Wiesbaden (Galerie)





  • Gehen wir bis zum Hbf. Von dort aus nach rechts wieder in den Ring, doch dann sofort wieder nach rechts in die Adolfsallee, der Parallelstraße zur Bahnhofsstraße:









    Sehr reich verzierte Balkons finden sich hier:



  • Diese Straße folgen wir dann bis zum Luemburgplatz, ein äußerst eleganter Platz mit Gründerzeithäusern in allen Stilrichtungen:




    Ein nettes neogotisches Wohnhaus. Nur sind hier die modernen Balkons Störelemente:





    Ein Jugendstilhaus:





    Nahaufnahmen der interessanten Ornamente:














  • Besonders angetan hat mich dieses eingequetschte neobarocke Haus, mit seiner prima gelösten Problemecksituation:












    Etwas weiter dieses prächtige neobarocke/Jugenstilportal:





  • Ein reich stukierter Erker:



    Die Luxemburgstraße:











    Nun nochmal der Ring, diesmal von der anderen Seite:




    Hier wird eine Fassade restauriert:






    Biegen wir rechts in die Emmanuel Geibel Straße. Man sieht geradeaus am Ende schräg zur Einmündung in die Herderstraße dieses wundervolle Jugenstilbauwerk:


  • Ein paar Details:



    Das runde Fenster überm Eingang:





    Verspielter Giebel:






    Zurück am Kaiser Friedrich Ring:



    Panorama:




    Doch leider gibt es auch am Ring solche Sorgenkinder:



  • Adelheidstraße vom Ring aus gesehen:




    Noch ein Rundblick:




    Jetzt machen wir einen großen Sprung und gelangen zur Schwalbacher Straße. Hier steht dieser sehr monumentale Jugendstilbau, die sogenannte "Wartburg" eine Filiale des hessischen Staatstheaters:




    Von dort aus gelangen wir rasch in die Innenstadt. Von den Vorgängern wurden einige Fotos dazu vorgestellt, von daher zeige ich nur wenige ausgewählte Ansichten:


    Wie dieser Neubau in der Kirchgasse, gegenüber vom Karstadt. Sehr interessant ist der Abschluss zum Dach. Auch wenn es keine großen klassischen Formen besitzt, so muss man das neue Gebäude schon wertschätzen, da es eben keine Bauhausmasse ist:




    Nun beginnt die Dämmerung:





    Und die Läden werden beleuchtet:





    Sehr beeindruckendes altes Kaufhaus Ecke Marktgasse / Kirchgasse:




  • Die Marktgasse:





    In der Wagemannstraße stehen die ältesten Häuser der Stadt aus der Barockzeit, die mich spontan an Basel erinnern, aber es befinden sich auch ein paar Bausünden hier:









    Der sehr idyllische Durchgang der kleinen Langgasse zur Langgasse:







    In der Langgasse, das Pressegebäude des Wiesbadener Kuriers:




    Am Römertor:



  • Vielen Dank für die tollen Bilder! Die Stadt scheint zwar Eklektizismus pur zu sein, aber nichtsdestotrotz ist das Ergebnis sehr beeindruckend. In dieser Fülle muss ich allerdings sagen, dass die Fassadenfluchten durch die Vielzahl an Erkern und Balkonen sowie der vielen verschiedenen Formen und Farben auf mich sehr unruhig und neureich-aufdringlich wirken... das ist mir insgesamt aber natürlich immer noch lieber als zu nüchterne und schmucklose Fassaden, von daher eine Kritik auf hohem Niveau. Im einzelnen ist die kunsthandwerkliche Qualität der Stuckaturen, Steinmetzarbeiten und Schmiedearbeiten wirklich beeindruckend.
    Gibt es eigentlich auch eine Altstadt bzw. einen vorhistoristischen Kern oder ist die Stadt eine reine Schöpfung des ausgehenden 19.Jahrhunderts?

