Plauen

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    • "Antiquitus" schrieb:



      "Historische Authentizität nicht gegeben" - bei einem Jugendstilobjekt? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Es ist wirklich katastrophal, wie gerade mit Jugendstilbauten umgegangen wird, denn im Gegensatz zum Historismus ist dieser eigenständig und in seiner Qualität mit Gotik, Barock oder Rokoko mindestens gleichzusetzen!
    • Kann man da nicht mal - von APH oder S.-D. 'nen Brief hinsenden? Nur damit denen auch mal von weiter weg vor Augen gehalten wird, dass sowas Schwachsinn ist. Selbst wenn unser (scheinbar ohnehin überflüssige) Denkmalschutz es nicht als denkmalwürdig ansieht, müsste man es doch wenigstens aus Gründen der Ästhetik erhalten - egal was Architekten erzählen, ein Neubau wird sicher nicht schöner.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Ich weiß zwar nicht, ob die Dame das so gesagt hat, aber wenn man die Sätze zusammen liest, ist es schon irgendwie ungwöhnlich:
      "Weil es nach dem Krieg keine originalgetreue Rekonstruktion gab, [...] [sei] [d]ie für die Denkmalwürdigkeit erforderliche Authentizität ist nicht mehr gegeben". :D

      Und dass man so eine Sauna mit Kuppel nicht betreiben kann, glaube ich nicht - anderswo werden die neu gebaut...
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • Die Große Kreisstadt Plauen ist ein Oberzentrum im Südwesten des Freistaates Sachsen. Mit knapp 68.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt des Vogtlandes und die fünftgrößte Stadt im Freistaat. Seit 1996 ist sie Kreisstadt des Vogtlandkreises, in den die bis dahin kreisfreie Stadt am 1. August 2008 eingegliedert wurde.
      de.wikipedia.org/wiki/Plauen
      plauen.de


      Nur weil kein Geld da ist, gibt es Schonfrist für eine ganze Häuserzeile. Das macht nicht viel Hoffnung...

      Marode Häuserzeilen bleiben stehen
      Private Hausbesitzer bekommen keine Fördergelder für den Abriss - Stadtverwaltung sieht derzeit keinen Ausweg


      An der Oelsnitzer Straße in Plauen stehen viele Häuser leer und sind unsaniert.
      Foto: Ellen Liebner
      Plauen. Als erster Eindruck von der Spitzenstadt Plauen wirken die mit maroden Häusern gespickten Einfallstraßen Plauens nicht gerade einladend. Und das wird auch so bleiben. Denn Fördergeld für den Abriss der verfallenden Substanz ist nicht in Aussicht. Darauf hat Antje Härtl vom Fachbereich Umwelt und Bauordnung der Stadtverwaltung am Montagabend in der Sitzung des Ortschaftsrates Straßberg aufmerksam gemacht. Sie stellte dort das Fachkonzept Städtebau und Denkmalpflege des neuen Stadtkonzeptes Plauen 2022 vor, das in den nächsten Monaten in den städtischen Ausschüssen beraten und von den Stadträten verabschiedet werden soll.

      In dem Konzept steht, wie sich die Stadt an welchen Stellen auf welche Art und Weise weiterentwickeln könnte. An der Pausaer Straße, der Oelsnitzer Straße, der Martin-Luther-Straße und anderen mit maroden Altbauten flankierten Routen bleibt die Entwicklung demnach stehen. "Gerade dort wäre es am nötigsten", erklärte die städtische Mitarbeiterin. Landesbehörden seien jedoch der Auffassung, dass mit dem Abtragen der historischen Gebäude die Identität der Städte verloren ginge. [...]

      Quelle und Vollltext mit Abbildung:Freie Presse

      Plauen aus der Vogelperspektive.
      Scheint sehr schöne Ecken mit gründerzeitlichem Bestand dort zu geben; außerhalb des unmittelbaren Zentrums schon jetzt SEHR lockerer perforierter Baubestand (Plauener Spitze eben) und genügend Riegelbebauung mit überwiegend Ü60-Bevölkerung gibt es vermutlich auch. Ein kleines Chemnitz, wie es scheint.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Eine wunderbare Zeile. Wie kann man da auch nur im entferntesten an Abriß denken? Aber stattdessen sieht man ja den Erhalt sogar als großes Übel und städtebauliche Misere an. Da zeigt sich wieder, wie extrem polarisiert die Gesellschaft in Sachen Architektur und Städtebau ist. Differenter kann man ja wohl nicht ticken?!

      In Sachen Gründerzeit möchte ich Palantir beipflichten. Ich bin auf der Strecke DD-FR sehr oft durch Plauen gekommen (war kurz nach der Wende auch in der trotz Kriegslücken ebenfalls erstaunlichen Altstadt), und schon vom Zug aus sieht man die endlosen historistischen Straßenzüge großstädtischer Machart.

