Münster

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    • Ich hatte mich mal im September um die Schlosskapelle gekümmert und will endlich mal die der Universitätsverwaltung entrungenen Infos einstellen. Einen bestimmten Leser interessiert's bestimmt. :zwinkern:

      Also: Die Michaelskapelle soll grundsätzlich wiederhergestellt werden. Nur das Wann steht in den Sternen. Die Baukosten sollen sich - spekulativ - für den Baumewerdentwurf verdoppelt haben. Und ein nötiger Ersatz für die wegfallenden Vorlesungsräume soll auch noch mal soviel kosten (mit diesen eher virtuellen Kosten bin ich nich' janz d'accord). Jetzt bleibt die Hoffnung, dass die Wiederherstellung in der anstehenden Renovierung des Schlosses stattfindet und nicht alles Geld mit schicken "Info-Points" und neuen Uni-Emblemen verzockt wird. To be continued...
    • Danke der Info zur Schloßkapelle.
      Ich interpretiere mal: Die Rekonstruktion kommt erstmal nicht.
      Den "Geist" in Münster schätze ich so ein, dass jetzt erst die inzwischen denkmalgeschüptzte Schloss- (Uni-) Aussattung der 50er Jahre saniert wird. Darüber "vergisst" man die mögliche Rekonstruktion der Kapelle, weil
      a) das Geld lieber wo anders ausgegeben wird
      b) eine Diskussion viel zu Heikel ist (die Alt-68er mit Bart würden in ihrer Harmonie mit sich selbst gestört).

      Wenn ich schon höre, dass für die dann entfallenen drei(!) Hörsäle Ersatz her muss. Dann soll man doch die vorhandenen Räume intensiver nutzen.
    • Leipziger: In die Achse - Nein. Kubus? Aber sicher! ;)

      Die "Musikhalle" soll im Süden des Hindenburgplatzes entstehen. Das ist wiederum nur planungsgeschichtlich erklärbar, da dem Konzerthaus gegenüber im Norden ein Museum für moderne Kunst entstehen sollte ("Kulturforum"), achsensymmetrisch zum Schloss. Die Museumsplanung wurde jedoch fallengelassen und der Kulturforumsplan gegenstandslos. Übrig blieb das Konzerthaus - und das auf dem in den Planungen vorgesehenem Platz.
      Baumewerd hat mE völlig recht, das zu beanstanden, bzw. seinen Vorschlag zur besseren Fassung des Hindenburgplatzes - auch in Symmetrie zum Schloss - zu präsentieren. Mich überzeugt's.

      Was Dich vll. auch interessiert:
      http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/?em_cnt=161381&\r
      www.westfaelische-nachrichten.de ... nt=161381&

      Ach ja: Und auf der Stubengasse rollen Bagger :gg:
    • Zum Schlossplatz: Ich finde die Baumewert-Strukturierung der ehemaligen Wallanlagen mit dem Konzerthaus als Solitär in den Wallanlagen auch ziemlich gut. Gut deshalb, weil unheimlich konservativ. Eigentlich haben keinerlei Bauten in den Wallanlagen was verloren, aber im Fall eines Konzerthauses scheint mir eine Ausnahme gerechtfertigt. Durch die nördliche Anordnung bleibt weiterhin das Gerichtsgebäude an der Ecke zur Gerichtsstraße im Süden von etwa 1875 auf dem Platz präsent, was ich richtig finde.

      "Brandmauer" schrieb:

      Zum Westf. Landesmuseum: hmm. Vor allem an der Ecke Rothenburg/Pferdegasse aendert sich doch nichts zum Positiven.


      Oh je :schockiert:
      Der 70er Jahre-Anbau des Landesmuseums war ja schon eine Katastrophe. Stadtebaulich ein zu kleiner Klotz, der keinerlei Raumbezüge wirklich aufnimmt und dazu ein unpassendes dunkeles Fassadenmaterial hat.

