Anklam

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    • Hmm, ich fand die obere, vorige Planung eigentlich ein wenig besser - mir gefallen diese Kastengauben überhaupt nicht. Außerdem wird es davon in der Steinstraße genug geben. Darüber hinaus ist das mit dem 2. (schmalen) Haus von links auch nicht so dolle: Nach außen hervorstehende Glubschfenster sollten eigentlich - auch wenn sie aktuell anderswo en vogue sein sollten - hier nicht kommen müssen.

      Lupi schrieb:

      Der Entwurf für die Ostzeile des Marktes wurde überarbeitet:


      Es war übrigens eine weitere recht gute Arbeit im Rennen.
      Schaut mal auf Seite 29 oben - da ist das ehem. Haus Markt 13 in die Ostseite eingebaut worden.
      Hansestadt Anklam -Potenzial Marktostseite - Ideenstudie Neugestaltung von zwei Quartieren in der Altstadt

      Insgesamt natürlich dennoch eine sehr große Verbesserung, welche Vorbildcharakter für andere Stadtzentren haben könnte.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Mir hätte der 2. Entwurf mit dem rekonstruierten Giebelhaus ex Markt 13 ohnehin besser gefallen. Hier hätte der Backsteingiebel auf einer Achse liegend mit der Westfront der Nikolaikirche hervorragend harmoniert. Die bessere Visualisierung hat hier wohl den Ausschlag für den Siegerentwurf gegeben.
      Dennoch, die im ersten Vorschlag vorgestellten Rundformen sind in einer norddeutschen Stadt eher untypisch. Da gefallen mir die Spitzgiebel klar besser. Die Fassadengestaltung war vorher schon angepasster, zugegeben. Man sollte einen Mix aus beiden Vorschlägen verwirklichen + die Rekonstruktion des Giebelhauses Markt 13 an der Stelle wo jetzt der Glaskasten ist.
      Plus Outre
    • Das Konzept soll als Orientierungsrichtlinie dienen, damit ein einheitliches Bild entsteht – auch wenn die einzelnen Häuser von mehreren Investoren mit womöglich verschiedenen Architekten gebaut werden.

      Gewünscht sind Mauerstein- oder Putzfassaden sowie Dächer in Rot-Braun-Farbtönen. Zum Markt hin sind Arkaden wie auf der Westseite vorgesehen.
      nordkurier.de/cmlink/nordkurie…sch-umgekrempelt-1.542401

      Demgemäß wird wohl keine der beiden Visualisierungen Realität werden.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Zuerst zu den Entwürfen: Also der erste Entwurf hat mir persönlich auch etwas besser gefallen, schon durch die barocken Giebel. Aber das Argument, dass die Spitzgiebel womöglich aus Gründen der Regionaltypik besser zu Anklam passen, kann ich akzeptieren. Nun, es sind ja wohl ohnehin nur erste Orientierungshilfen.
      Generell ist das ein sehr ambitioniertes Projekt, dass mir insgesamt gut gefällt. Ich frage mich nur, ob es sich wirklich realisieren lässt. Schließlich hat Anklam seit 1990 etwa ein Drittel seiner Einwohnerschaft verloren, Tendenz weiter fallend. Wer also soll in die ganzen Wohnungen einziehen? Also, ich wünsche dem Projekt wirklich ein Gelingen und die anvisierte Fertigstellung bis ca. 2020/21. Und ich hoffe dabei inständig, dass es nicht zu einer großen Bauruine in der Innenstadt kommt.
    • Im zweiten Entwurf stört der links zwischen die Bebauung gequetschte, modernistische Füllbau die ansonsten relativ harmonische Fassaden - Abwicklung.
      Die entschiedenere Betonung durch einen kräftigen Eckturm zur Straße, die zum Steintor führt, halte ich am rechten Eckbereich für konsequent. Insgesamt für diesen Bereich vorgesehene Arkaden beleben den Marktplatz. Sicher ist auch angedacht die Stadtmöbilierung attraktiver zu gestalten. Der überaus häßliche Flutlichtstrahler inmitten des Anklamer Marktplatzes erinnert mich an eine ähnlich scheußliche Entgleisung auf dem Dresdner Altmarkt.
    • Bei dem ersten Entwurf hätte man wirklich sagen können, ,,Ich bin in Anklam" Das typisch mecklenburgisch/pommersche Krüppelwalmdach an der linken Seite, die drei modernen Giebelhäuser, und der sehr prägnante Eckturm am rechten Ende, das wäre wirklich eine Marktzeile gewesen, die man sich gemerkt hätte.

