München - Kaufingerstraße 11

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • Und was soll daran nun zeitgemäß sein? Der Vorgängerbau war ja gewissermaßen ein Abgesang auf die ruhmreiche jahrtausendealte Baugeschichte der Menschheit, in der jeweils darum gerungen wurde, für einen Neubau eine dem Ort gemässe Formensprache zu entwickeln. Kurz darauf hörte das auf, und deutsche Wiederaufbaustädte wurden aus abertausendfach wiederholten kunstlosen grauweißen Lochfassaden zusammengestückelt. Sechzig Jahre später aber scheint man noch immer keinen Schritt weiter gekommen zu sein. Dass Bauherr und Architekt so etwas für die prominente Münchner Kaufingerstraße vorsehen können, ohne in der Bürgerschaft einen Aufschrei auszulösen (von den "Baufachleuten" ganz zu schweigen), dass kann unsereinen schon in Depressionen stürzen.

  • In "Minga" ist doch eh Hopfen und Malz verloren - ausser vielleicht zur Oktoberfestzeit ;-)

    Dem bald wieder aufgebauten Berlin stehen goldene Zeiten bevor .....

  • Ihr habt es ja schon ausreichend gewürdigt: dieser Entwurf für einen Neubau im Zentrum Münchens ist nur als erbärmlich zu bezeichnen. Leider ist dies kein Einzelfall, wie auch der gestern veröffentlichte Entwurf für die Neugestaltung des Hugendubels am Marienplatz zeigt, den ich gleich zeigen werde....

  • Zwei Aufnahmen noch nachträglich aus der Adventszeit:



    1x mehr erbärmlich, dem Standort nicht angemessen und eine Verschlechterung sowieso...


    Der abgerissene Vorgänger:

  • Um Himmels Willen, warum wurde das alte Haus abgerissen? Stand es nicht unter Denkmalschutz?

  • Nicht nur eine Verschlechterung, sondern unglaublich schlecht, so als ob man sich bemüht hätte, sich möglichst überhaupt keine Gedanken zu machen, es auch nur ein bisschen nach was ausschauen zu lassen. Es verbreitet nicht nur in der Weihnachstzeit eine eiskalte, abstoßende Atmosphäre.

  • Glanzleistung München! so was ist anscheinend in München noch möglich, der Abriss des gelungenen Nachkriegsbaus ist ein Skandal, nicht weniger. Während man nach dem Krieg wenigstens versuchte etwas vom Charme der alten Stadt zu retten, scheinen in München heute nur noch die Investoren über das Stadtbild zu bestimmen. Soviel zur "schönsten Großstadt Deutschlands", wie München ja auch gerne bezeichnet wird. Das deckt sich mit meinen eigenen Beobachtungen, nachdem das Stadtbild immer banaler wird. Dass der "Nachkriegskitsch" nicht unter Denkmalschutz stand, versteht sich von selbst. Ein Sichtbeton-Bunker aus dieser Zeit hätte bestimmt nicht abgerissen werden dürfen. :thumbdown:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Quote

    ...wird München noch teuer zu stehen kommen, wenn sie das denn nicht schon tut.


    Das Absurde ist, dass dieser so naheliegende Satz keineswegs zutrifft bzw keine Bestätigung in der Realtität erfährt. Keine dt. Stadt ist dermaßen touristisch überlaufen, und zwar mit Allerweltstouristen wie Minga. Es ist wirklich ein Phänomen. Wirklich schöne dt. Städte hat man für sich allein, nur in Minga musst froh sein, wenn du noch Platz hinter einem Bier findest. Es ist nicht zu erwarten, dass Kaufingerstraße 11 neu dran etwas ändern wird.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Solange das neue Rathaus, die Frauenkirche und vorallem das Hofbräuhaus stehen wird München wohl weiter Touristen aus aller Welt locken und seinen Ruf behalten, der Rest kann verschandelt sein wie er will...unkaputtbar sozusagen..unfair eigentlich.

  • Solange das neue Rathaus, die Frauenkirche und vorallem das Hofbräuhaus stehen


    und vor allem Anderen der Alte Peter noch am Petersbergl steht ....


    Ein Prosit der Gemütlichkeit!

  • Ich kann mich ja irren, aber wenn ich mich nicht täusche war der abgerissene Vorgängerbau so im 19. Jhr. errichtet, und wurde nach schweren Kriegsschäden wieder hergerichtet - weiß da jemand näheres da zu?

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Der abgerissene Vorgänger ist Ende der 40er Jahre errichtet worden. Weiß jetzt aber auch nicht, was vorher dort stand.


    Noch ein Link zu einer Broschüre der Stadtgestaltungskommission
    40 Projekte aus 40 Jahren
    http://www.muenchen.de/rathaus…Bauaufsicht/KfS-Info.html
    (Weitere Informationen)
    Nr. 32 ist dabei die Kaufingerstr. 11


    Übrigens, nebenan die Nr. 9 war einmal der Gasthof zu den 3 Mohren und weiter westlich an der Ecke zur Fürstenfelderstraße stand einmal der Ettaler Klosterhof. Das waren Zeiten...

  • Nein, dieses Kompliment verdient das Haus ganz und gar nicht. Bei uns hat man in den 70ern wesentlich besser gebaut.

  • Qualität und Bauzeit/stil stehen miteinander in keinem Zusammenhang.


    Formulieren wir es um in "Das Ding sieht ja aus wie den kranken Fantasien eines geldgierigen wie übersparsamen Investors entsprungen". ^^

  • ^
    Ich würde auch die Verwendung des Begriffs "Fantasie" in Zusammenhang mit diesem Bau nochmals überdenken.