Steinamanger / Szombathely (H) (Galerie)

  • Szombathely (deutsch: Steinamanger) ist ein 80.000-Einwohner-Ort im westlichen Ungarn, eine Autostunde südlich des Neusiedler Sees gelegen, aber über den Osten des Sees nur über z.T. über schlechte Straßen zu erreichen. Gegründet wurde es schon als Savaria zur Römerzeit, die Bernsteinstraße läuft/lief hindurch Richtung Königsberg/Preußen. Die deutsche Bezeichnung soll entstanden sein, weil im frühen Mittelalter im Stadtbereich noch ein Haufen Steine aus der Römerzeit herumlag. Berühmtester Bürger der Stadt ist der heilige Martin, der hier 316 oder 317 geboren wurde und später als Mantelteiler und Bischof in Tours Karriere machte. Werder Bremen hat hier kürzlich mal ein Freundschaftsspiel absolviert. Relevanter ist hier aber die Tatsache, dass die Stadt am 04.03.1945 einen Luftangriff mit 300 Toten abbekommen hat. 4/5 aller Gebäude wurden laut Wikipedia dabei zerstört. Davon sieht man aber zumindest um den Marktplatz (ung.: „Fö ter“) nichts. Leider hatte ich nur den furchtbar schlechten Reiseführer „Westungarn“ aus dem Michael Müller Verlag mit, ich kann also nur begrenzt mit Hintergrundinformationen dienen. Aber ich habe überhaupt für Ungarn, außer Budapest, keine vernünftigen Reiseführer gefunden.


    1 Wir beginnen mit einem Blick auf den Dom, 1791-1797 gebaut.




    2 Der spätbarocke Bischofspalast, 1783.





    3 Hier schauen wir zum Hauptplatz.




    4 Jetzt befinden wir uns auf dem sehr großen, keilförmigen, ausgesprochen schönen Hauptplatz mit einer Pestsäule in der Mitte. Die Bebauung ist rundum sehr schön, es gibt kaum eine Bausünde. Dieser Bereich dürfte bei dem genannten Luftangriff 1945 nicht viel abbekommen haben.






    6 Hier sehen wir das Jugendstilkaufhaus am Westende des Platzes mit zu viel Licht. Leider war ich nicht drin.




    7 Jetzt schauen wir auf das Südende des Platzes mit dem Rathaus als 1A sozialistischer Erungenschaft. Diese Würfelbauten haben einen speziellen Kick sind immer besonders furchtbar.







    9 Noch einmal der Blick über den Platz Richtung Norden mit dem genannten Kaufhaus.




    10 Wie dieser Platz vor 25 Jahren aussah, würde mich dringend interessieren, vermutlich deutlich anders.




    11 Wieder Blick Richtung Westen.







    13 Jetzt schauen wir zum Ostende des Platzes. Ganz am Ende des Bildes können wir erahnen, dass am Ende des Hauptplatzes die Bebauung deutlich trister wird. Wir sind bei der An- und Abfahrt so ziemlich durch die ganze Stadt gefahren, wenig weg vom Hauptplatz verfinstert sich das Bild, vor allem im Nordosten der Stadt gibt es fiese Plattenbaubezirke.




    14 In diesem in der Touristeninformation abphotographiertem Plan sehen wir den Dom in der Mitte etwas links oben und den keilförmigen Hauptplatz rechts davon. Schon auf der Rückseite der südlichen Bebauung sehen wir Bauten aus der sozialistischen Epoche.




    15 Jetzt sehen wir vom östlichsten Ende des Hauptplatzes nach Westen ..




    16 .. und gehen im Anschluss etwas in Richtung Norden.




    17 Über dieses interessante, auffällig große Gebäude (im Plan der Touristeninfo auffällig rechts außen, dann etwas nach oben), konnte ich leider nichts Näheres in Erfahrung bringen.







    20 Zum Abschluss sind wir wieder am Dom angekommen. Der Innenraum war abgeschlossen, soll aber auch nicht besonders spektakulär sein, weil er bei dem genannten Luftangriff 1945 seine Stuckdecke verloren hat.




    21 Diese Luftaufnahme aus Wikipedia zeigt den westlichen Teil der Innenstadt mit dem Dom, knapp links neben dem Dom sehen wir einen römischen Ruinengarten mit einem Teil der Bernsteinstraße, den wir aber nicht mehr besucht haben.


    Edited once, last by Erpel ().

  • Danke für diese Galerie. Ich kenne die Stadt nicht, muss ich zugeben, bzw nur vom Namen, da sie Eingang in die Wiener Volkspoesie gefunden hat, und zwar in diesem schwarzen Vierzeiler:
    Zwischen Güns und Steinamanger
    fliegt a Kampfverband, a langer.
    Rechts ka Jäger, links ka Flak,
    hoffentlich bricht er sich s Gnack (Genick).


    Gemeint ist die Einflugschneise gegen Wien, vielleicht steht die Zerstörung der Stadt damit in Zusammenhang.


    Die Stadt selbst sieht mir nicht so übel aus. Das erwähnte, politisch noch weit unkorrektere Güns (verbitterter Abwehrkampf gegen ein friedliebendes Kulturvolk) dürfte aber weit schöner sein.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Güns zeige ich nächste Woche. Der Wiener Vierzeiler gefällt mir, so politisch unkorrekt er auch ist. Übrigens hat "Flak" (ich glänze mit unnützem Spezialwissen, somit off-topic) Einzug in die amerikanische Umgangssprache gefunden. "last week I took a lot of Flak for ..." habe ich mal in einem Beitrag eines Schreibers gelesen, der wohl für seinen Beitrag in der vegangenen Woche "Beschuss" bekam.