Kandidaten für "Das hässlichste Gebäude"

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Hier ein Rendering des Neubaus sowie weitere wunderschöne Bauten der letzten Jahre:


      (Quelle: avs-wohnbau.de/sinsheim-unteres-tor/)


      (Quelle: wohnquartier-elsenz-mitte.de/w…r-elsenz-mitte-header.jpg)

      Hierzu muss man wissen, dass an dieser Stelle einst eines der letzten Industriedenkmäler Sinsheims stand
      (Quelle: rnz.de/cms_media/module_img/19…c3e0f133a7e8542b6d94b.jpg)

      Mein Liebling, inmitten der "Altstadt":

      (Quelle: oszter.de/wp-content/uploads/2014/05/P1050745_pt-624x438.jpg)

      Dahinter zu erkennen: eines der letzten Häuser der "Altstadt", wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bald abgebrochen. Erst in den letzten Wochen oder Monaten wurde neben der Stadtkirche ein stattliches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert abgebrochen...
    • Es ist auch übertrieben zu behaupten, in Sinsheim gehe es um die "letzten Häuser" der Altstadt. Es ist dort noch recht viel historische Bausubstanz vorhanden, wie auch der Wikipedia-Eintrag mit Beispielen bestätigt. Das soll nichts beschönigen, aber ich halte auch nichts von Überdramatisierung.

      Norilsk ist für mich der städtebauliche Albtraum. Ich kann es mir nicht schlimmer vorstellen.
      In dubio pro reko
    • Ich merke, es wird dringend Zeit für eine Galerie. Ja, der Wikipedia-Eintrag arbeitet mit schönen Bildern, das sind allerdings auch immer dieselben Motive, die man findet, wenn man nach Sinsheim googelt o.ä. Nein, der Altbaubestand in Sinsheim ist mittlerweile eher als gering einzustufen. Neben dem historischen Rathaus, dem kleinen Viertelchen um die Ziegelgasse und ein paar wenigen Fachwerkhäusern ist nicht mehr viel zu finden. Insgesamt definitiv keine schöne Stadt. Und der Trend geht in schwindelerregender Geschwindigkeit nach unten. Alleine im letzten halben Jahr sind zwei Altbauten aus der Innenstadt verschwunden.

      Zu Sinsheim muss man sich tatsächlich keine Illusionen machen. ;)

      Also, Galerie über Sinsheim kommt. Versprochen.
    • Zu Beginn der 1970 er Jahre wurden 12 Ortschaften nach Sinsheim eingemeindet. Deshalb vermute ich, dass viele der bei Wikipedia gezeigten Bilder evtl. nicht in der Kernstadt aufgenommen worden sein dürften, sondern in den eingemeindeten Ortsteilen. Die Kernstadt hingegen wird m. E. eher von modernen Betonbauten und Flachdachkisten geprägt sein, während sich in den Ortsteilen und den umliegenden Dörfern manch gemütlicher und malerischer Winkel erhalten hat. Entsprechend hatte sich vor Jahren auch mal eine frühere Kollegin geäußert, die aus der Gegend von Sinsheim stammte.
    • Ja, ungefähr so lässt es sich beschreiben. Wobei auch die umliegenden Gemeinden wie Weiler, Reihen, Steinsfurt, Hoffenheim, Dühren etc. mittlerweile im Ortskern häufig von Leerstand geprägt sind, wohingegen sich immer neue Neubaugebiete an den Dorfrändern erschrecken. Der Flächenverbrauch in Sinsheim und den Gemeinden ist mehr oder weniger katastrophal. Wer das nicht glauben kann, der schaue sich das Neubaugebiet, wo sich das Stadion, die Badewelt und das neue Klimazentrum befinden, südlich der A6 an.

      In Dühren wurde vor ein paar Jahren sogar die alte Synagoge abgebrochen, ein durchaus interessanter Bau. Ich kann mich erinnern, dass damals entschieden wurde, das Gebäude einzulagern und bald wieder an anderer Stelle aufzubauen. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Informationen finden sich hier:

      alemannia-judaica.de/duehren_synagoge.htm

      P.S.: Ich glaube, wir sollten wieder zum Thema Hässlichstes Gebäude zurückkehren. ;)
    • "Mantikor", ich widerspreche Dir selten. Eine etwas andere Ansicht möchte ich aber dennoch an dieser Stelle vertreten. Das gezeigte Gebäude ist ja verhältnismäßig klein und stört scheinbar kein historisches Ensemble (wenn doch, bist Du sicher besser informiert). Insofern stört es mich kaum. Der Innenraum ist gläsern, lichtdurchflutet, und von der Terrasse hat man sicher einen guten Blick. Was mir an dem Gebäude aufstößt, ist das offene, leere Untergeschoss, das keinen praktischen Sinn macht, und der Sichtbeton-Teil, bei dem mich wundert, dass sich dort kein Graffiti findet.

