• Auch aus meiner 2.Heimatstadt Marburg gibts es erfreuliches zu berichten. Dort wird das Haus Wettergasse 17 nach über 20 Jahren Leerstand und eingekrachten Decken nun endlich saniert. Es zählt meins Erachtens nach zu den interessantesten Häusern dieser Häuserzeile. Leider habe ich nur ein Handypic welches aufgrund der Enge der Wettergasse zu wünschen übrig lässt.


    Werde allerdings die Tage losziehen und weitere Bilder knipsen.


    Hier der Link zu dem ausführenden Architekten:


    http://www.oesterle-architekten.de/


    http://www.oesterle-architekte…aeftshaeuser-marburg.html




    https://mail.google.com/mail/u…69cde331&zw&sz=w1342-h561

  • Hallo ihr Lieben,


    könnt ihr mir behilflich sein dabei, einzuschätzen von wann der rechte Gebäudeteil sein könnte?


    Das Gebäude steht in Marburger Schlossnähe und zählt zu den früheren Burgmannenhäusern. Zudem erinnert mich das Fachwerk an die Schellgasse 8 in Frankfurt. Ich danke euch schon mal für eure Hilfe.


    http://www.stadtbild-deutschland.org/bilder/image/2PA


    http://www.stadtbild-deutschland.org/bilder/image/2PB

  • Der vordere Teil erscheint mir auch recht früh, für den Stil zweite Hälfte 16. Jhdt. Kann aber noch Anfang 17. Jhdt sein. Man sieht, dass wohl in unmittelbarer Nachbarschaft eine Bebauung war, die den Blick auf die Wand verstellt hat, da nur die vordere Strebe mit einem beschnitzten Kopfwinkelholz ergänzt war. Dieses "schöne" Strebenanordnung war dann so auch ursprünglich in der Giebelseite zu finden.


    Nun aber der für Dich interessantere hintere Teil. Es ist tatsächlich so, dass durch die einfache und mit relativ großen Gefachen ausgeführte Anordnung vieles für eine sehr frühe Erbauung spricht. Leider ist durch das Dach und die Blätter der Übergang des Geschosses nicht eindeutig zu sehen. Wenn die Stützen durchgehend sind, spricht das für eine Bebauung, die vom 13. Jhdt. (siehe Traufseite Römer 1 in Limburg) bis hin zum frühen 15. Jhdt reicht (aufgeblatteter Riegel wurde nach 1500 eigentlich nicht mehr ausgebildet, zumindest im südlicheren Hessen). Alles in dieser Zeitspanne ist möglich. Genauer lässt sich das so einfach nicht sagen. Auch sind keine Kopfbänder und Schwertungen zu sehen, die eine weitere Einordnung ermöglichen würden, aber selbst dann wäre es nur noch grob. An den bündigen Traufseiten (die dann zur Erbauungszeit oft nicht sichtbar waren) hat sich über lange Zeit stilistisch nciht viel getan. Aufwendig war die Bebauung zu dieser Epoche im Sinne der Umsetzung und konstruktiven Präzision. Vom gestalterischen sehr einfach, weil gerade hier auf konstruktive Erfordernisse reduziert.


    Heimlich Bohrkern ziehen und messen lassen... :cool:

    Die Feder ist mächtiger als das Schwert...wenn das Schwert sehr stumpf ist und die Feder sehr spitz!


    -Terry Pratchett

  • Es besteht die Gefahr, dass das Haus in absehbarer Zeit weiter verfällt oder gar abgerissen wird. Wie kann man am ehesten darauf aufmerksam machen?

  • Der rechte Gebäudeteil scheint mir auch sehr alt zu sein, etwas ungewöhnlich finde ich, dass die Brustriegel anscheinend nur zwischen den Ständern angeblattet sind. Im Buch "Der spätmittelalterliche Fachwerkbau in Hessen" von G. U. Großmann von 1983, in dem eigentlich alle damals bekannten bis 1515 erbauten Fachwerkbauten verzeichnet sind, wird das Haus in der Ritterstraße nicht genannt. Ich würde mal beim Landesamt für Denkmalpflege nachfragen ob das Haus schon als Einzeldenkmal ausgewiesen ist oder bzw. eine Unterschutzstellung beantragen, das habe ich auch schon gemacht.