      Das ist bei dem neuen Entwurf überhaupt nicht der Fall, diese Häuserzeile ist einfach nur mittelmäßig, nichts besonders. Sehr schade, ist doch durch Zufall ein guter Entwurf nach oben gespült worden, und dann gab es nicht den Mut, diesen auch umzusetzen. Wirklich sehr, sehr schade.
    • Nach recht lebhafter Diskussion und dem teilweisen Verriß der Gestaltungsvorschläge für die neue Marktostseite, hier ein kurzer bildlicher Exkurs der Baugeschichte.

      Die Ostseite im 19. Jh, Barockgiebelhäuser wie die beiden rechts sind im Norden natürlich nichts ungewöhnliches, davon gab es in Anklam reichlich. Gemeint habe ich eher die etwas eigenwilligen Rundformen des ersten Gestaltungsvorschlages.






      Ende des 19. Jh, ein Barockgiebel ist bereits verschwunden und durch einen einfachen klassizistischen Giebel ersetzt worden. Dieser wurde bei Vorschlag 1 in Rundform aufgegriffen.




      Der Spitzgiebel Markt 3 neben dem Backsteinhaus wurde im 2. Vorschlag an ähnlicher Position aufgegriffen. Kann natürlich auch unbeabsichtigt geschehen sein. Mit dem massiver wirkenden Eckhaus zusammen gefällt es mir so besser als bei Vorschlag 1. Diese beiden werden wohl so auch als erstes Teilstück gebaut werden.


      Die Giebel der Ostseite im unmittelbaren Zustand vor der Zerstörung. Daran hat sich der 1. Vorschlag in stilisierter Form unverkennbar orientiert.


      Der mittige Bezugspunkt der ganzen Zeile in Form des gotischen Backsteingiebelhauses Markt 4.


      Hier mit verputzten Giebel und veränderten Unterbau. Eine Rekonstruktion, meinetwegen auch in vereinfachter Form, wäre sehr wünschenswert. Dies wie schon gesagt anstelle des überflüssigen Glaskastens bei beiden Vorschlägen.
      Plus Outre
    • Das Giebelhaus an der Ostseite des Marktplatzes
      Den groben Spitzbogenblenden am Giebel nach zu urteilen müsste das Gebäude auf den letzten beiden Bildern noch vor 1300 erbaut wurden sein (evtl. auch kurz danach)

      teilweise ähnliche Formen wie am Anklamer Tor in Friedland aus dem frühen 14. Jahrhundert.

      Eigentlich müsste man es rekonstruieren, als eines der ältesten Häuser (vielleicht sogar Das Älteste) in Pommerschen Kleinstädten.
    • Hallo Lupi,

      ich habe zwei drei Fragen:

      - Markt 4 wurde ja bereits vor dem 1. WK abgebrochen - war das Haus denn tatsächlich älter als Markt 13, und wenn ja, wie konnte es dazu kommen?


      - Das alte gotische Rathaus auf dem Marktplatz wurde ja in den 1840ern abgerissen. Ich habe nichts dazu finden können, warum das damals gemacht wurde.

      Hier eine Darstellung aus dem Jahr 1841:



      - Das nach Reichsgründung neu errichtete Rathaus an der Peene wurde wohl von der dt. Luftwaffe in den letzten Kriegswochen zerstört - was steht dort jetzt?
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Markt 4 (ex Markt 13 vor Rathausabriß) war definitiv älter als Markt 13 (ex Markt 22) und ist der Backstein-Hochgotik zuzuordnen.
      Während das Große Giebelhaus Markt 13 der Spätgotik im Backsteinbau angehört.
      Interessant ist daß man in dieser Gegend noch besonders lange an der Backsteingotik festgehalten und teilweise bis Anfang des 17. Jh so gebaut hat.

      Nun zum Alten Rathaus,
      dieses wurde 1841/42 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. Die Anklamer wollten damit dem Preußenkönig Wilhem IV. in vorauseilendem Gehorsam entgegenkommen.
      Als der jedoch kurz darauf auf der Durchreise in Anklam für einige Tage übernachtete, war er sehr erbost über die
      eigenwillige Entscheidung und betrauerte den Verlust des Gebäudes.

