Anklam

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Neue Planung für das Parkhaus bei der Nikolaikirche:

      Wie hier die alte Bebauung aufgegriffen werden soll erschließt sich mir nicht:

      Quelle:Nordkurier

      Der rostige Stahl-Look soll an den altehrwürdigen Backstein erinnern? Naja...

      Quelle:Nordkurier

      Auch das Grün reißt nix raus...

      Quelle:Nordkurier

      Der erste Entwurf für das Parkhaus, auch nicht viel besser...

      Quelle:Nordkurier


      Quelle:Nordkurier

      Das Parkhaus scheint die große Bausünde bei der Neugestaltung zu werden, ähnlich wie das Einkaufszentrum am Markt und das Sparkassengebäude am Pferdemarkt (bei der Marienkirche), beide aus den 90ern.
      Gerade hier wäre ein weiteres kleinteiliges Altstadtquartier viel besser, da der NO der Altstadt hier bis auf weiteres aus Zeilenbauten bestehen wird.
      Das Parkhaus wäre wenn überhaupt besser am Hafen aufgehoben. Dort zwischen Gewerbe und Hafenbetrieb und mit ebenso kurzen Wegen in die Stadtmitte wäre der Standort vertretbar.
      Plus Outre
    • Ich habe mir mal erlaubt, den geplante und die historische Ansicht nebeneinanderzustellen:


      Foto links: Lupi, Visualisierung Luxigon. Foto rechts: laut Wikipedia gemeinfrei

      Ja, der Entwurf ist deutlich besser als das, was bisher kursierte. Aber ich könnte auch mit diesem auch nicht leben. Schön, dass gemauerte Schildgiebel kommen sollen. Jedoch stehen diese viel zu weit über - sie hätten bündig mit dem Turmschaft liegen müssen. Zudem ist der "Turmhelm" insbesondere durch die weit oben liegende Verdickung viel zu überdimensioniert und erschlägt den historischen Teil der Kirche. Der Aufbau sieht aus wie im falschen Maßstab aufgesetzt. Wenn die Basis des modernen Aufbaus wie gesagt bündig mit dem Turmschaft abschließen würde und das ganze dadurch etwas schmaler und nicht ganz so hoch würde, dann könnte ich damit leben.

      Was ist eigentlich mit den ganzen ehemals geplanten Anbauten rund um die Kirche? Sind die - wie offenbar auch der außen am Turm liegende Fahrstuhlschacht - hoffentlich vom Tisch?

      Zum Parkhaus direkt an der Kirche: Ohne Worte. :kopfwand:
      Man wiederholt hier sämtliche Fehler, die in den 60ern und 70ern in so vielen anderen Städten gemacht wurden. Wer daraus nichts gelernt hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Wirklich sehr schade, dass die Anstrengungen, Anklam wieder ein ansehnliches Stadtbild zu geben, hier wieder komplett zunichte gemacht werden.

      Dass sich der Bau in die historische Bebauung einfügen wird, ist nichts als das übliche dumme Geschwafel der Planer und Architekten, die meinen, die Bevölkerung damit für dumm verkaufen und den Widerstand gegen die Bausünde kleinhalten zu können. Das kennt man ja bereits. Und wenn der Bau sich so gut einpasst wie behauptet wird, warum will man ihn dann mit einer Begrünung kaschieren?

      So ein Parkhaus gehört außerhalb der Altstadt gebaut oder unter die Erde oder zumindest in einen Blockinnenhof. :lehrer:
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Hallo Frank,

      deinen Worten kann ich nur beipflichten. Für mich wirkt der Turmhelm wie ein Propellerflügel, vielleicht soll er auch so wirken. Warum rekonstruiert man den Kirchturm nicht so, wie er war? Besser kann man es doch garnicht machen. Und das Parkhaus, das diese Bilder zeigen, das ist absolut entsetzlich und abscheulich, dies sagt einem schon der klare Menschenverstand, ganz egal welche verlogenen Lobeshymen die Herren Architekten darauf singen. Du hast zu 100 % recht, in allem, was du schreibst, auch darin, dass ein Parkhaus außerhalb der Altstadt gebaut gehört, oder unter die Erde oder zumindest in einen Blockinnenhof.
    • Zunächst einmal ein großes Dankeschön an Lupi, dass du uns über die Entwicklungen der Stadtplanung auf dem Laufenden hältst.

