Anhalter Bahnhof

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    • Der Moderator schrieb:

      Wir werden das in unserem Forumsteam diskutieren, ob das Wort "glorreich" falsch oder missverständlich gedeutet werden kann. Es trägt allerdings auch nicht zur Diskussion bei und ist deshalb unglücklich gewählt.
      Das ist ja wohl nicht euer Ernst oder? :lachentuerkis:

      Ich zitier mal aus völlig anderem Zusammenhang, aber genauso gut passend:

      Saxonia schrieb:

      Wer keine Arbeit hat, schafft sich welche.
      Wo sind sie geblieben, Moderatoren, die etwas souveräner und gelassener reagiert haben und nicht gleich alles auf die Goldwaage gelegt haben, nur weil ein Nutzer politkorrekt hyperventiliert wenn ein Wörtchen wie "glorreich" im Zusammenhang mit einem Kaiserbildnis fällt... :kopfschuetteln: :whistling:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • thommystyle™ schrieb:

      Wo sind sie geblieben, Moderatoren, die etwas souveräner und gelassener reagiert haben und nicht gleich alles auf die Goldwaage gelegt haben
      Wir sollen noch gelassener reagieren?
      Es wurde weder gedroht noch sofort gelöscht. Wir wollen auch nicht übermoderieren. Trotzdem muss man alle Parteien ernst nehmen.


      Die Diskussion ist beendet.
    • Hier noch einige Fotos zum Bahnhof und seinen Hallen in sehr guter Auflösung:








      Quelle: Architekturmuseum der TU Berlin


      Ein Rekonstruktionsprojekt wäre wirklich eine gute Sache. So ein Bahnhofsgebäude kann eine Gegend wirklich sehr positiv prägen. In Zürich beispielsweise wird die alte Bahnhofshalle des Zürich HB auch nicht mehr für Zugeinfahrten genutzt, sondern ist dem neuen Bahnhof lediglich angegliedert. Im Vergleich zu Zürich hätte man auch in der unmittelbaren Umgebung wesentlich mehr Planungsspielraum zur Verfügung und könnte das Areal um das Gebäude unter Einbeziehung des Bahnhofsgebäudes entwickeln, da dort noch viel Platz zur Verfügung steht.
    • Spreetunnel schrieb:

      'Glorreich ' ist ein Zitat des letzten Kaisers, der den Deutschen versprach: 'Wir gehen glorreichen Zeiten entgegen'

      Da muss man Persönlichkeiten der Zeitgeschichte schon richtig zitieren: Kaiser Wilhelm sprach von "herrlichen Tagen" und nicht von "glorreichen Zeiten".

      Originalzitat: "Zu Großem sind wir noch bestimmt, und herrlichen Tagen führe ich Euch noch entgegen."

      Quelle: planet-wissen.de/geschichte/pe…elm_der_zweite/index.html

      Wer sich also an dem Wort "glorreich" stört , der sieht vielleicht das Jahr 1908 nicht als glorreiche Zeit an, kann aber dafür nicht den Kaiser zitieren.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Wenn man das Gebäude rekonstruiert, dann kann das nur als Bahnhof funktionieren. Dazu müsste man dieses Event Zelt entfernen und die Gleise gen Süden zumindest teilweise wieder instand setzen bzw. neu verlegen und mit den heutigen S-Bahn Gleisen zurechtsortieren. Glücklicherweise sind zumindest über der Yorkstraße noch genügend alte Brücken vorhanden, d.h. falls diese nicht zusammenfallen, wenn ein Zug drauf steht. :--)
      Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.
    • Ein ständiger Zugbetrieb ist nicht erforderlich, außer im noch funktionierenden S-Bahnhof.
      Zwei Gleise z. B. auf der Ostseite für eine museale Verwendung wäre eine denkbare Lösung.
      So kann das Tempodrom stehen bleiben und beide bildeten einen "spannenden" Kontrast.
      Hier braucht es einen mutigen Investor, der die Hülle neu errichtet mit einem stimmigen Konzept.
      Im Prinzip ist der Anhalter ein Opfer geworden aus vielen Gründen:
      -Überdruss mit den Kriegsruinen
      -Zeitgeist und Abrisswut des damals amtierenden Bausenators Schwedler
      -Indirekt auch eine milde Fortsetzung der Germania-Planungen
      -letztendlich auch die Folge der Vier-Mächte-Situation, die nur in Wien funktionierte und dort auch schneller zu Ende war, aber in Berlin mangels eines gemeinsam verwalteten zentralen Bezirks prinzipiell nie funktionieren konnte.
      Hadern mit dem Schicksal hilft nicht. Aber aus einem zumindest teilweisen Wiederaufbau wird nur etwas wenn sich ein passender Investor findet und der Senat auch mitzieht.
      Karstadt am Hermannplatz, als bislang neuestes und größtes privat finanziertes Rekoprojekt in Berlin wird voraussichtlich was werden. Allerdings ist dort die Machbarkeit bereits in Prüfung, und ein Konzept einfacher, auch aufgrund der geklärten Besitzverhältnisse.
      Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.
    • Bei dem Wort "spannender Kontrast" sehe ich rot.

