Potsdam - Speicherstadt und Brauhausberg

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • Ich denke, das sind die Rohbauten von J und H. Oder stehen auch schon E und F als Rohbauten? G und I folgen ja erst in den nächsten 2-3 Jahren.

    Und - man wagt es kaum zu fragen - was macht die Tiefgarage der südlichen Speicherstadt? Es hieß doch mal, dass wegen des Wasserschutzes der derzeitige Bauruinen-Zustand unhaltbar sei.

    P.S.: Was symbolisiert die Säule auf dem Foto?

  • Heimdall, die Säule auf dem Foto ist ein Kunstwerk des DDR Künstlers Jürgen von Woyski ,geschaffen 1970 als Postmeilensäule.(Näheres unter Wikipedia)

  • Ich denke, das sind die Rohbauten von J und H. Oder stehen auch schon E und F als Rohbauten? G und I folgen ja erst in den nächsten 2-3 Jahren.

    Und - man wagt es kaum zu fragen - was macht die Tiefgarage der südlichen Speicherstadt? Es hieß doch mal, dass wegen des Wasserschutzes der derzeitige Bauruinen-Zustand unhaltbar sei.

    P.S.: Was symbolisiert die Säule auf dem Foto?

    H ist im erweiterten Rohbau fertig, da wird derzeit das Dach gemacht, Fenster dauern noch.

    J ist im erweiterten Rohbau fast fertig, da wird derzeit die Dachkonstruktion und Kosmetik gemacht. Fenster werden derzeit auch montiert.

    E und F die Baugrube ist fast fertig, Rohbau soll Anfang Januar beginnen.

    G Sobald die Tiefgerage von E und F eine Decke haben, geht es hier auch los. Geplant ist Frühjahr/Sommer 2021

    I wird denke ich mal nicht vor 2022 beginnen.

  • Die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ), hat dem Interessierten am 29.12.2020 über einen kurzen Zeitraum die Möglichkeit gegeben auf eine Diskussion zu begleiten die zwei MAZ Redakteure miteinander geführt haben.


    Es wurde folgende Frage gestellt:


    Was passiert mit dem alten Landtag auf dem Brauhausberg in Potsdam? Geplant sind Luxuswohnungen. Jetzt wird die Forderung nach einer Rekonstruktion des markanten Turms laut.


    Die Pro-Seite vertritt in diesem Fall der MAZ Redakteur Volker Oelschläger:


    Zur Blüte gelangte die Freude an der Kopie nach dem Mauerfall. Betrieben wurde Rekonstruktion mit so soldatischer Strenge, dass im Hof des Stadtschlosses nicht einmal eine Glaspyramide à la Louvre, auf der Spitze des Garnisonkirchenturms nicht einmal ein Nagelkreuz wie in Coventry eine Chance bekam. Vor diesem Hintergrund ist es konsequent, wenn Wieland Niekisch als ausgewiesener Traditionalist die Gunst des anstehenden Umbaus nutzt und eine originalgetreue Wiederherstellung des von Schwechtenschen Turms auf dem Brauhausberg wünscht.


    Wenn der Investor nun sagt, er wolle „nicht rekonstruieren, sondern neu interpretieren“, dann liegt er an so einem Platz in Potsdam falsch. Niekisch und die seinen aber sollten sich im Klaren sein, dass weitere, anders fokussierte Wellen der Rekonstruktion durchaus denkbar sind. Dann könnte es um die originalgetreue Wiederherstellung der Fassade an den Resten des alten Rechenzentrums gehen. Getreu der Devise: Ganz oder gar nicht. Aber in dieser Hinsicht war Potsdam schon immer für Überraschungen gut."


    Die Contra-Seite vertritt der MAZ Redakteur Peter Degener:


    "In Potsdams Mitte setzen sich Menschen vor allem für den Wiederaufbau alter Gebäude ein, weil sie noch das alte Stadtbild kennen und von einem aufeinander abgestimmten Gesamtwerk schwärmen. Warum aber hat nie jemand für den Zuckerbäckerzierrat auf der Turmspitze des alten Landtags geworben? Ganz einfach: Potsdam wurde im Kaiserreich eine schon damals fremdartige, mittelalterlich wirkende Krone mit Fachwerk und vielen Türmchen aufgesetzt.


    Dieser Historismus hatte zur Geschichte der Stadt nie Bezug. In der Gegenwart würde mit diesem Turm nichts zum barocken Stadtbild hinzugewonnen, wie es bei Stadtschloss, Garnisonkirche und den Karrees in der Mitte der Fall ist. Zugegeben: Durch Lage und Höhe war der Turm stadtbildprägend. Die Abstockung einer der letzten Hohenzollern-Schöpfungen in Potsdam war vielleicht ein Fehler der Denkmalpflege. Auch die jetzige Ästhetik ist streitbar.


    Die Wiederherstellung wäre ein zweiter Fehler. Die Anlage auf dem Brauhausberg spiegelt gut 100 Jahren deutsche Geschichte wider: Preußische Kriegsschule, Reichsarchiv in Weimarer und Nazi-Zeit, Politzentrum in der DDR und im wiedergegründeten Land Brandenburg."


    (Quelle: Auszug aus dem Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ), 29.12.2020)



  • Auch wieder diese komische Argumentation. Die Turmspitze war "stadtbildprägend". Die Abstockung war "vielleicht ein Fehler". Und die jetzige Ästhetik "ist streitbar"....


    ... Jeder logisch denkende Mensch würde daraufhin antworten: Dann baut die Turmspitze doch wieder auf!


    Nicht aber ein deutscher Zeitungsredakteur. Eine Wiederherstellung des Zustands vor dem "Fehler" sein "ein zweiter Fehler". Denn der verkrüppelte Turm stehe irgendwie für "100 Jahre deutsche Geschichte".... Häh?... ;-\

  • Der Vorschlag kam leider von der CDU. Deshalb wird er sicher nicht verwirklicht, auch wenn die Stadt sonst immer gern NS-Projekte umbaut. Hier aber ist der wilhelminische Turm eindeutig viel schöner: das darf natürlich nicht sein.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Jedenfalls war der jetzt leider verstümmelte Turm um Welten schöner mit dem Zierfachwerk. Gab es nicht auch noch andere Gebäudeteile mit Fachwerk? Ich meine mich an obere Stockwerke der Fassade in Fachwerk zu erinnern, auch an Zwerchgiebel, dies auf einer Abbildung gesehen zu haben. Schon etwa ab 1890 bis gegen den I. Weltkrieg war Fachwerk an Fassaden von Gebäuden, meist oberen Bereichen von Villen (Giebel und Türme) sehr beliebt. Dies verleiht den Häusern im Allgemeinen eine gemütliche Note, zumal wenn diese Gebäude im Stil der Neogotik oder der Neorenaissance gehalten waren. Wenn sich denn dann auch noch ein größerer Park um diese Gebäude befand, so ergab dies einen malerische Eindruck, welcher oftmals an ein Schlösschen oder, bei größeren Gebäuden, an ein Schloss erinnerte. An solchen Bildern kann man sich auch heute noch herzlich erfreuen, ganz besonders dann, wenn diese Anwesen auf einer Anhöhe stehen und dadurch eine weithin sichtbare, schöne Wirkung entfalten. Das alles war ja zu Potsdam gegeben. Eine Rekonstruktion sollte unbedingt den äußerlichen Zustand der Erbaunungszeit wieder herstellen. Die barocken Häuser der Innenstadt würden dadurch jedenfalls weder berührt noch in irgend einer Weise beeinträchtigt. Nach Ende der Rekonstruktion wären sehr, sehr viele Menschen beeindruckt, ja geradezu begeistert. Davon bin ich aufrichtig überzeugt.

  • Jedenfalls war der jetzt leider verstümmelte Turm um Welten schöner mit dem Zierfachwerk. Gab es nicht auch noch andere Gebäudeteile mit Fachwerk? Ich meine mich an obere Stockwerke der Fassade in Fachwerk zu erinnern, auch an Zwerchgiebeln, dies auf einer Abbildung gesehen zu haben. Schon etwa ab 1890 bis gegen den I. Weltkrieg war Fachwerk an Fassaden von Gebäuden, meist oberen Bereichen von Villen (Giebel und Türme) sehr beliebt. Dies verleiht den Häusern im Allgemeinen eine gemütliche Note, zumal wenn diese Gebäude im Stil der Neogotik oder der Neorenaissance gehalten waren. Wenn sich denn dann auch noch ein größerer Park um diese Gebäude befand, so ergab dies einen malerische Eindruck, welcher oftmals an ein Schlösschen oder, bei größeren Gebäuden, an ein Schloss erinnerte. An solchen Bildern kann man sich auch heute noch herzlich erfreuen, ganz besonders dann, wenn diese Anwesen auf einer Anhöhe stehen und dadurch eine weithin sichtbare, schöne Wirkung entfalten. Das alles war ja zu Potsdam gegeben. Eine Rekonstruktion sollte unbedingt den äußerlichen Zustand der Erbaunungszeit wieder herstellen. Die barocken Häuser der Innenstadt würden dadurch jedenfalls weder berührt noch in irgend einer Weise beeinträchtigt. Nach Ende der Rekonstruktion wären sehr, sehr viele Menschen beeindruckt, ja geradezu begeistert. Davon bin ich aufrichtig überzeugt.