      Der Kritik von Frank ist fast nichts hinzuzufügen, besser hätte man das nicht sagen können.

      frank1204 schrieb:

      So ein Parkhaus gehört außerhalb der Altstadt gebaut oder unter die Erde oder zumindest in einen Blockinnenhof.
      Genauso ist es. Leider bietet sich außerhalb der Anklamer Altstadt keine Möglichkeit, ein Parkhaus zu bauen, weil die Bebauung hier sehr dicht ist und derart große Flächen in der Nähe der Altstadt nicht zur Verfügung stehen.

      Meiner Meinung nach sollte man unter diesem Quartier ein unterirdisches Parkhaus bauen, um das Quartier dann mit einer kleinteiligen Bebauung aufzuwerten. Das könnte jedoch die Kosten erheblich steigern, weshalb man sich bislang wohl gar nicht erst Gedanken um so eine Lösung gemacht hat, obwohl sie jede Menge Baufläche verschonen würde.

      Sollte das Parkhaus kommen, würde hier eine Menge Potenzial verschenkt werden. Von der geschaffenen Bausünde ganz zu schweigen...
    • frank1204 schrieb:

      Schön, dass gemauerte Schildgiebel kommen sollen. Jedoch stehen diese viel zu weit über - sie hätten bündig mit dem Turmschaft liegen müssen. Zudem ist der "Turmhelm" insbesondere durch die weit oben liegende Verdickung viel zu überdimensioniert und erschlägt den historischen Teil der Kirche. Der Aufbau sieht aus wie im falschen Maßstab aufgesetzt. Wenn die Basis des modernen Aufbaus wie gesagt bündig mit dem Turmschaft abschließen würde und das ganze dadurch etwas schmaler und nicht ganz so hoch würde, dann könnte ich damit leben.

      Villa1895 schrieb:

      Warum rekonstruiert man den Kirchturm nicht so, wie er war? Besser kann man es doch garnicht machen.

      Jein...einen Kirchturm wie er war gibt es einige, ein neuer könnte ein Wahrzeichen für die Stadt werden und dank der Aussichtsplattform wohl auch eine kleine Touristenattraktion.

      Ein moderner, überarbeiteter Entwurf (also natürlich unter den o.g. Veränderungen wie frank1204 sie beschrieben hat) könnte durchaus seine Reize haben, vor allem mit der Beleuchtung nachts.
    • Die neueste Pressemitteilung zum Thema Anklamer Marktplatz

      Minister Pegel bei Spatenstich im Anklamer Marktquartier Ost

      Infrastrukturminister Christian Pegel wird am Montag (09.10.2017) in Anklam gemeinsam mit dem Bürgermeister Michael Galander am ersten Spatenstich zur Bebauung der Steinstraße 19 durch die Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH Anklam teilnehmen.

      Im Rahmen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Altstadtkern“ in Anklam stellen die Entwicklung und der Umbau des Marktquartiers einen Förderschwerpunkt in der Gesamtmaßnahme „Altstadtkern“ dar.
      Mit der nun bevorstehenden Eckbebauung Steinstraße/Brüderstraße (Steinstraße 19) im Marktquartier - Markt Ost wird ein weiterer Baulückenschluss im Marktquartier Ost erfolgen. Das Neubauvorhaben ist Bestandteil der Initiative „Neues Wohnen in der Innenstadt“ der Stadt Anklam.

      Die Baumaßnahme wird mit rund 233.000 Euro Städtebaufördermitteln bezuschusst.

