Würzburg (Galerie)

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    • Hallo Zeno,

      danke für das Vergleichsbild mit der heutigen Situation. Der Wiederaufbau der 1950er und 1960er Jahre ist an sich soweit akzeptabel. Doch wenn man dann anhand alter Fotos sieht, wie malerisch, kleinteilig und romantisch anheimelnd diese über Jahrhunderte gewachsen alten Gassen waren, dann tut einem ob des Verlusts das Herz doch weh. Solche und ähnliche Winkel gab es zuhauf in Würzburg. Insoweit sei es mir gestattet, auf die schon früher von mir eingestellten alten Ansichtskarten zu verweisen. Dabei muss man bedenken, dass um 1900 die allermeisten der Fachwerkhäuser eben noch nicht freigelegt waren. Wer kann erahnen, welche Kostbarkeiten an Fachwerk da noch alles unter dem Verputz schlummerten, die dann im Feuersturm 1945 untergingen. Leider Gottes unwiederbringlich dahin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Morgens in der Früh sind einige Teile Rothenburgs aber auch immer noch ungemein authentisch - nur fängt dann ab etwa 9 Uhr der Massentourismus schon an, weil die Stadt, wegen ihr unglaublich großartiges Stadtbild, einfach weltweit bekannt ist (vor allem aber in Amiland und Japan). Dann muss man also schon nach Dinkelsbühl oder die Orte am Main "flüchten"...

      Zu Würzburg: die Kärnergasse ist schon ein ganz herber Verlust! Zwar nicht vergleichbar mit den ehemaligen nürnberger Straßenbildern, aber doch sicher etwas ganz Besonderes. Ich glaube allerdings nicht, dass diese Gasse heute auch ohne Krieg noch so schön gewesen wäre, denn wie schon gesagt wurde, verschandelt man heute in Unterfanken die Altstädte (auch die erhaltenen) ja sehr gerne...
    • Villa1895 schrieb:

      Umgekehrte Richtung mit dem Blick vom Hauptbahnhof über den Bahnhofsvorplatz mit dem Kiliansbrunnen. An der Straße links erkennt man die mächtige Kirche von Stift Haug. Das große, breite Haus, das queer in der Mitte der Aufnahme zu sehen ist, wurde erst Mitte/Ende der 1970er Jahre abgerissen.
      "Queer" ist auch gut!
      Das Haus nannte sich das Buchner'sche Palais - es wurde 1971 abgerissen. :boese:
      Buchnersches Palais - Würzburg Wiki
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantikor ()

    • Hallo Vulgow,

      danke für die Recherche und die Informationen zum Buchnerschen Palais. Was das von mir aus der Erinnerung nur vage geschätze Jahr des Abbruchs betrifft, so liegt dieses Jahr 1971 ja sogar noch weiter zurück, als ich meinte. Auch wenn es sich um einen Bau der Gründerzeit gehandelt hat, ich fand das Haus immer sehr schön, besonders im Zusammenspiel mit dem davor befindlichen, sehr schön mit Blumen, Palmen etc. bepflanzten Kaiserplatz. In meiner Jugend , hatte mir bei meinen Würzburg Besuchen dieses Ensemble immer sehr gut gefallen. Auf jeden Fall war das Buchnersche Palais um Welten schöner als das, was nach dem Abriss gebaut wurde. In dem von dir verlinkten Artikel ist jedoch noch nicht mal die neueste Version abgebildet, die Aufstockung mit dem gewölbten Wellblechmonster. Armes Würzburg, was tut man dir nur an.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Nun, ich meine mich daran zu erinnern, bin auch fest überzeugt davon, dass dem so war. Wann ich dieses Blechdach allerdings gesehen habe, weiß ich heute nicht mehr, hatte ja auch damals keinen Grund mir das Datum einzuprägen.

      Kurz vor Weihnachten 2013 fuhr ich zur Beerdigung eines Onkels mit der Bahn bis Würzburg und im Anschluss daran mit dem Bus vom Würzburger Busbahnhof, der direkt beim Bahnhof gelegen ist. Evtl. könnte ich dieses Blechdach bei dieser Gelegenheit auf dem C & A Gebäude (gegenüber dem Bahnhof) gesehen haben. Sollte dieses Blechdach jetzt nicht mehr auf dem Gebäude sein, war es womöglich nur zu vorübergehenden Zwecken auf dem Dach angebracht, z. B. zur Durchführung einer Dachrenovierung. Wie auch immer, mehr kann ich dazu heute leider nicht mehr sagen.
    • Villa1895 schrieb:



      Der Holzplatz am Main mit den großen Holzstapeln und den Karren der Kärner (die den Leuten das Brannholz mit ihren Karren ins Haus fuhren). Das rundbogige Tor ist das Holztor:


      Ist ganz links der Turm der Pleicherkirche zu sehen?
      „Groß ist die Erinnerung, die Orten innewohnt“ - Cicero

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    • Hallo BIO-Bayer,

      danke für dieses Bild von St. Gertraud nach der Zerstörung. Es macht mich jedesmal traurig, wenn ich die Bilder dieser schrecklichen Zerstörung sehe. Es ist das gesamte Interieur im Feuersturm 1945 verloren gegangen.

      Schade, dass man sich beim Wiederaufbau dieser Gotteshäuser nicht entschlossen hat, wenigstens bei einigen der bedeutendsten Würzburger Kirchen auch noch die gesamte Innenausstattung wieder herzustellen. Selbst wenn es vielleicht 40 Jahre oder noch länger gedauert hätte, was wären das für grandiose Innenräume geworden. Die meisten der heutigen Würzburger Kirchen erscheinen mir als sehr nüchtern und streng, manche sogar in meinen Augen modernistisch verfremdet. Wirklich schade. Wenn die historischen Außenmauern, also die Fassaden, die noch stehen, die Würde und Schönheit ausstraheln, dann empfinde ich es, nachdem ich diese Kirchen betreten habe oftmals wie ein Schock, wenn das Innere dann so kahl, so leer, oft auch kalt und abweisend ausschaut.
    • Siebzehn Minuten haben die Briten dafuer gebraucht...eigentlich unfassbar.
      Was ist daran besonders unfassbar?

      In Anbetracht der damaligen Mittel wahrlich keine besondere technische Leistung. Man kann sogar von Stümperhaftigkeit sprechen, wenn man bedenkt, was den Zerstörern alles entgangen ist, inbs. die Residenz mit dem Treppenhaus und den Prunkräumen, der Neumünsterkuppel sowie dem Käppele.
      Nein, den "Briten" sollte man dafür keinen Schatten einer Ehre abgedeihen lassen. Mittelalterliche Städte sind bis ca 1910 auch ohne jegliche Feindeinwirkung abgebrannt.

      Aber all dies rechtfertigt nicht den schändlich schäbingen Wiederaufbau.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Vielen Dank für den Schadensplan, Bio-Bayer. In Anbetracht der Ausmaße ist es ein Wunder, daß das Stadtbild überhaupt noch so aussieht. Bei diesen Zerstörungen haben wohl die wenigsten an Rekonstruktionen gedacht. Seit dem "Wiederaufbau" ist dieser Zug dann leider aus ideologischen Gründen abgefahren.

      Was mich überrascht: Anscheinend waren auch die Sanderau und Grombühl fast vollständig schwer beschädigt oder zerstört. Gerade Grombühl weist heute noch viel Gründerzeitliches auf. Oder täusche ich mich da?
    • Eduard schrieb:

      Was mich überrascht: Anscheinend waren auch die Sanderau und Grombühl fast vollständig schwer beschädigt oder zerstört. Gerade Grombühl weist heute noch viel Gründerzeitliches auf. Oder täusche ich mich da?
      Die Sanderau wurde, glaube ich, waehrend der Bodenkaempfe dem Einmarsch der Amerikaner noch einmal unter Feuer genommen (evtl. auch taktisches Bombardment). Ueber Grombuehl war ich auch ueberrascht.

      Die groessten Schaeden in Wuerzburg waren Brandschaeden; im Vergleich zu anderen Staedten wurde relativ wenig "weggesprengt" (Ausnahmen wie die Heidingsfelder Kirche, die Fassade der Peterskirche oder die gesamte Johanneskirche gibt es natuerlich), weshalb die Bedingungen des Wiederaufbaus anders waren als in, sagen wir, Frankfurt. Dazu aus Gutschow und Beselers Kriegsschicksale (Bd. 2, S. 1484-85):

