Berlin - Hausvogteiplatz und südlicher Friedrichswerder

  • Die Grünanalage ist schäbig, dass war sie schon von Anfang an, da stimme ich zu. Die Townhouses hingegen finde ich insgesamt als sogar sehr gelungen (ein paar hässliche modernistische Ausreisser befinden sich leider darunter). Gerade im Kontrast zu dem gegenüberliegenden monumentalen Außenministerium finde ich die Feingliederung sehr spannend. Huch, habe ich gerade von Kontrasten und Spannung gesprochen? Naja, manchmal wirkt das wirklich ganz gut im Stadtbild. ;) *trotzdem 5 Euro in das blöde Architektenphrasen-Sparschwein wirft*

  • Die Grünfläche dort ist sinnlos und gehört ebenso kleinteilig bebaut. Platz ist genug. Um die Ecke ist der Lustgarten und der Schinkelplatz. Mit stärkerer Verdichtung wirken auch die bereits vorhandenen Stadthäuser besser. An sich gefällt mir das Friedrichswerder-Quartier nämlich sehr gut, vor allem einige der klassisch-eleganten Fassaden.

  • ich denke der Gesamteindruck wird viel durch die langweilige Grünfläche bestimmt. Man hätte sich hier gut ein Beispiel an den "Squares" in London nehmen können. Vielleicht eine niedrige Hecke drumherum, ein paar mehr Zierpflanzen etc. (aber doch keine Tischtennisplatte ...).

  • Ich habe die Anlage live gesehen und in Farbe. Ich finde das ganze Ding voll daneben, man kann sich einer gewissen Slumaura kaum verschließen

  • Das von Zeno gezeigte Luftbild lässt deutlich erkennen, warum die Grünanlage entgegen ersten Planungen vorgesehen wurde. Man wollte Abstand schaffen zu dem Haupteingang des Auswärtigen Amts, der Zufahrt ausländischer Minister und Diplomaten. Dieses Bestreben ist nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar aber ist die vernachlässigte Grünfläche. Da sollte etwas nach den Vorschlägen von Remy passieren.

  • Diese peinliche Situation der missglückten Grünanlage wird wohl darin begründet sein, dass heute keine Schmuckrasenflächen wie auf dem Schinkelplatz gewünscht sind. Alles muss nur noch Spiel- und Grillwiese sein, wie am Bundestag. Warum nun diese nicht mehr gepflegt werden erschließt sich mir allerdings auch nicht. Hier am Auswärtigen Amt einen Schmuckplatz zu gestalten mit Springbrunnen, Bänken, und einem Denkmal (vielleicht Genscher), damit sind heutige Stadtplaner einfach überfordert. Platz wäre dort trotzdem für eine Tischtennisplatte. Die ausländischen Diplomaten können hier doch nur mit dem Kopf schütteln. :kopfschuetteln:

  • Sooo schlimm ist diese Grünfläche nun auch nicht. Der Rasen sieht etwas mitgenommen aus, gut. Aber wenn er sich erholt hat und in saftig frischem Grün erblüht und die umgebenden Bäume, in zirka 20 Jahren, eine ansehnliche Größe erreicht haben, ist der Platz sicher nicht mehr so hässlich. Viel störender empfinde ich diesen blau-weiss-roten 70er-Jahre Bodenbelag. Der ist wirklich übel.

  • Das von Zeno gezeigte Luftbild lässt deutlich erkennen, warum die Grünanlage entgegen ersten Planungen vorgesehen wurde. Man wollte Abstand schaffen zu dem Haupteingang des Auswärtigen Amts, der Zufahrt ausländischer Minister und Diplomaten. Dieses Bestreben ist nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar aber ist die vernachlässigte Grünfläche. Da sollte etwas nach den Vorschlägen von Remy passieren.