  • Leider hat man die Fenster so gelassen, wie sie waren...schade. Links sieht man, wie's aussehen müsste,

    Ja, dass ist in der Tat schade.Trotzdem sollte man sich einfach darüber freuen,dass das Haus gerettet wurde und so erstmal für die Zukunft gesichert ist.Für eine Fensterrekonstruktion wird es in den nächsten (hoffentlich) Jahrhunderten noch genügend Chancen geben:wink:

    Lübeck, mein Lübeck, an der Waterkant
    Königin der Hanse, Perle am Ostseestrand.

  • Und nochmal Marburg. Die letzte Ruine der Oberstadt.


    Das alte Helene- Weber Heim (Kaplanei) in der Marburger Ritterstraße.


    Das letzte, unsanierte Haus der Altstadt......


    Das Gebäude wurde bereits 1992 (!!!!) baupolizeilich gesperrt, da die Decken nach und nach einstürzten. Das Fachwerk stammt aus der Zeit um 1500, im Gebäude befindet sich ein offenes Atrium. Zudem befindet sich im Gebäude die letzte Treppenspindel ihrer Art, sie besteht aus einem komplett erhaltenen Baumstamm.


    Oberhalb des Gebäudes schließen sich alte Gärten terrassenförmig an. Die Rückseite des Gebäudes ist bereits durchgefault, es dringt ungehindert Wasser ins Gebäude. Ein Zutritt des 1. Obergechosses ist nicht mehr möglich, da das Gebäude innerlich eingestürzt ist.


    Eigentümer des Gebäudes ist das Bistum Fulda. Auf jegliche Kontaktaufnahme bezüglich des Gebäudes wurde bisher kaum reagiert. Kam eine Reaktion, wurde vertröstet und unfreundlich reagiert. Auch das Marburger Denkmalschutzamt sieht sich kaum in der Lage etwas unternehmen zu können.


    Teilt und kommentiert. Helft mit, den Verfall publik zu machen und vielleicht eines der letzten, alten Marburger Adelssitze zu erhalten.

    Und nochmUnd nochmal Marburg. Die letzte Ruine der Oberstadt.


    Das alte Helene- Weber Heim (Kaplanei) in der Marburger Ritterstraße.


    Das letzte, unsanierte Haus der Altstadt......


    Das Gebäude wurde bereits 1992 (!!!!) baupolizeilich gesperrt, da die Decken nach und nach einstürzten. Das Fachwerk stammt aus der Zeit um 1500, im Gebäude befindet sich ein offenes Atrium. Zudem befindet sich im Gebäude die letzte Treppenspindel ihrer Art, sie besteht aus einem komplett erhaltenen Baumstamm.


    Oberhalb des Gebäudes schließen sich alte Gärten terrassenförmig an. Die Rückseite des Gebäudes ist bereits durchgefault, es dringt ungehindert Wasser ins Gebäude. Ein Zutritt des 1. Obergechosses ist nicht mehr möglich, da das Gebäude innerlich eingestürzt ist.


    Eigentümer des Gebäudes ist das Bistum Fulda. Auf jegliche Kontaktaufnahme bezüglich des Gebäudes wurde bisher kaum reagiert. Kam eine Reaktion, wurde vertröstet und unfreundlich reagiert. Auch das Marburger Denkmalschutzamt sieht sich kaum in der Lage etwas unternehmen zu können.


    Teilt und kommentiert. Helft mit, den Verfall publik zu machen und vielleicht eines der letzten, alten Marburger Adelssitze zu erhalten.al Marburg. Die letzte Ruine der Oberstadt.



  • Und nochmal die alte Kaplanei. Der Verfall und die eingestürzten Decken sind deutlich sichtbar.


    Bei weiterem Nichtstun, ist das Gebäude in 5 Jahren vermutlich Vergangenheit.

  • Dazu noch ergänzend ein Artikel von 2018 (:wink:):


    https://www.op-marburg.de/Marb…e-der-Marburger-Oberstadt


    Wem gehört den das Gebäude, der Kirchengemeinde oder dem Bistum? Vielleicht sollte könnte ein Brief an das Liegenschaftsamt der Diözese hilfreich sein.

    Wenn du Mal schaust wer den Artikel geschrieben hat und meinen Profilnamen hier vergleichst 😉✌️


    Das Bistum reagiert nicht bzw. total unfreundlich auf jegliche Anfragen. Und das seit Jahren......