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Meine Frage nach der Altstadt hat sich überschnitten mit dem letzten Bilderbeitrag von Fachwerkliebhaber, von daher bin ich jetzt schon etwas schlauer, danke :-)

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Das Ende der Lahnggasse mit dem Platz der gläsernen Quelle ist durchmischt mit Gründerzeitlern aber auch Nachkriegsbauten. Wahrscheinlich war dies das Viertel, das als eines der wenigen im Zweiten Wetkrieg zerstört wurde:



    Schöne neogotische Sandsteinfassade:






    Jetzt geht es zum Kranzplatz mit dem berühmten Palasthotel, welches ebenfalls ein paar Jugendstilornamente besitzt:










    In der Mitte des Platzes befindet sich eine offene heiße Quelle:



    Neben dem Palasthotel steht dann noch der Kochbrunnen, wo das selbe heiße Wasser (über 60 Grad ) rauskommt. Das Quellhaus selbst ist eine Rekonstruktion aus den 60er Jahren. Und das Wasser schmeckt wirklich sehr gewöhnungsbedürftig :augenrollengruen:


  • @Leonhard danke für die positive Reaktion :) Ja mich hat Wiesbaden sehr überwältigt, ich kenne solche ausgedehnten Gründerzeitviertel nirgendwoher, und die Homogenität dieser Viertel, aber gleichzeitig die Stilindividualität an den Häusern fand ich schon bemerkenswert. Einziger Kritikpunkt ist in der Tat die etwas mikrige "Altstadt". Dies hat damit zu tun, dass erst im 19 Jh. durch den Kurbetrieb und durch die Niederlassung der Herzöge von Nassau in Biebrich und dann zu Beginn des 19 Jh. in der Innenstadt von Wiesbaden (im heutigen Landtag von Hessen) es zu relativ später Blüte der Stadt kam.

  • Am Ende des Platzes, an der Taunusstraße ein Bauprojekt, wo ein Gründerzeitler mitsaniert wird:



    Die Taunusstraße:








    Nun verlassen wir diese Straße rechts und steuern über die Geisbergstraße die Kapellenstraße an:




    Ein paar halbwegs passable Neubauten:




    Etwas weiter entfernt, aber sehr charmant, ist der halbrunde Aufgang der Wilhelminenstraße:




  • Zu guter Letzt noch einige Nachtaufnahmen der berühmten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt:


    Das alte Rathaus. Nur das Erdgeschoss ist aus dem 17 Jh. das Obergeschoss, ursprünglich aus Fachwerk wurde im 19 Jh. zugunsten des heutigen Abschluss ersetzt:



    Gegenüber ein Weinlokal mit diesem Glasfenster. Weiß jemand welche Stadt das ist, die dadrauf abgebildet ist?




    Das letzte mir bekannte, authentisch erhaltene Fachwerkhaus in der Altstadt in der Mauergasse:




    Das Stadtschloss von 1837-41 errichtet, heute hessischer Landtag:



    Die Wiesbadener Volksbank in der Schillerstraße - Ecke Friedrichstraße:




    Daneben die Hypovereinsbank und die Wiesbadener Casino-Gesellschaft:




    Die berühmte Wilhelmstraße, eine der teuersten Straßen Deutschlands:





  • Ergänzend mochte ich noch hinweisen auf das Hessische Staatstheater Wiesbaden, das 1892-1894 unter maßgeblichem Einfluss Kaiser Wilhelms II. errichtet und 1902 durch ein Foyer erweiterert wurde, zu dem der Kaiser, wie man mir einmal erzählte, selbst eine Skizze gezeichnet haben soll. Wie dem auch sei, dieses Foyer, im Stil des Neorokoko gestaltet, übertrifft in seiner Schönheit, Pracht und Eleganz sogar den Zuschauerraum des Theaters. Im folgenden Link ist neben anderen Bildern des Theaters als letztes Bild ein Foto dieses herrlichen Foyers zu sehen:

    Staatstheater Wiesbaden

  • Nun kommen wir zur großen Kuranlage:


    Der Aufgang hoch zu den Kolonnaden des hessisschen Staatstheaters:








    Die Schokoladenseite von Wiesbaden, der Kurhausplatz ganz hell erleuchtet






    Das Kurhaus mit Spielkasino ist ganz erleuchtet und macht einen ganz edlen Eindruck:





  • Lieber Fachwerkliebhaber,


    vielen Dank für deine vielen und schönen Bilder zu Wiesbaden. Im Jahre 1977 oder 1978 war ich erstmals dort und war begeistert. Vom damaligen Bestand wird wohl inzwischen auch manches abgerissen worden und durch moderne Bauten ersetzt worden sein. Aber wie deine Bilder ja beweisen, es gibt noch große Stadtviertel, die nahezu komplett erhalten sind. Was mir damals mit am besten gefallen hat, war der Luisenplatz, die Adolphsanlage, das Kurhaus, der Bahnhof und die prächtigen Villen, die z. B. den Neroberg hinauf stehen. Deine Bilder machen Lust auf einen Kurzurlaub in Wiesbaden.