    Nein, es ist wohl kein Abstandsgrün für das Auswärtige Amt. Es wurde sorgsam in einem Wettbewerb geplant und die Grünflächen "...dienen der Naherholung für Anwohner und Beschäftigten in der Nachbarschaft". s. http://www.stadtentwicklung.be…edrichswerder/index.shtml und http://www.ak-berlin.de/public…601F9FAC0C125711F0057CA0C

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Das Muster des Belages ist wirklich übel. Da gebe ich Neußer recht. Für eine Rasenfläche dieser Ordnung ist sie mir einfach zu groß. Auf ihrem Nordabschnitt hätte gut noch ein Gebäude hingepasst. Wiese macht dort keinen Sinn. Jedenfalls nicht in dieser Größe und Länge. Hätten sie besser den Hof größer gemacht, so wäre dann eine echte Oase für die Anwohner entstanden.

  • Ich finde die Anlage insgesamt gut. Die Qualität der Architektur ist überdurchschnittlich, wiewohl es ein paar schlimme Ausreißer nach unten gibt. Insgesamt ist mir der Eindruck aber auch ein bißchen zu wirr (vor allem in der Blockhälfte zur Kleinen Jägerstraße hin).


    Amsterdamer Stadthäuser wären über die Farbwahl stärker verknüpft, New Yorker Brownstones durch einen einheitlicheren Stil, Terraced Houses in London durch beides. Es gäbe bei den gezeigten Berliner Townhouses durchaus einige, die ich mir mit kleineren Variationen in mehrfacher Ausführung nebeneinander vorstellen könnte.

  • Ich habe die Neubebauung der "Townhouses" aus der Entferung ein wenig verfolgt und war in den letzten Jahren hin und wieder dort und finde, dass dieser Ort einer der schönsten, völlig neu bebauten Bereiche von Berlin ist. Wo sonst ist eine solche eher interessante Abwechslung gelungen, die sogar "klassische Neubauten" zugelassen hat? Sicher sind solche schmalen Gebäude eher typisch für Amsterdam oder (in Deutschland) Köln oder Aachen. Außerdem tut es Berlin gut, dass es in der ansonsten durch die Nachkriegszeit und DDR eher proletarisierte Innenstadt wieder exklusives Wohnen gibt.
    Es müssen nicht überall Läden in den EGs sein, das war vor 1945 in den Straßen der Wohlhabenen auch nicht der Fall (bspw. Tiergartenviertel - komplett zerstört - viele Fotos beim Bildindex....)

  • Es muß nicht in jeder innenstädtischen Straße Gewerbe im Erdgeschoß geben. Es zeichnen sich doch die meisten attraktiven historischen Innenstädte durch einen Wechsel von geschäftigen Hauptstraßen und ruhigeren Nebenstraßen aus. Wo dieses Prinzip intakt geblieben ist, funktionieren die Stadtzentren auch sozial nach wie vor sehr gut. In die Hose ging es zumeist mit den innovativen Ideen irgendwelcher Stadtplaner.

  • Es gibt ja auch einige Bauten mit abweichenden (Erdgeschoss)Nutzungen am Friedrichswerder. Man vermisst eben noch ein richtiges lebendiges Stadtviertel im Herzen Berlins. Diese Aufgabe ist dann aber eben Klosterviertel/Molkenmarkt, Marienviertel und angrenzenden Viertelchen künftig beschieden. Und auch Unter den Linden, Friedrichstraße, Alexanderplatz usw. ist ja einiges noch möglich.

  • Das älteste Haus am Hausvogteiplatz und Umgebung (Niederwallstraße N°39) stammt von 1775 und beherbergt die Botschaft des Königreichs Marokko. Das Gebäude hat an Sockel und Portal jüngst einen roten Akzent verpasst bekommen; zudem wurde das vorige beige aufgehellt.





    Die vorige Ansicht

    Was wohl aus dem freien Grundstück an der Niederwallstraße gegenüber wird - ob es da bereits konkrete Pläne gibt?

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Wir hatten mal vor langer Zeit einen Bericht über eine von Tauchern im Spreekanal gefundene Figur von der Königlichen Münze ohne Kopf. Leider finde ich die Beiträge dazu im Forum nicht mehr.


    Habe zufällig gelesen, dass der Kopf der Figur auch gefunden wurde, aber bereits 2014:




    Kopf_der_Skulptur_Foto_D_Wollenberg_LDA_Berlin_2014:



    Quelle:


    Kopf gefunden

  • Die Fassadensanierung des Instituts der Europäischen Ethnologie schreitet voran und bietet einen hübschen Anblick.






    Gruß aus Berlin.

  • Snork

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