      Ich war diesen Sommer ein paar Mal in Frankfurt am Main im "Oosten" im Osthafengebiet. Das ist ein ähnlicher Bau. Etwas größer, etwas besser genutzt. Keine Perle, aber durchaus passend in die ehemalige Hafen-Landschaft. Schlicht, aber nicht ungemütlich gestaltet. Auf der Terrasse sitzt man gut und hat einen schönen Blick.

      images.app.goo.gl/PhkebbpdJB1XMYz69

      images.app.goo.gl/pqFk1BVCgdaz7w6B7

      images.app.goo.gl/5BzYRif6iaiKB3Gu8

      Also, vom "hässlichsten Gebäude" sind diese kleinen, allein stehenden Gastro-Häuschen für mich weit entfernt, sofern es sich um vereinzelt errichtete Bauten handelt. Auch wenn das natürlich nicht meine bevorzugte Form der Architektur ist.
    • Bin gerade im Urlaub in der Schweiz. Gestern die alte Stadt Chur besichtigt. Die Altstadt ist sehr schön, aber ansonsten stehen uns die Schweizer in nichts nach, was hässliches Bauen angeht. In Klosters hat man mitten im Ortskern ein fürchterliches Betonmonster errichtet, das zukünftig als Schulzentrum fungieren soll. Pikant dabei: Es steht direkt gegenüber vom Hotel Walserhof, wo Prince Charles jedes Jahr absteigt. Er dürfte sich darüber wohl ziemlich ärgern, denn wir wissen ja dass the Prince of Wales ein Freund traditionellen Bauens und ein Gegner des Modernismus ist.
      In dubio pro reko
    • @"Andreas"
      Ich habe ja geschrieben, dass ich zum Standort des kleinen Aussichtscafés nichts sagen kann. Sollte dieser ein historisches Ensemble stören, lehne ich das selbstverständlich ab. Ebenso bin ich bei Dir, dass das "Oosten" in Frankfurt besser gestaltet ist, da dort solche Sichtbeton-Wände außen nicht in dieser Form existieren. Insofern sind wir eigentlich einer Meinung.
    • Mantikor wrote:

      Die 'Glashütte' auf dem Erfurter Petersberg (Bj. 2000) - für mich eine Ausgeburt der Hölle.
      Mein erster Gedanke war "Umspannhäuschen?", mein zweiter Gedanke "Noch nicht fertig?" und mein dritter "Bauruine?". Dann erst habe ich gelesen, dass das offenbar bewusst so aussehen soll.

      Die Uhrenmanufaktur "Glashütte Original" sollte gute Chancen haben, wenn sie ob des Designs auf Rufschädigung klagen.
      _______________________________________
      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Ein ganz besonders schönes Exemplar wird uns die nächsten Jahrzehnte den Blick auf Berlin versüßen:

      edge.tech/portfolio/edge-east-side-berlin

      Der Baubeginn ist bereits erfolgt, mit 140 Metern wird es zunächst auch Berlins höchstes Hochhaus und zweithöchstes Bauwerk nach dem Fernsehturm.

      Verantwortlich sind Bjarke Ingels-Architekten aka BIG Group, die sich im Moment weltweit mit dieser Form der Architektur "auszeichnen". War der oft verpöhnte Gehry wenigstens noch skulputral, so ist Bjarke Ingels' Architektur reduziert auf's Klötzchen stapeln und leider auch besonders gut darin, Stadtstrukturen zu (zer)stören und jegliche Rücksicht auf die Umgebung vermissen zu lassen. Aufgrund seines jungen Alters dürfen wir uns noch auf viele Schmankerl von ihm freuen...
    • Das Muster von Bjarke Ingels ähnelt sich offenbar. Vor eine Hintergrundstruktur wird eine zerrissene, asymetrische Vorhangfassade gesetzt. Im Berliner Fall sind es stufenartige Glasflächen vor einer Rasterfassaden-Struktur. Im Fall der Hamburger "Edge ElbSide" sind es unfertig montiert wirkende Teile einer Rasterfassade vor einer Glas-Struktur, also exakt anders herum.

      Ich gebe recht, dass das wohl ästhetischer Mist ist, aber der Architekt kann, wenn nichts dazwischen kommt, dank seines Jahrgangs (*1974) die Welt noch ein paar Jahre verhässlichen.
    • Dazu kommt, dass die handwerkliche Qualität der Gebäude von BIG sehr schlecht ist: undichte Dächer, billige Baumaterialen usw.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker