• Die 1960/61 erbaute evangelische Lukaskirche, architektonisch durchaus ein interessanter Bau, hat einen neuen Nachbarn. Der Neubau des Evangelischen Kirchenkreises ist 50er Jahre Bauten nachempfunden und harmoniert in meinen Augen gut mit dem Gotteshaus.

    Ich habe mir das Gebäude inzwischen "live" angeschaut. Es wirkt tatsächlich von außen wie ein Bau aus früheren Zeiten. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, es könnte neu sein. Leider hat man ausgerechnet die Zeit ausgewählt, in der Gebäude meist noch unattraktiver waren als heute...


    Viel schlimmer finde ich aber, dass die evangelische Gemeinde, die offenbar finanziell sehr gut aufgestellt ist, vom bisherigen Standort (Lukaskirche) auf das im Stadtteil zentraler gelegene Gebiet der ehemaligen Oxford-Kaserne umziehen möchte und dort einen Neubau errichten will, der meine Aussage von oben ("noch unattraktiver ... als heute") absurd erscheinen lässt:


    https://www.antennemuenster.de…ford-quartier-556492.html


    Dagegen sind Lukaskirche und neuer Kirchenkreis ja traumhaft schöne Gebäude. Die Lukaskirche steht übrigens unter Denkmalschutz und wird nach dem Umzug der Gemeinde nicht abgerissen werden.

  • Was haltet ihr vom Hansator? Wegweisende Aufwertung oder austauschbare Würfel-Architektur mit 50er-Jahre-Regendach?


    Ich bin hin- und hergerissen.... bin gespannt auf eure Meinung!


    Wegweisende Architektur ist es definitiv nicht. Während die Gepäckabfertigung aus den 1930ern noch ein schönes Beispiel Münsteraner Heimatschutzarchitektur war, ist das Hansator lediglich durch die Klinker noch im nördlichen Teil Deutschlands verankert.

    Münster hat während des Wiederaufbaus viele moderne, Münster-typische Häuser hervorgebracht, leider gelingt das den heutigen Planern nicht mehr. Alleine Fensterrahmen aus Ibbenbürener oder Baumberger Sandstein währen mal ein Anfang.


    Das Hansator ist für mich wie das Haus Buddenturm in der Buddenstrasse (für das übrigens auch ein Altbau, hier sogar ein altes Fachwerkhaus weichen musste): Austauschbar, über den kleinsten gemeinsamen Nenner „Backstein“ vielleicht noch regional verortbar, aber weit hinter dem, was man noch bis in die 1950er beherrscht hat.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Im Münsteraner Hafenarbeiterquartier wurde ein unscheinbares 50er Jahre Gebäude auf "hip" getrimmt und leuchtet nun himbeerrot. Da fühlt sich die Generation "Irgendwas mit Medien" bestimmt pudelwohl darin.



    Quote

    Am aufwendigsten war die leuchtend rote Raspberry Fassade. Neben dem roten Backstein sowie den gedeckten Farben der Putzbauten sticht das Himbeerrot hervor. Das ehemalige Arbeiterviertel bekommt damit einen neuen Baustein, der von innen heraus leuchtet und sich klar zur eigenen Familie und Herkunft bekennt. Eine Botschaft für alle Besitzer von 50er Jahre Häusern: eine Sanierung kann auch mal ganz anders aussehen.


    Raspberry Haus Münster

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Da fühlt sich die Generation "Irgendwas mit Medien" bestimmt pudelwohl darin.

    Aber allenfalls der LBQT-Teil dieser Generation.... wenn er auf schlechten Geschmack steht...

    ;-\

  • Aber allenfalls der LBQT-Teil dieser Generation.... wenn er auf schlechten Geschmack steht...

    ;-\

    Decke sowohl "irgendwas mit Medien" als auch den "LGBTIQ"-Teil ab und habe durchaus auch eine Vorliebe für schlechten Geschmack.


    Das Haus aber ist selbst mir "too much".