      Unter diesem Deckmantel wurde in den letzten fünfundzwanzig bis dreißig Jahren jede vollständige Rekonstruktion einer wiederaufbauwürdigen Örtlichkeit in Berlin verhindert. Erinnert Euch doch bitte, was für hirnrissige Wettbewerbe durchgeführt wurden mit teilweise sogar preisgekrönten Entwürfen, die einem die Haare haben zu Berge stehen lassen.
      Die Konstruktion einer Reichstagskuppel hat Forster schließlich auch erst beim dritten Anlauf auf Druck des Bundes zähneknirschend akzeptiert.
      Beim Schloß bekommen wir eine 3/4 Fassade und ob die Bauakademie zumindest äußerlich Schinkel wird oder doch ein "spannender Dialog" mit einem unerträglichen Mischmasch, steht doch auch in den Sternen. Es genügt schon, dass selbst bei 100%igen Rekonstruktionen aus Gründen heutiger Baugesetze (Brandschutz, etc) leichte Zugeständnisse gemacht werden müssen.
      Was nutzt uns eine prächtige Bahnhofshalle im Originalausmaß und der originalen Fassade, wenn dort kein Zugverkehr stattfindet, der das notwendige Leben hineinbringt. Einkaufstempel ist ohnehin schon jeder Großstadtbahnhof.
    • Oberbaumbrücke schrieb:

      Was nutzt uns eine prächtige Bahnhofshalle im Originalausmaß und der originalen Fassade, wenn dort kein Zugverkehr stattfindet, der das notwendige Leben hineinbringt.
      Eine Wiedererrichtung des Anhalter Bahnhofs mit ursprünglicher Funktion (Sackbahnhof) ist einfach mal nicht drin. Da hilft es nichts, es sich noch so sehr zu wünschen. Diese Hoffnung laut zu äußern gibt einen lediglich der (verdienten) Lächerlichkeit preis.
      Wenn wir eine Rekonstruktion des Bahnhofs diskutieren wollen, dann müssen wir auch neue Nutzungen diskutieren. Zugverkehr wird "das notwendige Leben" nicht bringen - wie wäre es mit einem Museum (musée d'Orsay) oder eben einem Einkaufszentrum?
    • Was nutzt uns eine prächtige Bahnhofshalle im Originalausmaß und der originalen Fassade, wenn dort kein Zugverkehr stattfindet, der das notwendige Leben hineinbringt. Einkaufstempel ist ohnehin schon jeder Großstadtbahnhof.


      Das sehe ich anders. Der Hamburger Bahnhof in Berlin zeigt doch, dass alternative Nutzungskonzepte für solche Bahnhofsgebäude durchaus möglich sind. Architektonisch sind auch Markthallen wie die Markthalle 9 sehr ähnlich und auch für die Markthalle hat man ein gutes Nutzungskonzept gefunden bzw. beibehalten, die Markthalle belebt die gesamte Gegend. Wenn das Areal unter Einbezug des Bahnhofsgebäudes entwickelt würde, könnte es eine gemischte Nutzung des Areals aus Museum (scheinbar gibt es ja Bedarf nach Fläche), Unterhaltung/Schauspiel/Theater (zusammen mit dem Tempodrom) und Gastronomie geben.
    • Um den städtebaulichen Wert dieses grandiosen Bahnhofs mal ein wenig ins rechte Licht zu rücken, hier ein Wettbewerbsentwurf von 1910 (Wettbewerb "Groß-Berlin"), der aus der Königgrätzer Straße eine "Bahnhofsprachtstraße" machen wollte. Ein bisschen schade ist es um den damals städtebaulich noch funktionierenden Askanischen Platz, aber auch mit breiterer Straße wirkt dieser Bau immens gut im Stadtgefüge, ohne irgend etwas zu erdrücken oder zu dominieren. Auch die Arkaden an der Straße finde ich schön; Kenner werden sich an die Reformarchitektur und vor allem an Leipzig erinnert fühlen...


      Quelle: Brix/Genzmer, Wettbewerb Groß-Berlin 1910. Bahnhofsprachtstraße. Architekturmuseum der TU Berlin, architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=79&POS=43, Creative Commons.
      "Die Qualität städtischen Bauens resultiert aus einer Generationen währenden, kollektiven Leistung." Hans Kollhoff