      Städtebauliche Gesamtmaßnahme „Altstadtkern“:
      Die Hansestadt Anklam ist mit dem Sanierungsgebiet „Altstadtkern“ als städtebauliche Gesamtmaßnahme in die Städtebauförderung aufgenommen. Im Förderzeitraum 1991 bis 2017 wurden für die Gesamtmaßnahme rund 33,7 Mio. Euro Finanzhilfen aus der Städtebauförderung bereitgestellt, davon ca. 1,3 Mio. Euro im Rahmen des Städtebauförderprogrammes 2017.

      Darüber hinaus wurden aus dem Stadtumbauprogramm Ost, Programmteil Rückbau rd. 1,1 Mio. Euro Finanzhilfen (Bund und Land jeweils 50 Prozent) für den Abbruch von mehr als 300 dauerhaft leer stehenden, nicht mehr benötigten Wohnungen bereitgestellt.

      regierung-mv.de/Aktuell/?id=132080
    • Die direkt über diesem Beitrag gezeigten Gebäude könnten bis auf das Eckhaus auch in Lübeck am Wettbewerb Fischstraße teilnehmen. Irgendwie austauschbar. Dagegen wirkt die Visualisierung ein weiteres Bild darüber wie eine Weiterentwicklung der DDR-Architektur, was an und für sich gar nicht schlecht ist. Die Fensteraufteilung dürfte den Anklamern daher sehr vertraut vorkommen, ebenso wie die Dachgestaltung, die sehr an die Materialität von DDR-Einfamilienhäusern erinnert. Ich bin gespannt, wie es letztlich in natura aussehen wird.

      Was den Kirchturm anbelangt, würde ich Anklam raten, nicht Geld in riskante Turm-Architektur zu stecken, sondern grundsolide zu bauen. Heißt, macht es doch so wie bei St. Petri in Rostock. Diese edle Kirche war und ist immer noch stark geschunden, bekam gleich nach der Wende einen neuen sehr großen Turm mit Fahrstuhl! und wirkt absolut gelungen. Die Gefahr, dass Orkane in Deutschland zum Alltag gehören werden, ist sehr realistisch und alles, was nicht wirklich solide gebaut werden kann, würde früher oder später zu Mehrkosten führen.
    • Wenn ich das richtig sehe, dann weicht die dreidimensionale Visualisierung von der zweidimensionalen in Bezug auf die Fassadengestaltung ab. Man vergleiche mal die verwendeten Materialien miteinander. Wenn "Steinstraße 19" so kommt, wie auf dem ersten Bild in Beitrag 252, dann wäre das eine Verschlechterung im Vergleich zum vorherigen Stand der Dinge.

      Goldstein schrieb:

      Die direkt über diesem Beitrag gezeigten Gebäude könnten bis auf das Eckhaus auch in Lübeck am Wettbewerb Fischstraße teilnehmen.
      Genau das stört mich auch an den Projekten für die kommende Bebauung der Steinstraße. Die Gebäude von "Steinstraße 20" und "Steinstraße 19" weisen einen viel zu beliebigen Charakter auf. "Markt 1" dagegen hat aber gezeigt, wie man es besser machen kann. Schade, dass das Ingenieurbüro Kühn nicht auch die Parzellen an der Steinstraße planen durfte.

      Goldstein schrieb:

      Was den Kirchturm anbelangt, würde ich Anklam raten, nicht Geld in riskante Turm-Architektur zu stecken, sondern grundsolide zu bauen. Heißt, macht es doch so wie bei St. Petri in Rostock.
      Eine Rekonstruktion des Turmhelms mit der Einbeziehung eines Fahrstuhls wäre auch meiner Meinung nach ganz klar die beste Option, das kann ich so nur befürworten. Leider wollen die Verantwortlichen aber mehr und aus der Kirche einen Vergnügungspark à la Ikareum machen. Oder aber, wenn die Millionen doch nicht zusammenkommen, die das Ikareum bräuchte, dann soll es wohl irgendwas Krasses und Abgefahrenes sein, um die Touristen von der B109 in die Stadt und in die Kirche zu locken. Ein rekonstruierter Turmhelm würde das meiner Meinung nach aber auch schaffen, weil er aufgrund seiner Höhe und dem flachen Umland sehr weit hin sichtbar ist.