    ;-)

  • Das zeugt von Deinem guten Geschmack.


    (Das mit dem LGBT sollte übrigens auch nicht Dich oder jemanden anderen angreifen. Das nur zwischendurch erwähnt. Ich habe selbst Leute aus dem Bereich im weiteren Bekanntenkreis. Es war damit gemeint, dass es in Teilen dieser Szene ja einen Hang zu "rosa" oder "rosa Einhörnern" gibt. Wem es gefällt. Als Fassadengestaltung brauche ich das - bei aller Liebe - aber wirklich nicht.)

  • Die homosexuellen Freunde, die ich habe, haben durchgehend einen sehr guten Geschmack gepaart mit Lebensstil. Viele der besten Designer sind auch homosexuell, aber dieses Haus hier ist - Verzeihung - rosa, gestapelte Kacke. Einfach nur peinlich.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Vorsicht, ich denke, in diesem Forum dürften sich Etliche aus diesem Bereich befinden, also Obacht :wink:.

    Das Haus ist eine Kinderei. Barbis Traumhaus in hässlich.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Auf der Seite sehe ich nur irgendwas aus Beton, das ins,Hochgebirge gebaut wurde. Sieht zumindest auf den ersten Blick nicht sehr ökologisch aus.

  • Ein kleiner Film über das älteste Fachwerkhaus der Stadt (Bergstraße 9), siehe oben:

    External Content www.youtube.com
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  • Das älteste Fachwerkhaus der Stadt zu sein ist nicht weiter schwer, die Konkurrenz ist in Münster ja leider nicht mehr allzu groß. Aber ein schöner kompakter Film über die Bauforschung - und mal wieder ein Beleg dafür, was für eine reichhaltige Forschungsgrundlage auch äußerlich unscheinbare Häuser bieten können.

  • Was hat die Stadt eigentlich mit dem Haus nach Abschluss der Untersuchungen vor? Was soll inhaltlich damit geschehen?

  • Hallo zusammen,


    ich habe zwischen den Jahren ein paar Fotos vom im Sanierung befindlichen ehemaligen Adelshof "Korff-Schmiesinger Hof" gemacht. Er wurde seit ca. 100 Jahren als Studierenden-Wohnheim genutzt. Es soll nun in das Erdgeschoss eine Kita einziehen. Weiterhin soll es im umgebauten Gebäude 20 Wohnungen und 20 Studenten-Appartements geben. Leider habe ich keine Vorher-Fotos, aber die Veränderung ist sehr positiv. Ich meine, dass es dazu auch bereits einen Beitrag gab, konnte ihn aber eben nicht finden. Standort: Neubrückenstraße 58


    Vorderansicht Neubrückenstraße 58:



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    Rückansicht Stiftsherrenstraße:



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  • Diese Sanierung sieht mir aber stark nach Styroporplatten aus. Positiv sind die Fensterläden, die die vorherigen Rollläden ersetzen. Bedauerlich ist, dass das schmucke Eingangsportal entfernt wurde.


    Bilder vorher siehe hier.

  • Stimmt, das Eingangsportal mit der Laterne im Oberlicht fehlt leider, das hatte ich nicht mehr in Erinnerung. Mir ist im Übrigen aufgefallen, dass diese Art Portal in Münster sehr häufig vorkommt. Auch in vielen Gebäuden der Wiederaufbauzeit der 50er Jahre. Weiß jemand etwas darüber? Ist das evtl. etwas speziell Münsterländisches?

  • Puh, mir gefällt es überhaupt nicht. Die Fensterläden wägen die bodentiefen Fenster, die gröbere Fenstergliederung und vor allem die üble Styroporoptik nicht auf.

    Vor allem verglichen mit dem Vorkriegszustand ist es eine weitere Verschlechterung.


    Münster ist übrigens auf Apple Maps komplett in 3D verfügbar, was hilfreich ist, wenn man sich die Wirkung im Stadtbild ansehen will.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)