Wiener Barockpaläste (Galerie, Bilder teilweise gelöscht)

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    • Hr. Grabbe hat mir berichtet, dass er es bei dem einen und einzigen Beitrag bewenden lässt. Er lässt mir den Vortritt hier. Habe heute bereits fleißig geknipst, genauer: Lobkowitz, Caprara, Erzbischöfliches, Kl. Bischofshof, Damenstift, Dietrichstein, Corbelli-Schoeller, Fürstenberg. Die nächsten Tage wird´s also eine Fortsetzung geben.
      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • Nett, mal wieder was von dir zu hören. Kannst auch mal ein Bild vom neuen Platz Am Hof einstellen, damit die Lust auf die Innere Stadt zurückgeht?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Corbelli-Schoeller

      Es geht weiter mit dem Palais Corbelli-Schoeller in der Johannesgasse nahe der Kärtnerstraße, quasi als kleine Aufwärmübung für bevorstehende Großtaten.

      Das Palais wurde in den letzten Jahren des 17. Jhdts erbaut und wird gemeinhin Hildebrandt zugeschrieben, wobei diese Frage nicht endgültig geklärt ist. Erbaut wurde es für Graf Johann Andreas Corbelli, in den 2 folgenden Jahrhunderten kam es zu häufigen Wechseln (ua haben die Eskeles hier gewohnt), bis s dann kurz vor dem 1. WK bei Paul Ritter von Schieller gelandet ist, der es gg Osten erweitern ließ (heute nicht mehr zu sehen, da 45´ zerstört und abgetragen).

      Äußerlich ist zwar der Grobzustand von ca 1700 weitgehend gewahrt, leider fehlen seit 45 bzw den Jahren danach durch die Zerstörung samt reduziertem Wiederaufbau der Dekor und die Attikafiguren, weshalb das Palais sehr unscheinbar ist. Die Fassade wird va durch das Portal samt Steinbalkon sowie die interessanten Fenstergiebel der Beletage struktuiert sowie durch dem breiten, 5-achsigen Mittelrisalit. Ein Teil der Attika ist noch vorhanden bzw wurde wiederaufgebaut, die Figuren existieren leider nicht mehr. 2 Seitenpilaster am Risalit sind übrig geblieben, es existierten früher wohl zumindest noch 2 weitere (wenn nicht 4).

      Das Innere stammt weitgehend aus dem 19. Jhdt, zT aus dem Klassizismus, großteils ist die Innengestaltung jedoch durch die letzten Besitzer historistisch geprägt.









      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • man lernt da viel. An sich nimmt man dieses Palais als solches ob seiner Umgebung gar nicht wahr. Hast du Vorkriegsansichten bzw Kenntnis, was anstelle des östlichen Gemeindebaus, der irgendwie typisch für den Wr Wiederaufbau scheint, stammt?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • ursus carpaticus schrieb:

      man lernt da viel. An sich nimmt man dieses Palais als solches ob seiner Umgebung gar nicht wahr. Hast du Vorkriegsansichten bzw Kenntnis, was anstelle des östlichen Gemeindebaus, der irgendwie typisch für den Wr Wiederaufbau scheint, stammt?
      Hmmm, wie Du bereits andeutest, finde ich den Gemeindebau dort gar nicht mal schlecht. Der Vorzustand dürfte nicht allzu berauschend gewesen sein, zumindest findet man kaum Ansichten oä. Ich habe eine Ansicht aus Lorenz/Weigl, das Barocke Wien, die ich bei Gelegenheit einscannen kann. Da ist auch die vorhistoristische Nachbarbebauung andeutungsweise drauf, die allerdings bereits 1900 wohl nicht mehr bestanden hat. Wahrscheinlich stand dort dann eine historistische Erweiterung des Palais im Stile des Starhemberg-Palais am Minoritenplatz, wodurch uU die Symmetrie verlorengegangen ist.

      Als nächstes folgt das sog Erzbischöfliche Palais am Wr Stephansplatz unmittelbar nebem dem Westtor des Doms.

