Kandidaten für "Das hässlichste Gebäude"

  • Dazu kommt, dass die handwerkliche Qualität der Gebäude von BIG sehr schlecht ist: undichte Dächer, billige Baumaterialen usw.

    Na, dann wird das Ganze ja eh bald in sich zusammenstürzen. :)
    Wenigstens baut er es nicht direkt in eine historische City. So schlimm sieht das Hochhaus nicht aus, kein Unterschied zu anderen Hochhäusern in anderen Großstädten. Es gibt wirklich Schlimmeres.

  • Ein neuer Bewerber:
    Friedrich-Engels-Straße 19, Berlin-Pankow (Niederschönhausen)



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • weiß nicht. Solcherart Futurismus finde ich immer deutlich besser als Rasterlangeweile, Bauklötzestapel oder gar diese konsequente Nichtgestaltung wie beim Pankower Beispiel weiter oben.

  • Genau: das ist wenigstens noch Umgebungs-autistische Gestaltung. Schlimmer ist Nicht-Gestaltung.


    wie Z.B. der Neubau im Potsdam "Go In II"
    Luftpost

    Ich wurde angewiesen meine Signatur zu ändern.

    Seis drum.

  • Ich möchte den Vorrednern in mehreren Punkten widersprechen.


    1. Ich störe mich eigentlich schon an dem Begriff "Futurismus". Der Begriff beinhaltet das Wort "Futur", was Zukunft bedeutet. Der Begriff überhöht die Bauten der gezeigten Art, in dem er ihnen zuspricht, eine Gestaltung der Zukunft darzustellen.
    Warum wird suggeriert, dass diese kantig-sperrigen Gebäude wirklich in irgendeiner Weise die Baukunst der Zukunft sein werden? Weil sie vielleicht einigen suprematistischen Bildern ähneln, die vor 100 Jahren gemalt wurden? Weil sie womöglich von einigen Raumschiffen inspiriert sind, die wir in ein paar Hollywood-Filmen oder Science-Fiction-Serien gesehen haben?
    Vielleicht wird die Zukunft über derlei Entwürfe herzlich lachen. Vielleicht ist die Zukunft überhaupt nicht von sperrig-kantigen Großstrukturen, gewollten Asymetrien und glatten Wandflächen geprägt, sondern von ganz weichen, organischen Formen?


    2. Ich verstehe, dass einige Foristen von Rasterfassaden gelangweilt sind. Und dass sie deshalb nach irgendetwas dürsten, das ihnen Abwechslung verschafft. Indes, sie sollen sich einmal vorstellen, wie unsere Städte aussehen würden, wenn sich diese Designformen flächendeckend durchsetzen würden. Würden sie wirklich in einer Stadt leben wollen, die zu großen Teilen von Adepten von Meixner Schlüter Wendt, Libeskind, Gehry usw. gestaltet wären? Oder würden sie es als selbst herbeigerufene Dystopie empfinden? Die Geister, die ich rief? Jedenfalls würden dagegen moderne japanische Großstädte wohl als Idyllen harmonischer Lieblichkeit erscheinen.


    3. Der Geist solcher Bauten, wie die von Meixner Schlüter Wendt ist letztlich einer des Egoismus, der sich bracchial gegen die Umgebung und jede Tradition stellt und dieser bewusst den Stinkefinger zeigt. Es ist ein Geist der Verneinung, der sich jeder Einpassung, jeder Harmonie entzieht.
    Das mag jemand, der von der derzeitigen Rasterbauweise gelangweilt ist, aufregend finden. Aber wie lange?


    P.S.: Das von "Luftpost" gezeigte "Go:In 2" ist eigentlich gar kein typischer Rasterbau, sondern hat durch seine grobe Treppenstruktur in der Fassade eine eigentlich schon neo-brutalistische Komponente.

  • Für mich sind beides Dystopien. Sowohl die Libeskind Schüttelarchitektur, als auch die öden Rasterfassaden.
    Ich befürchte, dass Rasterfassaden länger bestehen bleiben als Meixner Schlüter Wendt. Rasterfassaden stumpfen ab, man gewöhnt sich daran. Meixner Schlüter Wendt provoziert. Mittlerweile werden aber solche provozierenden Bauten, die in die Jahre gekommen sind, abgerissen und durch monotone Rasterfassaden ersetzt (was nicht in unserem Sinne sein sollte).
    Letztens entdeckte ich hier das hässlichste Gebäude-Essemble der letzten Jahre.



    https://commons.wikimedia.org/…aus_Hamburg-HafenCity.jpg


    Das muss man erstmal schaffen: diese konsequente Disharmonie von allen Seiten.

  • Ich stelle mir grade vor, meinen "liebevoll mit ausgesuchten Kieselsteinen geschmückten Steingarten" in so einem Abrisskalender zu finden. Haha zu genial. Was ist nur mit den Leuten los, völlig geschmacksbefreit...

  • Nicht alle Beispiele in der Fotostrecke finde ich wirklich so hässlich. Würde man z.B. den einen Vorgarten von seinen Steinen befreien und begrünen (was ja eher ein kleiner Aufwand ist), wäre das dahinter ein ganz normales Einfamilienhaus. Auch stellt die Architektin einige neoklassisch angehauchte Objekt in den Kalender. Klar, man mag diese etwas kitschig finden, aber ob auch das Berliner Springer-Haus von Koolhaas oder ein Libeskind in dem Kalender Platz findet? Oder legt sie sich besser nicht mit den mächtigen Fachkollegen an, sondern nur mit kleinen, recht einflusslosen Hausbesitzern?