      Auch die Hauptfußgängerzone außerhalb der eigentlichen Altstadt hat für Gründerzeit- und Jugendstilfans noch Erstaunliches zu bieten:
      bing.com/maps/?v=2&cp=sdgq6fj0…cene=10894160&lvl=2&sty=b
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Stammen diese Brachen noch größtenteils aus dem Krieg oder hat dort schon der "Stadtumbau Ost" gewütet?


      Das ist natürlich nur schwer zu sagen und muss von Fall zu Fall geprüft werden.

      Ansonsten kann ich dir für Chemnitz diese Seite empfehlen:

      baudenkmäler-chemnitz.de
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Hallo erstmal an alle, dies ist mein erster Beitrag nach Wiederanmeldung - der alte Account ließ sich nicht wiederherstellen... aber das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, weil sich mein Wohnort geändert hat und ich nun in Plauen daheim bin. Darum hier jetzt ein paar Anmerkungen zum Stadtbildgeschehen in der Vogtland"metropole"

      Die Probleme ostdeutscher Städte sind ja bekannt: Leerstand (in Plauen angeblich ca. 25%), Verfall der GRünderzeitviertel, Brachen, Lücken, händeringende Suche nach vermeintlich heilsbringenden Investoren... Was das Stadtbild vielleicht weniger "schön" dafür interessant macht, ist die Geschichte - der rapide Aufstieg zur GRoßstadt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, der fast ausschließlich der boomenden Textil-, im besonderen der Stickereiindustrie zu verdanken war, und der langsame Abstieg nach dem ersten WEltkrieg, nachdem es kaum mehr zu größeren Bauaufgaben kam. Dann die massiven Zerstörungen durch den Bombenkrieg, die wüste Schneisen im Stadtgefüge hinterließ, obwohl der kleine Kernbereich der Altstadt im wesentlichen erhalten blieb, vorallem in der Silhouette.

      Manche dieser Lücken wurden nach der Wende gefüllt, allerdings wenig glücklich: am zentralen Postplatz ("Tunnel") entstand ein 0815 Einkaufszentrum samt grausigem Parkhaus. Der Witz dabei: gleich gegenüber befand sich das historische ehem. Kaufhaus Horten, das ungefähr zur selben Zeit zusperrte und seitdem mehr oder weniger leer steht. Nun soll es umgebaut werden zum neuen Sitz des Landratsamts Vogtlandkreis (vgl. baunetz.de/meldungen/Meldungen…_entschieden_1005467.html)

      Bilder schick ich nach, sobald ich sie sortiert hab :)
    • So hier nun eine erste Tranche Bilder. Zuerst eine Fernsicht auf Plauen mit den Türmen der Innenstadt: Rathausturm (neobarock) und Turmpaar der Johanniskirche:




      Ein anderer - wenn man so will typischer Blick: über eine Industriebrache auf die Türme der Altstadt - auch der Schlot gehört dazu, ist ein geschichtlicher Bestandteil der Silhouette mMn:




      Jetzt das erwähnte Einkaufszentrum "Stadtgalerie" am zentralen Verkehrsknotenpunkt: aus dieser Sicht nicht unbedingt eine Katastrophe im Stadtbild, aber doch zu wuchtig und monoton mMn:




      Schlimmer ist das nebenan errichtete Parkhaus. Wie man sieht liegen "Stadtgalerie" und Parkhaus in einem Tal (ehem. Syratal) - hier bestand bis 1945 dichte Altstadtbebauung!




      Blick in das Tal mit Blick auf das Parkdeck:




      Eine Bausünde aus DDR-Zeiten: die Glasfront des Neuen Rathauses. Es gibt Absichten, die ursprüngliche neobarocke Fassade zu rekonstruieren, aber dafür ist in nächster Zeit wohl kein Geld vorhanden:




      Ein Kontrast, der weh tut: das ehem. Postamt in der Bahnhofstraße und ein weiteres Einkaufszentrum ("Kolonnaden"): links typischer, aber bewährter Historismus, rechts billige Containerarchitektur...




      Plauen bekommt demnächst eine neue Sehenswürdigkeit: ein Denkmal zur Erinnerung an die Wende 1989; Einweihung am 7. Oktober!



      Bei Interesse folgen hier gern weitere Bilder!
    • Hallo randolph carter,

      willkommen zurück im Forum (wer immer Du zuvor gewesen bist) und danke für die Ansichten von Plauen.

      Weitere Bilder sind selbstverständlich erwünscht; ich bitte aber um Eröffnung eines eigenen Galeriestranges "Plauen", zumal dieser noch nicht vorhanden ist.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)