      Und das neue? Alles wird anders, aber wieder das gleiche Thema. Diesmal kein Kubus, sondern ein Dreieck, das ganz nervös eine Ecke in den historischen Domplatz schiebt und aufdringlich schreit: "Guckt hier, ich bin der Beste! Diesmal nicht schwarz, dafür weiss.
      http://foto.westfaelische-nachrichten.de/Neubau_des_LWL-Landesmuseum/9/69043/69045.html?em_client=WN\r
      foto.westfaelische-nachrichten.d ... _client=WN

      Warum kann man nicht wieder die große Tür des Altbaus öffnen und die Besucher direkt in den schönen historischen Lichthof aus warmem Baumberger Sandstein eintreten lassen? Das hat sich wohl keiner der Architekten getraut.

      Die Bagger an der Stubengasse habe ich im Dezember schon live gesehen, aber nur bei Dunkelheit, so dass ich letztlich nicht viel gesehen habe. Was erwartet uns denn nun hier?

      Darüberhinaus habe ich erstmal die fertigen Neubauten
      -Regierung am Domplatz,
      -Münster-Akaden 2. Bauabschnitt und
      -Kettelerscher Hof Königsstraße
      in der Altstadt gesehen - alle drei Projekte irgendwie ähnlich. Die Bezirksregierung ist auf jeden Fall eine Verbesserung, möglicherweise aber nur, weil die Fassadenmaterial "Blech" von 1970 durch Naturstein (Sandstein?) von 2006 ersetzt wurde. Dachte gar nicht, dass sich dies auf den Blick zum Rathaus so positiv auswirkt. Bei den anderen bin ich mir noch nicht sicher. Immerhin sind alle Bauten als ein klares "Ja" zur dichten europäischen Stadt zu verstehen und halten sich an die Stadtkanten. Die Fassadenmaterialien (Naturstein) sind hochwertig. Insgesamt sind alle Fassaden jedoch eher monoton und wenig kleinteilig.

      Dann habe ich noch mehrere neue Betonkisten am Hafen gesehen, diese m.E. durchweg enttäuschend, vor allem die unruhige Kiste neben Bolles+Wilson am Hafenweg. Da wünsche ich mir beinahe die wilden Parkplätze zurück.

      Und am alten Steinweg (Abbruch Gründerzeithaus gegenüber Polizei) ist noch eine Brachfläche.
    • @Leipziger:
      Und das neue? Alles wird anders, aber wieder das gleiche Thema. Diesmal kein Kubus, sondern ein Dreieck, das ganz nervös eine Ecke in den historischen Domplatz schiebt und aufdringlich schreit: "Guckt hier, ich bin der Beste!

      Mann, Du hast einfach ein architektonisches Auge. Ja, der ganze Entwurf scheint auf Museumsreklame ausgerichtet. Nicht nur der in den Domplatz ragende Bug, auch die Durchwegung ist so ein Mittel.
      Hoffentlich gewinnt wenigstens das Museum als solches durch den Neubau.

      Warum kann man nicht wieder die große Tür des Altbaus öffnen und die Besucher direkt in den schönen historischen Lichthof aus warmem Baumberger Sandstein eintreten lassen? Das hat sich wohl keiner der Architekten getraut.


      Ich könnte mir vorstellen, daß der Lichthof für die gewollte Realisierung eines Museumsumgangs (Raumfolge) als Eingangsaal einfach schlecht liegt. Ein Schmuckstück, das besser genutzt werden sollte, ist er in jedem Fall.

      Die Bagger an der Stubengasse habe ich im Dezember schon live gesehen, aber nur bei Dunkelheit, so dass ich letztlich nicht viel gesehen habe. Was erwartet uns denn nun hier?


      Na klar - den Tank voll Glühwein pumpen und dann alles auf die Dunkelheit schieben :zwinkern:
      http://foto.westfaelische-nachrichten.de/Stubengasse/9/6620/6622.html\r
      foto.westfaelische-nachrichten.d ... /6622.html
      Ab jetzt googelste aber selber.

      Immerhin sind alle Bauten als ein klares "Ja" zur dichten europäischen Stadt zu verstehen und halten sich an die Stadtkanten. Die Fassadenmaterialien (Naturstein) sind hochwertig. Insgesamt sind alle Fassaden jedoch eher monoton und wenig kleinteilig.