      Das Palais steht heute dort, wo seit dem Hochmittelalter Pfarrhöfe des Doms standen, welche im Laufe der Zeit nach Bränden immer wieder erneuert wurden. Der Neubau stammt aus der Zeit um 1635 und ist damit um einiges älter als die meisten anderen Wr Barockpalais. Der Architekt war ein Italiener namens Giovanni Coccapani, die Aufstockung des Traktes zur Rotenturmstraße erfolgt im Zuge eines Umbaus zu Beginn des 18. Jhdts. 1945 gab es einige Bombentreffer, weshalb eine Seite des Palais etwas durch einen Neubau beeinträchtigt ist (hier kaum erkennbar). Ansonsten wird das Palais heute weiterhin von der Erzdiözese und den Wr Bischöfen genutzt, die Erdgeschoßzonen sind an Geschäfte vermietet und dadurch leider verunstaltet.

      Besonders auffällig ist die Fassade durch die Fensterverdachungen, welche mit Muscheldekor verziert sind - ungewöhnlich im Vergleich zu anderen floralen Motiven des Wr Barock. Über dem Portal befindet sich eine Wappenkartusche von Graf Kollonitz, der sich auch für den Umbau um 1700 verantwortlich zeigte. Das Dekor an der Fassade zur Rotenturmstraße stammt ebenfalls aus der Zeit des Umbaus, die Front zum Stephansplatz präsentiert sich dagegen unverfälscht im klassischen Zustand und weist einen vorkragenden Chor der Andreaskapelle auf (frühbarock, bzw ein sehr früher Vorgriff auf die barocke Nachgotik). Daneben befindet sich ein einfach gehaltenes Seitenportal.

      Ich habe leider keine Bilder des Inneren, darin befindet sich eine für Wien seltene, frühbarocke Innenausstattung und die Andreaskapelle inklusive eines frühbarocken Kreuzganges. Das Innere ist immer wieder zu besichtigen, bei Gelegenheit werde ich Bilder machen.

















      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • Weiter geht´s.

      Das Palais Fürstenberg (auch unter Palais Hazenberg geführt) befindet sich in der Grünangergasse, einer Seitengasse der Singerstraße in der Nähe der Blutgasse. Von der Blutgasse gelangt man über einige Hinterhöfe direkt in die Grünangergasse und kann dann linkerhand gleich das Palais erblicken. Es befindet sich heute im Besitz der Buchgewerblichen Verbände, seinen weitverbreiteten Namen FÜrstenberg leitet sich aus dem Besitz 1882-1902 her, wobei die Namensgebung etwas willkürlich erscheint (wie bei vielen Palais), zumal der letzte adelige Besitzer von Terramare war und es ursprünglich für v Hazenberg erbaut wurde (im Dehio daher auch unter diesem Namen).

      Erbaut wurde es um 1702 von Antonio Beduzzi, wobei diese Ansicht tw str ist, zumal die Fassade Ähnlichkeit zum Hildebrandt´schen Barock aufweist. Sei´s wie´s sei, offiziell muss man sich wohl mit dem Beduzzi abfinden. Besondere Betrachtung verdient dieses Palais va durch den Dekor unterhalb der Fenster im Obergeschoß, der in dieser Feingliedrigkeit relativ selten ist. Der Kontrast zwischen dem stark rustizierten Erdgeschoß und dem schlichten Obergeschoß wirkt etwas hart, entspricht jedoch der urspr barocken Planung. Die Fenstergiebel zeigen die klassischen Muschelmotive, jedoch in schlichterer Ausprägung als beim zuvor gezeigten, älteren Erzbischöflichen.

      Interessant ist auch, dass die Fassade nicht durch Pilaster oä gegliedert ist, was allgemein im Wr Hochbarock üblich war. Das barocke Portal verdient ebenfalls Beachtung. Die Windhunskulpturen stammen noch aus der Bauzeit (Wappentier Hazenberg), die Wappenkartusche dagegen zeigt das Wappen der Familie Terramare, also der letzten adeligen Besitzer.

















      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kleist ()

    • Schönen Dank für diese Serie - zur Abwechslung und damit auchmal aus Deutschland Erwiderung kommt.

      Laut Wikipedia sind für Wien insgesamt 147 Paläste aufgeführt; wenn die Mehrzahl davon - wie anzunehmen - barock gestaltet ist, hast du noch ein beträchtliches Programm vor dir. Ich sehe dem jedenfalls mit Interesse entgegen.



      P.S.: Im letzten Beitrag ist wohl ein Bild doppelt hineingeraten...
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Allerdings ist anzunehmen, dass die zweitgrößte und sicherlich nicht eben kleine Gruppe dem Historismus zuzuschreiben sein wird.