  • Gehen wir hinein ins Kasino:



    Die prächtige Kuppel:





















    Zum Abschluss war ich in meinem Fall fränkisch essen im Ratskeller vom neuen Rathaus in Wiesbaden. Sehr beeindruckender Gewölbekeller mit mehreren Sälen:







    --- Ende ---

  • Lieber Villa1895,


    freut mich sehr für deine positive Rückmeldung zur Galerie ! Ja Wiesbaden war für mich als Saarländer sehr beeindruckend. Es gibt in der gesamten näheren Umgebung von mir keine so gut erhaltene Gründerzeitstadt in diesem Ausmaß in Wiesbaden, weder in Rheinland-Pfalz, noch in Luxemburg, oder im Saarland. In Lothringen können sogar Metz mit seinem kaiserlichen Viertel nicht mithalten und auch nicht Nancy, das aber auch ganz viele Häuser aus dem 19 Jh. besitzt und zahlreiche jugendstilvillen, aber nicht diese Urbanität !
    Für den Villengürtel und dem Neroberg war leider nicht ausreichend Zeit übrig, aber das werde ich mir nächstes Mal vornehmen :)
    Oder die Wiesbadener unter uns können noch ein paar ergänzende Bilder zur Innenstadt liefern.


    Als Ergänzungsgalerie kommt dann noch eine ausführliche Vorstellung des Wiesbadener Stadtteils Biebrich!

  • Gegenüber ein Weinlokal mit diesem Glasfenster. Weiß jemand welche Stadt das ist, die dadrauf abgebildet ist?





    Das ist Wiesbaden, allerdings vor 1839 (Baubeginn des Stadtschlosses). Das Fenster-Bild zeigt die Marktstraße vom Schlossplatz aus. Im Vordergrund ist der Marktbrunnen zu sehen, der auch heute noch zwischen Altem Rathaus und Stadtschloss (Landtag) steht. An der Stelle des Fachwerkhauses rechts steht heute das Stadtschloss. An der Stelle des grünen Hauses dahinter steht heute dessen Nachfolgerbau, in dem das Glasfenster-Bild angebracht ist. Der Turm im Hintergrund ist die ehemalige Oberpforte oder Uhrturm, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung und 1873 abgerissen.


    Hierzu heißt es auf der Seite des Stadtarchivs:


    "Die Oberpforte überspannte die Marktstraße. Ihr Turm trug die Sturmglocke, daher wird sie erstmals 1457 als Glockenhaus oder -turm bezeichnet. Seit dem beginnenden 16. Jahrhundert befand sich hier die Stadtuhr, dadurch bürgerte sich für dieses Tor seit 1524 die Bezeichnung Uhrturm ein. Zwei Türmer betreuten die Uhr, dazu kamen alljährlich auswärtige Uhrmacher aus Mainz und anderen Orten zu ihrer Wartung. Beim Stadtbrand 1547 wurde die Oberpforte schwer beschädigt, Glocke und Uhr wurden vernichtet. Schon ein Jahr später war eine neue Uhr mit bemaltem Zifferblatt an die Stelle der alten getreten, auch ein neues Glockenhaus, eine neue Glocke und ein neues städtisches Banner, das offenbar hier aufbewahrt wurde, wurden angeschafft. Als die Oberpforte im Zuge der Einbeziehung des Fleckens in die Ummauerung im Jahre 1508 ihre Funktion als Teil der Stadtbefestigung verloren hatte, wurde hier das städtische Archiv untergebracht. 1873 wurde der Uhrturm als letztes Relikt der mittelalterlichen Stadtbefestigung niedergelegt."

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