Würzburg (Galerie)

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    • Mit dem linken Neubau kann ich gut leben, da er sich noch in die Straßenfront einpasst. Der rechte Neubau ähnlicher Machart ignoriert hingegen völlig die Bauhöhen des Straßenzuges, setzt somit - Rendite-bedingt - eine neue Höhenmarke. Das lehne ich an dieser Stelle völlig ab.

      Bezüglich der freudlosen 50er-Jahre-Wohnhäuser: Diese passen sich in ihrer Struktur und Größe durchaus in die alte Stadt ein. Mit einigen Fassaden-Überarbeitungen (z.B. Neu-Stuckierung) könnte man bei ihnen relativ leicht ein mehr an optischer Freude erzeugen. Das ist bei großen Kaufhaus-Blöcken nicht so leicht möglich.
    • Nicht bös sein, Zeno, aber wenn ich so was seh, dann rast ich aus. Die Fenster sind da noch eine Wohltat, da sie immerhin diesen erbarmunslosen Kitsch ein wenig wegräumen. So eine plump aufgehübschte Lagerhalle hat doch in einer derartigen Stadt an derartiger Stelle nichts zu suchen. Wegen so ein bisschen Burgenhaftigkeit und Mittelalteranspielung darf man doch nicht jeglichen guten Geschmack über die Mainbrücke äh über Bord werden. Die Vorliebe für alte Architektur muss doch zu geschmacklicher Verfeinerung führen. Bild 2138 ist einfach grauenhaft.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ich denke, an dieser Stelle kommen wir nicht weiter - es sind einfach Geschmacksfragen und das eine Lager wird das andere nicht überzeugen können. Ich bin auch der Meinung, dass Hertie für die geforderte Nutzung als Großwarenhaus eine sehr, sehr gute Lösung gewählt hat. Sicherlich wäre eine rekonstruierte kleinteilige Bebauung besser. Aber mir ist es lieber so als ehrlich in Beton. Aber sowas ist eben Geschmackssache.

      Ich habe auch kein Problem mit kitschigen Outlet-Centern, m.E. zeigt es nur, wie groß die Sehnsucht nach historischen, kleinteiligen Stadtbildern ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei größerem Investitionsvolumen auch noch hochwertiger bzw. weniger kitschig gebaut werden würde, aber diese Outlet-Center sind oft knallhart kalkuliert. Und ich vermute mal, dass Architekten recht wenig Lust haben auf so eine Einkaufsstadt auf der grünen Wiese, sonst würde man vielleicht auch mal sehen, was die Moderne so könnte. Aber damit sind wir vmtl. schon off-topic.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Ich wollte beim Hertie nur das Problem der Hochkantfenster, der Glasfassade auf der anderen Seite, und die rosarote Farbe an einigen Bauteilen ansprechen. Die sind nachträgliche Verschlechterungen der letzten Dekaden, deren Rückbau sehr zu erhoffen ist. Mit Outlet-Centern auf der grünen Wiese hat dieses Gebäude nun wirklich gar nichts zu tun, es sei denn, man nimmt einen allgemeinen Haß gegen alles Kommerzielle als Grundlage, ohne Ansehens der Architektur.
      Die übrige Mainfront ist tatsächlich sehr schwach, vor allem auf Höhe der Marienkapelle auf altstädtischer Seite, Einen durchgehenden Riegel wo sie früher sehr malerisch war, stellenweise sogar mit Mansarddachhäusern.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Zeno schrieb:

      Und mich nervt in Würzburg oft der Autoverkehr, zumal Würzburgs Autofahrer hochsignifikant fußgängerunfreundlich sind: Standardmäßig wird man als Fußgänger, wenn man am Zebrastreifen steht, nicht drübergelassen. Des Würzburgers Heiligtum ist nun mal das Auto. Wie muss das erst in Stuttgart sein?

      Ja, aus Würzburg gehören die Autos noch weiter heraus. Aber glaube mir: Es geht noch viel, viel schlimmer.

      Das "nackte" Interieur vieler Kirchen stört mich auch, gerade beim Dom. Leider wird sich das nicht mehr ändern. Würde man eine Kirche "rebarockisieren", ginge ein Aufschrei durch die Medien. Leider, unsere pragmatisch-sinnfeindliche Zeit :wuetenspringen:
    • Ich schließe mich Zeno an. Meines Erachtens ist das auch ein Zeichen der Wertschätzung des alten Würzburg, sollte das Gästehaus im Krieg fast völlig zerstört worden sein. Schließlich kam nach dem Krieg ein schnelles Bedürfnis nach Wohnraum auf, da darf man so etwas verzeihen und froh sein, wenn die Spolien überhaupt in der Größe noch erhalten wurden. Die geschmacklose Sanierung steht nochmal unter einem anderen Stern, aber vielleicht besteht künftig die Möglichkeit, wenn der Bau wegen falscher Isolierung verschimmelt ist und abgerissen werden muss, das Gästehaus zu rekonstruieren?
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Es heißt übrigens 'Alte Kasernenstraße' und der Bildindex bietet, wie offenbar das ganze Netz, keine zu findende Ansicht des fürstbischöflichen Gästehauses.
      Ich muss heute abend mal in meinem B.-Neumann-Buch schauen...[EDIT: Ist auch keine enthalten.]