      Ein großes Dankeschön für die ausführliche Berichterstattung in Wort und Bild auch von meiner Seite!

      Der Name Füstenberg ist in der Tat durchaus verbreitet. Auch in Dresden gab es ein Palais Fürstenberg, das, zuletzt als Finanzministerium des Königreichs Sachsen genutzt, 1894 der Spitzhacke zum Opfer fiel. An seiner Stelle befindet sich heute Wallots imposantes Ständehaus.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Palantir schrieb:

      Schönen Dank für diese Serie - zur Abwechslung und damit auchmal aus Deutschland Erwiderung kommt.

      Laut Wikipedia sind für Wien insgesamt 147 Paläste aufgeführt; wenn die Mehrzahl davon - wie anzunehmen - barock gestaltet ist, hast du noch ein beträchtliches Programm vor dir. Ich sehe dem jedenfalls mit Interesse entgegen.



      P.S.: Im letzten Beitrag ist wohl ein Bild doppelt hineingeraten...

      Danke für den Hinweis, hab´s geändert. Zu der Liste muss ich sagen, dass sie zum einen unvollständig ist, zum anderen auch nicht mehr existente Palais inkludiert wie zB das Palais Althan. In Summe schätze ich in der Liste die Aufteilung Barock - Historistisch ca 50:50, wobei sich da auch ein paar klassizistische (Clam-Gallas) oder renaissancezeitliche (Porcia) reinmischen.

      bilderbuch schrieb:


      Allerdings ist anzunehmen, dass die zweitgrößte und sicherlich nicht eben kleine Gruppe dem Historismus zuzuschreiben sein wird.

      Ein großes Dankeschön für die ausführliche Berichterstattung in Wort und Bild auch von meiner Seite!

      Der Name Füstenberg ist in der Tat durchaus verbreitet. Auch in Dresden gab es ein Palais Fürstenberg, das, zuletzt als Finanzministerium des Königreichs Sachsen genutzt, 1894 der Spitzhacke zum Opfer fiel. An seiner Stelle befindet sich heute Wallots imposantes Ständehaus.

      Ja, der Name Fürstenberg ist in der heutigen Bundesrepublik sicher auch weitverbreitet, es gibt Verwandtschaft überall verstreut, Sitz in Ö ist jdfs Weitra im Waldviertel mit Schloss Fürstenberg.
      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • So hier geht es auch mal wieder weiter. Fortfahren will ich mit dem Savoyenschen Damenstift unweit der Kärnterstraße in der Johannesgasse in der Inneren Stadt. Das Palais ist Ende des 17. Jhdts entstanden und hat im Laufe der Zeit noch Änderungen an der Fassade erfahren, der hochbarocke Gesamteindruck besteht jedoch nach wie vor. Das Palais befindet sich in einer Parallelgasse der Annagasse, welche Ursus hier bereits vorgestellt hat, und schräg gegenüber der Kirche St. Ursula.
      Das Palais wurde ursprünglich für Graf Salburg gebaut, kam jedoch Mitte des 18. Jhdts in den Besitz von Herzogin Theresia Anna Felicitas von Savoyen-Carignan. Nach ihrem Tod wurde ein adeliges Fräuleinstift gegründet, welche bis 1998 bestand. Daher leitet sich der heutige "Name" des Palais ab.
      Die Fassade stammt weitgehend aus dem 17. Jhdt, die Portale wurden jedoch erst im 18. Jhdt geändert bzw hinzugefügt, das rechte Portal ist vermauert, ansonsten ist dieser 2-Portal-Typus in Wien bei einigen anderen Palais anzutreffen (vgl die Böhmische Hofkanzlei am Judenplatz) und typisch für die Portalgestaltung im 18. Jhdt in Wien. Das Wappen über dem Portal stellt übrigens die Allianz der Häuser Savoyen und Liechtenstein dar, da die Besitzerin eine geborene Prinzessin Liechtenstein war und die Familienverbindung so architektonisch unterstrichten werden konnte, was bei wenigen Palais so anzutreffen ist.
      Besonders interessant ist an der Fassade jedoch die Bleiskulptur Maria Immaculata in der Mitte, welche erst im 3. Viertel des 18. Jhdts hinzugefügt wurde. Die Bleiskulptur gilt übrigens als eines der Hauptwerke von F X Messerschmidt, dessen bildhauerische Werke ua im Wr Belvedere zu besichtigen sind. Im Hof lässt sich übrigens noch gut die Vorgängerbebauung aus dem 16. Jhdt nachvollziehen, leider kann ich hier keine Bilder bereitstellen. Vom Hof aus ist weiters die neobarocke Kapelle begehbar, im Inneren des Palais finden sich bedeutende Räume des Rokokos, welche großteils gut erhalten sind. Das Gebäude links ist übrigens eines der ersten größeren Bauprojekte nach dem 2. WK, ca 1950.