    Nun ist etwas Eile geboten. Die Rückseite des Gebäudes saugt Wasser auf, wir ein Schwamm.....

  • Wie kann es denn sein, daß das Bistum ein Haus besitzt und vergammeln lässt? Die dürften ja wohl genug Geld für die Sanierung übrig haben. Und was soll daran schwierig sein, das Haus zu verkaufen?


    Marburg ist doch auch eine Universitätsstadt. In den leerstehenden Häusern könnte man doch wunderbare Studentenwohnungen einrichten. Die wären sicher sofort vergriffen und vermietet.


    janpmw - An dieser Stelle einmal vielen vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz rund um die Stadtbildpflege!

  • Wie kann es denn sein, daß das Bistum ein Haus besitzt und vergammeln lässt? Die dürften ja wohl genug Geld für die Sanierung übrig haben. Und was soll daran schwierig sein, das Haus zu verkaufen?


    Marburg ist doch auch eine Universitätsstadt. In den leerstehenden Häusern könnte man doch wunderbare Studentenwohnungen einrichten. Die wären sicher sofort vergriffen und vermietet.


    janpmw - An dieser Stelle einmal vielen vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz rund um die Stadtbildpflege!

    Danke dir.


    In Marburg herrscht akuter Wohnraummangel. Zudem sind die Mieten für ein "oberhessisches Provinznest" exorbitant hoch. (Vergl.: 22qm ca. 450 Euro warm). Dies können sich viele Studierende nicht leisten und beleben dadurch (zum Glück) auch die Dörfer rundherum. Ein namhafter Marburger Architekt würde das Gebäude gern sanieren. Die Lage spricht Bände, mitten in der Altstadt, mit Parkplatz dabei, großer Garten mit Südhanglage, 500 Jahre alte Balken, ein Atrium mitten in Gebäude mit alten, geschnitzten Balken.


    Die Kirche schaut weg. Vermutlich werdet ihr das Gebäude also bald im hessischen Fernsehen sehen. Andere Mittel fallen mir leider dazu nicht mehr ein. Selbst die untere Denkmalschutzbehörde winkt genervt ab......


    Die Kirche besitzt hier so einiges und lässt es vergammeln.

  • ie kann es denn sein, daß das Bistum ein Haus besitzt und vergammeln lässt? Die dürften ja wohl genug Geld für die Sanierung übrig haben.

    Es ist schon denkbar, dass dafür im Haushalt kein Mittel zur Verfügung stehen, zumal wenn es kein pastorales Bedürfnis für das Haus gibt. Das Bistum Fulda ist darüber hinaus finanziell nicht so gut aufgestellt wie andere Diözesen, zumindest seit der coronabedingten Einbrüchen bei er Kirchensteuer. Mir ist außerdem immer noch nicht ganz klar, ob nicht etwa die Kirchengemeinde Eigentümer ist. Derzeit versuchen sowohl die Bistümer, als auch die Kirchengemeinden Immobilien abzustoßen, wo immer das geht. Hintergrund ist die in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Rückgänge bei der Zahl der Kirchenmitglieder. Dies führt ja nicht nur zu einem Rückgang der Einnahmen, sondern auch dazu, dass man weniger Immobilien benötigt um die aufgaben der Kirchen zu erfüllen. Bis dies eintritt, soll er Immobilienbestand auf das notwendige zurückgeführt werden.


    Marburg ist doch auch eine Universitätsstadt. In den leerstehenden Häusern könnte man doch wunderbare Studentenwohnungen einrichten. Die wären sicher sofort vergriffen und vermietet.

    Das denke ich auch. Mittlerweile dürfte allerdings eine Sanierung mit erheblichen Kosten verbunden sein, so dass sich schon die Frage stellt, ob es sich für einen Privaten wirtschaftlich rechnet.


    Hier könnte allerdings der Ansatzpunkt sein, einen kirchliche Träger doch von dem Sinn einer Renovierung zu überzeugen.

    An dieser Stelle einmal vielen vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz rund um die Stadtbildpflege

    Von mir auch.

  • so dass sich schon die Frage stellt, ob es sich für einen Privaten wirtschaftlich rechnet.

    Wenn die Mieten in Marburg doch derart hoch sind, könnte sich das möglichenfalls schon rechnen. Es gibt ja auch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.