      Neben der Petrikirche in Rostock würde ich hier auch die Jacobikirche in Stettin als Vorbild nennen, wo vor ein paar Jahren ebenfalls der wuchtige Turmhelm wiederaufgebaut wurde. Man hat beim Wiederaufbau einen Fahrstuhl berücksichtigt und unauffällige Fenster in den Turmhelm eingearbeitet, die sein historisches Erscheinungsbild nicht besonders verfälschen.
    • Es gibt gute Nachrichten aus der Hansestadt. Am 13.11.2017 wurde der erste Spatenstich für das neue Forschungslabor des Reifenherstellers Continental gesetzt.

      Bis zum Herbst 2018 entsteht im Gewerbegebiet Lilienthalring, im Südosten der Stadt, ein modernes Labor zur Gewinnung von Naturkautschuk aus Russischem Löwenzahn.

      Weitere Informationen erhaltet ihr auf den verlinkten Seiten des Reifenherstellers:

      Allgemeine Informationen:

      continental-reifen.de/autoreif…-bau-taraxagum-lab-anklam

      Visualisierung der Anlage und Pläne:

      continental-reifen.de/autoreif…0328-taraxagum-lab-anklam
    • Seit der letzten Bilderstrecke im Sommer sind einige Monate vergangen, wir haben Mitte Dezember und Weihnachten steht bald vor der Tür. Es wird also wieder Zeit für ein (großes) Update. Und in der Tat hat sich in wenigen Monaten eine ganze Menge getan in der Hansestadt.

      Projekt "Keilstraße 1"


      Ich beginne mit dem Projekt "Keilstraße 1", welches an das Gebäude "Markt 6" auf der Westseite des Marktes anschließen soll. Die Baustelle ist weit vorangeschritten, die Dächer der beiden im Bau befindlichen Gebäude werden bereits gedeckt. Es fehlen noch Fenster, Putz und Farbe.

      Die Fensteröffnungen sind momentan mit Spanplatten verschlossen, um das Eindringen von Nässe zu verhindern.







      An die bei der letzten Fotostrecke ausgebliebene Bautafel habe ich dieses Mal gedacht. "Keilstraße 1" wird genauso gebaut, wie auf den Visualisierungen in Beitrag 226 von Lupi zu sehen ist (Seite 12).



      Die beiden Häuser sind für meinen Geschmack zwar nicht gelungen, sie werden aber durch die großen Bäume davor gut verdeckt. Selbst im Winter hat man Mühe, alles einwandfrei zu erkennen.

      Projekt "Markt 24"

      Jetzt kommen wir zum Höhepunkt dieser Bilderreihe, denn es ist soweit. Das Projekt "Markt 24" auf der Ostseite des Anklamer Marktes ist äußerlich so gut wie fertiggestellt. Letzte Woche sind die Gerüste gefallen, beinahe pünktlich zum Anklamer Weihnachtsmarkt, der am kommenden Wochenende stattfindet. Lediglich an den Erdgeschossen der beiden Gebäude wird noch gearbeitet. Dennoch kann man jetzt das gesamte Ensemble in seiner Vollendung betrachten.

      (Leider konnte ich nicht viele Aufnahmen machen, weil auf dem Markt durch die Buden vom kommenden Weihnachtsmarkt fast alles verstellt war)

      Gesamtansicht Anklamer Markt-Ostseite:



      Nahansicht von "Markt 24":



      Die durch die neuen Gebäude entstandene Straßenflucht, von Süden nach Norden gesehen:



      Damit kann man nun einen richtigen Vergleich mit der vorherigen Situation ziehen, aber seht selbst: architektur-bildarchiv.de/imag…m-Markt-Anklam-30216.html

      Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber. Anscheinend hat man sich bei dem Backsteingiebelhaus in letzter Sekunde für eine Vereinfachung der Fassade entschieden. Vergleicht mal das fertige Haus mit der Visualierung in Beitrag 188 von Lupi. Bei meinem letzten Aufenthalt, als die Gebäude noch eingerüstet waren, gab es auch schon zwei unterschiedliche Veranschaulichungen, nämlich am Bauzaun einmal die Darstellung aus Lupis Beitrag und am Gerüst die Vereinfachte, welche umgesetzt wurde. Die von mir dazu gemachten Bilder findet ihr in Beitrag 228 (Seite 12), das dritte und vierte Bild. Ich kann mir das nicht erklären und finde es schade. Aber was haltet ihr von dieser Änderung?