      "Ich denke an Wien, so wie Sie an Brüder, an Freunde denken, die jetzt an der Front sind. Nun sind sie fern von Ihnen und Sie wissen sie in Gefahr, ohne ihnen beistehen, ohne diese Gefahr teilen zu können" - Stefan Zweig 1940
    • Aktualisierung zum Palais Liechtenstein und Nachbarn!

      Kleist hat dieses große, dem strengem italienischen Barock verschriebene Palais bereits auf der 1. Seite mit Bildern aus 2008 ausführlich vorgestellt!

      2012 sollen dann die Prunkräume geöffnet werden und die Biedermeierbestände des Hauses Liechtenstein beherbergen. Der Rest des Hauses dient Büro- und Wohnzwecken bzw im Erdgeschoss wird die LGT Bank Ihr Büro einrichten.

      Aber langsam macht sich schon der Fortschritt bemerkbar:

      vom Minoritenplatz gesehen noch vollständig eingehüllt:


      Auch in der Bankgasse noch sehr gut eingepackt


      aber man sieht das Portal bereits gereinigt und an den wenigen Stellen, wo die Fassadenabdeckung aufgeht, sieht man, dass der gesamte Putzfonds auf Zementbasis aus den Nachkriegsjahren entfernt

      und neu aufgetragen wurde.

      Darüber dann ein historisch korrekter Kalkputz, denn man von der Ringseite bereits sieht, da hier das Gerüst in diesen Tagen abgebaut wird:



      Frag mich nur was das für "Jalousien" an den Fenstern sind oder doch nur Bautechnische Abdeckungen? :blink:

      Der Blick durchs Portal in den Hof zeigt die polychrome Fassadengestaltung bereits deutlicher:


      Der Hof enthält einen 3 geschossigen Tiefenspeicher für die Kunstbestände - angeblich soll er bereits seit Juli bestückt worden sein - Wie das bei dem Chaos möglich sein soll?

      Interessant fand ich auf dieses eigenartige "Ding", das hinter dem Bauzaun zum Vorschein kam:

      Ist das ein Dachreiter oder Schornsteinabschluss?

      Auch die weißgetünchten Attikafiguren stehen schon frei und bestaunen das hektische Geschehen zur "ebenen Erd":


      Wie ihr bereits am vorigen Bild angeschnitten seht, spielt sichs renovierungstechnisch in der Bankgasse ganz schon ab diesen Sommer:


      ganz links - großflächige Verhüllung des Palais Starhemberg - Fassadenauffrischung - dahinter das gerade aktualisierte Palais Liechtenstein und rechts eher sehr klein das "Concordia-Haus" in der Mitte:

      Wie es wirklich heißt weiß ich nicht es ist seit vielen Jahrzehnten aber das Stammhaus des Presseclubs "Concordia" - daneben das hellgrüne ist das Palais Strattmann - heutige Ungarische Botschaft.

      es ist ein sehr schmales Haus - vierachsig laut Zeichnung auf der Fassadenplane - und angeblich über 400 Jahre alt - was man ihm beim Blick in die Toreinfahrt auch glaubt!:


      dahinter ist ein sehr enger Hof - auch völlig eingehüllt:


      laut Bauaufseher, werden Sie damit aber heuer noch fertig! na vielleicht gelingt einem der Wiener Mitglieder oder mir dann noch schöne nachher Fotos!