      Die Bauten sind einem besonders lieb, wenn man noch die Vorgänger im Kopf hat. Z.B. dieses Hochhaus am Ketteler Hof - brrrrrrrrrrr....
      Was das weitere Entwicklung in MS angeht, siehts eher schlecht aus: der neuer Stadtplanungsamtleiter wäre in Gelsenkirchen vll. ein Topmann, für Münster ist er eine Fehlbesetzung: Ohne ein Gespür für das kontinuierliche, traditionsbewußte und nachhaltige Entwickeln, was diese Stadt ausgezeichnet hat. Man wird sehen.

      Dann habe ich noch mehrere neue Betonkisten am Hafen gesehen, diese m.E. durchweg enttäuschend, vor allem die unruhige Kiste neben Bolles+Wilson am Hafenweg. Da wünsche ich mir beinahe die wilden Parkplätze zurück.


      Warum soll das kleine Münster sich nicht auch seine Hafencity gönnen. Und hier wie in Hamburg gilt: Je mehr das Projekt fortschreitet, umso mehr strahlt es unterkühlte Langeweile aus.
      Komm einfach im Sommer wieder und trink 'n Cocktail im Hafen. Dunkel wird's dann auch :gg:
    • Neue Baustil in Deutschland

      @Brandmauer & Van Dijk.

      Die neue Baustil sieht man auch klar in Berlin: Pariser Platz Neubauten, Kanzleramt, Brit. Botschaft, Innenministerium, Kolhoff-bau am UdL: alle helle lichte Aussenseiten, grosse Wände ohne viel Fenster abgewechselt mit grosse Glaswände, Eckige Formen, wenig runde Formen (nur im Fenster).

      Vermeidung "warme" Farben der Fassade (sandgelb, lichtbraun, grau-töne, karmin usw.).
    • Neubau am Alten Fischmarkt / Altstadt

      Zurück zu den Wurzeln: Der Investor Lohmann will fünf neue Giebelhäuser am Alten Fischmarkt bauen – und zum Abschluss einen Paukenschlag zur Voßgasse setzen: Ein verwundenes, verformtes Gebäude in Höhe des Theater-Turms gegenüber. Kostenpunkt: 40 Millionen Euro.

      Am Montagmorgen stellten die Investoren und ihr Architekt Jörg Preckel das riesige Projekt vor. Eineinhalb Jahre lang hat die Familie benötigt, um die Grundstücke zu kaufen, ein Jahr lang hat sie in Abstimmung mit der Stadt geplant. Herausgekommen ist ein Bauprojekt mit traditionalistische wie visionären Zügen.

      Entlang des Fischmarktes nehmen sie mit den fünf Patrizierhäusern die Traufkante der vorderen Gebäude wieder auf, wie sie beispielsweise bei „Hasardeur“ oder an der Lamberti-Apotheke sichtbar ist. Am Ende, zur Voßgasse hin, schießt die Dachlinie schräg in die Höhe. Darunter befindet sich ein Gebäude mit gewölbter Außenhaut und Fenstern, die unterschiedlich tief ins Gebäude eingelassen sind. Hinter den Häusern schafft der Architekt einen ovalen Platz.

      (...)

      Architekt Preckel: „Das Projekt ist ein Stück Wiederaufbau in einem Maßstab, der der Altstadt gerecht wird und Münster so zurück in die Zukunft führt.“ In der Tat ähnelt die neue Bebauung dem Alten Fischmarkt, wie er sich vor dem Krieg darstellte. Er war mit Giebelhäusern ähnlich dem Prinzipalmarkt bestanden.

      Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Häuser beschwert. Der Wiederaufbau erfolgte nicht historisierend, so wie am Prinzipalmarkt, sondern am Nutzwert orientiert. Niedrige Häuser, viele Dachgauben: Viel Wohnraum musste in möglichst kurzer Zeit geschaffen werden.

      (...)