      Das Alte Rathaus kurz vor dem Abriß 1841:


      Darstellung vom Anfang des 19. Jh. Das Gebäude der Backsteingotik wurde einige Jahre vor dem Abriß weiß übertüncht


      Ansicht des Ostgiebels von 1840, die Spitze war bereits ruinös




      Das ist bis auf die unterirdischen Kellerreste daß Einzige was vom Alten Rathaus übrig geblieben ist.
      Das Stadtwappen welches über der Eingangspforte thronte, gut zu erkennen auf dem ersten Gemälde



      Leider habe ich keine rationale Antwort warum das Alte Rathaus so sang- und klanglos abgerissen wurde.
      Es ist die größte selbstverschuldete Dummheit der Anklamer.
      Einige Jahre später wäre es sicher aufwendig restauriert worden.
      Plus Outre
    • Fantastisch! Ich danke dir Lupi! Wo hast du die Bilder hergenommen? Ich würde sie gern in der Wikipedia hochladen. Sowas darf nicht im APH versauern. :)

      Mittlerweile würde ich sagen, dass man auch solche "historischen Dummheiten" durchaus wieder gut machen kann. Warum nicht ein 1841 abgerissenes Rathaus rekonstruieren? Wenn man lose dokumentierte Verluste aus den Weltkriegen teils fantasievoll rekonstruiert (á la Ypern, Warschau etc.) - dann kann man auch solche Bauten rekonstruieren.

      Einfach mal Eier inner Büchs haben, wie wir Mecklenburger sagen... :thumbup:
    • Die Dokumentationslage ist bestimmt nicht erheblich schlechter als beim Großfürstenpalast in Vilnius. :)
      Wenn die Grundmauern einigermaßen erhalten sind, müsste sich doch daraus einiges ableiten lassen, oder?

      Eine annähernde Rekonstruktion, ohne den Anspruch auf absolute Genauigkeit in Details, wie beim Stettiner Schloss,
      wäre, m.E., trotzdem ein großer Gewinn fürs Stadtbild. :thumbup:
      Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. - Friedrich Schiller -
    • Bei einem kurzen Abstecher in die Heimat war ich gespannt wie weit die Arbeit an den Häusern Markt West gediehen ist (siehe Beitrag 55).
      Leider ist hier noch nicht viel außer dem Fundament zu sehen, was sicher auch am langen Winter liegt.

      Markt Ost:
      http://www.nordkurier.de/lokales/anklam/das-erste-haus-soll-etwas-ganz-besonderes-werden

      Einsichten warum es zum Gelben Elend Markt Süd gekommen ist:
      http://www.nordkurier.de/lokales/anklam/in-seinen-traumen-war-anklam-immer-grösser-

      Das Geld könnte man in Anklam sicher sinnvoller anlegen:
      http://www.nordkurier.de/lokales/anklam/fur-225-millionen-ist-das-anklams-zukunft
      Plus Outre
    • Markt Ostseite.

      (...) Keinesfalls soll dort ein Bunker aus Beton
      und Glas stehen. Ein klotziger erster Vorschlag hat daher schon vor
      Wochen für Widerspruch gesorgt, als der Entwurf seinerzeit bei einem
      Unternehmerstammtisch in der Hansestadt vorgestellt wurde. So hässlich
      soll Anklam nicht werden, waren sich seinerzeit viele einig. (...)
      Hört sich doch schon mal gut an. Die Entwicklung in Anklam gefällt mir.

      (...) „Keiner will einen 08/15-Bau, sondern etwas
      Tolles“, sagt sie. Und für die GWA als Bauherr sei es außerdem wichtig,
      dass das Projekt bezahlbar bleibt. Beides zusammenzubringen, dürfte
      nicht einfach sein. (...)
      Wieso sollte ein schöner Neubau teurer sein als ein hässlicher Neubau? Diese Logik muss mir mal jemand erklären. :gehtsnoch:

      Zitatquelle: nordkurier.de/cmlink/nordkurie…esonderes-werden-1.571060
    • Aber das ist doch auch die "Logik" der Baubetrachtung mancher "Normalbürger". Immer wenn ein Gebäude rekonstruiert wird oder etwas schöner gestaltet, dann kommt das Kostenargument und es wird ob der fehlenden Gelder für Kindergärten und Sozialmaßnahmen gejammert. Wenn ein moderner Glasklotz errichtet wird, wird gar nicht nach Kosten gefragt, obwohl sich diese nicht wesentlich unterscheiden. Von Nachhaltigkeit (Sanierungskosten in mittelfristiger Zukunft) ganz abgesehen. Das Schöne gilt vielen als verzichtbar, als "zu teuer" (wofür eigentlich?).