• Weiße Gasse/Georgsgasse im Andreasviertel (unter Einbeziehung eines romanischen Kellers).



    Augustinerstraße N°36 (?), auch hier werden Keller ausgegegraben; wird wohl auch bebaut werden.


    Neubau am Augustinerkloster zur Versöhnung und Vertöchterung.


    Johannesstraße N°41 am Johannesturm - altstadtgerechtes Bauen?


    Wenigemarkt, Südseite


    Das Haus N°19, ehemals Gaststätte zur Börse, wird kernsaniert und als Pension mit Gastromie genutzt werden.


    Der gesamte Bereich dahinter ist aber weiterhin baulich notleidend.


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

    Edited 2 times, last by Mantikor ().

  • Mit dem Quartier am Georgsturm wird eine der letzten großen Brachen in der Altstadt bebaut. Das Projekt sieht vielversprechend aus. Man muss wissen, dass in Erfurt die wenigen Baulücken generell modern und nicht historisierend geschlossen werden - wir können froh über jedes Satteldach sein, das es beim riesigen Neubauquartier neben dem Dom leider nicht gegeben hat.

  • Das Neorenaissance-Gildehaus gegenüber vom Rathaus würde meines Erachtens in seiner Wirkung sehr von einem mehrfarbigen Anstrich profitieren, nach dem Vorbild des Roten Ochsen und des Hauses zum Breiten Herd.


    Auf jeden Fall. Eine krasse gestalterische Fehlentscheidung. Zur Erinnerung, das wäre möglich gewesen:
    https://images.cdn.baunetz.de/…jpg-3fcd6d3aae9b3fe2.jpeg


    https://images.cdn.baunetz.de/…jpg-6840200dd02caaee.jpeg


    Man hat sich leider für den schlechtesten Entwurf entschieden. Einfach zum Haareraufen!

    Also das ist wirklich null nachzuvollziehen. Diese Entwürfe hätten deutlich mehr nachhaltigen Wert und mE sogar mehr BGF geboten!

  • Woher kommt das? Allgemeines Desinteresse oder Filz?


    Vermutlich reine Ideologie. Ich zitiere mal aus meinem Beitrag in diesem Strang vom 12.06.2017:


    Quote from Ostsiedler87

    Das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung strebt bei Neubauten auch in sensibleren Bereichen oftmals ein "einheitliches und zeitgemäßes Erscheinungsbild" an, das sich "als ablesbares Zeugnis der heutigen Entstehungsperiode darstellt und sich deutlich von der umgebenden Bestandsbebauung abhebt"

  • Ich vermute von beidem Desinteresse und Filz. Bei wichtigen Filetstücken in der Stadt kamen immer wieder die üblichen Bauträger zum Zug. Viereckige Klötze. Man kann froh sein wenn wenigstens die Dachlandschaft sich einfügt. Die Neubauten in Erfurt unterliegen nur dem Renditegedanken. Es herrscht keinerlei Anspruch wenn dann werden die üblichen Jurys gebildet aus Architekten und Stadtplanern die nur Klötze können. Seit geraumer Zeit bildet sich zumindest Widerstand gegen die Baumfällungen in der Innenstadt. Die BUGA 2021 hat wieder finanzielle Möglichkeiten geschaffen alte Bäume zu beseitigen um Erfurt noch zu entgrünen. Der Bürgermeister ist seit seiner Wiederwahl nicht mehr in Erscheinung getreten. Der Beigeordnete Herr Hilge bestimmt wo es lang geht. Bürger werden vor vollendente Tatsachen gestellt. Begründung die Pläne lagen angeblich aus. Eine bekannte Stadtführerin hat sich öffentlich bspw. gegen den Austausch des alten Kopfsteinplaster in der Allerheiligenstraße gewehrt. Das veranlasste die Stadt diese im Amtsblatt zu diffamieren. Es stimmt mich zumindest optimistisch dass sich die Bürger nicht mehr alles gefallen lassen.

  • Eine bekannte Stadtführerin hat sich öffentlich bspw. gegen den Austausch des alten Kopfsteinplaster in der Allerheiligenstraße gewehrt. Das veranlasste die Stadt diese im Amtsblatt zu diffamieren.


    Allerheiligenstraße 07/2019. Was soll denn dort jetzt verlegt werden, oder wird gar geteert? =O



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ja das helle neue Pflaster ist wohl besser für Fahrrad- und Rollstuhlfahrer. Auf dem Fischmarkt sieht man das Ergebnis nach 2 Jahren neues Pflaster. Es wirkt ziemlich schmudellig meiner Meinung.

  • Interessantes Propagandafilmchen zum Bau der Schmidtstedter Brücke in den 70er Jahren. Damit einher ging der Ausbau des Schmidtstedter Tores zur riesigen Verkehrskreuzung. Verbunden war das natürlich mir einigen Abrissen. Sichtbar insbesondere an der nicht mehr vorhandenen gründerzeitlichen Eckbebauung Stauffenbergallee/Thälmannstraße


  • Für eine der letzten Brachflächen der Altstadt, das in unmittelbarer Umgebung des Wenigemarkts gelegene Quartier an der Kürschnergasse, hat es einen Architektenwettbewerb gegeben:


    https://architekten-thueringen…e____in_erfurt-24673.html


    Natürlich hat mal wieder ein moderner Entwurf gewonnen. Bei mir meilenweit gewonnen hätte der dritte Platz von Eingartner Khorrami Architekten - ein schöner traditioneller Entwurf, der den Genius Loci aufgreift. Leider wieder eine verpasste Chance, ähnlich wie beim Neubau neben dem Dom.

