• Ja das hängt natürlich vom Umfang ab. Wird das Gebäude in der bestehenden Form weitergenutzt sind meist nur geringe Maßnahmen erforderlich. Kommt es aber zu einer Nutzungsänderung bzw. anstelle von einer Nutzungseinheit zum Einbau mehrerer wird das schnell Problematisch. Alle Probleme sind irgendwie lösbar aber das kostet eben.


    Kauft ein Investor ein Gebäude will er natürlich Gewinn daraus erwirtschaften. Dazu muss er etwas verändern, verbessern oder vergrößern. Deshalb anders formuliert. Für den Investor ist Neubau immer die einfachere und damit Kostengünstigere Lösung.

  • Magdeburg droht mal wieder ein Ungetüm. Diesmal in der Prälatenstraße inmitten der Altstadt, wo ein neuer Wohnblock mit Parkhaus entstehen soll. Dazu fand ein geheimer Architektenwettbewerb statt. Veröffentlicht wurden nur die beiden Siegerentwürfe in der Volksstimme. Ansonsten ist nichts zu finden. Mal wieder ein Meisterwerk der Transparenz. Vermutlich will man es aber genauso?!
    Zwei Entwürfe haben sich den 1. Platz geteilt. Dazu konnte ich noch den dritten Platz recherchieren.


    1. Platz: http://leuschner-gaensicke.de/…FVArV4M#project-undefined -> Links das erste Bild anklicken.


    3. Platz: https://complizen.de/wohnbau-praelaten-strasse-3ter-preis/


    Da Herr Ralf Niebergall den Wettbewerb geleitet hat, ist davon auszugehen, dass die besseren Entwürfe (aus unserer Sicht) wohl am Schluss sind.

  • Am Sternstrasse 2 ist heute ein unansehliches Loch, seit das Gr.Zt.Gebäude einige Jahren her brutal abgerissen wurde. Was soll dann gemacht werden da? Reko (Unikum in D. so unwarscheinlich); Glass kasten, Füllbauten (wahrscheinlich) oder gar nichts. Fand der Abriss wirklich Himmelschreiend. Es könnte nur schlechter werden........

  • Eine schöne Meldung aus Magdeburg: Im Dom wird das im Krieg zerstörte Grabmal des Domherrn Friedrich v. Arnstedt aus dem 17. Jht. mittels moderner Verfahren (u.a. 3D) saniert und rekonstruiert. :applaus:


    Ingenieure helfen bei der Rekonstruktion von Grabmal im Dom

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Sehe ich mir den Stadtrat an, ist klar, wer sich durchsetzen wird. Grüne und Linke haben zusammen 18 Sitze. Die SPD wird im Ernstfall ebenfalls für eine Neuinterpretation stimmen, vermute ich. Also 27 Sitze. Dem steht die CDU mit 10 Sitzen gegenüber. Mit der AfD (8 Sitze) wird die sich auf keinen Fall verbünden wollen. Der Rest läuft unter "ferner liefen". Also dürfte eine Rekonstruktion der Borussia beerdigt sein, ehe sie geboren wurde.


    Eine zeitgemäße Neuinterpretation könnte ja sogar reizvoll sein, wenn man denn etwas halbwegs Schönes erwarten könnte. Z.B. wie die Statuen für das "Käthchen von Heilbronn" in Heilbronn oder Frankfurt/Oder (nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin). Es ist aber auch zu befürchten, dass etwas wie die neue "Berolina" in Berlin herauskommt. (siehe hier) Na ja, zumindest soll die Anlage etwas hergerichtet werden. Mehr erwarte ich da nicht.

  • Die Figurine (!) am Hausvogteiplatz nimmt aber keinesfalls Bezug auf die Statue der Berolina am Alexanderplatz, sondern auf das dahinter befindliche 'Berolinahaus' , die Nr. 12, einst Standort von Konfektionsbetrieben.


    Sie ist daher einer 'Figurine' der Modebranche entlehnt.


    Wiki

  • Der fehlende Turm ist tatsächlich das geringste Problem. Der gegen Artikelende erwähnte "Südverbinder", diese gebaute Zumutung, ist es schon eher. Nach wie vor unfassbar...

  • Die "Südverbinder" ist wirklich ganz schrecklich. Nur Sichtbeton wäre möglichenfalls noch schlimmer geworden. Wer eine solche Bausünde entworfen und genehmigt hat, gehört eigentlich dazu verdonnert, mindestens zwei Jahre in seinem Wohnzimmer einer Fototapete mit diesem Motiv ankleben zu müssen.
    Da kann man nur auf eine tiefgreifende Fassadenumgestaltung oder gar einen Abriss in einigen Jahren hoffen.

  • Der Südverbinder ist zweifelsfrei schrecklich, aber noch einigermaßen erträglich, weil er an der wenig beachteten Museumsseite liegt.


    Die Turmrekonstruktion wäre schon wichtig, wenn die irgendwann einmal kommen würde. Der Turm war ziemlich hoch und damit eine weithin sichtbare architektonische Marke. Er hat dem Museum das gewisse "Etwas" gegeben. Die heutige Eingangsfront war zwar damals gut gemeint und auch stilistisch gut gemacht, jedoch wurde die Eingangsfront dadurch zu stark vereinfacht.

  • Tres iuctus causae sunt hoc sub marmore clausae: rex, decus ecclesiae, summus honor patriae


    frei übersetzt:
    Drei Gründe der Trauer sind von diesem Marmor verschlossen: Der König, die Zierde der Kirche, der höchste Ruhm des Vaterlandes.

    Edited 2 times, last by Saxonia ().

  • Fördervereine die sich für kirchliche Gebäude in Magdeburg stark machen (siehe Ullrichskirche)haben es nicht einfach in einer eher stark Atheiistisch geprägten Stadt wie Magdeburg.(eine ehem.Bezirksstadt der DDR)
    Ich begrüße die Initiative des Fördervereins.
    Man kann nur hoffen das Linke Kräfte nicht dieses Arnstedtische Epitaph auch mit einem initiierten Bürgerentscheid verhindern wollen.Bei der Ullrichskirche hat es ja leider 2011 geklappt.

  • Das denke ich nicht. Man muss sich jetzt vor diesen Leuten auch nicht ständig in die Hosen machen. Gegen die Restauration des Epitaphs, von dem ja wesentliche Teile erhalten sind (insofern eigentlich nur bedingt überhaupt eine Rekonstruktion), wird fast niemand etwas einwenden.


    Bei der Ulrichskirche ging es um einen sichtbaren städtebaulichen Eingriff in das Stadtbild. Diese wurde vor allem verhindert aus Sorge um eine beliebte Grünanlage und die Kosten, die womöglich an der Stadt hängen geblieben wären. Atheismus mag bei einigen Alt-Linken eine Rolle gespielt haben.


    Hätte indes ein Investor angekündigt, die Kirche auf seine Kosten aufzubauen, um darin eine Shopping-Mall oder einen Freizeit-Park oder einen Aquarium-Zoo für exotische Fische zu errichten, bei gleichzeitiger Aufwertung der Grünanlage, hätte das Votum schon ganz anders ausgesehen.


    Also dieses Grabdenkmal tut niemandem weh und ist auch im Stadtbild gar nicht sichtbar, wenn man es nicht explizit aufsucht. Zumal es wohl mit Spenden finanziert werden soll.


    Einzige Ausnahme: Die Zeitschrift Arch+ deckt auf, dass die Familie von Arnstedt üble Antisemiten waren, die später eine Reihe von NS-Funktionären und "Rechtspopulisten" hervorgebracht hat. Dann kommt die Erklärungsnot. ;)