      Projekt "Steinstraße 19"

      Weiter geht es mit der Baustelle "Steinstraße 19" (Visualisierungen gibt es in Beitrag 252 auf Seite 13). Hier geht es nach dem Spatenstich vom 9. Oktober richtig gut voran. Im Augenblick werden die Ergeschosse hochgezogen, die Fertigstellung kann man bei diesem Tempo für den Spätsommer 2018 anvisieren.

      Zunächst zwei Ansichten von der Steinstraße aus aufgenommen:





      Und von der Brüderstraße aus gesehen:



      Wo wir schon in der Brüderstraße sind, gibt hier nochmal ein Bild von den Rückseiten der Ostbebauung des Marktes. Daran wird man sich leider gewöhnen müssen, denn ein Großteil der Fläche hinter den Gebäuden wird von einem Parkplatz eingenommen. Und weil dieser noch ziemlich neu ist, wird dieser unschöne Anblick von der Brüderstraße und südlich der Nikolaikirche aus bleiben.



      Nikolaikirche - Verglasung der Fenster der Sakristai

      Abrunden möchte ich diesen sehr lang geratenen Beitrag noch mit einer weiteren guten Nachricht. Der Sakristai der Nikolaikirche, die vom vom Frühjahr 2013 bis zum Frühjahr 2014 bereits ein neues Dach bekam, wurden die insgesamt acht Fensteröffnungen verglast. Damit ist wieder ein Stück Nikolaikirche wiederhergestellt worden.



      Weitere Informationen findet ihr dazu in dem verlinkten Zeitungsartikel der Ostseezeitung:

      ostsee-zeitung.de/Vorpommern/U…-Fenster-fuer-St.-Nikolai

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alexis ()

    • Danke für die aktuellen Fotos! :thumbup:

      Die Markt-Ostseite ist natürlich eine extreme Verbesserung gegenüber der vormaligen "Platte". In der Schrägansicht kommt sogar ein wenig "Altstadtfeeling" auf. In der Frontalansicht offenbart sich aber leider, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Die drei rechten Häuser sind wunderbar, das mittlere akzeptabel und die drei linken unterirdisch. Und die stehen leider genau vor der Kirche. Die Vereinfachung von Markt 24 (es wurde die Hervorhebung der Fassadenmitte als Risalit weggelassen) finde ich nicht so schlimm. Sie wertet die ganze Seite dennoch auf.

      Die Rückseiten sind allesamt schlecht. Das würde nicht stören, wenn der Baublock komplett geschlossen werden würde - aber so...?

      Und es fällt unschön auf, dass es in Anklam offenbar nicht so etwas wie eine Gestaltungssatzung gibt (wie z.B. in Lübeck), die gewisse verbindliche Vorgaben für das Bauen in der "Altstadt" macht. Unter anderem hätte man die für die Ostsee-Hansestädte typischen roten Dächer und steile Dachneigungen/Satteldächer vorschreiben müssen. Die vielen dunklen Dächer stören das Gesamtbild wirklich sehr. Ebenso das oben flache "Fake-Schrägdach" des Eckgebäudes an der Kirche.

      Zur Nikolaikirche selbst: Wunderbar, dass es mit der Wiederherstellung Schritt für Schritt weitergeht! So schön die Wappenfenster auch sind: Die neue Verglasung der Sakristei und auch im Chor sieht mit ihren Rechteck-Scheiben allerdings - sagen wir mal - gewöhnungsbedürftig aus. Üblicher wäre hier eigentlich eine rautenförmige Verglasung gewesen - wie bei den beiden großen Seitenschiffsfenstern links neben der Sakristei zu sehen. Und wann bekommt eigentlich die Turm-Seitenkapelle endlich ein Dach? So riesig dürfte der Aufwand dafür nicht sein, die positive Wirkung in Richtung Markt wäre dafür umso größer!