      Ansonsten dieses Bild:

      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Peter J. Schmitt', CC BY-SA 4.0 international

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      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantikor ()

    • Hallo Zeno, soweit ich mich erinnere war dieses Fachwerkhaus, das ich meine direkt links an das Juliusspital angebaut (also Richtung Main oder alter Kranen zu) und zwar an der Juliuspromenade. Es ist nicht das gelbe Haus mit dem Brunnen, welches du meintest.

      Das Anwesen hatte eine hohe Mauer zur Juliuspromenade hin, wo sich auch eine Tür zum Anwesen befand. Das Gebäude (mit der Traufseite Richtung Juliuspromenade) mag vielleicht ca. 10 m hinter der Mauer gestanden haben, also in einem Hof. Wenn ich mich nicht irre, gab es im Hof noch eine Linde. Das Erdgeschoss dieses Hauses war wegen der hohen Mauer von der Juiluspromenade aus kaum einsehbar, war aber wohl aus Stein errichtet. Das von der Promenade aus sichtbare Obergeschoss war in Fachwerkbauweise errichtet, ich meine aus der Renaissance, also aus derselben Zeit, in der auch der Vorgängerbau des jetzigen Juliusspitals erbaut worden ist, vielleicht zeitgleich. Dass dieses Haus, wie auch andere alte Häuser im Pleicherviertel, sowie auch mehrere vornehme Villen links vom Bahnhof (letztere längst alle abgerissen für ein absolut hässliches, heute leer stehendes Postverteilungszentrum ) den Feuersturm 1945 überstehen konnten, lag - wie man mir einst erzählte - daran, dass die Feuerwehren aus Karlstadt und vielen anderen Orten nach Würzburg geeilt waren, um dort zu löschen.

      Das dieses charaktervolle Würzburger Fachwerkhaus abgerissen worden ist, hatte mich, als ich dies feststellte, sehr getroffen. Beim hässlichen Nachfolgebau hat man dann übigens auch die Hoffläche überbaut, denn das bringt ja Geld ein.

      Übrigens gab es hinter diesem Anwesen ein enge Gasse und dort ein uraltes nicht sehr großes Häusle, an welchem sich fast lebensgroß an der Außenwand des Obergeschosses sowohl ein Hl. Johannes von Nepomuk, als auch eine Hausmadonna, beide wunderschön gestaltet befanden. Beide Skulpturen in blühendstem Rokoko mit wild flatternden Gewändern. Die Statue des Hl. Joh. Nepomuk weisst m. E. darauf hin, dass dort einmal ein Bach offen geflossen sein muss. Ich vermutete bei den Statuen handelte es sich um Werke von Johann Wolfgang von der Auwera oder vielleicht sogar von Ferdinand Tietz. Auch dieses alte Haus ist samt den genannten Figuren verschwunden. Ob man wenigstens diese Figuren gerettet hat ist mir nicht bekannt.

      Die alles aus meiner Erinnerung, nach nunmehr fast 50 Jahren. In Einzelheiten mag ich mich auch irren, da spielt einem mitunter das Gedächtnis einen Streich.

      Und die Abbrüche dieser Geschichts trächtigen Häuser geschahen in Würzburg, das im II. Weltkrieg fast alles verloren hat. Für mich letztlich unbegreiflich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Nun, das konkret zuzuordnen, das ist nach so langer Zeit sehr schwer. Nach der von dir eingefügten historischen Karte, so dünkt mir, Nr. 356 konnte es vielleicht sein, da hier eine Mauer an der Juliuspromenade angedeutet scheint. Allerdings meine ich, nach wie vor, das Haus habe näher am Juliusspital gestanden.

      Das Fachwerkhaus auf der Postkarte erinnert mich zwar an das besagte Fachwerkhaus, aber es hatte eben nach meiner Erinnerung zur Juliuspromenade hin einen Hof und vor diesem wiederum eine Mauer zur Promenade hin, die ich hier auf dem Foto nicht erkennen kann. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen. In den 90 er Jahren und den 2000 er Jahren war ich nochmal in Würzburg. Damals ist mir der Neubau wohl aufgefallen. Du fragst, wie er aussah? Glatt und nichts sagend, ob nun verputzt oder Sichtbeton, daran kann ich mich heute leider nicht mehr erinnern. Jedenfalls nichts, was es wert gewesen wäre, dass ich es mir gemerkt hätte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()