      stadtbild-deutschland.org/foru…97dccb728fae208149c87764d
      stadtbild-deutschland.org/foru…97dccb728fae208149c87764d
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    • Danke für die Fotos, Zeno. Zu Bild 2279 a: Es war/ist eine Tanzschule in diesem Gebäude beherbergt. Zudem findet sich von außen eine Inschrift dran, daß das Gebäude im Krieg zerstört, dann (mit Jahreszahl) wiederaufgebaut und wiederum Jahre später verziert wurde.
      Bild 2279 zeigt: Warum so häufig dieser mittelmäßige Wiederaufbau, wenn gelungenere Beispiele gleich nebenan stehen? Hoffentlich werden in Würzburg die Autos weiter aus der Stadt verbannt. Die asphaltierten Flächen ließen sich viel urban-menschenfreundlicher nutzen - und wenn es nur Begrünungen wären. Diesbezüglich tut sich in Würzburg zum Glück etwas.
    • Ja, aber auch - ich meine - die Theaterstraße. Die Hofstraße wird auf lang oder kurz gänzlich autofrei werden. Die Eichhornstraße wurde vor ein paar Jahren zur Fußgängerzone umgebaut und hat - trotz ihrer qualitativ mäßigen Bebauung - enorm an Attraktivität gewonnen. Zunehmend laute öffentliche Diskussionen habe ich schon zum Parkplatz hinter dem Dom und der Neubaustraße gehört (Rückbau auf eine Spur). Langsam und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es tut sich etwas.
    • Hier stelle ich noch einige alte Postkarten ein unter der Überschrift: "Würzburg in alten Bildern".





      Der "schöne Erker" samt Giebel im Sandhof:


      Seltene Innenaufnahme des Georgensaals im Sandhof. Der Deckenstuck und der Wandstuck (im Medaillon St. Georg der Drachentöter mit Jungfrau in Stuck, der Drache darunter aber in Holz geschnitzt) scheinen mir verwandt mit dem Renaissancestuck des Kasimirsaals auf Burg Breuberg im hessischen Odenwald (hierzu hatte ich Bilder eingestellt).





      Hl. Joseph, Dettelbacher Straße:



      Augustinerstraße 1/2 (Ehmannshaus):



      Hausmadonna mit Jesuskind, Burkarder Str. 2:



      Bärengasse:



      Madonna, Ecke Schustergasse-Schmalzmarkt:




      Domherrenhof Heideck, Domerschulgasse 1:




      Hof zum Heinrich Wolfholt:




      Himmelskönigin, Wohlfahrtsgasse:




      Portal Herrengasse 1, handschriftlich bezeichnet: Richard Rothschild:



      Büttnergasse 15 (Abendmahl):







      Portal am Königlichen Bauamt. M. E. erbaut um 1900 im Stil der Neorennaissance:
    • Villa1895 schrieb:

      Dettelbacher Straße
      = Dettelbachergasse


      "Stadtgegend an der Wallgasse und Karthause" und das Kroatendörflein:

      Das sind natürlich idyllische Bilder, besten Dank, Villa1895! Diese Gegend, die Nordostecke der Altstadt, ist heute im Stil der 50er-Jahre bebaut und besitzt kaum mehr einen Altstadtcharakter.


      Villa1895 schrieb:

      Portal am Königlichen Bauamt. M. E. erbaut um 1900 im Stil der Neorennaissance
      = Tiepolostraße 6.
      Der Listentext der Denkmalliste sagt:
      Ehem. Sitz der Staatlichen Bauämter, zweiflügeliger dreigeschossiger Walmdachbau mit Eckerker und Portalen in Ecklage, Putzmauerwerk mit Sand- und Kalksteingliederungen, Neorenaissance, nach Plänen von Förtsch, bez. 1900
    • Hallo lieber Zeno,

      danke für deine Erläuterungen. Meiner Erinnerung nach war dem auch so, dass es Dettelbacher Gasse heißen müsse. Da auf der Ansichtskarte aber Dettelbacher Straße vermerkt war, war ich mir nicht mehr sicher, zumal ich schon lange nicht mehr in Würzburg war. So hatte ich eben die Bezeichnung übernommen, so wie diese auf der Postkarte angegeben ist. Aber dass ich das Baujahr des einstigen Kgl. Bauamts so genau geschätzt habe, freut mich doch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Der Name der Dettelbachergasse hat offenbar auch nichts mit der benachbarten Kleinstadt zu tun, sondern geht auf einen Personennamen zurück:

      https://wuerzburgwiki.de/wiki/Dettelbachergasse schrieb:

      Der Name weist auf die Familie von Tettelbach, an deren Hof Tettelbach diese seit dem 11. Jahrhundert residierte. Mitglieder der Familie waren Lehensherren des Stiftes. Der Hof stand an der Ecke zur Marktgasse.