Innenräume des Berliner Schlosses

  • Das Schloss ist nun, 70 Jahre nach seiner endgültigen Zerstörung, fertig. Es ist äußerlich, mit einigen modernen Trakten, wiederhergestellt. Im Innern befindet es sich quasi im "Rohbau", so wie viele historische Bauwerke nach dem Krieg (z.B. Münchner Residenz, Dresdner Schloss etc.). Die Räume im Schloss werden nun vom Humboldt Forum und seinen Weltkulturausstellungen genutzt, dementsprechend finden sich dort nur Nutzräume, ohne künstlerischen "Wert", den haben dafür die Exponate.


    Das Schöne ist, dass dich recht viele Säle, Treppenhäuser und Raumfluchten von kunsthistorische Bedeutung JEDERZEIT rekonstruiert werden KÖNNTEN.


    Derzeit haben die Verantwortlichen daran kein Interesse, was ja nun auch mit dem derzeitigen Nutzungskonzept zu tun hat. Aber es ist möglich und sobald eine Generation von Entscheidungsträgern am Ruder ist, die sich der kunsthistorischen Bedeutung des Schlosses wieder bewusst ist und der Wille da ist, die Rekonstruktion des Schlossinneren voranzutreiben (auch finanziell), werden die Innenräume wiedererstehen. Da bin mich mir ganz sicher. Einziger Haken an meiner Zuversicht: ich hab keine Ahnung, wann das der Fall sein wird...🤷‍♂️😅

  • Eine Frage in die Runde, was ist eigentlich mit den Wandteppichen in der Bildergalerie geschehen, die sind doch hoffentlich gerettet worden und wo ist dessen Verbleib ? Hat jemand eine bessere Darstellung als ich ?


    Schlacht bei Wolgast



    Schlacht bei Stettin



    Schlacht bei Fehrbellin



    Schlacht beim Kurischen Haff



    Schlacht um Sund



    Schlacht um Rügen

  • Snork

    Changed the title of the thread from “Innenräume des Berliner Stadtschlosses” to “Innenräume des Berliner Schlosses”.
  • Weiß jemand was aus diesem Tisch nun eigentlich wurde oder wo er jetzt hin kam?

  • Habe gerade hier gelesen, dass:


    "Der weisse Saal, kürzlich mit grosser Pracht und einem Kostenaufwande von 300,000 Thlr. umgestaltet und vergrössert, enthält die Marmorstandbilder der 12 brandenburgischen Kurfürsten, ferner oben in Blenden 8 Standbilder, die 8 Provinzen des preuss. Staates versinnbildlichtend, darunter Karyatiden mit den Wappenschilden. "


    Weiß jemand wo ich Detailaufnahmen davon finden könnte?

  • Vier Kolorierungen vom Inneren des Berliner Schlosses (ich schaue mal, dass noch weitere folgen :-) )


    Gigantentreppe:



    Weißer Saal (hier hielt ich mich an eine alte nicht so optimale Kolorierung, da ich kein Farbbild fand):



    Detail des Teesalons (ebenfalls anhand einer alten Kolorierung):



    Schweizer Saal (mangels Farbvorlage farblich möglichst dezent gehalten):


  • War die Gigantentreppe eigentlich aus Holz? Auf einigen Fotos (z.B. hier, Fotos 4-6) sieht man, dass die Rampen zum 1. Stock gerade und ohne Gewölbe nach oben gehen und an den Knickpunkten von Steigung zu Treppenabsatz zum Teil nicht mit Säulen abgestützt sind. Als Laie kann ich mir nicht vorstellen, wie das statisch funktionieren sollte, wenn es gemauert wäre (und Stahlträger & Beton wird man ja zur Barockzeit noch nicht benützt haben). Auch die zierlichen Baluster scheinen mir dafür zu sprechen. Weiß da jemand Näheres?

    "In der Vergangenheit sind wir den andern Völkern weit voraus."

    Karl Kraus

  • Nochmal Schweizer Saal in besserer Qualität:



    Boisierte Galerie:



    *edit


    Zwei Aufnahmen des Rittersaals:




    Gobelingalerie:



    Apollosaal (eingefärbt anhand eines alten Aquarells):



    Eine weitere interessante Perspektive der Gigantentreppe:



    Treppe zum Weißen Saal:



    Marmorsaal:


  • Reminiszenz an eine untergegangene Pracht



    Konzertzimmer in den Königskammern



    Rittersaal mit der falschen Darstellung des Kontinents Amerika ( links )



    rechtes Eckstück der Decke im Rittersaal ( Ostseite )

  • Wooow... vielen Dank für die wirklich sehr, sehr gut kolorierten Bilder.....


