Anhalter Bahnhof

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Sogar das Braunschweiger Stadtschloss wurde vor einigen Jahren mit der Nutzung als Einkaufszentrum rekonstruiert...
      Nur so nebenbei erwähnt, weil reschbanner meinte, sowas wäre gänzlich unvorstellbar - ist es definitiv nicht!

      Als Erstes bräuchte es wohl mal eine Standortanalyse, welche Nutzungskonzepte für einen Großbau in dieser Gegend überhaupt infrage kommen. Event- und Konferenzstandorte, Markthallen, Büroflächen usw. sind in Berlin praktisch überall gefragt. Der Mangel an Büroflächen innerhalb des Berliner S-Bahnringes ist aktuell besonders heftig.
    • Ich halte dieses Areal für eine der spannendsten Bauaufgaben überhaupt in Berlin. Insbesondere die Köpfe des Bahnhofs waren unbeschreiblich schön und genau das, wofür der Historismus in seiner besten Form stand. Ich als bekennender Fan dieser Epoche würde mir den Wiederaufbau der Kopfbauten sehr wünschen. Gerade weil Berlin solch ein historischer Großbahnhof in historischem Kleid heute fehlt. Gerade bei den Bahnhöfen ist der Verlust ja immens. Somit böte sich hier eine einmalige Chance, mit dem Anhalter Bahnhof die große und stolze Geschichte der Berliner Bahnhofsbauten der großen Zeit Berlins zurück zu holen. Und es wäre wohl die letzte Chance für ein solches Projekt.

      Die große Frage ist, welche Nutzung möglich wäre. Ich hätte mir z.B. ein Museum der Moderne in einem solchen Bau sehr gut vorstellen können. Es wäre wohl auch vom Platz her eine gute Lösung gewesen. Aber hier hat man sich ja leider anderweitig orientiert. Städtebaulich hätte man hier sicher eine spektakulärere Lösung mit dem Anhalter Bahnhof gefunden, weil eine Synthese aus Alt und Neu hier mal wirklich spannend gewesen wäre.

      Die große Frage ist, ob es noch eine vakante öffentliche Nutzung geben könnte, die so ein riesiges Gebäude nötig machen würde. Die Landesbibliothek ist ja immer ein Thema. Ansonsten wären auch Ministerien oder andere Behörden möglich, wobei ich das schade finden würde, wenn es keine öffentliche Nutzung geben würde.

      Bliebe dann noch eine privatwirtschaftliche Option. Hier sind natürlich vielfältige Nutzungen möglich. Über ein großes Einkaufszentrum und Erlebnisshopping, über hippe Szenestores wie im Biniki, Hotels und Schwimmbäder oder Wohnungen. Das einzige aktuelle Problem ist noch die Lage. Es ist von den frequentierten Strömen der Hauptstadt doch recht weit entfernt. Man müsste dann mal sehen, inwieweit eine kommerzielle Ausrichtung auf Touristen hier Sinn macht, wenn der Durchgangsverkehr fehlt. Man sieht ja bereits in den Friedrichstadtpassagen, dass dort die Hälfte der Läden zu ist. Ich bin mal gespannt wie es mit den Quartieren 205 und 206 da weiter geht. Gut sah das im Mai nicht aus.

      Aber Berlin wäre nicht Berlin wenn man nicht etwas Interessantes finden würde, zumindest theoretisch. Dazu bedarf es aber eines kreativen und visionären Senats, der Bock auf so eine Projektentwicklung hat. Und da sehe ich leider schwarz.