      Ein ovaler Innenhof soll hinter den Giebelhäusern entstehen.
      Als Baubeginn des 40-Millionen-Projektes peilt Lohmann das Frühjahr 2010 an. Das Projekt soll in einem Bauabschnitt realisiert werden. Die Bauzeit ist in etwa so lang bemessen wie der soeben fertiggestellte Bau an der Stubengasse. 18 bis 20 Monate plant man für den Alten Fischmarkt, an der Stubengasse baute man 22 Monate.


      Quelle: muensterschezeitung.de/lokales…-investiert;art993,718511

      Münster - Ein spektakuläres Neubauprojekt plant ein münsterischer Investor am Alten Fischmarkt. Für 40 Millionen Euro will die Familie Lohmann unter anderem fünf repräsentative Giebelhäuser entlang des Fischmarktes sowie ein hochmodernes Gebäude an der Ecke Fischmarkt/Vossgasse errichten. Baubeginn könnte bereits im Frühjahr 2010 sein, sollte die Politik dem Vorhaben grünes Licht erteilen, so Projektleiterin Isabelle Lohmann.

      Fünf Architekten hatten im Vorfeld Entwürfe für das Vorhaben eingereicht, für das die nach dem Krieg errichtete Häuserzeile vom Alten Fischmarkt 7 bis zur Vossgasse einschließlich der kürzlich freigezogenen Deutsche-Bank-Filiale komplett abgerissen werden soll. Der Siegerentwurf stammt vom Büro Pfeiffer/Ellermann/Preckel und wurde am Morgen von Architekt Jörg Preckel vorgestellt. Er bezeichnete das Projekt als einen "verspäteten Wiederaufbau", mit dem mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem Giebelhäuser an den Fischmarkt zurückkehren sollen.


      Quelle (mit Bildstrecke): westfaelische-nachrichten.de/l…den_alten_fischmarkt.html
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Vielen Dank für den Hinweis, Däne.

      Das wird doch ein schönes Projekt. Zwar könnten die Giebel durchaus prägnanter gestaltet sein, aber allein die Rückkehr zur giebelständigen Bebauung am Alten Steinweg ist ein guter Weg.
      Das grässliche Eckgebäude der Deutschen Bank , Alter Steinweg/Voßgasse, wird nun endlich verschwinden können - selbst das in den Visualisierungen nur angeschnittene fragwürdige neue Eckgebäude wird eine Verbesserung des Anblicks der Gasse vom Bült zur Lambertikirche bedeuten.

      Ein weiterer Artikel:
      echo-muenster.de/node/56741
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Münster

      Sieht durchaus ansehnlich aus, dieses Neubauprojekt - und kann nur eine Verbesserung für die Stadt sein, die wohl zu den am meisten geschundenen historischen Großstädten in Deutschland gehört, obwohl sie ja immer wieder als ach so tolles Beispiel für den Wiederaufbau genannt wird. Für den Prinzipalmarkt mag das durchaus zutreffen und für die damalige Zeit war das auch eine tolle Leistung, aber der Rest der Altstadt ist meines Erachtens schlicht Grütze - zumal es über 60 Jahre nach dem Krieg immer noch zahlreiche als Parkplatz genutzte Brachflächen gibt.
    • Re: Münster

      Zustimmung, mit der Maßgabe, dass der Prinzipalmarkt eine zwiespältige Angelegenheit ist: einerseits wurde mW in keiner anderen bundesdt Großstadt ein derartig weitläufiges Ensemble so ansprechend wiederaufgebaut, vis-à-vis von der Lambertikirche sogar architektonisch interessant (eine der wenigen Stellen, wo ich über Unterschutzstellung des Wieder- dh Neuaufgebauten nachdenken würde), andererseits ist s gemessen an polnischen Maßstäben - dh sogar weit darunter, schließlich geht es ja nicht um eine ganze Altstadt, sondern nur um deren Zentralensemble - eine mehr als dürftige Leistung.

      Der Hauptschandfleck Münsters muss hier auch einmal genannt werden: So etwas wie die Telephonscheibe ist selbst in der alten BRD einzigartig!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)