      Die Nikolaikirche hat wirklich außergewöhnlich schöne Proportionen und gehört für mich zu den schönsten Kirchen, die die Norddeutsche Backsteingotik hervorgebracht hat. Daher ist es für mich umso unverständlicher, dass man offenbar zwanghaft und um jeden Preis versucht, die Kirche mit diesem modernen Ikareum-Brimborium zu verunstalten. :kopfschuetteln: Rekonstruiert einfach die historischen Schildgiebel und den Turmhelm und gut is´!

      Ein "Ikareum" kann man doch meinetwegen neben der Kirche statt dieses widerlichen Parkhauses bauen - aber bitte in verträglicher, der historischen Bebauung angenäherter Form!
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)


    • Erst mal danke für die Fotos :D :D

      Ich habe mir das jetzt eine Stunde durch den Kopf gehen lassen und ich muss sagen, ich habe Bauchschmerzen. Ja, der Eckbau ist von den Proportionen und den eingesetzen Stilelementen okay, auch die zwei Bauten daneben gehen für sich noch, aber im Ensemble wirkt das doch alles sehr wild und seid mir nicht böse, es erinnert mich leider mehr an ein Outletcenter mit aufgeklebten Fassaden, es wirkt alles in sich nicht stimmig, zudem sieht es sehr nach Pappe und Plastik aus, sorry, ich weiß, man sollte solche Ansätze eigentlich loben.
      Aber irgendwie werde ich mit dem Ergebnis nicht warm.
      APH - am Puls der Zeit
    • Danke Alexis für die aktuelle Bilderstrecke meiner Heimatstadt. Leider bin ich nur wenige Wochen im Jahr dort und kann nur sporadisch eigene Fotos im Forum präsentieren.

      Ist mir generell wieder etwas zu viel Mäkelei, wir haben bei der Ostseite eine gelungene rechte Hälfte und eine weniger gelungene linke Hälfte. Eine echte Rekonstruktion vermisse ich jedoch sehr. Der typische Anklamer Schaugiebel aus Backstein war reicher gegliedert mit Pfeilervorlagen. Dies wurde in der Steinstraße etwas besser verwirklicht. So "glatte" Giebel wären eher für Rostock oder Lübeck passend. Überhaupt pflegte jede Hansestadt im Norden ihren ganz eigenen Stil des Patrizierhauses.
      Plus Outre
    • Ich denke auch, wir sollten hier mal die Maßstäbe betrachten. Anklam ist eine Kleinstadt, zudem noch eine der ärmsten Deutschlands, in einer recht peripheren Lage (auch wenn die Urlaubsinsel Usedom vor der Türe liegt). Dennoch wurde hier durch politischen und bürgerlichen Willen ein solches Projekt möglich gemacht. Dass es nicht perfekt ist, geschenkt - es ist eine riesige Verbesserung zur vorigen Situation und ein Fingerzeig für andere deutsche Städte, die in die entgegengesetzte Richtung schwenken und immer unattraktiver werden.
      Ich mein, schaut euch die Anklamer Straßen in der Altstadt doch mal genauer an. Da war kaum etwas zum anknüpfen. Die Stadt an sich wurde von der Kreis-, Landes- und Bundespolitik schon weitgehend abgeschrieben vor einigen Jahren. Dennoch hat man sich für diesen Weg entschieden, das kann man gar nicht hoch genug loben!

      Bei der Nikolaikirche bin ich recht zuversichtlich, dass man sich einer verträglichen Lösung noch weiter annähert. Mit der letzten Visualisierung hat man ja schon stärker die Vorkriegserscheinung des Turmes einbezogen. Bis das Projekt umgesetzt wird, wenn es denn überhaupt kommt, wird man sich noch einmal weiter annähern. Mit dem ersten, recht absurden Entwurf wollte man vor allem erstmal Aufmerksamkeit für das Projekt Ikareum.