an die untere Denkmalschutzbehörde. Nun kam die Beurteilung von dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar "es ist unstrittig, dass es sich um einen historischen Brunnen handelt". Wir haben sogar ein Jahresstein entdeckt worauf 1850 eingeschlagen ist.

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    Wir haben also ein Schachtbrunnen entdeckt, welcher aus Bruchsteinen ohne Mörtel gemauert ist. Der Durchmesser der Schacht beträgt einen Meter. Vor etwas zehn Jahren wurde ein Brunnen im oberen Schloss entdeckt. Dort hat der Brunnen 55 Meter Tiefe, wonach die Tiefe unseren Brunnens ich auf mindestens 20 Meter schätze.

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    Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar hat natürlich keine Archäologen zu uns nach Greiz geschickt. Somit nehmen wir uns selber eine paar Wochen Zeit und bemühen uns die Arbeit der Behörden zu erledigen, also so viele wie möglich Spuren zu sichern. Unter etwa 40 cm Erdschicht lag nun der Brunnen versteckt. Daneben haben wir jetzt einen Fußweg frei gekratzt. Es sind stellenweise vollständige Segmente aus weißem Quarz gepflastert. Der "Bordstein" war aus rotem Ziegel ausgelegt. Der Weg führt, so wie es aussieht, zu einem früheren Platz hinter dem Haus. Jetzt ist dort ein Anbau. Ich vermute an Stelle des Anbaus gab es am Hang vor 1890 eine Treppe, welche direkt zu der Produktionsstätte der Familie Dietel geführt hat. Im heutigen Gebäude der Cloßstraße 1 war ja früher die Appreturanstalt. Nun wissen wir auch, dass diese Betriebsstätte einen Trinkwasseranschluss hatte.

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    Auf dem Bild sieht man auch eine der Betonstütztzen von dem Holzlager der Tischlerei. Sie hat durch ein Wunder die Brunnenanlage um etwa einen Meter verfehlt.

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    Der Brunnen wird also erhalten und nach Möglichkeit wieder frei gelegt und in die Ausgestaltung der Außenanlagen aufgenommen. Allerdings müssen die Behörden auch mitspielen...


    Der Untergrund bildet ein Schiefergestein. Die Meisterleistung der Erbauer ist bewundernswert!


    Bebauungsplan von Victor Dietel

  • Da der Brunnen sehr aufwendig gebaut worden ist, so war dies mit sehr hohem finanziellem Aufwand verbunden. Entweder waren die Eltern von Victor Dietel sehr Wohlhabend und konnten alles privat finanzieren. Meine zweite Theorie ist, dass die Brunnenanlage von einer Dorfgemeinschaft gebaut sein könnte. Dem zu Folge ist der Brunnen älter und wurde erst 1850 saniert. Der Fußweg war anhand der Spuren so angelegt, dass die Brunnenanlage hauptsächlich an das Wohnhaus und die Appreturanstslt angebunden war. Von der oberen Silberstraße führten laut Vorbesitzer paar Stufen auf das Grundstück. Alles deutet darauf das es ein schmales Weg war. Somit hatte die Öffentlichkeit wohl keinen Zugang.


    Der aus Quarz gepflasterte Weg war vor 1870 angelegt worden. Die Frage, wann der Brunnen außer Betrieb gesetzt und verfüllt wurde, kann man mit einem Zeitraum 1900-1970 eingrenzen. Demnach war der Brunnen nicht Mal hundert Jahre in Betrieb. Etwas zu kurz für so ein aufwendiges Bauwerk...

  • Nur mal so zur Info, weil es mich total überrascht hat.


    Arbeitslosenquote:


    - LKR Greiz 4,7 %

    - Leipzig 7,1 %

  • Der durchschnittliche Mietpreis liegt 2021:

    in Greiz bei 4,89€/m²

    in Leipzig bei 8,89€/m²


    Einwohnerzahl in Greiz: 1946 - 45410; 1984 - 35822; 2021 - 20108; Tendenz weiter fallend


    Einwohnerzahl in Leipzig: 1946 - 607655; 1984 - 555764; 2020 - 597493; Tendenz steigend


    Fazit: jeder der in Greiz kein Job hat, verlässt Greiz, deswegen gibt es wohl so wenige Arbeitslosen. Ich z.B. habe ein Minijob in 220 km entfernten Ort in Bayern. Eigentum bindet halt...

  • Es gibt im Landkreis Greiz nicht genügend Personal, es werden viele Osteuropäer eingestellt um die Produktionen am Laufen zu halten.


    Das ist wirklich Schade für diese wunderbare Stadt.