    Ja, richtig erinnert! Ich glaube, dass das letzte Altbaugeschoß komplett mit Fachwerkfassade ausgeführt ist. Die Rekonstruktion des Turms wäre jedenfalls eine Bereicherung und würde dem Gebäude wirklich gut stehen. Aktuell schaut es eher nach NS Ordensburgturm aus. Erinnert ja auch an deutsche Geschichte. Wem es gefällt. Ich erinnere mich da lieber an die vermutlich beste und schönste Zeit deutscher Geschichte, aber jedem das seine.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Der Rückbau des Turm's in seiner weitestg. hist. Form würde dem gesamten Gebäude mehr Ausdruck verleihen,und sich deutlich positiv abheben von der sonst modern,gesichtslosen Bebauung am Brauhausberg.

  • Leider hinter der Bezahlschranke, aber der Titel transportiert schon sehr viel...


    "Alter Landtag: Denkmalpflege gegen Rekonstruktion des Turms


    Der frühere Landtag auf dem Brauhausberg wird umgebaut. der Potsdamer Bauausschussvorsitzende Wieland Niekisch will, dass man die Gelegenheit für die Rekonstruktion des früheren Turms nutzt. Doch die Denkmalpflege argumentiert dagegen."


    Quelle: https://www.maz-online.de/Loka…des-Turms-im-Cottage-Stil


    Schauen wir einmal, wer hier am Ende des Tages lachen wird. Rekonstruierte Turmspitze oder NS-Ordensburg mmhhh...zum Glück ticken die Denkmalpfleger in Sachsen anders. Wäre dieser Turm in Leipzig, dann wäre er schon längst rekonstruiert worden - mit Hilfe der Denkmalpfleger dort :wink:.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ich möchte mich zur Schwimmhalle "blu" bzw. zu dem ehemaligen Schwimmhalle aus DDR Zeiten äußern, die zugunsten des "blu" abgerissen wurde.


    Während in Potsdam, Leipzig und Erfurt die Bäder saniert worden sind, wurde das Bad, aufgrund von Mängeln am Dach abgerissen.


    Wie eine Sanierung in Potsdam hätte aussehen können, zeig der Artikel aus Dresden.


    https://www.tag24.de/nachricht…-karl-heinz-anger-1156941

    (Quelle: tag24.de, Region Dresden, 03.08.2019)


    Ich fand die DDR Schwimmhalle eigentlich schön, gegenüber dem grauen Bau was sich heute "blu" nennt.

  • Leider steht keine Gesamtsumme für die Sanierung in dem verlinkten Artikel.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Das ist ja dann in etwa der gleiche Preis wie das Blu in Potsdam.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Beisp.:ich habe die Auswahl zwischen einem nagelneuen modernen Auto oder ein restaurierten 40 jahre altem Oldtimer für den gleichen Preis zu kaufen. Welches Auto kauft man wohl da?Ich denke eine Stadt wird und muss auch so ähnlich denken und auch ökonomisch für die Zukunft abwägen ob es sich lohnt eine rund 50 Jahre alte Schwimmhalle mit all ihrem wasserbedingten Verschleiß, wie Feuchtigkeit,Rost oder auch Schimmel usw, aufwendig zu sanieren oder einen lieber einen Neubau für die gleichen Kosten zu bauen.🏊‍♂️Letztendlich ist und bleibt ein noch so aufwendig saniertes und aufgehübschtes altes Gebäude von seiner Grundsubstanz her, ein altes Gebäude.

  • Es kommt darauf an, was du mit dem Auto vor hast. Benötigst du das Fahrzeug nur am Wochenende, dann genügt der Oldtimer oder brauchst du ein Fahrzeug was jeden Tag viele Kilometer fahren muss.


    Grundsätzlich ging es mir aber darum, dass von der Ästhetik her die Schwimmhalle die vorher dort stand, in meinen Augen schöner war. Das "blu" wirkt als Schwimmhalle wie ein grauer Baumarkt. Und ich bin nicht der einzige, der das "blu" nach Fertigstellung für sein Aussehen kritisiert hat.


    Man hat sich eben wieder einmal von der Visiualisierung blenden lassen.

  • Ja Meister Lampe,was das äußere Erscheinungsbild der alten Schwimmhalle am Brauhausberg betraf,gefiel sie mir auch eindeutig besser als die jetzige.Aber allein nur von der äußeren Schale darf man sich nicht leiten lassen.Nähere Gutachten von Fachexperten im inneren der alten Schwimmhalle kamen sicherlich letzendlich zu dem Ergebnis das dieses Gebäude von der Bausubstanz her nicht mehr zukünftig wirtschaftlich zu halten ist.

    Und die Stadt entschied sich am Ende richtigerweise für einen Neubau.Das dieser äußerlich nicht gerade einladend wirkt, ist eine andere Sache.

  • Wenn man sich aber die Planung Minsk Museum und die Wohngebäude daneben (Baufeld alte Schwinnhalle und Hang) ansieht, sowie auch die nördliche Speicherstadt, passt das Blu nicht in die Umgebung.