  • Ja, das ist wohl wahr. Aber der Wiederaufbau der Erkerhelme ist erst mal vollbracht und die Farbgebung kann man beim nächsten Mal überarbeiten.


    ___
    Eine weitere, diesmal aber geringfügige farbliche Überarbeitung hat das renaissancene 'Haus zum Sonneborn' (1536) in der Großen Arche N°6 erfahren.


    Bild aus dem Juli dieses Jahres, die Fensterrahmen sind jetzt rotbraun gehalten und die Umrahmungen links heller.

    Vergleichsbild aus dem vergangenen Jahr


    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Danke für das Foto!

    Hauben sind wieder da, aber die Farbgebung der Fassade, der Fenster, der Stuckverzierungen ist katastrophal! Klare
    Verschlechterung!

    Das dürfte der denkmalpflegerische Befund sein. Die bunte Gestaltung stammte aus DDR-Zeiten.

  • Ich muss noch einmal meinem Ärger über die Juryentscheidung für die Wiederbebauung im Bereich der Kürschnergasse Luft verschaffen:


    Beim hervorragenden dritten Platz von Eingartner Khorrami wird kaum etwas bemängelt, außer: „Die klassizistisch anmutende Fassadengestaltung des neuen Kopfbaues wird jedoch kritisch hinterfragt.“ Eine nähere Begründung halten diese Modernisten offenbar nicht für erforderlich. Jedenfalls wird eine Überarbeitung des Entwurfs gefordert, um die Fassade in eine „zeitgemäße Architektursprache“ zu übersetzen.


    Was habe ich diese Phrasen satt! Vom modernistischen Wettbewerbssieger, der wenigstens mit seiner Kleinteiligkeit und seinem Detailreichtum punkten kann, wird übrigens eine „Reduzierung der Fassadenelemente“ gefordert.


    Was für eine katastrophale Jury! Das Büro einer der Fachpreisrichter, Frau Osterwold, zeichnet sich übrigens für den Neubau neben dem Dom (Domstraße/An den Graden) verantwortlich. Passt irgendwie ins Gesamtbild.


    Einfach alles sehr, sehr ärgerlich. Erfurt bleibt eine schöne Stadt, aber die wenigen Baulücken könnten viel besser und harmonischer geschlossen werden. Leider setzt die Stadt konsequent auf moderne Entwürfe, um einen Kontrapunkt zu setzen. Das Denkmalschutzamt schweigt.


    Weitere Quellen:
    https://www.wettbewerbe-aktuel…schnergasse-erfurt-110496
    https://www.competitionline.com/de/beitraege/180724

  • Das war auch mein Eindruck von diese schöne Stadt - ziemlich harte Kontrasten. Irgendwie finde ich Städten wie Stralsund deutlich geschickter mit Neubauten. Gleichseitig gab es positive Tendenzen im Andreas-Viertel.

  • Mal was anderes: Weit außerhalb der Altstadt liegt im Norden von Erfurt das Wohngebiet Nordhäuser Straße. Wie der MDR meldete (mit schönem Filmbericht) wurde dort am Moskauer Platz ein Wandbild des spanischen Künstlers Josep Renau (1907-1982) nach mehrjähriger Restaurierung wieder aufgestellt. Der Kommunist Renau war 1939 vor der Verfolgung durch Franco emigriert. Zeitweilig lebte er in Mexiko, später in der DDR. In Halle-Neustadt sind noch einige Wandbilder von ihm erhalten. Das Erfurter Bild, ein Glasmosaik aus 70.000 Fliesen, entstand 1979-1983 als seine letzte große Arbeit. Es zierte eine Wand am Kultur- und Freizeitzentrum des Wohngebiets.


    Erfurt, Wandmosaik "Beziehung des Menschen zu Natur und Technik" von Josep Renau am Kultur- und Freizeitzentrum am Moskauer Platz

    (Foto: SpreeTom, August 2009, CC-BY-SA-3.0)


    Das Wandmosaik wurde 2008 unter Denkmalschutz gestellt, das zugehörige Gebäude 2009 abgerissen. Nach Einlagerung und Restaurierung wurde nun das Mosaik am ursprünglichen Standort - aber ohne Gebäude - wieder aufgestellt. Es geht links hinter der abgerundeten Ecke noch ein Stückchen weiter. Ich finde es schön, dass das Mosaik erhalten bleibt. Besser wäre es allerdings gewesen, man hätte es mit einem neuen Gebäude verbunden.


    Solche Kunstwerke im öffentlichen Raum von Plattenbausiedlungen sind ein Beleg dafür, dass sich die Architekten und Stadtplaner in der DDR der gestalterischen Unzulänglichkeiten des Massenwohnungsbaus durchaus bewusst waren. Das Erfurter Beispiel ist schon kurios. Hinter dem riesigen Wandbild verschwand das kleine und völlig banale Gebäude fast völlig. Bemerkenswert finde ich, dass die westdeutsche Wüstenrot Stiftung die Restaurierung des Glasmosaiks finanzierte.

  • Im Gegensatz zu heute hat der Künstler vermutlich auf keinen Computer zurückgreifen können, der alles bis ins kleinste Detail ausrechnet und die Daten an die Fliesenproduktion weitergibt.


    Das ist wirklich eine tolle Arbeit! Aber auch die Entfernung und spätere Wiederaufführung ist ebenfalls bemerkenswert wie ich finde!


    Danke Rastrelli für diesen schönen Ausblick auch einmal über den „Tellerrand“!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)