• Diesen "Luxus" haben wir und ja, das muss das Ziel sein.
    Das große Problem ist aber, dass wir auf genau diesen Flächen keine Leitbauten hatten. Die großartigen Leitbauten der Stadt standen leider genau dort, wo heute kein Stadtumbau ohne extremen Aufwand mehr möglich ist. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich auf alten Bildern neben der Johanniskirche irgendwo eine Goldene Waage oder ein Barberini entdecken würde, die man als Anknüpfungspunkt für ein neues Altstadtquartier verwenden könnte, aber leider nichts in Aussicht. ;)
    Also muss es halt ohne Leitbauten gehen.

  • Mit "Leitbau" meinte ich jedoch nicht zwingend absolut herausragende Einzelbauten der Qualität eines Palais Barberini, sondern markante Eckbauten z.B., die einem Block/Quartier der Altstadt das "Gesicht" geben. Es wäre wohl sinnvoll, eine Art Katalog anzulegen, welche Bauten in einem Kernbereich standen und welche davon für eine (angelehnte) Rekonstruktion in Frage kommen.


    Wobei, so ein Barberini als Hommage in der Magdeburger Altstadt... Einfach mal bei Plattner anklopfen! :thumbsup:

  • Tja, Magdeburg ist eine Stadt mit einer wirklich tragischen Geschichte. Und immer wieder erholt sich die Stadt irgendwie doch.
    Ich setze meine Hoffnungen darauf, dass sich das Aufblühen der Stadt, was man seit 2-3 Jahren an allen Ecken spürt, auch mittel- bis langfristig zu einer positiveren Entwicklung des Stadtbildes führen wird. Die billigen Renditebauten, die zur Zeit entstehen, können und dürfen nicht das Ende der Fahnenstange sein. ;)

  • Natürlich muss man sich - insbesondere wenn man seine Stadt liebt - immer wieder Mut zusprechen. Aber schon ein Blick nach Dresden (außerhalb des Neumarkts) genügt, und der Glaube an eine Renaissance der Stadtbaukunst in Deutschland verfliegt recht schnell. Ich denke, wir müssen uns heutzutage schon über punktuelle Verbesserungen freuen. Eine neue Gründerzeit gibt es jedoch nicht.

  • Im Magdeburger Stadtteil "Alte Neustadt" wird derzeit in der Sieverstorstr. 43 ein Gründerzeitgebäude von 1900 saniert. Auch die Nummern 56 & 57 sollen bald folgen.


    Quote

    Dabei sah das vor vier Jahren noch ganz anders aus. Als das Nachbarhaus wegen Einsturzgefahr von der Stadt Magdeburg zwangsabgerissen werden musste, fiel auch der halbe Giebel der 43 herunter. Die offene Hauswand wurde notdürftig abgedichtet. Mehr geschah nicht. Doch im Herbst 2017 hat Schrobback das seit über einem Jahrzehnt leerstehende Gebäude erworben, weil er an die Zukunft der Sieverstorstraße glaubt, wie er sagt. „In fünf Jahren wird das hier ganz anders aussehen“, ist er sich sicher.


    Marodes Haus in Magdeburg wird saniert

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Wie ich gerade gelernt habe, steht in Magdeburg eine der imposantesten Brauereianlagen der Welt, die Diamant-Brauerei. Dieses grossartige, burgähnliche Ensemble des Industriezeitalters soll nun für rund 25. Mio € saniert werden und danach Wohnungen und Lofts beherbergen. :applaus:


    Quote

    Ob ein solcher Erfolg auch im Falle der alten Diamantbrauerei gelingen kann? Rolf Onnen sagt: „Natürlich kann man ein Fabrikgebäude nicht einfach so in ein Wohnhaus umwandeln. Da sind Eingriffe nötig, um es wohnlich zu machen.“ So werden größere Fenster benötigt. Und auch ohne Balkons sei ein modernes Wohnen kaum denkbar, sagt der Projektentwickler. In enger Absprache mit den Denkmalschutzbehörden seien die entsprechenden Überlegungen in die Pläne eingeflossen. Wichtig sei, dass neben dem Gesamteindruck der wilhelminischen Industriefassade auch die Grundstrukturen des Hauses erhalten bleiben.


    Wohnen in Magdeburger Brauerei


    Bilderstrecke zur Brauerei

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Das sind sehr gute Neuigkeiten. Die Anlage ist auch heute noch eine Perle, wenn auch nicht mehr in der Dimension wie vor dem Krieg.


    Vor dem Krieg muss es überaus eindrucksvoll gewesen sein. Neben dem noch größeren Industriegelände gehörten entlang der heutigen Lübecker Straße etliche prächtige Gesellschaftsbauten mit dazu. Darüber hinaus war auf dem Gelände ein Park und ein großer See integriert.
    Auf dem Gelände fuhr außerdem die werkseigene Eisenbahn.

  • Diesen "Luxus" haben wir und ja, das muss das Ziel sein.
    Das große Problem ist aber, dass wir auf genau diesen Flächen keine Leitbauten hatten. Die großartigen Leitbauten der Stadt standen leider genau dort, wo heute kein Stadtumbau ohne extremen Aufwand mehr möglich ist. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich auf alten Bildern neben der Johanniskirche irgendwo eine Goldene Waage oder ein Barberini entdecken würde, die man als Anknüpfungspunkt für ein neues Altstadtquartier verwenden könnte, aber leider nichts in Aussicht.
    Also muss es halt ohne Leitbauten gehen.

    Und einige der ehemaligen großartigen Leitbauten dann an anderer Stelle zu errichten wäre keine Option?

  • Ich bin bei nicht-standortgetreuen Rekonstruktionen sehr skeptisch und mit mir selbst absolut noch nicht im Reinen, ob ich das befürworten kann.
    Prinzipiell wäre es durchaus möglich. Die bedeutenden Bauten des Alten Marktes befanden sich vor dem Krieg auf der Südseite (heute denkmalgeschützt). Man könnte sie sozusagen spiegelverkehrt heutzutage auf der Nordseite wiederaufbauen (heutige Bebauung nicht denkmalgeschützt).

  • Die schönste Haltestelle des Landes strahlt wieder:


    "
    ...



    Touristen fotografieren alte Haltestelle


    Während sie weiterarbeiten, halten wieder einige Touristen an, um das Gebäude zu fotografieren. Nicht ohne Grund ist das Wartehaus ein richtiger Publikumsmagnet, denn es ist das älteste Deutschlands. Das Gebäude soll um das Jahr 1901 errichtet worden sein. Ein halbes Jahr zuvor war die Strecke elektrifiziert worden.


    ..."


    https://www.volksstimme.de/lok…testelle-erstrahlt-wieder

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Mal schauen, wie lange sie diesmal von randalierenden Vollidioten verschont bleibt. Da es sich um einen Solitärbau handelt, der verhältnismäßig weit von belebten Siedlungen entfernt liegt, ist diese wunderschöne Haltstelle leider schon Opfer von Vandalismus geworden.

  • Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint ist schnell erklärt. Neubau ist immer günstiger als Sanierung eines Altbaues, das bedeutet je weniger von einem Gebäude vorhanden ist desto günstiger wird eine "Revitalisierung".


    Bei der Villa Budenberg blieb nur die vordere Fassade erhalten. Dahinter steht ein kompletter Neubau.

  • Neubau ist immer günstiger als Sanierung eines Altbaues, (...).

    Ist das tatsächlich so - immer? Kommt doch immer auf den Umfang an, gerade bei den aktuellen Baukosten.