      Trotzdem bietet das Areal das Zeug zum Träumen. Und ja, ich träume manchmal gern. Also auf ein Wiedersehen mit dem Anhalter Bahnhof :D :D :D
      APH - am Puls der Zeit
    • Die Kosten für einen Wiederaufbau würden bestimmt in der Größenordnung des Schlosses oder anderer Großprojekte liegen. Ich würde schätzen mindestens ab 300+ Millionen. Das müsste schon eine außergewöhnliche Nutzung bekommen damit sich dies rentiert. Das investiert niemand für ein Einkaufszentrum, zumal diese wegen dem online Handel auch langfristig eher Rückläufig sind.
      Es kommt eigentlich nur eine kulturelle (Steuergelder) Nutzung oder ein Bahnhof in Frage. Bei beidem sehe ich leider schwarz.
    • Märker schrieb:

      Zum Anhalter: ich habe ja im Prinzip nichts gegen das Tempodrom, jedoch stört mich der Standort gewaltig weil es mitten auf dem alten Gleisvorfeld des Anhalters steht. Haltet ihr einen Umbau für realistisch? Es würde ja bei einem rekonstruierten Anhalter Bahnhof ziemlich unschön vor der Halle stehen. Ist das Tempodrom ein aufwendiger Bau?


      Weiterhin könnte ich mir eine stufenweise Rekonstruktion vorstellen. Mit dem Kopfgebäude sollte man anfangen. Es wäre wirklich interessant, zu wissen, was noch alles im Boden ist. Vielleicht sind ja noch Fundamente da, auf denen man aufbauen kann oder haben sie damals beim Abriss alles ausgegraben? Es war ja ein sehr massiver Bau.
      Hallo, Märker.
      Das Tempodrom steht nicht auf dem Gleisvorfeld. Das ist immer noch (gleislos) erhalten.
      Es steht im ehemals südlichen Hallenteil zwischen Südportal und etwa Hallenachse 7.
      Beim Bau wurden Fundamente des Südportals entfernt. Ob alle oder teilweise, ist unbekannt.

      Ja, die Grundmauern dürften sonst noch komplett erhalten sein. Ich glaube, bei Wikipedia stand mal: "Beim Abbruch wurden die Grundmauern 1,5m tief ausgegraben und abgetragen.
      Die Grundmauern waren aber 3m tief gegründet, so das sie bis zu einer Höhe von 1,5m noch vorhanden sein müssen.
      Die Drehscheibe-Online Meldung, daß beim Bau des Tempodroms Fundamente des Südportals gefunden und abgetragen wurden, erhärtet dies.
      Der Grundstein befand sich im Bereich des Eingangsvestibüls hinter dem Portikus und wurde 1963 ausgegraben. Angeblich existiert die Urkunde auch noch.

      Ich bin auch für einen schrittweisen Wiederaufbau. Ein erster wichtiger Schritt ist der Wiederaufbau des Eingangsvestibüls, also die Komplettierung des Portikus.
      Ein einfacher würfelförmiger Bau mit Glasdach, wohin dann auch wieder der Grundstein gehört.
      Und der kann dann die Infobox des Anhalter sein. Analog zum Stadtschloss.
      Hier wird das Projekt Ahb kommuniziert.

      Dieser Bau hätte Signalwirkung - eine Einladung zum Anbauen etwa der Seitenflügel für verschiedene Investoren.
      Die Kosten für das Eingangsvestibül schätze ich auf 1 Mio €, wer weiß genaueres?

      Gefahr droht derzeit vom projektierten Exilmuseum.
      Der Stifter ist Bernd Schultz, Berliner Kunstauktionator und nach Verkauf seiner Kunstsammlung sicher mehrfacher Millionär.
      Er will mehrere Meter hinter dem Portikus ein 5000m2 großes, 2- bis 4-stöckiges Gebäude errichten.
      Natürlich ein Neubau, ausdrücklich keine Rekonstruktion von Bauwerksteilen des Anhalter.

      Meine Meinung:
      Dieser, wahrscheinlich abstrakt gestaltete Neubau wird wie eine Bombe hinter dem Portikus einschlagen.
      Und dabei nicht nur die dortigen Grundmauern zerstören, sondern das gesamte Areal auch optisch zerstören.
      Und Bernd Schultz sagte: Der Ort ist authentisch und hat eine Aura.
      Genau das zerstört er mit einem Neubau.

      Das möchte ich gern verhindern! Wer macht mit?

      ...auch wenn ich sonst die Idee für ein Exilmuseum zumindest nachvollziehen kann.

      Schöner Gruß an alle Anhalter

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von reschbanner ()