      So das wars! Prinzipiell gehts renovierungstechnisch hektisch zu in Wien - nicht nur in der Bankgasse - nenne nur die Renovierung der Hofburg in Bereich Michaelatrakt, Nationalbiblothek, Augustinertrakt, Neue Hoburg/Burggartenseite und vieler anderer Sehenswürdigkeiten, sodass es sich nächstes Jahr auszahlen sollte vieles in frischem Glanz in Wien zu sehen
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • @schlosshof: vielen Dank für die aktuellen Baustellenberichte. Vor ein paar Wochen war ich zum ersten mal im Gartenpalais Liechtenstein. Das ist ja nicht nur wegen der Gemäldesammlung einen Besuch wert. Aber das Stadtpalais Liechtenstein scheint ja noch eine Spur prächtiger im feinste Spätbarock gestaltet zu sein. Ich freue mich schon auf deine Bilder von der Wiedereröffnung im nächten Jahr ;)
    • Nun, das allzu italienische Stadtpalais stellt eben darum einen Außenseiter innerhalb Wiens palaislandschaft dar. Natürlich ist es von erlesener Machart und fügt sich exzellent in sein Ensemble ein (Hausenstein etwa beschreibt diese Stelle, nämlich den Blick vn seinem eingang zur mächtigen W-Front der Minoritenkirche als einen der Höhepunkte Alt-Wiens), kann aber mit den späteren Meisterwerken Fischers und Hildebrandt nicht mithalten. Auf die Gefahr des vorwurfs von Lokalpatriotismus hin: Was wirklich Wr. Barock ist, vermag sich in ihm noch nicht zu manifestieren.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • @Münichfrank
      Ich war auch vor 4 Jahren schon im Gartenpalais Liechtenstein - was für eine Sala Terrena und erst die beiden Stiegenhäuser!!! So hoch und eindrucksvoll wie die sind, stellen die die Pendantes von Schloss Schönbrunn bei weiten in den Schatten! arme Habsburger :schockiert:
      Hast du Fotos gemacht? Wenn ja bitte um Präsentation!
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    • Leider darf man als normaler Besucher im Gartenpalais Liechtenstein nur die Kutsche in der eher uninteressanten Eingangshalle im EG fotografieren. So wurde mir jedenfalls sehr eindringlich mitgeteilt, als ich 2008 dort war. Daher musste ich mich mit Außenaufnahmen zufrieden geben - was soll ich mit einem Foto von dieser blöden Kutsche? Das Gartenpalais Lichtenstein ist tatsächlich absolut sehenswert, wir haben uns dort verhältnismäßig lange aufgehalten.
    • @Appolon
      Na das erklärt, warum man mich letztlich im Völkerkundemuseum in der Neuen Hofburg so angegangen ist, als würde ich die Frechheit besitzen, Ausstellungsobjekte mitzunehmen. Beim staatlichen Museumspersonal, reichte dabei aber ein höflicher und aufklärender Hinweis, dass ich nur da bin, um die Architektur zu fotographieren nicht die Ausstellungsobjekte!
      Im Liechtensteinmuseum kann ich mir vorstellen sind sie da bissiger! :daumenunten:
      Es darf nie vergessen werden, dass die Kunst eines Landes der Wertmesser nicht allein seines Wohlstandes, sondern vor allem auch seiner Intelligenz ist
    • Im Gartenpalais sind in einem Raum im Erdgeschoss auch Teile der Bilblothek des ursprünglichen Majoratshauses Liechtenstein - in der Herrengasse - wiederaufgestellt worden
      Hier der Urzustand:



      Eigentlich ein Barockpalais des frühen 18. Jahrhunderts:
      [upload.wikimedia.org/wikipedia…hive/7/79/20110716135146%

      Wurde es 1792 grundlegend umgebaut und versprühte eine tragende Eleganz - Blick vom Michaelaplatz in die Herrengasse Richtung Nordwesten:


      Es besaß auch eine Winterreitschule die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als Konzertsaal - dem sogenannten Bösendorfer-Saal - genutzt und sehr geschätzt wurde!

      Hier im Detail eines der beiden eleganten Tore:
      anno.onb.ac.at/cgi-content/ann…00000000034&aid=wbz&zoom=

      Blick vom niederösterreichischen Landhaus Richtung Michaelaplatz - Südosten:

      hier wird die bedrückende Enge früherer Tage so richtig deutlich. Daher entschloss man sich es 1913 zu beseitigen!

      Welch eine Weite doch die Moderne nicht zaubern kann :schockiert: - Zustand heute:
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    • Wirklich unfassbar, diese Bausünde der Zwischenkriegszeit, als der Demolirungswahn doch schon längst vorüber war und man das Barock wieder sehr schätzte. Das kommt halt davon, wenn Ideologen am Werk sind. Bauhaus-, Looskult und der ganze Schmonzes. Das Hochhaus ist überhaupt schon eine primitivistische Entartung des ursprünglich recht hochwertigen Wr. sozialen Gemeindebaus.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)