    Seien wir dankbar dafür, dass wir sie uns hier und in Büchern auschauen können und dass zumindest der Außenbau des Schlosses wieder steht.


    Diese Innenräume werden niemals wieder erstehen. "Untergegangene Pracht" wie du richtig schreibst.

  • Sag´ niemals nie.

    Gigantentreppe und Schweizersaal sollen doch wohl von den Raum-Proportionen, die Stella eingeplant hat, rekonstruierbar sein.

  • Aber wann und wie jemals, wenn sich die Museen erst mal "festgebissen" haben...

    Aber ich freu mich derweil am Außenbau.

    Ein wahrliches Jahrhundertwerk ist vollbracht......

  • Zwei kleinere, aber umso prächtigere Räume:


    Die Drap d‘Or-Kammer von Schlüter, einst das Tabakskollegium Friedrichs III. Die Geniengruppe links stammt (vermutlich) von Balthasar Permoser.


    Die Rote Samtkammer. Einer der wenigen Räume, dessen Wandbespannung sich noch im Ursprungszustand befand. Koloriert nach einem Gemälde.


    Und noch eine zweite Aufnahme des Weißen Saals:



    Die Schwarze Adler-Kammer (hier konnte ich leider auf gar keine Vorlagen zurückgreifen und wählte farbliche Entsprechungen aus anderen Räumen. Falls jemand die Farben der Draperien kennt, kann ich das jederzeit noch korrigieren):



    Sternsaal:



    Der Schinkelsche Teesalon, der wiederum farblich ziemlich akkurat sein sollte:



    Der Schadowsaal von Erdmannsdorf:



    Konzertsaal:



    Die königliche Kunstkammer:



  • Viele hoffen auf eine Wiederherstellung wenigstens einiger prägnanter Räume.

    Allein... wenn ich die Fotos sehe schwant mir - das können wir heute nicht mehr.

    Ist ja unglaublich, was die damals drauf hatten.

  • Jein,


    Können tun wir das schon, wie die Rekos der Räume der Münchner Residenz, der drei Festsäle in Bruchsal, des Spiegelkabinetts in Würzburg oder jetzt auch der Dresdner Paraderäume zeigen.


    Aber:


    Es kostet in dieser Qualität unsagbar große handwerkliche, kunsthandwerkliche und kunsthistorische Anstrengungen und sehr viel Geld.

    Vielleicht wird das in Berlin bei/für einen Raum irgendwann einmal gehen. Die Treppe wäre schon der Kandidat dafür...... Aber nie für 30-40 oder gar 60 (!) relevante Räume (neben den Schlüterräumen gab es ja auch noch die von Schinkel, Gontard und Erdmannsdorff [die ich wesentlich toller finde, als die von Schlüter])

  • Nochmals zurück zum Schweizer Saal.

    Hier wurde vor einiger Zeit die Frage nach einer der Eckfiguren auf den Podesten aufgeworfen.

    Ich habe das jetzt herausfinden können. Es ist Wilhelm Tell, der seinem Sohn das Bogenschießen erläutert und dabei auf einem Waldstättener Löwen (mittlerweile ausgestorben) sitzt. Das Motiv der Skulptur ist natürlich auf den Schweizer Saal gemünzt und diese dürfte wahrscheinlich erst aus dem 19. Jhdt. stammen. Warum Tell einen altgriechischen Helm trägt, weiß ich aber auch nicht...


    ummu2ic_ls020376_full0ek8g.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Diese Kolorierungen sind einfach mega toll! Sie geben einen so schönen Eindruck in das Schloss.


    Ich finde eine 1:1 Rekonstruktion müsste vorerst gar nicht erfolgen, wie auch im Mannheimer Schloss zum Beispiel, fände ich auch im Berliner Schloss eine Wiederherstellung der Kubaturen und Andeutungen von Deckengemälden unter Einbezug der historischen Möbel usw. schon sehr gut. Es würde dem Schloss große Authentizität verleihen.


    Beispielsweise sind ja die ganzen Teller aus dem Rittersaal noch vorhanden.

    Viele Wandteppiche gibt es noch.

    Mega viele Möbel!

    Diese ungewöhnliche Sitzbank aus der roten Samtkammer, das Gemälde drüber gibts auch noch und alle Hocker!

    USW.!